Kathleen Göpel - Autorin, Herausgeberin und Übersetzerin
zahlreicher Werke aus dem orientalischen Sprachraum gilt als
anerkannte Spezialistin dieser Kultur und Literatur. Zahlreiche
Bücher wurden bisher von ihr geschrieben (Tiere des Himmels -
Weisheitsgeschichten aus der islamischen Tradition), übersetzt
Gulistan, Geschichten der vier Derwische und herausgegeben
Türkische Derwischgeschichten, Mullah Nasrudin - Orientalische
Eulenspiegeleien u.v.a.
Omar Khayaam ist ein persischer Dichter und Sufimeister des frühen
Mittelalters (gest. 1121). Sein Name bedeutet im Arabischen
"Zeltmacher". Seine weltberühmten Vierzeiler, die
Rubaiyyat, besingen in Bildern der Trunkenheit die Gefühle der
Trauer und des Glücks, durch die wir gehen, wenn wir uns dem
göttlichen Geist überlassen und die "Wirklichkeit" der
irdischen Prioritäten hinter uns lassen. Diese Verse feiern eine
mystische Vereinigung mit dem göttlichen Wesen.
Seit E. Fitzgerald 1859 die Rubaiyyat zum ersten Mal in die
englische Sprache übertrug, sind diese Verse auch in Europa bekannt
- und falsch interpretiert worden. Das 19. Jahrhundert sah auf
einer vordergründigen Ebene nur den weinseligen Poeten und
skeptisch frivolen Freigeist, ohne seiner mystischen Bedeutung
gerecht zu werden.
Die in diesem Band enthaltenen 111 authentischen Rubaiyyat-Verse
wurden aus einem Manuskript aus dem 12. Jahrhundert, das sich im
Besitz der Familie Syed Omar Ali-Shahs befindet, von ihm selbstins
Englische übersetzt. Diese englische Fassung wurde 1967 unter
Mitarbeit von Robert Graves auf einer Kassette veröffentlicht. Die
hier vorliegende Übersetzung ins Deutsche von Kathleen Göpel wurde
von Syed Omar Ali-Shah autorisiert.
Die Rubaiyyat ist ein sufisches Dokument.
Wir erkennen nur das darin, was wir zu erkennen imstande
sind.
"Wein" steht hier als Metapher für Liebe und
"Trunkenheit" für den geistigen Rausch.
Dies ist ein eher spirituelles als ein hedonistisches
Gedicht;
der Leser sollte diese Verse in sich aufnehmen
und das in ihnen erkennen, was er sehen kann.
Die Rubaiyyat ist ein sufisches Dokument. Wir erkennen nur das darin, was wir zu erkennen imstande sind. "Wein" steht hier als Metapher für Liebe und "Trunkenheit" für den geistigen Rausch. Dies ist ein eher spirituelles als ein hedonistisches Gedicht; der Leser sollte diese Verse in sich aufnehmen und das in ihnen erkennen, was er sehen kann. Prof. Leonard Lewin, University of Colorado
Syed Omar Ali-Shah wurde 1922 als Sohn des Iqbal Ali-Shah in Afghanistan geboren. Seine Familie läßt sich über den Propheten Muhammad bis auf die persische Dynastie der Sassaniden zurückverfolgen. Seit dem 10. Jahrhundert sind Mitglieder seiner Familie Lehrer der Naqshbandi Sufischule.
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