Die Moral der Gesellschaft - Luhmann, Niklas

Niklas Luhmann 

Die Moral der Gesellschaft

Hrsg. v. Detlef Horster
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Die Moral der Gesellschaft

Das Nachdenken über Moral gilt gemeinhin als Domäne der Philosophie. Um so überraschender mag es erscheinen, daß mit Niklas Luhmann einer der einflußreichsten Vertreter der Soziologie des 20. Jahrhunderts sich seit den spätern 60er Jahren bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1998 kontinuierlich mit moraltheoretischen Fragen auseinandergesetzt hat. Der vorliegende Band präsentiert erstmals die wichtigsten Texte Luhmanns zu einer Theorie der Moral. Luhmanns großes Projekt eine Theorie der Gesellschaft bestimmt auch seinen Blick auf die Moral, die er nicht, wie in der Philosophie üblich, substantiell betrachtet, sondern funktional. In einer individualisierten Gesellschaft stellt sich aus seiner Perspektive stets die Frage, wie Handlungskoordinationen auf der Ebene der Interaktionen möglich sind. Hier gewinnen moralische, aber auch rechtliche Regeln und Konventionen ihre Bedeutung. Um diese zu erfassen, bedarf es laut Luhmann einer Reflexionstheorie der Moral, deren Konturen in den hier versammelten Aufsätzen sichtbar werden.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • Neuauflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 402 S.
  • Seitenzahl: 402
  • Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.1871
  • Best.Nr. des Verlages: 29471
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 110mm x 23mm
  • Gewicht: 244g
  • ISBN-13: 9783518294710
  • ISBN-10: 3518294717
  • Best.Nr.: 22804518

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

So überraschend, wie der Verlag es verkaufen möchte, kann Otfried Höffe es nicht finden, wenn ein Soziologe über Moral nachsinnt. Erstaunlich, doch eher im negativen Sinn, erscheint ihm hingegen, dass Niklas Luhmann in dieser Textsammlung als jemand auftritt, der seinen frühesten Ansätzen treu bleibt, indem er nämlich Begriffe wie Normen und Moral nach Höffes Dafürhalten einfach zu wenig ausdifferenziert. Und wenn Luhmann in seinen Aufsätzen den Versuch unternimmt, die Philosophie in Sachen nüchterne Wirklichkeitsbetrachtung zu überflügeln und ihr vorwirft, vor einer dominanten Moral nicht zu warnen, wendet Höffe ein, dass Philosophen von Aristoteles bis Kant und von Nietzsche bis Gehlen all das durchaus bereits "brillant und wirkungsmächtig" geleistet haben.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.08.2008

Kein Denker für alle Jahreszeiten

Als Antiphilosoph ist Niklas Luhmann nicht der beste Gewährsmann, wenn es um Fragen der Moral geht.

Der Verlagstext hält es für überraschend, dass ein Soziologe über Moral nachdenkt. Tatsächlich hat der Philosoph unter den Soziologen, zugleich ein Antiphilosoph, Niklas Luhmann, so bedeutende Vorgänger wie Ferdinand Tönnies und Émile Durkheim, auch Arnold Gehlen.

In mancher Hinsicht bleibt Luhmann, wie man anhand dieser Textsammlung erkennen kann, seinen frühesten Ansätzen treu. In mindestens einer Hinsicht muss man ein "Leider" hinzusetzen. Im ersten Text spricht Luhmann generell von Normen und spricht ihnen die Funktion zu, Erwartungen und Erwartungserwartungen zu ermöglichen. Zweifellos hat er damit recht, unrecht jedoch darin, dass er im Fortgang keine Unterscheidungen vornimmt und das Unterschiedene nicht näher profiliert. Ist es für den soziologischen Blick belanglos, ob technische, strategische und funktionale Normen, ob pragmatische, am persönlichen oder kollektiven Wohl interessierte oder ob im engen und strengen Sinn moralische Normen vorliegen? Innerhalb der genuinen Moral: Ist es …

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Niklas Luhmann ist Professor für Soziologie (em.) an der Universität Bielefeld. Zahlreiche Veröffentlichungen.

Leseprobe zu "Die Moral der Gesellschaft" von Niklas Luhmann

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Inhaltsangabe

Arbeitsteilung und Moral: Durkheims Theorie Normen in soziologischer Perspektive Soziologie der Moral Die Ehrlichkeit der Politiker und die höhere Amoralität der Politik Politik, Demokrate, Moral Wirtschaftsethik; als Ethik? Interaktion, Organisation, Gesellschaft Gibt es in unserer Gesellschaft noch unverzichtbare Normen? Paradigm Lost; Über die ethische Reflexion der Moral Ethik als Reflexionstheorie der Moral Verständigung über Risiken und Gefahren Die Moral des Risikos und das Risiko der Moral Nachwort von Detlef Horster

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