Er hat zahlreiche Romane geschrieben, viele Essays und Artikel
verfasst - Mario Vargas Llosa zählt zu den erfolgreichsten
Schriftstellern unserer Zeit. Wie ein guter Roman entsteht und
welches Handwerkszeug der Autor beherrschen muss, beschreibt er
unterhaltsam und äußerst kenntnisreich in diesem Buch. Große
Romane, wie "Madame Bovary", "Moby Dick",
"Don Quijote", führt er als Beispiele an, tut das, was,
wie er selbst sagt, nicht erlaubt ist: sie auseinandernehmen,
zerstückeln, sie in Raum, Zeit, Erzählerfiguren zergliedern. Um
schließlich zu dem zurückzukehren, was den guten Roman ausmacht:
seine Überzeugungskraft, die nicht zuletzt durch die Leidenschaft,
die Hingabe des Schriftstellers zu erreichen ist.
Literarisch Interessierten, Schülern, Studenten, jedem wird die
Lektüre dieses Buches eine Tür öffnen zum Geheimnis, das hinter
großer Literatur steckt.
Dieses Büchlein ist "Pflichtlektüre für alle, die berufsmäßig mit Literatur zu tun haben, und es ist ein Vergnügen für die, die an der Literatur Anteil nehmen", ruft Rezensent Franz Schuh. Geschrieben habe es Vargas Llosa in der Form von Briefen an einen Eleven. Diesem erkläre der Autor, wie man liest und schreibt, das "Rätsel der Kreativität" werde allerdings auch hier nicht enthüllt. Besonderes Vergnügen haben dem Rezensenten die Nacherzählungen verschiedener Romane bereitet. Denn Vargas Llosa gebe nicht einfach nur den Plot etwa von Celines "Reise ans Ende der Nacht" wieder, sondern erzähle auch von den "Wirkungen, die erlesene Bücher auf ihn gehabt haben". Nur Vargas Llosas Vorstellung, was einen guten Roman ausmacht, kann Schuh nicht teilen. Für den Autor muss ein Roman dem Leser das Gefühl geben, nicht zu lesen, sondern eine Geschichte zu erleben. Damit jedoch, meint Schuh, wäre die Literatur "auf die Rolle der Illusionsbeschaffung" beschränkt.
Mario Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bolivien, Piura (Nordperu) und Lima. Im Alter von 18 Jahren heiratete er Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman Tante Julia und der Kunstschreiber . Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde ), der auf eigenen Erfahrungen in der Kadettenanstalt Leoncio Prado in Lima beruht. Der Roman wurde in Spanien mehrfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Vargas Llosa war als Gastprofessor in Washington, Puerto Rico, London, New York und Cambridge tätig. 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Mario Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard (1992), Princeton (1993) und
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