Damit wir uns nicht verlieren - Scholl, Sophie; Hartnagel, Fritz

Sophie Scholl Fritz Hartnagel 

Damit wir uns nicht verlieren

Briefwechsel 1937-1943

Hrsg. v. Thomas Hartnagel
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Damit wir uns nicht verlieren

Im Winter 1942/43 kämpfen Sophie und Hans Scholl mit den Flugblättern der »Weißen Rose« gegen das NS-Regime. Zur selben Zeit ist Fritz Hartnagel, Offizier der deutschen Wehrmacht, im Kessel von Stalingrad eingeschlossen. Als er im Lazarett Sophies letzten Brief erhält, ist das Todesurteil gegen sie bereits vollstreckt. 1937 begann die Freundschaft, die Liebe zwischen der sechzehnjährigen Schülerin und dem jungen Leutnant. Zusammensein und Gespräch mussten oft durch Briefe ersetzt werden: Sie spiegeln alle Phasen dieser außergewöhnlichen Beziehung, die gegensätzlichen Auffassungen der beiden wie ihr Bedürfnis nach Nähe, ihr Bemühen, innere Freiheit und die Fähigkeit zu verantwortlichem Handeln zu erwerben und zu bewahren, »allen Gewalten zum Trotz«.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 495 S.
  • Seitenzahl: 495
  • Fischer Taschenbücher Bd.17939
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 140mm x 41mm
  • Gewicht: 597g
  • ISBN-13: 9783596179398
  • ISBN-10: 3596179394
  • Best.Nr.: 23319241
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.10.2005

Die Richtungweisende
Sophie Scholl und ihr Frontoffizier Hartnagel / Von Josef Henke

Der eindrucksvolle Briefwechsel zwischen Sophie Scholl und Fritz Hartnagel liegt jetzt vor. Zwei nach der Hinrichtung von Sophie und Hans Scholl im Februar 1943 verfaßte Schreiben ihrer Mutter an Fritz Hartnagel beschließen den Band. Herausgeber ist Thomas Hartnagel, ältester Sohn von Fritz Hartnagel und Sophie Scholls Schwester Elisabeth, die kurz nach Kriegsende geheiratet hatten. Im Vorwort werden die Gründe für die Veröffentlichung schlüssig dargelegt. Daß die Entscheidung dazu der Familie sehr schwer fiel und sich Thomas Hartnagel bewußt war, damit gegen den Willen seines im April 2001 verstorbenen Vaters gehandelt zu haben, wird bei Lektüre der Korrespondenz nachvollziehbar. Um so größer ist die Anerkennung des Lesers, daß die zum größten Teil sehr privaten Zeugnisse menschlicher Lebens- und Gefühlswelten der Öffentlichkeit anvertraut werden.

Die Dokumente einer durchweg schwierigen, oft heftigen Erschütterungen ausgesetzten und eigentlich niemals problemlosen Freundschaft und Liebe beschränken sich häufig nur auf Andeutungen oder …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Eindrucksvoll findet Josef Henke den nun vorliegenden Briefwechsel zwischen Sophie Scholl und Fritz Hartnagel, den dessen Sohn Thomas Hartnagel herausgegeben hat. Er äußert seinen Respekt für die Entscheidung des Herausgebers, diese größten Teils sehr privaten Zeugnisse der Öffentlichkeit anzuvertrauen. Die Korrespondenz dokumentiert Henke zufolge die durchweg schwierige und immer wieder Erschütterungen ausgesetzten Liebe zwischen Sophie Scholl und Fritz Hartnagel, auch wenn viele Sachverhalte und Ereignisse nur umschrieben und angedeutet werden. Deutlich werde, dass Sophie der richtungsweisende Partner war, der meist die Initiative ergriff und Impulse gab, und unter deren Einfluss Fritz seine ursprünglich sehr positive Auffassung des sittlichen Werts des Offiziersberufs revidierte und sich zum entschiedenen Kriegsgegner wandelte. Den Quellenwert der Briefe für die Geschichte der "Weißen Rose" hält Henke für begrenzt. Er attestiert dem Herausgeber eine große Aufrichtigkeit und hebt hervor, dass es ihm nicht um Beschönigung und Heroisierung ging, sondern um eine authentische Dokumentation. Wobei Hartnagel im Vorwort selbst einräume, dass die wissenschaftliche Editionsmethode dabei nicht oberstes Gebot war. Der Wert dieser Briefe ist für Henke kaum zu überschätzen, sind es doch "bewegende Dokumente einer außergewöhnlichen Beziehung zwischen zwei außergewöhnlichen Menschen in einer unmenschlichen Zeit".

© Perlentaucher Medien GmbH
Sophie Scholl, 1921 in Ulm geboren, Studentin der Biologie und Philosophie in München, Mitglied der Widerstandsgruppe "Die Weisse Rose". Sie wurde im Februar 1943 von den Nationalsozialisten verhaftet, zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Fritz Hartnagel (1917-2001) war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Berufsoffizier. 1945 heiratete er Sophie Scholls Schwester Elisabeth. Er studierte Jura und wirkte zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht Stuttgart. Er war ein entschiedener Gegner der Remilitarisierung der Bundesrepublik und engagierte sich aktiv und vielfältig in der Friedensbewegung.

Der Herausgeber Thomas Hartnagel, geboren 1949, Sohn von Fritz und Elisabeth Hartnagel, studierte Geschichte und Politikwissenschaft und unterrichtet an einem Hamburger Gymnasium.

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