Ob Fernsehen, Computerspiele, jugendkulturelle Aktivitäten oder
einfach Feiern: "Events" sind umfassender Bestandteil der
heutigen Populär- und Alltagskulturen geworden. Anhand der
Untersuchung konkreter und in der zweiten Auflage erweiterter
Beispiele arbeiten die Artikel des Buchs heraus, wie unsere
Gegenwart mehr und mehr mit "populären Events" durchzogen
ist. "Medienevents", "Spielevents" und
"Spaßevents" machen greifbar, dass wir mit einer breiten
Eventisierung von Kultur konfrontiert sind. Einzelne Events dürfen
dabei aber nicht einfach nur als Spaß-Haben verstanden werden,
sondern sie sind auch - oder gerade - ein konstitutiver Bestandteil
der in aktuellen Populär- und Alltagskulturen fest verankerten
Politik des Vergnügens.
"Insgesamt liefert der Band aufschlussreiche Einblicke in einzelne Teilkulturen." (Erwachsenenbildung, 01/2004)
"Insgesamt liefert der Band aufschlussreiche Einblicke in einzelne Teilkulturen." Erwachsenenbildung, 01/2004
"Insgesamt liefert der Band aufschlussreiche Einblicke in einzelne Teilkulturen." Erwachsenenbildung, 01/2004
Andreas Hepp ist Professor für Kommunikationswissenschaft am IMKI, Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Bremen.
Leseprobe zu "Populäre Events"
Bitte klicken Sie auf die Navigation oder das Artikelbild, um in Populäre Events zu blättern!
Leseprobe zu "Populäre Events"
III Populäre Spaßevents (S. 269-270) Tot aber glücklich. Halloween – die Nacht der lebenden Toten als Event-Mix Marco Höhn
1 Einleitung
Warum gibt es eigentlich Halloween in Deutschland? Diese Frage steht derzeit sehr oft im Hintergrund diverser Forschungsarbeiten – wobei die Antwort leider auch regelmäßig offen bleibt. So wurde in der Zeitschrift für Volkskunde (2001) ein Überblick gegeben, wie denn in anderen europäischen Ländern Halloween gefeiert wird und welchen Stellenwert das Fest jeweils hat, um dann mit noch mehr Fragezeichen scheinbar ratlos vor dem deutschen Phänomen zu stehen.
Einige noch immer im Dunkeln liegende Aspekte des Komplexes Halloween wurden zwar angesprochen, dann allerdings nicht weiter beleuchtet (vgl. Korff 2001). Auch das Amt für rheinische Landeskunde hat Rheinländer befragt1, wer woher Halloween kennt, wie und wie oft man Halloween feiert usw., um schließlich zum Ergebnis zu kommen: Halloween wird gefeiert, weil Verkleidungen sowie Partys mit Alkohol und Musik auch schon immer in Deutschland beliebt waren, ein kultureller Austausch mit Amerika besteht und der Zeitgeist offen für Veränderungen ist. Dieses wird dadurch noch unterstützt, dass Unternehmen ein kommerzielles Interesse haben mit Halloween Geld zu verdienen, die Medien verstärkt über Halloween berichten und Halloween ein modernes und unverbindliches Image hat (vgl. Röckel 2001).
Zu einem ähnlichen Resümee kommt auch Dewald (2002) in seiner kleinen Kulturgeschichte von Halloween. Dies alle sind nicht übermäßig gewinnbringende neue Erkenntnisse und helfen auch nicht wirklich zu verstehen, welche Bedeutung der Brauch für Halloween-Fans hat und über welche Performance er ausgeübt wird. Die Frage, wie Halloween nach Deutschland gekommen ist, ist also nicht die entscheidende. Der Weg kann dabei nicht das Ziel des Erkenntnisinteresses sein.
Natürlich ist Halloween ein wichtiges Thema in den Medien und wird über diese transportiert – immer wieder wird von den Halloween-Teilnehmern die Rolle der Medien als Vermittlungsinstanz und Aneignungshilfe betont.2 Hier lässt sich auch ein von Jahr zu Jahr verstärkter Trend bei den Medienunternehmen3 erkennen, nicht nur den 31. Oktober selbst, sondern auch die Tage davor z. B. mit ‚Halloween- Specials‘ von amerikanischen Fernsehserien (Simpsons, Roseanne, etc.) oder mit besonderen Halloween-Motiven versehene Fernsehsendungen vor allem im Bereich der Infotainment-/Boulevard-Sendungen, zu begleiten.
Diese ‚Specials‘, die auf dem amerikanischen Medienmarkt mitunter auch als herausragende kreativ-künstlerische Leistung sehr beliebt sind, stehen in einer langen Tradition von Spiel lmen, wie z. B. The Crow, Sleepy Hollow, etc. oder eigentlichen Horror-Filmen wie z. B. der Halloween-Reihe oder der Scream-Reihe, die alle das alte Thema ‚Rückkehr der Toten (mit anschließender Rache an den Lebenden, die den Tod verursacht haben)‘ immer wieder aufgreifen.
Inhaltsangabe
Mit Beiträgen von Andreas Hepp, Iris Eisenbürger, Waldemar Vogelgesang, Markus König, Marco Höhn, Bettina Krüdener, Jörgen Schulze-Krüdener, Julia Bröckerhoff.
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20