"Die Maschine ist eine Fremde, die Menschliches
einschließt"
In dieser wirkmächtigen philosophisch-technologischen Untersuchung
stellt sich Gilbert Simondon dem ressentimentgeladenen Ausschluss
der technischen Objekte aus der menschlichen Kultur ebenso entgegen
wie techno kratischen Machbarkeitsvisionen der Herrschaft durch
Automaten. Stattdessen plädiert er für die Anerkennung und
Reflexion der Existenz eines Kollektivs aus Mensch, offenen
technischen Maschinen und Natur.Sein Ansatz vereint die
detaillierte Analyse der Funktionsweisen von Motoren,
Elektronenröhren oder frühen Computern mit weitreichenden
philosophischen Erwägungen. In Auseinandersetzung mit der
traditionellen Auffassung von Form und Stoff, dem Evolutionsdenken,
Gestalttheorie, Kybernetik, Informationstheorie und Fragen der
Gouvernementalität charakterisiert er technisches Denken und
technische Existenzweise als Etappe im Werdensprozess von Leben und
Denken.
Gilbert Simondon studierte Philosophie bei Georges Canguilhem und lehrte ab 1963 Psychologie an der Sorbonne. Über den Begriff der Individuation gelangte er zu einer allgemeinen Theorie der Maschine, die Elemente der Kybernetik, Informatik und Gestaltphilosophie verbindet und maßgeblichen Einfluss auf Gilles Deleuze ausübte.
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