Mitte der 1960er Jahre fand auf Anzeige von Franz Josef Strauß ein
Beleidigungsprozess statt: Lorenz Knorr, einer der Direktoren der
Deutschen Friedensunion, hatte Hitler-Generäle an der Spitze der
Bundeswehr als Kriegsverbrecher und Massenmörder bezeichnet. Obwohl
er seine Beschuldigungen beweisen konnte, wurde er zweimal
verurteilt. Erst eine Revisionsinstanz hob die Urteile wegen
Rechtsfehlern auf, doch blieb Knorr auf seinen hohen Kosten sitzen.
Dieser "Generals-Prozess" war Teil einer Strategie, die
wenige Jahre zuvor gegen massiven Widerstand in der Bevölkerung
gebildete Bundeswehr gegen Kritik abzuschirmen, die pazifistische
und antimilitaristische Opposition zu diskriminieren und die
obrigkeitsstaatlichen Verhältnisse der Ära Adenauer zu
stabilisieren.
Lorenz Knorr, 1921 in Eger/CSR geboren, war Lorenz Knorr schon früh in der sozialistischen Jugend aktiv. Es folgten antifaschistischer Widerstand und Verurteilung von einem Kriegsgericht der Wehrmacht. Später Mitglied der SPD, dann der DFU. In den 1990er Jahren Bundessprecher der VVN/BdA.