»Meine Gedichte« hat er einmal gesagt, »sollen aussehen wie die
Menschen auf der Straße.« Über deren (tote) Dinge, die immer auch
an seine gemahnen, durchdringt er kopf- und herzzeilenlang die
Geschichten der Passanten. Ins Memento berührt. Entschieden.
Behutsam »bittet er um Nachsicht und erklärt, dass man die Nomen
töte, entreißt man ihnen die Verben.« »Wirf mir den Handschuh der
Stille vors Herz.« Von Paul Celan stammt die Verszeile, die
Hausschlüssel sein könnte in die entschiedene Demut dieses Dichters
aus Sohag, dessen Augen sich ergeben in Fenstern, die erst das Haus
schaffen. »Wenn wir ein Gedicht lesen, so stehen wir oft vor einer
Tür, die wir öffnen, um auf weitere Türen zu stoßen. Das macht den
Reiz, man kann auch sagen: die Schönheit des Gedichts aus«
resümiert Joachim Sartorius in einem Essay. Ich denke, beim
Übersetzen schafft man auf diese Art und Weise der nachschöpfenden
Lektüre ebenso wie Türen, die man öffnet, ein zweites, drittes und
viertes Original, das ohne
das Ursprüngliche, die erste Tür, nicht wäre, und folge auch bei
diesem Versuch eines Versschmuggels dem Fazit Novalis: »Am Ende ist
alle Poesie Übersetzung.« José F.A. Oliver
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