Studien zur nächsten Gesellschaft - Baecker, Dirk

Dirk Baecker 

Studien zur nächsten Gesellschaft

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Studien zur nächsten Gesellschaft

Die nächste Gesellschaft ist die Computergesellschaft. Sie wird sich von der Buchdruckgesellschaft der Moderne so dramatisch unterscheiden wie diese von der Schriftgesellschaft der Antike. Hatte es die Antike mit einem Überschuß an Symbolen zu tun und die Moderne mit einem Überschuß an Kritik, so wird sich die nächste Gesellschaft durch einen Überschuß an Kontrolle auszeichnen. Auf die Struktur eines Überschusses an Sinn, so hat Niklas Luhmann spekuliert, muß eine Kultur mit der selektiven Handhabung dieses Überschusses antworten, wenn die Gesellschaft die Einführung eines neuen Kommunikationsmediums überleben können soll. Die in diesem Band versammelten Studien arbeiten diese These aus und zeigen, wie die Soziologie mit relativ einfachen Ideen vielfach vernetzte und scheinbar opake Phänomene anschaulich werden lassen kann.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2007
  • Neuauflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 229 S.
  • Seitenzahl: 229
  • Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.1856
  • Best.Nr. des Verlages: 29456
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 108mm x 17mm
  • Gewicht: 144g
  • ISBN-13: 9783518294567
  • ISBN-10: 3518294563
  • Best.Nr.: 22804811
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.12.2007

Und wenn es theoretisch mal hakt, wird er einfach brillant
Soziologie von morgen: Weil Dirk Baecker die guten Ideen nicht ausgehen, kann er sich einen Schuss Denkfaulheit hervorragend leisten

Kaum sind wir die Tradition los, da rückt uns die Zukunft zu Leibe. Können wir endlich tun, was wir wollen? Natürlich, sehr gerne - aber, so tönt die moralisch klingende Forderung aus allen Ecken: bitte nicht die Zukunft vergessen, sondern Folgen abschätzen, Grundsätze der Nachhaltigkeit beachten und die stummen Einwände der ungeborenen Enkelgenerationen berücksichtigen. Bevor wir handeln, sollten wir also besser wissen, wie es weitergeht. Wir sollten die Zukunft kennen, um unsere unsichere Gegenwart möglichst problemlos fortzuschreiben.

Dirk Baeckers Aufsatzsammlung will uns an sie heranführen. Seine "nächste Gesellschaft" ist noch nicht da, aber sie kündigt sich an. Erster Beleg ihrer Herankunft ist der Computer. Baeckers Beiträge suchen nach Spuren dieser Zukunft in so unterschiedlichen Phänomenen wie Architektur, Familie, Theater, Wissenschaft oder Unternehmen. Sein theoretisches Grundgerüst bezieht er aus einem prophetischen Abschnitt in …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Sollte es sich bei dem Verfasser der Rezension, Christoph Möllers, um den bekannten Göttinger Staatsrechtler und häufigen FAZ-Autor handeln? Da die Redaktion der FAZ nie über die Autoren ihrer Rezensionen informiert, ist man auf Vermutungen angewiesen. Wie auch immer: Dirk Baeckers Essays zur "nächsten Gesellschaft" stoßen auf die Zustimmung des Rezensenten. Möllers schildert, wie sich Baecker mit Luhmanns Theorien im Handgepäck auf den Weg in die Zukunft macht, und findet, dass Baecker durchaus mit gewinnbringenden Spekulationen aufwarten kann. Den Computer betrachte Baecker, anders als noch Luhmann selbst, als eine dem Buchdruck vergleichbare Medienrevolution, die entsprechendes Gedankengut und neue gesellschaftliche Formierungen hervorbringen wird. Kommt es Baecker vor allem darauf an, dass sich die Zukunft nach Luhmanns stets neu und gleich appliziertem Begriffsinstrumentarium richtet? Manchmal scheint es dem Leser der Rezension, als wollte Möllers eine derartige Diagnose stellen. Dann aber konstatiert er auch eine derart überschießende Brillanz und Assoziationskraft des Buchautors, dass die Lektüre jenseits theoretischer Monotonie zu lohnen scheint.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Das Buch liest sich als kluges Changieren zwischen methodischer Durchtriebenheit und unschuldiger Neugier auf die Phänomene ... . Wenn immer es aber theoretisch nicht mehr weitergeht, steht Baeckler ein ebenso neiderregendes wie problematisches Mittel zur Verfügung: Er wird einfach brillant. Das Zusammenwirken von glänzender Phänomenbeobachtung und Systemanspruch gab schon bei Luhmann Rätsel auf. Über Baeckers Buch aber liegt recht eindeutíg diejenige Art von Denkfaulheit, die sich nur Autoren leisten können, denen die guten Ideen einfach nicht ausgehen wollen. Deswegen assoziiert Baecker weiter, wo seinen Begriffe nicht mehr ausgereift sind, und dies sind vielleicht die schönsten Teile des Buches.«

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Dirk Baecker wurde 1955 in Karlsruhe geboren. Nach seinem Studium der Soziologie in Köln und Paris promovierte und habilitierte er 1986-1992 im Fach Soziologie an der Universität Bielefeld. Er erhielt das Heisenberg Stipendium von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Nach Forschungsaufenthalten an der Stanford University in Palo Alto (Kalifornien), der Johns Hopkins University in Baltimore und der 'London School of Economics and Political Sciences' wurde Baecker 1996 an die Universität Witten/Herdecke berufen, wo er den Lehrstuhl für Soziologie inne hatte. Seit 2007 ist Dirk Baecker Professor für Kulturtheorie und -analyse an der Zeppelin University in Friedrichshafen.

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