Hannah Arendt und Martin Heidegger - Grunenberg, Antonia

Antonia Grunenberg 

Hannah Arendt und Martin Heidegger

Geschichte einer Liebe

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Hannah Arendt und Martin Heidegger

Die jüdische Philosophiestudentin und der Jahrhundertphilosoph, der mit den Nazis paktierte Antonia Grunenberg erzählt die Geschichte einer unmöglichen Liebe in einer Zeit gewaltiger Widersprüche. Ihre Doppelbiographie entwirft zugleich ein aufregendes geistesgeschichtliches Panorama des 20. Jahrhunderts aus dem Blickwinkel zweier kontroverser Denker.


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 468 S. m. 41 Abb.
  • Seitenzahl: 468
  • Serie Piper Bd.5192
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 121mm x 29mm
  • Gewicht: 392g
  • ISBN-13: 9783492251921
  • ISBN-10: 3492251927
  • Best.Nr.: 23318283
»Antonia Grunenberg will es wissen, schöpft die Quellen aus und macht die Dinge nicht einfacher, als sie sind.« Süddeutsche Zeitung

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.12.2006

Passion zweier Leben
Die Liebesgeschichte Hannah Arendts und Martin Heideggers
Um den Jahreswechsel 1924/25 begegnen einander in Marburg an der Lahn der Philosophiedozent Martin Heidegger, 35 Jahre alt, und die Studentin Hannah Arendt, 17 Jahre jünger als er. Heideggers Briefe an Arendt, und aus dieser Zeit scheinen nur seine sich erhalten zu haben, sind Zeugnis einer passionierten Liebe. Sie sind in einer zwischen später Romantik und Expressionismus schwankenden Sprache des Überschwangs gehalten, über die sich lustig zu machen ebenso leicht wäre wie es billig sein dürfte. Die Beziehung des verheirateten akademischen Lehrers zu der jungen Frau ist unmöglich, und wird es keineswegs erst, als jener sich für den Nationalsozialismus engagiert und diese als Jüdin Deutschland verlassen muss. Beide trennen sich schon 1926, drei Jahre später heiratet Arendt den von Heidegger verachteten Günther Stern (Günther Anders).
Nach der Niederlage des nationalsozialistischen Deutschland erscheint Heidegger Arendt nicht nur als Verbreiter „törichter Lügnereien” mit „pathologischem Einschlag”, sondern auch, im Hinblick auf sein Verhalten dem alten Edmund Husserl …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.12.2006

Lauter Erregungszustände
Antonia Grunenberg über Hannah Arendt und Martin Heidegger

Wer das deutsche zwanzigste Jahrhundert in einer Nußschale zeigen will, dem bieten sich Heidegger und Hannah Arendt an. In dem Wechsel-Kurs, der ihre Lebenslinien verbindet und trennt, ist Musik drin. Es treten auf: eine achtzehnjährige Studentin als Geliebte eines Familienvaters, die "neckische Waldnymphe" (Heidegger über Arendt), und der "Seeräuber" (Arendt über Heidegger), die Ostpreußin und der Schwarzwälder, die Jüdin und der Kritiker der "Verjudung des deutschen Geistes", die amerikanische Publizistin und der Denker, der meinte, "im Politischen weder bewandert noch begabt" zu sein, die Autorin von "Vita activa" und derjenige, den sie zum "König" unter den Philosophen seiner Zeit kürte und der heute neben Ludwig Wittgenstein als größter Denker des zwanzigsten Jahrhunderts anerkannt ist.

Mit der Entscheidung, ein Buch über Arendt und Heidegger zu schreiben, hat sich Antonia Grunenberg einer Jahrhundert-Aufgabe gestellt. Gleich eingangs spricht sie mit Arendt von den "Sandstürmen", die durch jene Zeit geweht sind; diese will sie spürbar machen, …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Sehr gute Noten vergibt Rezensentin Christiane Pries an diese Studie, die sie als Versuch beschreibt, Leben und Werk des Liebespaars Hannah Arendt und Martin Heidegger aus einem "gemeinsamen geistigen Milieu" heraus zu entwickeln. Obgleich auch Antonia Grunenberg dabei gelegentlich ins Romantisierende und Spekulierende gerate, findet Pries den Ton grundsätzlich eher sachlich. Es beginne mit den zwanziger Jahren und dem Beginn von Arendts Affäre mit dem verheirateten Philosophen und ende mit Arendts Tod 1975. Das eigentliche Skandalon dieser Affäre, so Pries, war nicht die anderthalbjährige Liebesbeziehung vor Arendts Exil, sondern die Tatsache, dass sie nach dem Krieg die Freundschaft mit Nazisympathisanten Heidegger wieder aufnahm, so die Rezensentin. Spektakulär Neues erfahre man nicht aus diesem Buch, weshalb man um die einschlägigen Standardbiografien und Spezialuntersuchungen nach wie vor nicht herum komme. Bestechend findet die Rezensenten die vorliegende Schilderung jedoch als "Sittenbild" und "Kulturgeschichte", deren Attraktion das Panorama verschiedenster, akribisch zusammengetragener Details aus den geistigen und akademischen Milieus von Arendt und Heidegger zu sein scheint, in dem auch Nebenfiguren der persönlichen und professionellen Netzwerke beider ungewöhnlich viel Raum gegeben werde.

© Perlentaucher Medien GmbH
Antonia Grunenberg, geb. 1944 in Dresden. Die ausgewiesene Arendt-Kennerin hatte von 1998 bis 2000 die Stiftungsprofessur 'Hannah Arendt' an der Universität Oldenburg inne, ist dort Professorin für Politikwissenschaft und Leiterin des 'Hannah-Arendt-Zentrums'.

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