Reise durch einen einsamen Kontinent - Altmann, Andreas

Andreas Altmann 

Reise durch einen einsamen Kontinent

Unterwegs in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile. Ausgezeichnet mit dem Reisebuch-Preis 2008

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Reise durch einen einsamen Kontinent

Aus erzählten Leben destilliert Altmann ein unsentimentales Porträt des heutigen Südamerika und zeigt, dass Gier und Wut nur eine Handbreit von Mitleid und Liebe entfernt sind. So trifft er in Cali blinde Fußballspieler, die voller Lebensmut einem klingenden Ball nachjagen. Und in Quito lernt er, was Einsamkeit ist, als er eine zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilte Deutsche besucht.

"Wenn es einen deutschen Reiseschriftsteller vom Kaliber eines Bruce Chatwin gibt, ist dies Andreas Altmann" -- Die Welt

Ob Señora Botero de Mejía, eine Greisin, die durch die Straßen von Bogota zieht und Nahrungsmittel an die Ärmsten verteilt, ob der Schuhputer Xavier in Ecuador, der sich für die Geheimnisse der Sprache interessiert, ob eifersüchtige Rentner oder strenggläubige 16-jährige Mütter: Andreas Altmann destilliert aus ihren Lebensgeschichten ein unsentimentales Porträt des heutigen Südamerika und zeigt, dass Gier und Zerstörung nur eine Handbreit von Barmherzigkeit und Liebe entfernt sind.

"Reise durch einen einsamen Kontinent" wurde mit dem REISEBUCH-PREIS 2008 ausgezeichnet.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2009
  • 4. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 270 S.
  • Seitenzahl: 270
  • rororo Taschenbücher Nr.24821
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 115mm x 28mm
  • Gewicht: 219g
  • ISBN-13: 9783499248214
  • ISBN-10: 3499248212
  • Best.Nr.: 23864271
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.11.2007

Ein Beichtvater reist durch die Anden

Das Buch beginnt mit einer Warnung. "Es wird nicht beschaulich, es wird anstrengend", schreibt Andreas Altmann zum Anfang seiner viermonatigen Reise entlang der Anden, von Kolumbien nach Chile. Und tatsächlich: keine beschaulichen Andendörfer, keine farbenfrohen Märkte, keine atemberaubenden Aussichten und keine Sehenswürdigkeiten, Altmann schreibt keinen Reiseführer. Mal flüchtig auf der Durchreise, mal nah und intensiv erzählt er vielmehr die Lebensgeschichten der Menschen, denen er begegnet. Da ist Señora Botero de Mejía, eine zweiundachtzig Jahre alte Witwe, die durch die Straßen von Bogotá zieht und Essen an die Ärmsten verteilt. Da sind blinde Fußballspieler voller Lebensmut, lethargische Minenarbeiter, die ihr Glück bei Prostituierten suchen, und ein literaturbegeisterter Schuhputzer. Altmann sucht die Nähe der Menschen, hört zu, fragt nach und kommentiert. Aus ihren schönen, traurigen und manchmal lustigen Geschichten setzt er ein schemenhaftes, nachdenklich machendes Porträt der Andenländer zusammen. Doch das Reisebuch ist auch anstrengend: immer dann, wenn Altmann das Geschichtenerzählen vergisst …

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"Ein wunderbares Beispiel für die große Stärke des leidenschaftlichen Herumtreibens und geschichtensammelnden Schönschreibers. Er findet Worte, die nur einem belesenen, sensiblen und hellwache Geist entspringen können." -- WELT<br/><br/>"Der große Meister der Reisereportage. [...] Einfühlsam. [...] Ein Abendteuerbuch mit dem neugierigen Blick hinter die Kulissen." -- BADISCHE ZEITUNG<br/><br/>"Ein meisterlicher und weit gereister Beobachter des Lebens." -- HÖRZU<br/><br/>"Ein multimedialer Dialog mit Südamerika." -- ABENTEUER UND REISEN<br/><br/>"Altmann saugt in seiner lebendigen Sprache begierig alle Sinneseindrücke auf. Nicht um von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu führen, sondern um in jeder Menschenbegegnung eine Erklärung für die Welt zu finden." -- BERLINER MORGENPOST<br/><br/>"Zu hören sind spannende Geschichten." -- TAGESSPIEGEL<br/><br/>"Ein witziges und fesselndes Reisebuch." -- KÖLNER STADT-ANZEIGER<br/><br/>"Einfühlsame Beobachtungen und gewitzter Blick." -- FAZ<br/><br/>"Südamerika ohne Schnörkel." -- SÜDKURIER<br/><br/>"Ein Genuss. [...] Sinnlich und reflektiert." -- DEUTSCHLANDRADIO KULTUR<br/><br/>"Eine Inspiration für ein anderes, wacheres Unterwegssein." -- TAGESSPIEGEL

"Ein wunderbares Beispiel für die große Stärke des leidenschaftlichen Herumtreibens und geschichtensammelnden Schönschreibers. Er findet Worte, die nur einem belesenen, sensiblen und hellwache Geist entspringen können." WELT "Der große Meister der Reisereportage. [...] Einfühlsam. [...] Ein Abendteuerbuch mit dem neugierigen Blick hinter die Kulissen." BADISCHE ZEITUNG "Ein meisterlicher und weit gereister Beobachter des Lebens." HÖRZU "Ein multimedialer Dialog mit Südamerika." ABENTEUER UND REISEN "Altmann saugt in seiner lebendigen Sprache begierig alle Sinneseindrücke auf. Nicht um von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu führen, sondern um in jeder Menschenbegegnung eine Erklärung für die Welt zu finden." BERLINER MORGENPOST "Zu hören sind spannende Geschichten." TAGESSPIEGEL "Ein witziges und fesselndes Reisebuch." KÖLNER STADT-ANZEIGER "Einfühlsame Beobachtungen und gewitzter Blick." FAZ "Südamerika ohne Schnörkel." SÜDKURIER "Ein Genuss. [...] Sinnlich und reflektiert." DEUTSCHLANDRADIO KULTUR "Eine Inspiration für ein anderes, wacheres Unterwegssein." TAGESSPIEGEL

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Andreas Altmann, Reporter und Buchautor. Ausbildung am Mozarteum in Salzburg, Schauspieler am Bayerischen Staatsschauspiel und am Wiener Schauspielhaus. Arbeitete als Chauffeur, Tellerwäscher, Nachtportier und Fabrikarbeiter, bevor er anfing, Reportagen zu schreiben. Aufenthalt in einem indischen Ashram, später in einem Zen-Kloster in Japan. Lebte in New York und Mexico City. Träger des Egon-Erwin-Kisch-Preises. Zahlreiche Veröffentlichungen u. a. "Weit weg vom Rest der Welt" und "Im Land der Freien" (beide Rowohlt). Seine Reportagen erscheinen u. a. in der "Zeit", im "Stern", im "FAZ-Magazin", im "SZ-Magazin", in "GEO", "Merian", "Focus" und im "Playboy". Er lebt in Paris.

Leseprobe zu "Reise durch einen einsamen Kontinent"

ECUADOR (S. 61-62)

Mit einem Kleinbus zur Grenze nach Ecuador. Nochmals über zehn Stunden unterwegs, Kolumbien ist riesig, dreimal größer als Deutschland. Und 305-mal ärmer. Blick durch das Fenster auf Männer und Frauen, die alle paar Hundert Meter mit Schaufel und Erde ein Loch in der Straße stopfen. Notdürftig, für die nächsten zehn Tage. Fährt jemand vorbei, halten sie den Hut auf. Dahinein soll die Belohnung. Zudem haben wir einen ausgesprochen sensiblen Fahrer. Vor dem Start verteilte er MP3-Player mit Kopfhörern. So kann einer stillsitzen und schauen oder reden oder lesen oder Musik hören und swingen. No TV. Toleranter kann es nicht werden.

Ich höre Glemis und seiner Frau Angela zu, zwei verliebten Rentnern. Sie legt den Arm um seine Schultern, er streichelt ihre Hände. Man will auf die beiden starren, so gerührt ist man von einer Liebe, die durchhält. Irgendwo auf der Strecke steigt das Paar aus, denn hier gibt es einen Schrein der (heiligen) Jungfrau, bei der wollen sie sich bedanken. Denn 40 Jahre lang war Glemis Lastwagenfahrer, und nie geriet er in einen Kugelhagel, nie wurde er entführt, nie ihm ein Haar gekrümmt. Das ist eine Leistung auf diesen Breitengraden. Erstaunlich, was Jungfrauen alles vermögen.

Abends über die Grenze, und plötzlich ist man in einem Land, in dem alles kleiner ist. Die Frauen, die Männer, die Häuser, die Straßen, die Betten, die Preise. Nur die Freundlichkeit ist geblieben, wenn sie sich auch anders äußert: verhaltener, leiser. Hier sprudeln sie nicht, gehen scheuer mit dem Fremden um. Vielleicht liegt es am hohen Anteil (40 Prozent) der Indigenen, der Ureinwohner.

Der Begriff »Indio« wird heute von den Betroffenen abgelehnt, zu sehr erinnert er sie an die Mordtaten der spanischen Conquista, bei der – oft im Namen römisch-katholischer Menschenliebe – etwa 80 Millionen von ihnen ihr Leben verloren. Will einer mehr darüber erfahren, lese er das Buch des spanischen Dominikanermönchs Bartolomé de las Casas, eines Zeitzeugen, der sich anrühren ließ vom fassungslosen Leid der »Heiden«: Kurzgefasster Bericht von der Verwüstung der westindischen Länder.

Ecuador macht keine Schlagzeilen, auch auf der Bühne der Weltpolitik hält es sich zurück. Keine Terroristen (von den kolumbianischen, die versuchen, sich hier in Sicherheit zu bringen, einmal abgesehen), kaum Anbau von Koka, keine Todesschwadrone, die um die Wette morden. Der Mindestlohn wurde vor kurzem von 150 auf 160 Dollar pro Monat angehoben. Und eine Demokratie haben sie auch, keine unumstößliche, aber eine, die (fragil) funktioniert.

Kundenbewertungen zu "Reise durch einen einsamen Kontinent"

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Bewertung von Corinna Müller aus Saarbrücken am 13.10.2007 ***** schlecht
Herr Altmann schaut ganz schön alt aus mit diesem Buch. Sorry.

Mehr als sein bereister "einsamer" Kontinent (wieso eigentlich? er trifft ja viele Leute, die er alle immer fragt: "Bist du glücklich?") scheint ihn doch sicher sein Ego zu interessieren. Die ständigen Bespiegelungen seiner eigenen Befindlichkeit nerven bald kolossal. Wir müssen sogar einen Durchfall im Bus miterleben. Aua.
Dazu die BILD-Zeitungsmäßig kurzgehackten Sätze... also, ich kann´s nicht empfehlen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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