An literarische und ästhetische Topoi des 19. Jahrhunderts
erinnernd, wirken Elger Essers Bilder oft, als seien sie aus der
Zeit gefallen und nicht von dieser - unserer - Welt. Essers
Interesse an alten Lithographieverfahren spiegelt sich in seinen
jüngsten Bildern, vorwiegend Landschaften, die vom Flair einer
eigenen, imaginierten Zeit durchzogen und irgendwo zwischen
offenkundiger Gegenwart und einer imaginären Vergangenheit
angesiedelt sind. So trägt die erste, große Retrospektive seines
Werks, die in diesem Herbst an mehreren europäischen Museen zu
sehen ist, auch den Titel "Eigenzeit". Elger Esser, geb.
1967 in Stuttgart, war einer der letzten und auch einer der
jüngsten Absolventen der berühmten Becher-Klasse an der
Düsseldorfer Kunstakademie. Seit einigen Jahren lehrt er selbst
Photographie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung
Karlsruhe.