Legenden der Traumzeit - McKinley, Tamara

Tamara McKinley 

Legenden der Traumzeit

Roman

Aus d. austral Engl. v. Marion Balkenhol
Broschiertes Buch
 
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Legenden der Traumzeit

Begeistert schaute Ruby auf die ausgedehnten Weiden, die wogenden Hügel, mäandernden Bäche und die schattenspendenden Bäume. Im Gras spielte der Wind. Der Himmel war strahlend blau, die Sonne vergoldete die Wipfel. Ein Garten Eden ,
hauchte sie.Noch ahnt Ruby nicht, dass in ihrem australischen Paradies Gefahren lauern. Das Goldfieber verführt ihren Mann James, der die junge Frau ganz allein auf ihrer Schaffarm zurücklässt. Nur weil Finn, ihre Jugendliebe, sie im Kampf
gegen die Naturgewalten unterstützt, meistert sie ihr entbehrungsreiches Leben. Aber dann kehrt James zurück und beschwört aus Eifersucht eine Katastrophe herauf ...


Produktinformation

  • Verlag: Bastei Lübbe
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 512 S.
  • Seitenzahl: 508
  • Bastei Lübbe Taschenbücher Bd.16045
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 125mm x 33mm
  • Gewicht: 418g
  • ISBN-13: 9783404160457
  • ISBN-10: 3404160452
  • Best.Nr.: 32296631

Leseprobe zu "Legenden der Traumzeit" von Tamara McKinley

Sieben (S. 144-145)

Kernow House, Watsons Bay, Juni 1850

Man hatte die Lampen angezündet, um die Finsternis eines regnerischen Wintertages zu vertreiben, und im Kamin glühte ein Feuer. Harry wurde bei der Lektüre der Zeitung immer wütender. »Vollkommen lächerlich!«, schnaubte er und raschelte mit dem Papier. »Was ist los?« Lavinia betrachtete ihn amüsiert und legte ihre Handarbeit nieder. »Australiens koloniale Legislative, nicht London, sollte die Macht haben, Steuern zu erheben und über die Einnahmen zu verfügen, die sich aus dem Verkauf von Ländereien der Krone ergeben.

Es ist heller Wahn, dass die Kolonialgesetzgeber alle wichtigen Maßnahmen, ungeachtet ihrer Dringlichkeit, einem unerfahrenen, fernen und unverantwortlichen Ministerium in London vorlegen sollen. Als wüssten diese Schwachköpfe irgendetwas darüber, was hier vonnöten ist, oder über die Probleme, die sie mit ihrer Sturheit verursachen.« »Ach, Lieber«, seufzte sie, »du bist nicht gut aufgelegt.« »Es ist aber auch absurd!« Er warf die Zeitung beiseite und starrte wütend hinaus in den Regen.

»Alles schön und gut, wenn man denen die Macht gibt, die über Ländereien und Besitztümer verfügen – hier gibt es keinen Adel –, aber die Mehrheit wird nicht dafür sein. Denk an meine Worte, Lavinia! Diese Kolonie war ursprünglich eine Strafkolonie, und jedes elitäre Denken wird ausgemerzt werden. Unmöglich, hier die Autorität aufrechtzuerhalten, wenn London die Knute schwingt.« Lavinia schenkte eine Tasse Tee ein und reichte sie ihm schweigend, bevor sie sich selbst bediente. Harry bedankte sich mit einem Kopfnicken, doch seine Gedanken gingen weit über das Wohnzimmer hinaus.

»Niemand hat sich richtig überlegt, welche Art Verfassung hier gebraucht wird – das ist das Problem. Trotz ihrer großen Töne haben diese gesetzgebenden Körperschaften keine echte Erfahrung mit der Lokalverwaltung, und bei der weitläufigen Besiedelung wird das kaum zu bewältigen sein. Auch der Versuch, vier koloniale Parlamente zu haben, die Gesetze über solche Dinge wie Eisenbahnlinien und Zollpflichten verabschieden, ist von Nachteil. Ich sage dir, Lavinia, jede dieser verdammten Eisenbahnlinien fährt auf einer anderen Spurbreite. Es ist ein Fiasko!«

»Dann ist es vielleicht ganz gut, dass wir am Ende des Monats nach England zurückkehren«, sagte sie und warf ihm über dem Rand ihrer Tasse einen Blick zu. »Als Mitglied des Oberhauses wirst du über die nötige Erfahrung und das Wissen verfügen, um die Regierung Ihrer Majestät zu beraten, wie man die Kolonie zufriedenstellender führen kann.« »Bei Gott, das werde ich auch!«, murmelte er. »Russell ist ein Idiot, wenn er meint, die Kolonie wird sich einfach zurücklehnen und auf Befehle aus London warten. Australien muss vorankommen, muss auf eigenen Beinen stehen und sich dem Rest der Welt beweisen, und das kann es nicht, wenn es an Queen Victorias lächerliche Gesetze und Vorschriften gebunden ist. Das führt zur nächsten Boston Tea Party, die ich zum Beispiel unterstützen würde.«

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