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Es ist kaum zu glauben, aber ein Pinguin hat bei den Olympischen Schwimmwettbewerben den ersten Platz belegt. "Ich habe im Fernsehen gesehen, was die hier so schwimmen, da bin ich los und wollte mal zeigen, was eine wirklich gute Zeit ist!", so der frisch gebackene olympische Meister. Ei erstaunlicher Sieg, und doch bleiben Zweifel, ob auch alles mit rechten Dingen zugegangen ist. In seinem Iglu sitzt der kleine Pinguin, knabbert Makrelen und sieht im Fernsehen ein Sportfest. Da schwimmen Menschen um die Wette und einer gewinnt die 100 Meter in 1 Minute und 22 Sekunden. Der Pinguin schüttel…mehr

Produktbeschreibung

Es ist kaum zu glauben, aber ein Pinguin hat bei den Olympischen Schwimmwettbewerben den ersten Platz belegt. "Ich habe im Fernsehen gesehen, was die hier so schwimmen, da bin ich los und wollte mal zeigen, was eine wirklich gute Zeit ist!", so der frisch gebackene olympische Meister. Ein erstaunlicher Sieg, und doch bleiben Zweifel, ob auch alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

In seinem Iglu sitzt der kleine Pinguin, knabbert Makrelen und sieht im Fernsehen ein Sportfest. Da schwimmen Menschen um die Wette und einer gewinnt die 100 Meter in 1 Minute und 22 Sekunden. Der Pinguin schüttelt den Kopf. Diese Zeit würde sein Großvater mit einer Flosse machen! Also auf zu den Olympischen Spielen!
Natürlich gewinnt der Pinguin alle weiteren Schwimmwettbewerbe. Doch weil ihm die Medaille wegen Tragens unerlaubter Flossen aberkannt wird, bekommt der König der Tiere, der Löwe, einen Wutanfall. Er befiehlt, dass alle Tiere sich auf die Reise zu den Spielen machen sollen. Und so geschieht es. Der Bär tritt im Kugelstoßen an, das Känguru boxt, der Elefant hebt Gewichte, die Affen turnen und natürlich bleibt keine einzige Medaille für die Menschen übrig. Darüber werden die so schrecklich traurig, dass sie das gute Herz des Löwen rühren
Eine heitere Geschichte um das Motto des Barons von Coubertin: Mitmachen ist wichtiger als Siegen!
  • Produktdetails
  • Verlag: Bajazzo
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 40
  • Altersempfehlung: ab 5 Jahren
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 40 S. Mit zahlr. bunten Bild.
  • Deutsch
  • Abmessung: 21, 5 x 29, 5 cm
  • Gewicht: 398g
  • ISBN-13: 9783907588505
  • ISBN-10: 3907588509
  • Best.Nr.: 12423505

Autorenporträt

Martin Baltscheit, geb. 1965, Studium des Kommunikationsdesign an der Folkwangschule in Essen. Für seine Arbeiten als Comic-Zeichner, Illustrator, Schauspieler, Kinderbuch-, Prosa, Hörspiel- und Theaterautor erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Der Autor lebt in Düsseldorf.

Rezensionen

Besprechung von 14.08.2004
"Gold für den Pinguin": Ein Bilderbuch nicht nur für ewige Zweite

Pinguine sind gewöhnlich sehr sympathisch - gesellig, gut gekleidet und mit vorbildlicher Einstellung zu Arbeitsteilung und Eheleben. Nur Feathers, der schurkische Pinguin aus der Knetfigurenwelt von Wallace und Gromit, hat diesem Ruf etwas geschadet. Nun rehabilitiert ein Sportsmann die Pinguin-Sippe und bringt es zu olympischen Ehren. Der Held des Bilderbuchs "Gold für den Pinguin" ist eine grundehrliche Haut. Bei einer Schwimmübertragung im Fernsehen regt sich sein sportlicher Ehrgeiz. Direkt von seiner Couch am Pol fällt er bei den olympischen Spielen ein. Doch nach einem sensationellen Sieg als Schwimmer wird ihm die Goldmedaille von den Menschen wieder aberkannt: Unerlaubter Einsatz von Flossen! Da tobt sogar König Löwe vor Wut. Fast meint man, ihn mit Erich Kästner brüllen zu hören: "Menschen! Wenn ich nicht so blond wäre, würde ich mich schwarz ärgern." Was folgt, ist keine "Konferenz der Tiere", sondern der Marsch seiner vielseitig talentierten Untertanen auf die olympischen Siegerpodien.

Martin Baltscheits Zeichnungen sind ebenso verspielt nostalgisch wie karikaturhaft surreal. Riesige Schnurrbärte und pomadisierte Frisuren erinnern an Zeiten, als Olympia-Gründer Baron de Coubertin noch mit Seidenweste zur Medaillenvergabe schritt. Zwar sind die wilden Turnaffen und das boxende Känguruh nicht gerade Überraschungskandidaten für ihre Disziplinen, doch ungewöhnliche Perspektive bringen Schwung in die Geschichte. Vom Geparden sieht man gerade noch den elegant gerollten Schwanz in der Aschenbahnkurve verschwinden, der Elefant hebt das Gewicht samt vier verbitterten Schwerathleten in die Höhe. Auch einen Seitenhieb auf die Sportpresse gibt es.

Eine Gemäldegalerie auf den ersten und letzten Seiten zeigt Details und regt zur Suche quer durchs Buch an. Kinder mit Sinn für Slapstick werden an "Gold für den Pinguin" Gefallen finden. Erwachsene, die ihnen die Geschichte als Utopie von den Tieren als besseren Menschen ohne Konkurrenzdenken verkaufen wollen, seien gewarnt: Zwar hat der Illustrator das Buch ausdrücklich "Allen Zweiten gewidmet", doch nicht nur große und kleine Sportler der Spezies Homo sapiens wollen möglichst oft ganz oben auf dem Treppchen stehen. Auch der Pinguin ist erst wieder mit der Welt versöhnt, als er sein Edelmetall zurück hat. Was wären die olympischen Spiele ohne Wettkampfgeist?

ANNETTE ZERPNER.

Martin Baltscheit / Christine Schwarz: "Gold für den Pinguin". Bajazzo Verlag, Zürich 2004. 40 S., geb., 13,80 [Euro]. Ab 3 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 03.08.2004
Fünf Ringe für den Pinguin
Olympische Spiele mal anders: Tiere sind schneller und stärker als Menschen - und friedfertiger sind sie bisweilen auch
MARTIN BALTSCHEIT / CHRISTINE SCHWARZ: Gold für den Pinguin. Bajazzo, Zürich 2004. 20 Seiten, 13,80 Euro.
Geknechtete - das waren George Orwells Tiere, die auf einer Farm den Aufstand probten. Doch was brachte die Revolution? Die Diktatur der Schweine. Orwells Geschichte war eine Parabel auf die russische Revolution, und sie war nicht lustig. Die Tiere des Zeichners und Autors Martin Baltscheit hingegen proben in dem - gemeinsam mit Christine Schwarz gezeichneten - Bilderbuch „Gold für den Pinguin” den Aufstand aus einer Laune heraus. Sie wollen den Menschen zeigen, wer auf diesem Planeten die Stärksten und die Schnellsten sind. Diese Muskelspiele finden nur statt, weil einem Pinguin bei den Schwimm-Weltmeisterschaften die Goldmedaille aberkannt wurde. Der kleine Kerl hat schließlich Flossen statt Füße, da kann der homo sapiens nur noch hinterherpaddeln. Weil aber der König der Tiere seit Martin Baltscheits amüsantem Bilderbuch „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte” inzwischen auch nachlesen kann, was in der Zeitung über disqualifizierte Pinguine steht, beordert der Löwe empört alle Tiere zu den Olympischen Spielen. Der Elefant gewinnt natürlich das Gewichtheben. Der Leopard läuft sowieso Weltrekord. Der Wal gewinnt beim Schwimmen alle Langstrecken. Das Känguru haut alle Boxer aus dem Ring. Wehe, wen die Tiere Ernst machen, dann haben die Menschen nichts mehr zu lachen.
Martin Baltscheits Kinderbücher erzählen freche, überhaupt nicht betuliche Geschichten, die ein hintersinniger Witz auszeichnet. Diesmal zielt Baltscheits absurder Humor auf die allumfassende Siegesgewissheit der Menschen, die nur funktioniert, weil die Krone der Schöpfung beim Sport unter sich bleibt. Durch und durch Anarchist im Auftrag der Kinder, behauptet Baltscheit einfach, Tiere wüssten, wo Start und Ziel ist und wohin eine Kugel gestoßen werden muss. In Baltscheits absurdem Märchen können die Tiere nicht nur sprechen, hier können sie auch gewinnen.
Sie tragen überdies das Herz auf dem rechten Fleck und beweisen eine Größe, die, egozentrisch wie der Mensch nun mal ist, gern menschliche Größe genannt wird, in diesem Fall aber eindeutig als wahrhaft tierische Größe bezeichnet werden muss: Die dicken Tränen der menschlichen Athleten rühren die Tiere, allen voran den Löwen, sehr an. So schenken sie ihre Medaillen den Sportlern, weil sie die Zeichen des Triumphes gar nicht brauchen. Die gute Botschaft überschattet in so manchem (deutschen) Kinderbuch die Geschichte. Hier kommt das gut Gemeinte erst am Schluss ganz en passant daher und wirkt so unaufdringlich wie Baltscheits herzerfrischende Phantasie.
HARALD HORDYCH
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Besonders Kinder mit Sinn für Slapstick werden nach Ansicht von Rezensentin Annette Zerpner an diesem Bilderbuch Gefallen finden, in dem es um den sportlichen Ehrgeiz von Tieren geht. Im vorliegenden Fall handelt es sich, den Informationen der Rezensentin zufolge, um einen Pinguin, der während der Olympischen Spiele die Goldmedaille gewinnt. Doch von den Menschen werde die Medaille wegen unerlaubten Einsatzes von Flossen wieder aberkannt.. Folge: der Marsch auf der verschiedenen und vielseitig sportlich talentierten Untertanen von König Löwe auf die olympischen Siegerpodien, an dem die Rezensentin heftig amüsiert Anteil nahm.

© Perlentaucher Medien GmbH"