2666 - Bolaño, Roberto

Roberto Bolaño 

2666

Roman. Für den Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Übersetzung 2010 nominiert

Übersetzung: Hansen, Christian
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2666

Ein Quartett durchgedrehter Germanisten, das einen verschollenen Schriftsteller jagt. Ein Kommissar in einer mexikanischen Wüstenstadt, in der Hunderte von Frauen vergewaltigt und ermordet wurden. Ein amerikanischer Journalist, der dort über einen Boxkampf berichten soll und sich verliebt. Und in ebendieser Stadt wurde der Schriftsteller zuletzt gesehen. Alles hängt mit allem zusammen, die Wege und die Spuren kreuzen sich - aber die Welt bleibt ein Rätsel. Roberto Bolaños postum erschienener Roman ist eine atemberaubende Reise ins finstere Herz der Gegenwart, ein Jahrhundertwerk und weltweiter Bestseller.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 1195 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 1195
  • Fischer Taschenbücher Bd.18784
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 127mm x 50mm
  • Gewicht: 700g
  • ISBN-13: 9783596187843
  • ISBN-10: 3596187842
  • Best.Nr.: 32562143
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.10.2009

Vier Kritiker und ein Höllenfall

Dieser Autor beweist, dass die Möglichkeiten erzählerischer Experimente noch längst nicht ausgeschöpft sind: Roberto Bolaños kühner, wilder, großartiger Roman "2666".

Von Daniel Kehlmann

Vier Literaturwissenschaftler, spezialisiert auf den rätselhaften deutschen Romancier Benno von Archimboldi, treffen sich im verregneten Deutschland und dann in diversen europäischen Städten auf tristen Kongressen. Bald entsteht ein Geflecht von Beziehungen: Zwei von ihnen, ein Italiener und ein Franzose, verlieben sich in ihre englische Kollegin Liz Norton, die mit beiden eine Affäre beginnt. Alle sind sie zurückhaltende, komplizierte und hochkultivierte Menschen, die ihre Konflikte in langen Gesprächen zu bereinigen versuchen; unterdessen steigt Benno von Archimboldi vom Geheimtipp zum weithin gelesenen, schließlich sogar nobelpreisverdächtigen Autor auf - und bleibt doch unauffindbar; niemand hat ihn gesehen, keiner weiß etwas über seinen Verbleib. Nur ein Gerücht gibt es: Archimboldi soll in der mexikanisch-amerikanischen Grenzstadt Santa Teresa gesehen worden sein.

Kurz entschlossen brechen die …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Nein, der hier rezensierende Schriftsteller Daniel Kehlmann möchte sicher nicht die Literaturkritik dafür verantwortlich machen, dass Roberto Bolano 2003 an Leberversagen sterben musste. Allerdings hätte sich Kehlmann schon gewünscht, dass die Anerkennung für diesen Autor, den er in einem Atemzug mit Marquez, Vargas Llosa und Cortazar nennt, etwas zeitiger gekommen wäre. Das hätte seine Überlebenschancen zumindest verbessert, glaubt der Rezensent. Dann wäre "2666" ein fertiger Roman geworden und Kehlmann müsste sich nicht mit einem gigantischen Torso begnügen. Allerdings reißt der Text den Rezensenten auch in seiner unautorisierten, unfertigen Fassung bereits zu Beifallsstürmen hin. Um die vielen Anspielungen, Bezüge und Spiegelungen und etwa den mexikanischen Handlungsort als Zentrum des Bösen, als Hölle zu begreifen, durch die die Akteure alle hindurch müssen, reicht es ebenfalls. Im übrigen findet Kehlmann Orientierung in Bolanos früherem Roman "Die wilden Detektive". Hier wie dort steht im Mittelpunkt eine rätselhafte Autorengestalt, um die herum unzählige Stimmen und Stile arrangiert sind. Hier wie dort haut die Meisterschaft des Autors …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.09.2009

Das Spiel ist aus
Endlich auch auf deutsch: „2666”, der große, nachgelassene Roman des chilenischen Autors Roberto Bolano
Es heißt, der chilenische Autor Roberto Bolano, der im Sommer 2003, auf eine Lebertransplantation wartend, im Alter von nur fünfzig Jahren in einem Krankenhaus in Barcelona starb, sei ein Meister der Verstellung gewesen. Lustvoll habe er seine Biographie in ein buntscheckiges Kleid aus Mystifikationen und Gerüchten gehüllt, sodass am Ende allenfalls seine engsten Freunde noch wussten, ob er wirklich in jungen Jahren den harten Drogen gänzlich verfallen war oder unter General Pinochet für kurze Zeit im Gefängnis gesessen hatte.
Autoren, die Fiktionen über sich selbst in die Welt setzen und Detektiven, die diesen Fiktionen auf den Grund gehen wollen, begegnet der Leser im Werk Roberto Bolanos auf Schritt und Tritt. Aber dieser Leser müsste mit Blindheit geschlagen sein, würde er deswegen die geradezu umwerfende Offenheit übersehen, mit der dieser Autor das Publikum über den Grundriss seiner geistigen Existenz nie im Zweifel gelassen hat. Es war keine Mystifikation, dass er sich zu Jorge Luis Borges und Kafka bekannte. Es war …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Der Chilene Bolano erlebte den Kritikerjubel um seinen "Jahrhundert-Roman" nicht mehr, er verstarb 2003 mit 50 Jahren in Barcelona. Sein literarisches Vermächtnis ist ein über 1.000 Seiten starker Roman, dessen zentraler Handlungstrang eine Reihe von Frauenmorden in einer mexikanischen Grenzstadt ist. Davon ausgehend gibt es unzählige Nebenhandlungen - und Personen, und doch gelingt Bolano das Kunststück, ein homogenes Werk zu schaffen. Mit seiner Fabulierkunst und Sprachvielfalt steht er in der Tradition von Carlos Fuentes, Vargas Llosa und sogar Gabriel Garcia Marquez. Dass Bolano nicht mehr die Gelegenheit hat, mit den Großmeistern der südamerikanischen Literaturszene gleichzuziehen, ist tragisch. So bleibt 2666 ein großer Roman, dessen Autor es verdient hätte, noch größeres zu schaffen. (am)

"Ein großes, überschäumendes Werk, das die Wunden und den Gestank so wenig scheut und eben deshalb geradezu unbändig der Lebenslust huldigt." Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung, 05.09.09 "So grenzenlos einem des Autors Fantasie vorkommt, so klar, transparent und genau bleibt seine Sprache. Bolano nimmt seine Leser mit auf eine Höllenfahrt. Auf was für eine!" Christoph Kuhn, Tages-Anzeiger, 05.09.09 "Bolanos monumentaler Nachlassroman bestätigt den außerordentlichen Rang des 2003 verstorbenen chilenischen Schriftstellers. (...) Wie Cervantes und Sterne, Melville und Proust, Musil und Pynchon sucht Bolano noch einmal die Totalität der Welt im Roman zu fassen. Es ist der Wahn einer aus den Fugen geratenen globalisierten Welt, gegen den Bolano die Literatur als Ordnungskraft, als Gegenentwurf und Verwandlungszauber ins Feld führt." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 12.09.09 "Bolanos Vermächtnis ist ungeheuerlich. In der Nachfolge von Kafka, Borges und Cortázar begreift er Literatur als etwas Unausgegorenes. In '2666' zeigt er uns, was er damit meint. Er wagt sich hinab in die Grabkammern der Gegenwart und erzählt davon. Aufregender kann ein Roman nicht sein." Maike Albath, Frankfurter Rundschau, 15.09.09 "Ein gewaltiger Weltentwurf und darin kein falscher Ton: '2666' der letzte, überwältigende Roman des Roberto Bolano." Eva-Christina Meier, Die Tageszeitung, 12.09.09 "Haarsträubende, wunderschöne, den Leser magisch in Bann ziehende Geschichten aus einer Welt hinter der Welt." Wolfgang Höbel, KulturSpiegel, 26.09.09
Roberto Bolaño wurde 1953 in Santiago de Chile geboren. Mit 13 zog die Familie nach Mexiko City, wo er das Leben eines wilden Poeten führte. 1973 kehrte nach einer langen Busreise nach Chile zurück, um Allende zu unterstützen, geriet ins Gefängnis und kam erst nach Monaten nach Mexiko zurück. Später beginnt er in Spanien mit dem Schreiben von Romanen, um seine Familie durchzubringen. 2003 starb er, als er auf eine Lebertransplantation wartete und gerade an seinem Meisterwerk 2666 arbeitete.

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