Menschen verstehen, Potenziale erkennen - Stracke, Friedemann

Friedemann Stracke 

Menschen verstehen, Potenziale erkennen

Die Systematik professioneller Bewerberauswahl und Mitarbeiterbeurteilung

Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
35 ebmiles sammeln
EUR 34,80
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Menschen verstehen, Potenziale erkennen

Jedes Unternehmen wünscht sich engagierte Mitarbeiter. Aber wie findet man Persönlichkeiten mit Rückgrat, Mut, Initiative und Einfühlung? Sind die Suchinstrumente der Personalabteilungen überhaupt darauf ausgerichtet, mehr zu erfassen als die Oberfläche?

Friedemann Stracke, Leiter des Recruitment Centers des Otto-Versands, verantwortlich für bis zu 500 Stellenbesetzungen jährlich, entlarvt den beiderseitigen Bluff, den Bewerber- und Mitarbeitergespräche oft darstellen. Und er zeigt auf, wie es anders und besser geht.

Der Autor nimmt die gängigen Verfahren unter die Lupe und ruft die Grundlagen jedes Auswahl- und Beurteilungsprozesses ins Bewusstsein. Stracke vermittelt die hohe Kunst der professionellen und gleichzeitig menschlichen Gesprächsführung, die Voraussetzung für gute Personalentscheidungen. Jede Führungskraft und jeder Personalexperte wird davon profitieren.

Ein Buch für die berufliche Praxis und darüber hinaus.

"Die Lektüre bereitet Freude, weil es dem Autor gelingt, bedeutsame wissenschaftliche Befunde und seine langjährigen praktischen Erfahrungen in reflektierte Handlungsempfehlungen zu übersetzen." Prof. Dr. Werner Sarges

Inhaltsverzeichnis:
Widmung. I
Danksagung. III
An die Leser. V
Abbildungen. XV
Vorwort. 1
I Die erste Dimension: Der Beurteiler. 7
1 Wahrnehmungs- und Beurteilungsfehler bei Fremdeinschätzungen. 11
1.1 Unbewusste Voreingenommenheit. 11
1.2 Spontane Urteilsbildungen. 12
1.3 Emotion. 14
1.4 Halo-Effekt. 15
1.5 Interferenzfehler. 16
1.6 Vergleichsfehler. 19
1.7 Reihenfolgefehler (Primacy-Recency-Effekt). 21
2 Fähigkeiten eines guten Beurteilers. 22
2.1 Erfahrung. 22
2.2 Ähnlichkeit. 23
2.3 Distanz. 25
2.4 Einsicht. 26
2.5 Einfühlung. 28
2.6 Intelligenz. 29
Zusammenfassung. 30
II Die zweite Dimension: Die zu beurteilende Person. 31
3 Das Johari-Fenster der Wahrnehmung. 33
3.1 Die öffentliche Person. 34
3.2 Der blinde Fleck. 35
3.3 Die private Person. 35
3.4 Das Unbewusste. 36
4 Fehlerquellen bei der Selbsteinschätzung. 37
4.1 Überschätzen der eigenen Leistung. 37
4.2 Die eigene "Verkaufe". 38
4.3 Das selbstbezogene Wissen. 39
4.4 Die Zuverlässigkeit von Aussagen. 40
4.5 Exkurs: Wie funktioniert Erinnerung? 41
4.6 Die eigene Biografie. 44
4.7 Zukunftsprognosen. 46
Zusammenfassung. 47
III Die dritte Dimension: Beurteilungsmerkmale. 49
5 Bezugsgrößen. 52
5.1 Zugehörigkeit zu einem Typus. 52
5.2 Eigenschaften der Person. 56
5.2.1 Eigenschaften als fundamentale Dispositionen der Persönlichkeit. 57
5.2.2 Grundlegendes zur Erkenntnis von Eigenschaften. 58
5.2.3 Die eingeschränkte Konsistenz von Eigenschaften. 60
5.2.4 Die zentralen allgemeinen Eigenschaften. 61
6 Kopfkriterien - Kognitive Fähigkeiten - Nicht die einzigen, aber immer wesentlichen Voraussetzungen. 63
6.1 Analytisches Denkvermögen. 65
6.2 Fähigkeit zur Übersicht. 66
6.3 Strategisches Denken. 68
6.4 Kreativität und Intuition. 70
6.5 Woran sind kognitive Fähigkeiten zu erkennen? 73
6.5.1 Das Gespräch selbst. 73
6.5.2 Schulnoten. 74
6.5.3 Lesen. 76
6.5.4 Intensive kognitive Freizeitbeschäftigungen. 78
6.5.5 Herangehen an Sachverhalte. 80
6.5.6 Intelligenztests. 81
6.5.7 Computersimulationen. 82
6.5.8 Fallbeispiele. 82
6.5.9 Humor. 84
6.6 Ergänzendes zur internen Potenzialerkennung. 84
7 Bauchkriterien - Motivationale Fähigkeiten - Die überragende Bedeutung hoher Eigenmotivation. 87
7.1 Erzeugen von Spitzenleistung. 87
7.2 Verkraften von Misserfolgen. 88
7.3 Allgemeine Lebensunsicherheit. 90
7.4 Die vier Charakteristika von Eigenmotivation. 90
7.4.1 Aktivität. 92
7.4.2 Zielorientierung. 94
7.4.3 Intensität. 95
7.4.4 Ausdauer. 96
7.5 "Woran sind motivationale Fähigkeiten zu erkennen? 98
7.5.1 Körpersprache. 98
7.5.2 Handlungsorientierung. 100
7.5.3 Reflexion über Vergangenheit und Zukunft. 101
7.5.4 Optimismus und Pessimismus. 102
7.5.5 Lern- und Handlungsimpulse über Selbstreflexion. 104
7.5.6 Projektion. 105
7.5.7 Gestalten freier Zeit. 106
7.5.8 Überlastungssituationen. 108
7.5.9 Unzufriedenheit. 108
7.5.10 Grad an Egoismus. 109
7.5.11 Sport und Wettbewerb. 110
7.5.12 Leitfragen. 111
7.6 Ergänzendes zur internen Potenzialerkennung. 113
8 Herzkriterien - Zwischenmenschliche Fähigkeiten - Die lebenslange Prägung und Anpassung. 115
8.1 Differenzierung von "sozial" und "zwischenmenschlich". 116
8.2 Von der Schwierigkeit, zwischenmenschliche Fähigkeiten zu erkennen. 118
8.2.1 Menschen verhalten sich je nach Situation unterschiedlich. 118
8.2.2 Menschen verhalten sich je nach Person unterschiedlich. 119
8.2.3 Menschen verhalten sich je nach Zweck unterschiedlich. 120
8.2.4 Menschen verhalten sich im Laufe des Lebens unterschiedlich. 121
8.3 Berufsbezogene zwischenmenschliche Fähigkeiten. 122
8.3.1 Kommunikationsfähigkeit. 122
8.3.2 Extraversion und Introversion. 123
8.3.3 Kooperation und Konflikt. 125
8.3.4 Überzeugen und Durchsetzen. 127
8.3.5 Integrität. 128
8.4 Woran sind zwischenmenschliche Fähigkeiten zu erkennen? 130
8.4.1 Familiäre Einflussfaktoren. 130
8.4.2 Achtsamkeit im Gespräch. 133
8.4.3 Vorbilder. 135
8.4.4 Überprüfen von Schein und Sein. 136
8.4.5 Der Grad an Egoismus. 137
8.4.6 Die Waage von Leistung und Menschlichkeit. 138
8.4.7 Selbsteinschätzung über das Riemann-Thomann-Kreuz. 140
8.4.8 Der Predictive Index. 142
8.5 Ergänzendes zur internen Potenzialerkennung. 146
Zusammenfassung. 149
IV Die vierte Dimension: Beurteilungsinstrumente 151
9 Anforderungsprofile. 153
9.1 Methode der kritischen Ereignisse (Critical Incidents Technique). 155
9.2 Beschreibung von bereits erfolgreichen Stelleninhabern (Repertory Grid). 156
9.3 Konkretisieren über Alternativfragen. 157
9.4 Nutzung des PRO (Performance Requirement Options). 158
10 Das Bewerbergespräch. 159
10.1 Auswahlverfahren im europäischen Vergleich. 159
10.2 Struktur eines Gesprächs. 160
10.3 Klarheit in der Sache: Explorative Gesprächstechniken. 167
10.3.1 Hypothesengeleitetes Fragen. 167
10.3.2 Verhaltensdreieck. 172
10.3.3 Prinzip von Kausalität und Finalität. 173
10.3.4 Entlastungsfragen. 175
10.3.5 Feedbackschleifen. 176
10.3.6 Fragen zu Zeiten des Übergangs. 179
10.3.7 Provokante Fragen. 180
10.3.8 Das Prinzip des Wiederholens. 181
10.3.9 Rollenspiele. 181
10.3.10 Fallbeispiele. 182
10.3.11 Pausen. 183
10.3.12 Alternativfragen. 184
10.3.13 Kommentierungen. 184
10.3.14 Vervollständigung von Aussagen. 185
10.3.15 Informationstests. 185
10.4 Vom Interview zum echten Gespräch. 186
10.4.1 Die vier Seiten einer Nachricht im Bewerbergespräch. 186
10.4.2 Mündliche Kommunikation. 188
10.4.3 Lernende Grundhaltung. 188
10.4.4 Offenheit und Respekt. 190
10.4.5 Zuhören. 191
10.4.6 Fragen. 192
10.4.7 Verlangsamen. 194
11 Weitere Instrumente. 195
11.1 360°-Feedback. 195
11.2 Assessment Center. 199
11.2.1 Kritische Argumente. 200
11.2.2 Lern-Assessment-Center. 202
11.3 Tests und Persönlichkeitsverfahren. 205
11.3.1 Intelligenztests. 209
11.3.2 Integritäts- und Gewissenhaftigkeitstests. 212
11.3.3 Motivationstests. 213
11.4 Graphologie. 214
11.5 Planspiele. 215
11.6 Mitarbeiterbeurteilungen. 217
11.7 Selbstbeurteilungen. 219
Zusammenfassung. 220
V Anregungen zu einem wirksamen Prozess externer und interner Potenzialerkennung. 223
12 Externe Personalauswahl. 225
12.1 Anforderungsprofil. 225
12.2 Qualifizierte Vorauswahl. 226
12.2.1 Filter: Selektion von Bewerbungsunterlagen. 226
12.2.2 Filter: Telefoninterview. 228
12.2.3 Filter: Einsatz eines Verfahrens/Tests. 231
12.3 Persönliche Bewerbergespräche. 231
12.3.1 Mehrere Gesprächspartner einbeziehen... 231
12.3.2 ... aber nicht alle zur gleichen Zeit 232
12.3.3 Mehrere Kandidaten anschauen. 233
12.3.4 Mehrere Gespräche mit in Frage kommenden Kandidaten führen. 234
12.3.5 Auswahlverfahren kombinieren. 234
12.3.6 Nicht spontan und nicht unter Zeitdruck entscheiden. 234
12.4 Mit dem Abschluss des Arbeitsvertrags ist die Auswahl nicht beendet. 235
13 Interne Potenzialerkennung. 237
13.1 Unterschiedliche Jobs. 237
13.2 Große Jobs. 238
13.3 Hinschauen, bewusst beobachten. 239
13.4 Permanenter Dialog mit dem Mitarbeiter 239
13.5 Systematische Potenzialanalyse. 240
13.6 Potenzialgespräch. 240
13.7 Lern-Assessment-Center. 241
Literaturverzeichnis. 245
Stichwortverzeichnis. 257
Zum Autor. 259

Vorwort:
Wir hatten großartige Pläne, aber wir konnten sie erst umsetzen, als wir den richtigen Mann hatten.
Jack Welch

Dieses Buch ist als Unterstützung für Führungskräfte und Personalexperten gedacht, die erkannt haben, dass erfolgreiche Führung immer von der Wahl der Menschen abhängig ist, mit denen man sich umgibt. Allen anderen könnte dieses Buch Inspiration sein, sich mehr mit den Menschen zu beschäftigen, mit denen Sie zusammenleben oder -arbeiten. Gibt es darüberhinaus Hinweise für eine wirksame Führungsarbeit, regt es zum Nachdenken über aktuelle Fragestellungen und Probleme der heutigen Unternehmensrealität an und regt es vielleicht auch manchmal auf, ist dies durchaus erwünscht.
Wenn in Unternehmen Personalentscheidungen so gründlich vorbereitet würden wie die Anschaffung von Maschinen oder Technik und später ebenso gründlich geprüft würde, ob und wie das "System" funktioniert und optimiert werden kann, würde klar, welch unausgeschöpftes Potenzial in einem Unternehmen schlummert.
Solange Unternehmer und Geschäftsführer ihre Maschinen und Produkte besser verstehen als ihre Führungskräfte und solange diese Führungskräfte ihre Mitarbeiter nicht wirklich kennen und verstehen, ist die größte Leistungsreserve eines Unternehmens nicht ausgeschöpft.
Das Buch ist auch ein Plädoyer, wieder mehr Persönlichkeiten mit Rückgrat, Mut, Initiative und Einfühlung in Unternehmen zu fördern, Persönlichkeiten, die mit authentischem Verhalten Leistung und Menschlichkeit in Einklang bringen. Dafür ist eine eine systematische und wirksame Potenzialerkennung Voraussetzung.
Zunächst ist die Frage zu klären, wer geeignet ist, ein guter Beurteiler zu sein. Das Einschätzen einer anderen Person ist eine anspruchsvolle Angelegenheit, die bestimmte Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale voraussetzt. Diese Kenntnis hilft dem Unternehmen, diejenigen auszuwählen, die diese Aufgabe wirksam durchführen können, und verschafft das Wissen, geeignete Kandidaten zu qualifizieren.
Der Beurteiler korrespondiert in jedem Fall mit der zu beurteilenden Person. Sie hat einen maßgeblichen, oft ignorierten Einfluss auf den Beurteilungsprozess. Ob sie sich mitteilt und was sie mitteilt, ist sehr wesentlich für eine zutreffende Einschätzung. Dabei verfälschen Auslassungen, Verzerrungen oder eigenes Nicht-Wissen oft das, was man als Wahrheit annimmt. Ein besonderer Abschnitt wird dabei der "biografischen Wahrheit" gewidmet: Wie erinnert der Mensch das, was er erlebt und erfahren hat? Für jede Einschätzung einer anderen Person braucht man ihre offene und aktive Mithilfe, damit man sie verstehen lernt. Um diese zu erreichen, sind entsprechende Voraussetzungen zu schaffen.
Die dritte Dimension klärt die Frage, was geprüft wird. Worüber sollte man Erkenntnisse gewinnen, welche Kriterien und welchen Maßstab wählt man? Wie können die besonderen individuellen Merkmale einer Person herausgefunden werden? Welche Persönlichkeitseigenschaften sind besonders erfolgversprechend und wie kann man sie erkennen? Ausführlich werden die zentralen Eigenschaften anhand einer Dreiteilung in Kopf-, Bauch- und Herzkriterien dargelegt und begründet.
Die vierte Dimension beschreibt das methodische Handwerkszeug. In vielen Unternehmen wird der Einsatz von Auswahlinstrumenten kritisch geprüft, die Betriebsräte fordern zurecht Transparenz. Häufig ist es eine Glaubensfrage, welche Instrumente man einsetzt und nicht eine Frage der Effektivität. Welche Methoden eignen sich und wie setzt man sie ein? Ein umfangreicher Teil ist dabei dem Bewerbergespräch - dem am häufigsten genutzten Auswahlinstrument weltweit - gewidmet. Diese Ausführungen helfen allen, die an "echten" Gesprächen mit Bewerbern oder Mitarbeitern interessiert sind.
Wenn diese vier grundlegenden Fragen geklärt sind, ist es möglich, einen effektiven Prozess der Potenzialerkennung und -entwicklung in einem Unternehmen zu etablieren, der mit Sicherheit die Qualität der Einschätzung und letztlich die Qualität der Stellenbesetzungen erhöht.
JACK WELCH, der legendäre ehemalige CEO von General Electric, beschreibt in seiner Biografie, wie er über eine Zeit von sieben Jahren systematisch den "richtigen" Nachfolger herauskristallisierte. Eine derartige Systematik zeichnet sich aus durch realistische Handhabung eines nutzbringenden Anforderungsprofils wie durch den Einsatz von geeigneten Auswahlinstrumenten. Hinweise zu einem effektiven Prozess professioneller Potenzialerkennung runden den Inhalt ab.
Das Buch kann kapitelweise gelesen werden. Eine Zusammenfassung am Ende eines Kapitels erleichtert das Verinnerlichen der wesentlichen Erkenntnisse.


Produktinformation

  • Verlag: Rosenberger
  • 2009
  • 3., durchges. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 259 S.
  • Seitenzahl: 259
  • Der Mensch im Unternehmen
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 159mm x 23mm
  • Gewicht: 535g
  • ISBN-13: 9783931085520
  • ISBN-10: 393108552X
  • Best.Nr.: 13329926
"Stracke stellt hochkomplexe Zusammenhänge verständlich und anschaulich dar. Ihm gelingt es, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Aspekte in die tägliche Arbeit zu übersetzen." Klaus Matthiesen, Leiter Personalmanagement, DAK, personalmagazin/ "Dieses Standardwerk sollte Pflichtlektüre für jeden Personaler sein. Exzellent." Hamburger Abendblatt
Friedemann Stracke, Jg. 1958, Dipl. Kfm., leitet seit 2007 das Institut für Managementberatung und Persönlichkeitsdignostik in Hamburg und ist Geschäftsführer von PI Europe Deutschland GmbH. Davor war er Personalleiter bei Otto, zuständig für u.a. das Recruitment und das Personalmarketing.

Blick ins Buch "Menschen verstehen, Potenziale erkennen"


Inhaltsangabe

PDF anzeigen


Leseprobe zu "Menschen verstehen, Potenziale erkennen"

6 Kopfkriterien – Kognitive Fähigkeiten – Nicht die einzigen, aber immer wesentlichen Voraussetzungen (S. 63-64)

Wenn komplexe Systeme nicht funktionieren, liegt es nicht am System, sondern an den Menschen. Fredmund Malik Eine Welt, die sich stark und schnell wandelt, deren Komplexität stetig zunimmt, die weltweit vernetzt ist, eine nicht überschaubare Informationsflut produziert, stellt eine enorme kognitive Anforderung, das Aktuelle zu verarbeiten wie auch die weitere Entwicklung zu gestalten (Kruse 2004, S. 13f., Warneke 2004, S. 3). Es hat den Anschein, dass es mehr denn je einen „klaren Kopf" braucht, um die heutigen Probleme zu lösen. Es gilt heute, auf die attraktive Empfehlung zurückzugreifen: Einfacher machen, Komplexität reduzieren! Less is more!

Ist das die Lösung? Die Natur, das Gehirn, Unternehmen, die Marktwirtschaft sind komplexe Systeme, die in ihrer Wirkungsweise intransparent und unerklärlich bleiben. Wird die Leistungsfähigkeit durch Reduzierung von Komplexität erhöht? Der Managementberater Fredmund Malik (2003, S. 181) schreibt: „Ein System ist einfach, wenn es nur wenige verschiedene Zustände haben, komplex, wenn es viele verschiedene Zustände haben kann. Je komplexer ein System ist, desto größer ist das Reaktionsspektrum, desto variantenreicher kann es auf Veränderungen des Marktes, der Umwelt, der Kunden, der Politik reagieren."

Statt zu vereinfachen ist die Aufgabe eher, aus der großen Zahl an Reaktionsmöglichkeiten die optimalen auszuwählen.

Beim Schach ist die Zahl der Züge am Anfang begrenzt. Später hat dieses Spiel eine gigantische Varietät: Die Anzahl der möglichen Züge beträgt zehn hoch hundertfünfundfünfzig. Zum Vergleich: Die Sterne unserer Milchstraße schätzt man auf zehn hoch elf! (Malik 2003, S. 182) Ist es nicht genau das, was den unerschöpflichen Reiz dieses Spiels ausmacht? Um sinnvoll vereinfachen zu können und besser damit umgehen zu können, muss man die Wirkungsweise des Systems verstehen. Oft wird Komplexität mit Kompliziertheit verwechselt, bei der durch „Zu-viel-Machen", durch Ignorieren von Erkenntnissen und Erfahrungen wirkungslose Umständlichkeit produziert wird. Der richtige Umgang mit Komplexität stellt daher einen hohen Anspruch an flexible Logik und offene Intelligenz (Kruse 2004, Holler 1996, S. 407).

Viele Managementdiagnostiker und Testpsychologen gehen davon aus, dass die kognitiven Fähigkeiten eines Menschen sehr wesentliche Komponenten für alle berufliche Leistungen darstellen (vgl. Brocke 1995, Rescher 1993, Klempp & McClelland 1986, Schuler 1998). Ein Zusammenhang zwischen Intelligenztests und beruflichem Erfolg muss allerdings kritisch gesehen werden (Daumenlang 1995).

Auch die Ergebnisse des legendären Experiments „Lohhausen" von Dietrich Dörner, der Versuchspersonen als Bürgermeister der imaginären Stadt Lohhausen fungieren ließ, ergaben keinen signifikanten Zusammenhang von vorher durchgeführten Intelligenztests mit dem Erfolg der Versuchspersonen. Die in der Praxis geforderte Problemlösungskompetenz lässt sich durch Intelligenztests nicht ausreichend erfassen. Versuchsleiter erzielten im Übrigen durch Beobachtung der Versuchsteilnehmer bessere Ergebnisse (Dörner 1994).

Ein Marktplatz-Angebot für "Menschen verstehen, Potenziale erkennen" für EUR 27,90

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 27,90 2,50 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Lifetimecoach 100,0% ansehen
Mehr von