An allem sind die Juden und Radfahrer schuld - Primor, Avi; Korff, Christiane von

Avi Primor Christiane von Korff 

An allem sind die Juden und Radfahrer schuld

Deutsch-jüdische Missverständnisse

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An allem sind die Juden und Radfahrer schuld

 Wenn es im Fernsehen um Israel, den Nahostkonflikt oder die Juden geht, kommt er meistens ins Bild: Avi Primor, früherer Botschafter des Staates Israel in Deutschland. Zusammen mit der Journalistin Christiane von Korff legt er offen, was Antisemitismus heute ist - und was nicht. Den viel beschworenen und immer wieder befürchteten »neuen« Antisemitismus kann er jedenfalls nicht erkennen. Unverkrampft und sehr persönlich schildert Primor auch seine eigenen Erfahrungen als Israeli und Jude, die er im »Land des Holocaust« sammeln konnte. Nicht umsonst ist er der bis heute am häufigsten gerügte Botschafter Israels. Das Recht auf eine eigene Meinung ließ er sich von niemandem nehmen. Gerade diese Freiheit im Denken macht sein Buch einzigartig.

Wenn es im Fernsehen um Israel, den Nahostkonflikt oder die Juden geht, kommt er meistens ins Bild: Avi Primor, früherer Botschafter des Staates Israel in Deutschland. Zusammen mit der Journalistin Christiane von Korff legt er offen, was Antisemitismus heute ist und was nicht. Den viel beschworenen und immer wieder befürchteten »neuen« Antisemitismus kann er jedenfalls nicht erkennen. Unverkrampft und sehr persönlich schildert Primor auch seine eigenen Erfahrungen als Israeli und Jude, die er im »Land des Holocaust« sammeln konnte. Nicht umsonst ist er der bis heute am häufigsten gerügte Botschafter Israels. Das Recht auf eine eigene Meinung ließ er sich von niemandem nehmen. Gerade diese Freiheit im Denken macht das Buch einzigartig.


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 307 S.
  • Seitenzahl: 320
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 135mm x 33mm
  • Gewicht: 445g
  • ISBN-13: 9783492046985
  • ISBN-10: 3492046983
  • Best.Nr.: 28027415
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.05.2010

Und was ist mit Österreich?
Vorurteile und fatale Missverständnisse zwischen Deutschen und Juden

Im Vorwort erläutert Avi Primor den Titel seines Buches: "Ein älterer Jude findet sich plötzlich von Nazis umringt, die ihn zu Boden schlagen und höhnisch fragen: ,Na, Jude, wer ist denn schuld am Krieg?' Der kleine Jude ist nicht auf den Kopf gefallen und antwortet: ,Die Juden und die Radfahrer.' ,Warum die Radfahrer?', fragen die Nazis. ,Warum die Juden?', kontert der alte Mann." Und er erwähnt in dem Zusammenhang Carlo Schmid, der den jüdischen Witz einmal als Tränen bezeichnet habe, die zu einem Lachen geworden seien, das - so Primor - "den Zuhörern schon mal im Halse steckenbleibt".

Es waren "die Juden" - und es sind vielfach heute wieder "die Juden", die für alles verantwortlich sind. Die Frage "Warum die Juden?" ist offensichtlich so aktuell wie eh und je. Es geht um Vorurteile und leichthin formulierte Aussagen, die weiterhin zu fatalen Missverständnissen zwischen Deutschen und Juden führen. Dabei greift Primor allerdings etwas zu kurz, wenn er schreibt: "Ohne Zweifel ist beim Thema Antisemitismus Deutschland der interessanteste …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Voll des Lobs ist Rezensent Peter Münch über Avi Primors Buch "An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld". Er attestiert dem früheren israelischen Botschafter und seiner Koautorin Christiane von Korff, gründlich mit zwölf der hartnäckigsten Vorteile, die gegenüber den Juden im Umlauf sind, aufzuräumen. Die Widerlegung dieser Vorurteile - etwa der Meinung, die Juden drängten nach der Weltherrschaft, oder der Idee, der amerikanische Präsident sei eine Marionette der Juden - wertet er als überaus fundiert, kenntnisreich und nüchtern. Zudem findet er das Buch gut und immer wieder auch persönlich geschrieben. Er hebt hervor, dass es Primor in keiner Weise um Rechtfertigung oder Schönfärberei der israelischen Politik geht. Das Buch scheint Münch nicht zuletzt so "facettenreich und umfassend", weil die Autoren auch die "positiven" Vorurteile gegenüber den Juden auseinander nehmen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.12.2010

Volk der Fabeln
Gegen falsche Rücksichten: Avi Primor widerlegt die
immer noch grassierenden Vorurteile gegenüber den Juden
Die Pest wütet schon längst nicht mehr, und die Brunnen sind nicht mehr vergiftet, doch die Vorwürfe der Verschwörungsbeschwörer sind über die Jahrhunderte immer gleich geblieben. Sie suchen nicht den Schuldigen, sondern den Sündenbock, sie arbeiten mit Verleumdungen und mit Vorurteilen.
Der heimliche und unheimliche Antisemitismus speist sich daraus bis heute, wenn zum Beispiel Banken kollabieren und gemunkelt wird über eine jüdische Konspiration. Weil dagegen offenbar kein Kraut gewachsen ist, hilft vielleicht am besten ein alter Witz, und der geht so: Ein älterer Jude aus Berlin findet sich in finsteren Zeiten plötzlich von Nazis umringt, die ihn niederschlagen und fragen: „Na Jude, wer ist denn schuld am Krieg?“ – „Die Juden und die Radfahrer“, sagt der Bedrängte. Da fragen die Nazis: „Warum die Radfahrer?“ Der Mann kontert: „Warum die Juden?“
Avi Primor hat aus dieser prägnanten Anekdote, die schon Hannah Arendt aufgriff, den Titel seines neuen Buchs gemacht, das er zusammen mit der …

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»Das Buch will aufklären und in erster Linie zu einem "besseren, weil freieren Verhältnis" von Deutschen und Juden führen. Wie kaum ein anderer ist Avi Primor dazu berufen, diesen Versuch zu unternehmen.« Frankfurter Allgemeine Zeitung »Dem ehemaligen israelischen Botschafter in Deutschland und seiner journalistischen Gesprächspartnerin gelingt es, dem offenen, versteckten und vermeintlichen Antisemitismus in historischen Anekdoten und persönlichen Erlebnissen auf die Spur zu kommen. (...) Ein überzeugendes Plädoyer für ein unverkrampftes Verhältnis zwischen Deutschen und Juden.« Südwest Presse.de

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Avi Primor, geboren 1935 in Tel Aviv, ist Gründer des Zentrums für europäische Studien an der Universität Herzliya in Tel Aviv und leitet dort einen trilateralen Studiengang für israelische, palästinensische und jordanische Studenten.

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