Artifizielle Präsenz - Wiesing, Lambert

Lambert Wiesing 

Artifizielle Präsenz

Studien zur Philosophie des Bildes

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Artifizielle Präsenz

Der Band versammelt historische und systematische Studien zum Bildbegriff und bietet einen Überblick über die grundlegenden Positionen innerhalb der gegenwärtigen Bildwissenschaft. Die Verwendung von Bildern als Zeichen wird aus einer phänomenologischen Sicht beschrieben, Platons Mimesisbegriff anhand seiner kanonischen Bildvorstellungen rekonstruiert und die besondere Bedeutung extremer Bildtypen - wie die virtuelle Realität, Benutzeroberflächen oder die abstrakte Fotografie - für die philosophische Arbeit am Bildbegriff aufgezeigt. Doch so unterschiedlich die Themen der einzelnen Studien auch sind, stets wird derselbe Hauptgedanke verteidigt: Bilder präsentieren. Bilder ermöglichen die artifizielle Präsenz von ausschließlich sichtbaren Dingen.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2010
  • 6. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 164 S.
  • Seitenzahl: 164
  • Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.1737
  • Best.Nr. des Verlages: 29337
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 108mm x 14mm
  • Gewicht: 107g
  • ISBN-13: 9783518293379
  • ISBN-10: 3518293370
  • Best.Nr.: 12814962

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Die Beiträge der Philosophie zur Bildwissenschaft, so Rezensent Andreas Strobl, seien bisher von den Fraktionen und Fakultäten meist ignoriert worden. Der vorliegende Aufsatzband stellt aus Sicht des Rezensenten eine "gut lesbare" und "anregende Einführung" in die Bildtheorie dar, ohne allerdings eine eigene Systematik oder Theorie zu entwickeln. Auch wenn manche diese kritisieren könnten, so Strobl, mache dies gerade den Vorteil von Wiesings Perspektive aus, weil er so die "Kunst der richtigen Fragestellung" üben könne. Beispielsweise "schärfe" der Autor den Bildbegriff mit Fragen wie "Was ist abstrakte Fotografie?" oder seiner Verknüpfung der Begriffe Bild und Fenster. Zudem beziehe der Autor auf anschauliche Weise unsere Erfahrungswelt mit ein, wenn er eine Abhandlung zur Malkunst des 15. Jahrhunderts mit dem Betriebssystem "Windows" verbinde. Zuletzt "verblüffe" der Autor mit seiner Antwort auf die Frage "was sind Medien?" und erkläre frisch und einfach, sie "befreien den Menschen von dem allgegenwärtigen Diktat der physikalischen Welt". Wenn die Philosophie solcherart Grundlagen- und Begriffsanalyse für die Bildwissenschaft leiste, befindet der Rezensent, sei sie als eine "Art Mediator" immerhin in einer nicht ganz schlechten Position.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.11.2005

Fenster und Windows
Lambert Wiesing arbeitet an einer Philosophie des Bildes
„Es hängt von der jeweiligen philosophischen Position ab, ob ein Sternbild, Spiegelbild, Schattenbild, Kalligramm, Diagramm, Abstrakte Fotografie, der Cyberspace, die Landkarte oder der Fußabdruck zur Gruppe der Bilder gerechnet wird.” Lambert Wiesing arbeitet an einer „Philosophie des Bildes”, mit der er die unersetzbare Leistung des Bildes und seine daraus resultierende Bedeutung für den Menschen beschreiben will. Andere Fächer als die Philosophie, etwa die Kunstwissenschaft, haben in den letzten Jahren versucht, eine Bildwissenschaft zu etablieren. Die Frage ist also: Was kann die Philosophie zur Erforschung des Umgangs mit Bildern beitragen?
In der Kunstwissenschaft war es eher eine politische Entscheidung, eine neue Form von Bildwissenschaft zu etablieren, die sich nicht mehr allein mit den herkömmlichen Artefakten der europäischen Zivilisation beschäftigt. Denn die Erkenntnis, dass Bilder unsere Welt dominieren, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Aber nur wer sich im Wettstreit an den Universitäten neue Felder erschließt, kann auf ein Fortbestehen hoffen. So konnte …

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Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie an der Universität Münster; 1987 Magister Artium, 1989 Promotion, 1990-1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Münster; 1992/93 Vertretung einer Professur für Philosophie an der Universität Bamberg; 1993-95 Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft; 1996 Habilitation in Philosophie an der Technischen Universität Chemnitz; 1996-97 Vertretung des Lehrstuhls für Theoretische Philosophie an der Universität Jena; seit 1996 Privatdozent und Oberassistent an der Technischen Universität Chemnitz; 1998-99 Vertretung der Professur für Geschichte der Philosophie an der Universität Jena; seit 2001 Inhaber der Professur "Vergleichende Bildtheorie" an der Friedrich-Schiller-Universität Jena; seit 2005 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik.     Buchpublikationen:   Stil statt Wahrheit. Kurt Schwitters und Ludwig Wittgenstein über ästhetische Lebensformen, München 1991. Philosophische Ästhetik, Münster 1992. Die Sichtbarkeit des Bildes. Geschichte und Perspektiven der formalen Ästhetik, Reinbek bei Hamburg 1997. Die Uhr. Eine semiotische Betrachtung, Saarbrücken 1998. Phänomene im Bild, München 2000. zus. mit G. Jäger: Abstrakte Fotografie, Bielefeld 2000. Mithrsg. von: Bild und Reflexion. Perspektiven und Paradigmen gegenwärtiger Ästhetik, München 1997. Hrsg: Philosophie der Wahrnehmung, Frankfurt a.M. 2002, 3. Auflage 2004. Hrsg: Merleau-Ponty: Das Primat der Wahrnehmung, Frankfurt a.M. 2003, 2. Auflage 2006. Hrsg: Artifizielle Präsenz. Studien zur Philosophie des Bildes, Frankfurt a.M. 2005, 2. Auflage 2006.

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