Erwin Panofskys Studie zum ästhetischen Begriff der
"Idea" gilt als "eines der hervorragenden Beispiele
philosophisch geschulter Gelehrsamkeit in Deutschland zwischen 1920
und 1930" (G. R. Hocke). Sie entstand als Reaktion auf
Ernst Cassirer, der in seinem Vortrag "Eidos und Eidolon"
zeigt, dass die platonische Philosophie keinen Raum für eine
philosophische Ästhetik lässt, zugleich aber die Grundlagen der
künftigen Kunsttheorie legt. Anknüpfend daran zeigt Panofsky, wie
im 16. Jahrhundert die metaphysische Ideenlehre und die junge
Disziplin der Kunsttheorie zusammenfinden. Angeregt durch den
Neoplatonismus, entwickeln erst die Kunsttheoretiker der
Hochrenaissance und des Manierismus die Vorstellung einer
künstlerischen "Idee", die Grundlage des Kunstwerks und
seiner Betrachtung ist. Diese Neukonzeption der platonischen
"Idee des Schönen" ist ein entscheidender Schlüssel zum
Verständnis der Kunst der Renaissance, des Manierismus und des
Klassizismus - und nicht zuletzt der Entstehung der modernen
Kunsttheorie. In einer Doppelausgabe treten die beiden Texte in
einen philosophischen Dialog.
Erwin Panofsky (1892-1968) war bis zu seiner Emigration in die USA 1933 Professor für Kunstgeschichte an der Universität in Hamburg. 1935 bis 1962 lehrte er am Institut für Advanced Study in Princeton. Ehrendoktor an verschiedenen Universitäten in den USA und Europa. 1967 wurde er in den Orden 'Pour le merite' für Wissenschaften und Künste gewählt.
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