Seit den jüdischen Anfängen des Christentums war das Verhältnis der
beiden Religionen kompliziert. Der Theologe Martin Jung macht in
seiner historischen Überblicksdarstellung die Entwicklung dieser
interreligiösen Beziehung von den Anfängen des Christentums bis
heute verständlich. Dabei interessiert ihn neben der
gesellschaftlichen und religiösen Praxis auch deren theologische
Grundlage, die hier erstmals umfassend analysiert wird. Dargestellt
werden auf dieser Basis die Bilder und religiösen Konzepte, die das
Fremdbild der anderen Religion prägten. Die christliche Perspektive
ist dabei durchgängig konfessionsübergreifend. Neben der
ausführlichen Darstellung des christlichen Antisemitismus und
seiner Kulmination im Holocaust berücksichtigt der Autor auch die
positiven Traditionen eines Verhältnisses, das bis heute die
deutsche Gesellschaft, aber auch die internationale Politik prägt.
Martin H. Jung, geb. 1956, habilitierte sich mit seiner Arbeit Frömmigkeit und Theologie bei Philipp Melanchthon. Er lehrt seit 2002 Historische Theologie an der Universität Osnabrück.