Ich - Hilbig, Wolfgang

Wolfgang Hilbig 

Ich

Roman

Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
10 ebmiles sammeln
EUR 9,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Ich

Der Schriftsteller und Stasi-Spitzel Cambert soll einen mysteriösen Autor beschatten, der "feindlich-negativer Ziele" verdächtigt wird. Da dieser Autor nie den Versuch macht, seine Texte zu veröffentlichen, ist der Verdacht jedoch schwer zu erhärten. Camberts Zweifel an der Notwendigkeit seiner Aufgabe, die ihn zu unheimlichen Expeditionen durch Berliner Kellergewölbe zwingt, wachsen mit der Unsicherheit, ob sich das Ministerium für Staatssicherheit für seine Berichte überhaupt interessiert. Immer öfter plagt ihn die Ahnung, nicht einmal seine Person werde ernst genommen. In dem muffigen Zimmer zur Untermiete bei Frau Falbe, die ihm keineswegs nur Kaffee kocht, verschwimmen ihm Dichtung und Spitzelbericht so sehr, daß er bald nichts mehr zu Papier bringen kann. Tief sitzt die Angst, unter dem Deckmantel Cambert könnte der lebendige Mensch längst verschwunden sein...
Wolfgang Hilbigs Thema in diesem atmosphärisch dichten, musikalischen Roman ist die Verwicklung von Geist und Macht. Er untersucht sie am Beispiel eines Literaten, der zu einem Spitzel der Staatsgewalt geworden ist. Indem Hilbig diesen Fall konsequent zu Ende denkt, gewinnt er ihm zahlreiche komische Wendungen und prächtige sarkastische Pointen ab.



Produktinformation

  • Verlag: Fischer (TB.), Frankfurt
  • 2012
  • 7. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 377 S.
  • Seitenzahl: 377
  • Fischer Taschenbücher Bd.12669
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 120mm x 23mm
  • Gewicht: 270g
  • ISBN-13: 9783596126699
  • ISBN-10: 359612669X
  • Best.Nr.: 05960435
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.02.2008

Allegorie des Stasi-Systems
Wolfgang Hilbig: „Ich”
Die Sprache der Stasi strotzte vor Genitiven. Sie ging auf in der näheren Bestimmung des Verweises auf den Verweis: „. . . Festlegung der durchzuführenden Zersetzungsmaßnahmen auf der Grundlage der exakten Einschätzung der erreichten Ergebnisse der Bearbeitung des jeweiligen Operativen Vorgangs . . .”
Cambert, so sein Deckname, ist ein erfolgloser Schriftsteller, der – eine Vaterschaft wird ihm angehängt – von der Staatssicherheit dazu genötigt wird, als IM für sie zu arbeiten. Im Lauf seiner Tätigkeit verirrt er sich nicht bloß im Gestrüpp der Genitive. Sein Führungsoffizier säuft wie ein Loch, was Cambert zupass kommt, weil er selbst sich regelmäßig Inspiration antrinkt.
Das Ziel der Stasi – die heimliche Unterwanderung der Gesellschaft – nimmt Cambert wörtlich: In Berlin, wo die Keller vieler Mietshäuser miteinander verbunden sind, weiß er genau, wie man von einem Keller in den nächsten gelangt. Haustüren passiert er bei seinen Spitzeltätigkeiten immer seltener. Seine Aufgabe: Er soll einen Schriftsteller in der Dissidentenszene beschatten, den sogenannten „Reader”, …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.03.2002

Wolfgang Hilbig: "Ich"
1993 - Die Literatur ist die Stasi, und die ist die Literatur

Man kann natürlich auch alles einzeln lesen: Feuilletondebatten über die Verstrickung von Geist und Macht, Stasiaktenberge, Literaturgeschichten und, sofern einem danach ist, Sascha Andersons "Sascha Anderson". Oder eben gleich Wolfgang Hilbigs Roman "Ich", das All-Inklusive-Paket, wo all das und noch viel mehr schon drinsteckt. Es ist die vielleicht wahrere Geschichte von Anderson, die von Rainer Schedlinski, die von Wolfgang Hilbig, wenn er ein IM der Stasi geworden wäre. Das ist er aber nicht geworden. Der dichtende Heizer aus dem sächsischen Bergbaukaff Meuselwitz hatte der DDR widerstanden, er ließ sich nicht zum schreibenden Arbeiterklassenbesten stilisieren und nicht anwerben. Er ging 1985 in den Westen. Als erst die DDR zerbrach und nur das Renommee ihrer Literatur zu bleiben schien, dann aber auch das Renommee ihrer Literaten an deren Stasikontakten zu zerbrechen drohte - es betraf damals auch Heiner Müller und Christa Wolf -, da schwieg Hilbig, der noch am ehesten das Recht zur moralischen Entrüstung gehabt hätte. Von ihm kam nichts außer 1993 dieses …

Weiter lesen
1983 Brüder-Grimm-Preis 1985 Förderpreis der Akademie der Künste, Berlin 1987 Kranichsteiner Literaturpreis 1989 Ingeborg-Bachmann-Preis 1992 Berliner Literaturpreis 1993 Brandenburgischer Literaturpreis 1994 Bremer Literaturpreis 1996 Literaturpreis der Deutschen Schillerstiftung, Dresden 1997 Lessingpreis des Freistaates Sachsen 1997 Fontane-Preis der Berliner Akademie der Künste 1997 Hans-Erich-Nossack-Preis (Kulturkreis d. dt. Wirtschaft) 2001 Stadtschreiberpreis von Frankfurt-Bergen-Enkheim 2002 Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik 2002 Georg-Büchner-Preis 2002 Walter-Bauer-Literaturpreis der Stadt Merseburg Wolfgang Hilbig wurde 1941 in Meuselwitz/Sachsen geboren und ist in der Bergarbeiterfamilie seines Großvaters aufgewachsen.

Nach der Volksschule machte er eine Dreherlehre und arbeitete nach dem Wehrdienst als Werkzeugmacher, Hilfsschlosser und Abräumer in einer Ausflugsgaststätte. Ab 1970 war er zehn Jahre lang Heizer in Meuselwitz und Ost-Berlin. Von 1981 bis zu seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik lebte er in Ost-Berlin und Leipzig als freier Schriftsteller. Heute wohnt er wieder in Berlin.

6 Marktplatz-Angebote für "Ich" ab EUR 1,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 1,00 1,25 offene Rechnung, Banküberweisung, PayPal buecher ebertsheim 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,95 1,80 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) renabuch.de 99,3% ansehen
gebraucht; sehr gut 3,50 1,50 Banküberweisung, offene Rechnung Krull GmbH 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,60 1,45 Banküberweisung wolfandreas 100,0% ansehen
gebraucht; sehr gut 5,99 2,20 offene Rechnung Versandantiquariat Holger Schankin DAS B 99,5% ansehen
stark abgenutzt 6,01 0,00 Banküberweisung sonnenbuch 100,0% ansehen
Mehr von