Das Kaninchenhaus - Alcoba, Laura

Laura Alcoba 

Das Kaninchenhaus

Roman

Übersetzung: Angelica Ammar
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Das Kaninchenhaus

Mit sieben Jahren ist es schwer zu verstehen, warum der Vater im Gefängnis sitzt und die Mutter im Haus heimlich Flugblätter druckt. Aber Laura versteht. Auch, als sie nicht mehr in die Schule gehen soll, wegen der unangenehmen Fragen dort. Auch, als sie im Kofferraum eines Wagens zu ihren Großeltern gefahren wird. Und sie weiß, wie man auf der Straße Verfolger erkennt und warum sie unter falschem Namen lebt.
Es sind die Jahre der Militärdiktatur in Argentinien. Die Montoneros, eine bewaffnete Widerstandsbewegung, der Lauras Eltern angehören, haben in dem heruntergekommenen Haus am Rande von La Plata eine geheime Druckerpresse eingerichtet. Nach außen rechtfertigt eine Kaninchenzucht die politischen Umtriebe der Bewegung. Ebenso beschützend wie bedrohlich, wird das Kaninchenhaus zum Unterschlupf für das jäh der Normalität entrissene Kind, das mit banger Faszination die Welt der Erwachsenen betritt. Aus der berührenden Sicht eines siebenjährigen Mädchens erzählt die argentinische Autorin Laura Alcoba von einer Kindheit, die zugleich Schrecken und Zauber birgt.


Produktinformation

  • Verlag: Insel, Frankfurt
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 118 S.
  • Seitenzahl: 118
  • Best.Nr. des Verlages: 17492
  • Deutsch
  • Abmessung: 206mm x 131mm x 18mm
  • Gewicht: 229g
  • ISBN-13: 9783458174929
  • ISBN-10: 3458174923
  • Best.Nr.: 29747592

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Verhalten hat Tobias Döring diesen Roman Laura Alcobas über eine Kindheit im Untergrund aufgenommen. Die Geschichte basiert seines Erachtens auf den eigenen traumatischem Erfahrungen der Autorin, deren Eltern sich während der Militärjunta in Argentinien einer Untergrundbewegung anschlossen. Was das für ein Kinderleben bedeuten kann, zeigt das Buch für Döring durchaus eindringlich. So verständlich ihm aber die Erschütterung der Autorin über das Erfahrene ist, so ungeeignet scheint ihm die literarische Umsetzung. Besonders dass Alcoba den Rückblick aus der Gegenwart einbezieht und die erwachsene Erzählerin dem Kind immer über die Schulter sieht, missfällt dem Rezensent, hat es in seinen Augen doch etwas "Besserwisserisches". Er hält das Buch dann auch eher als Zeitdokument von Interesse, denn als literarisches Werk.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Alcobas Roman ist ein einzigartiges literarisches Dokument aus einer Zeit, die in den 1980er und 90er Jahren der Amnestiegesetze und des wirtschaftlichen Aufschwungs aus dem Bewusstsein vieler Argentinier verschwunden ist. Alcoba bezieht keine Position für oder gegen die Montoneros, der ihre Eltern angehörten. Die Stärke ihres kleinen Romans liegt vielmehr darin, dass sie der jungen Generation der 1976-1983er eine Stimme gibt.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.04.2011

Revolte in Geschenkpapier
Laura Alcoba beschreibt eine Kindheit im Untergrund

Ein achtjähriges Mädchen, das gerade beginnt, mit Lebenslust eine Welt jenseits der Familie zu erkunden, muss urplötzlich lernen, Grenzen für den Bewegungsdrang im Alltag hinzunehmen. Alle Schritte in der Öffentlichkeit werden akribisch geplant und überwacht; sämtliche Gespräche mit den Nachbarn sind verboten; ein Schulbesuch kann nur mit anderer Identität erfolgen, bis er dann gänzlich verboten wird. Selbst der Kontakt zur Mutter - der Vater sitzt schon im Gefängnis - ist nur unter strengen Auflagen noch möglich.

Wenn junge Eltern sich aufgrund politischer Entwicklungen für ein Leben im Untergrund entscheiden, sind ihre Kinder die Ersten, die an der Last zu tragen haben. Wie können sie die eingestürzte Lebenswelt je wieder aufbauen? Wie kann es gelingen, das Vertrauen in die Welt, das Kinder wie die Luft zum Atmen brauchen, je wieder zu gewinnen? Solchen Fragen geht Laura Alcoba in ihrem Debüt nach. Es trägt etwas verschämt das Genre-Etikett "Roman", vielleicht um durch die Lizenz zur Fiktion eine Erleichterung zu schaffen, beruht aber auf eigenem …

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»Alcobas Roman ist ein einzigartiges literarisches Dokument aus einer Zeit, die in den 1980er und 90er Jahren der Amnestiegesetze und des wirtschaftlichen Aufschwungs aus dem Bewusstsein vieler Argentinier verschwunden ist. Alcoba bezieht keine Position für oder gegen die Montoneros, der ihre Eltern angehörten. Die Stärke ihres kleinen Romans liegt vielmehr darin, dass sie der jungen Generation der 1976-1983er eine Stimme gibt.«

"Ein eindrucksvolles Stück Literatur, das bis in die Namensgebung hinein auf tatsächlichen Geschehnissen fußt."<br />Sabine Peters Frankfurter Rundschau
Laura Alcoba ist 1968 in La Plata geboren. Aus politischen Gründen ist sie 1979 nach Frankreich gezogen, wo sie Literatur an der "Ecole Normale Supérieure" studierte, ihr Studienschwerpunkt war das spanische Goldene Jahrhundert. Zur Zeit unterrichtet sie an der Universität von Paris und arbeitet als Übersetzerin.

Kundenbewertungen zu "Das Kaninchenhaus" von "Laura Alcoba"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** gut)
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Bewertung von Petke87 aus Fürth, Bayern am 10.06.2011 ***** gut
Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil wir es in der Uni gerade behandeln...Ich persönlich denke ich, dass einem der wahre Sinn der Geschichte bzw. auch die Tragweite ohne weitere Hintergrundinformationen verschlossen bleibt bzw. sich nicht erschließt. Ein weiters "Problem" ist vielleicht der Schreibstil der Autorin, der aus gegebenem Anlass, dem Stil einer 7-jährigen angepasst ist, das Lesen aber nicht unbedingt ansprechend gestaltet.
Generell finde ich die Geschichte sehr gut, wenn man das in einem solchen geschichtlichen Kontext überhaupt sagen kann, aber ohne weiteren Informationen zum Thema, lässt einen dieses Buch doch eher kalt.

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