Arletty und ihr deutscher Offizier - Harpprecht, Klaus

Klaus Harpprecht 

Arletty und ihr deutscher Offizier

Eine Liebe in Zeiten des Krieges

Gebundenes Buch
 
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Arletty und ihr deutscher Offizier

Die Schöne und der Feind: eine Amour fou
Paris zur Zeit der deutschen Besatzung: Der Theater- und Filmstar Arletty, unvergessen als Garance in 'Die Kinder des Olymp', verliebt sich in den deutschen Gentleman-Offizier Hans Jürgen Soehring, einen Juristen, der sich nach dem Krieg als Schriftsteller versuchte, später Diplomat wurde und als Botschafter in der Republik Kongo auf dramatische Weise das Leben verlor. Die beiden verbindet eine leidenschaftliche Affäre unter den feindseligen Blicken der französischen Landsleute und der deutschen Besatzungsmacht. Doch selbst Auftrittsverbot, Hausarrest und Degradierung nach der Befreiung können ihrer Liebe nichts anhaben. Arletty, während der letzten zwanzig Jahre blind,starb hochbetagt 1992.
Eine glamouröse deutsch-französische Geschichte von Liebe und Krieg, die Klaus Harpprecht mit großer Leidenschaft und Eleganz zu erzählen weiß.


Produktinformation

  • Verlag: S. Fischer
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 448 S., . 12 Fototaf.
  • Seitenzahl: 448
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 125mm
  • Gewicht: 579g
  • ISBN-13: 9783100300621
  • ISBN-10: 3100300629
  • Best.Nr.: 32556627

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Klaus Harpprechts Buch hat laut Joseph Hanimann nicht nur als deutsch-französische Liebesgeschichte während des Zweiten Weltkriegs, sondern auch als Biografie der Filmschauspielerin Arletty und als Porträt deutsch-französischer Kultur seinen Reiz. Harpprecht erzählt darin von der unzeitgemäßen Beziehung zwischen der 40-jährigen Schauspielerin Arletty und dem deutschen Wehrmachtoffizier Hans-Jürgen Soehring, die drei Jahre währte und Arletty nach dem Krieg den Vorwurf der Kollaboration einbrachte, erfahren wir. Der Rezensent muss zugeben, dass bei diesem reichen Panorama der Zeitgeschichte Arletty dem Autor mitunter aus dem Blick gerät. Auch sind die Informationen, die Harpprecht zur Verfügung stehen, lückenhaft, weswegen er auch auf Eindrücke Ernst Jüngers zurückgreift, um Soehrings Innenleben zu beleuchten. Insgesamt aber entsteht ein tief in den geschichtlichen Kontext eingebettetes Porträt der Liebenden, das nicht zuletzt durch die sich darin niederschlagende "sechzigjährige Frankreich-Liebe" des Autors überzeugt, wie Hanimann lobt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.05.2011

Blitzschlag im Krieg
Klaus Harpprecht über die Liebe zwischen dem französischen Filmstar Arletty und einem deutschen Offizier
Als „Die Kinder des Olymp“ ins Kino kamen, in der unmittelbaren Nachkriegszeit, waren die jungen Deutschen völlig entrückt. Sie verguckten sich wie der damals 19-jährige Klaus Harpprecht in die unvergleichliche Arletty, in „große dunkle Augen, die am liebsten lachten und sich dennoch in Traurigkeiten verlieren konnten“, in „die schimmernde Haut der Schultern und der Décolletés“. Harpprecht kann das heute noch mühelos heraufbeschwören. Doch niemand ahnte etwas von den dramatischen Umständen, unter denen Marcel Carnés Film entstand. Arletty war, als er am Schneidetisch fertiggestellt wurde, als Kollaborateurin interniert, im Lager Drancy. Sie hatte sich auf eine Affäre mit einem deutschen Besatzungsoffizier eingelassen.
Von diesem Deutschen, der in der Uniform der Wehrmacht die französische Symbolfigur für Erotik und Grazie verführen konnte, weiß man sehr wenig. Das hat Klaus Harpprecht elektrisiert. Das Geheimnis um den Juristen und Luftwaffen-Feldrichter Hans Jürgen Soehring scheint aber umso größer zu …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.06.2011

Madame meinte zu recht, dass die Männer in ihrem Bett nur sie selbst etwas angingen
Historisches Panorama mit französisch-deutschem Liebespaar in Kriegszeiten: Klaus Harpprecht schreibt ein Buch rund um den französischen Filmstar Arletty

Wäre dieses Buch eine Eselsbrücke deutsch-französischer Gegenliebe, müsste man sagen: Es wackelt. Doch ist es eher ein in sich verspiegeltes Spiegelporträt und wir können sagen: Es flimmert, und zwar reizvoll. Haben wir eine Biographie über den französischen Kinostar Arletty mit der spitzbübischen Weiblichkeit und dem losen Mundwerk vor uns? Die Durchleuchtung einer unzeitgemäßen Liebesaffäre zwischen der Schauspielerin und einem Wehrmachtoffizier? Oder die verborgene Bilanz einer dreißigjährigen Frankreichliebe seitens des Autors? Alles zusammen, man liest drei Bücher in einem.

Und fest stehen zwei Dinge. Der Autor ist der Darstellerin Arletty schon in jungen Jahren verfallen. Seitdem er 1947 den Film "Die Kinder des Olymp" sah, blieb sie die "passionierteste seiner Kinolieben". Als Blickfang für eine vertiefte Darstellung deutsch-französischer Wechselbeziehungen, auf die Klaus Harpprecht …

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Mit Interesse verfolgt hat Helmut Böttiger Klaus Harpprechts Schilderung der Liebesgeschichte zwischen der französischen Schauspielerin Arletty und dem Wehrmachtsoffizier Hans Jürgen Soehring. Der Autor evoziere sehr plastisch die Atmosphäre im besetzten Paris, meint der Rezensent und ihn fasziniert auch, wie innig sich Harpprecht in die Liebe dieses Paares einfühlt und damit auch nah an seinem eigenen Empfinden dieser Zeit dran ist. merklich irritiert hat ihn hingegen, dass der Autor sich so sehr darum bemüht, die deutschen Besatzer nicht allzu schlecht dastehen zu lassen und dafür beispielsweise Autoren wie Ernst Jünger ziemlich kritiklos zitiert. Böttiger gewinnt hier den Eindruck, der Autor wolle nicht zuletzt den "Mythos der Resistance" ankratzen. Dafür wird man aber wiederum mit kurzweiligen Klatschgeschichten aus der Zeit unterhalten, so der Rezensent.

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Klaus Harpprecht, geboren 1927, hat als Journalist unter anderem für RIAS, SFB und ZDF gearbeitet. Von 1966 bis 1969 war er Leiter des S. Fischer Verlags und von 1972 bis 1974 Chef der Schreibstube und Berater von Willy Brandt. Klaus Harpprecht lebt als freier Schriftsteller in Frankreich. 2009 wurde er mit dem "Lessing-Preis" ausgezeichnet.

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