Weinreben reagieren auf gewisse Schallwellen, Mozart-Klänge zum
Beispiel. Pflanzen führen ein aktives Sozialleben, sie haben
Freunde und Feinde, sind liebevoll zu den Nächsten, bilden
Allianzen, betreiben Vetternwirtschaft, sind futterneidisch, graben
sich gegenseitig das Wasser ab und verhalten sich abwehrend
gegenüber Fremden. Unter dem Boden bilden sie umfangreiche
Beziehungsnetze aus Wurzeln und Pilzen, über die sie Nährstoffe und
Informationen austauschen. Auch die Beziehungsnetze von Tieren sind
viel komplexer, viel differenzierter, als wir bislang dachten. Das
zeigen Entdeckungen an ungewöhnlichen Orten, wie bei Zebuherden im
westafrikanischen Niger, in Schweizer Schlachthöfen oder bei
Berggorillas in Ruanda und im Basler Zoo. Neue Erkenntnisse füllen
langsam die Leerstellen des ökologisch geprägten Weltbildes. Dieses
fusst darauf, dass alles mit allem irgendwie vernetzt ist, nichts
isoliert funktioniert und dass den Genen keineswegs die alles
überragende Rolle bei der Steuerung von Lebensprozessen zukommt.
Was aber bringt das Wissen, dass wir alle - Pflanze, Tier und
Mensch - in koevolutionäre Prozesse eingebunden und in
gegenseitigen Abhängigkeiten verstrickt sind? Was bedeutet dies
konkret für das Agrarwesen? Vermögen ökologische
Landwirtschaftssysteme auch die Weltbevölkerung zu ernähren, und
sind sie ökonomisch konkurrenzfähig?
Ausstattung/Bilder: 2012. 233 S. m. Abb. im Text u. 16 Farbtaf.
Seitenzahl: 233
Deutsch
Abmessung: 193mm x 126mm x 30mm
Gewicht: 350g
ISBN-13: 9783857874246
ISBN-10: 3857874244
Best.Nr.: 34534660
Man folgt Florianne Koechlin gerne auf der Suche nach Fragen und Antworten über das Leben.
»Man folgt Florianne Koechlin gerne auf der Suche nach Fragen und Antworten über das Leben.« (Deutschlandradio Kultur)
Florianne Koechlin, geb. 1948, studierte Biologie und Chemie; sie wurde bekannt als Gentechnikkritikerin und Autorin. Sie ist Geschäftsführerin des Blauen-Instituts und beschäftigt sich seit Jahren mit praktikablen Alternativen und Erweiterungen zum bestehenden, allzu einseitigen Wissenschaftsverständnis. Sie ist Stiftungsrätin der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und der Swissaid sowie Mitglied der Eidgenössischen Ethikkommission EKAH.
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