Vergessene Welt: Jurassic Park - Jeff Goldblum,Julianne Moore,Pete Postlethwaite
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Dr. Ian Malcolm soll, gemeinsam mit seiner Freundin, der Paläontologin Sarah, dem Fotografen Nick und dem Logistik-Experten Eddie auf der Insel Sorna das Verhalten von Sauriern studieren, die dort entgegen allen wissenschaftlichen Theorien überlebt haben. Zunächst verläuft alles nach Plan. Die Tier lassen sich problemlos beobachten. Da tauchen der Großwildjäger Tembo und sein Team auf, die für einen Zoo einige Urechsen fangen sollen. In ihrer Ruhe gestört, setzen sich die Urzeittiere zur Wehr. Aus den Jägern werden Gejagte... Perfekt am Memorial-Day-Wochenende positioniert, liegen Steve…mehr

Produktbeschreibung

Dr. Ian Malcolm soll, gemeinsam mit seiner Freundin, der Paläontologin Sarah, dem Fotografen Nick und dem Logistik-Experten Eddie auf der Insel Sorna das Verhalten von Sauriern studieren, die dort entgegen allen wissenschaftlichen Theorien überlebt haben. Zunächst verläuft alles nach Plan. Die Tiere lassen sich problemlos beobachten. Da tauchen der Großwildjäger Tembo und sein Team auf, die für einen Zoo einige Urechsen fangen sollen. In ihrer Ruhe gestört, setzen sich die Urzeittiere zur Wehr. Aus den Jägern werden Gejagte...

Perfekt am Memorial-Day-Wochenende positioniert, liegen Steven Spielbergs Sequel-Dinosaurier schreckeinflößend in den Startlöchern, um den letztjährigen Boxoffice-Weekend-Rekord von "Mission Impossible" vor genau einem Jahr einzustampfen. Beim Original "Jurassic Park" (1993) nach dem Bestseller von Michael Crichton handelt es sich schließlich um den an den US-Kassen zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten, so daß von der Fortsetzung erwartet werden kann, beinahe per Autopilot auf einen bombastischen Blockbuster-Erfolg zuzusteuern.

Es gibt ein Wiedersehen mit einigen bekannten Gesichtern wie Hit-Mann Jeff Goldblum ("ID4") als Chaostheorie-Experte Ian Malcolm, Richard Attenborough als durchtriebener Drahtzieher John Hammond und natürlich den häßlichen Fratzen der unbestrittenen Hauptattraktionen, für deren Anblick man natürlich in erster Linie sein Eintrittsgeld hinlegt. Der technische Fortschritt im Bereich computergenerierter Aufnahmen (von Branchenführer ILM kreiert) und die detailgenauen Roboter (zwei animatronische Ausführungen des riesigen T. Rex kosteten jeweils eine Mio. Dollar und wogen je sieben Tonnen) von Effekte-Zauberer Stan Winston versehen die schuppigen Stars mit einer prähistorischen Powerpräsenz, die den erstaunlichen Realismus des Originals noch übertrifft. Bei der Entwicklung des Plots der 80-Mio.-Dollar-Produktion - das Drehbuch wurde von David Koepp nach der gleichnamigen Romanvorlage von Crichton verfaßt - ließ man hingegen etwas weniger Sorgfalt walten.

Ian Malcolm (Goldblum) begibt sich widerwillig auf Isla Sorna, die Insel, auf der InGen-Gründer Hammond (Attenborough) das Gros seiner Dinosaurier züchtete, die dort nach den Geschehnissen des ersten Teils einträchtig im harmonischen ökologischen Gleichgewicht mit der Natur leben. Der von Kollegen verlachte Malcolm will dort seine Freundin, Paläontologin Sarah Harding (Julianne Moore aus "Neun Monate" wirkt kaum weniger naiv als ihre Vorgängerin Laura Dern) vor den schaurigen Sauriern retten. Mit von der Partie sind u. a. seine als blinder Passagier mitgereiste Tochter (die Afroamerikanerin Vanessa Lee Chester) und ein respekteinflößender Fotograf (Vince Vaughn aus "Swingers"). Neben den Scharen von Velociraptoren, Brontosauriern, Stegosauriern, Compys und zwei Tyrannusauriern samt possierlichem Nachwuchs ist die idyllische Insel auch bald von Raubtieren der zweibeinigen Art bevölkert. Der neue InGen-Inhaber Ludlow (Arliss Howard) und ein Team von Großwildjägern unter der Führung des stoischen Roland Tembo (ein kahlgeschorener Pete Postlethwaite) wollen die Dinos mit brutalen Methoden für einen Themenpark einfangen. Blutige Konfrontationen, die zum Gaudium des Publikums selbst nach San Diego verlagert werden, sind vorprogammiert...

Für die atmosphärisch-dunkleren Aufnahmen wurde diesmal der "Schindlers Liste"-Kameramann Janusz Kaminski verpflichtet. Da der Innovations-Effekt, realistisch anmutende Dinosaurierer über die Leinwand huschen zu sehen, nunmehr ausgereizt ist, wurde der Schwerpunkt auf mehr actionreiche Interaktion zwischen Mensch und urzeitlicher Bestie gelegt. Diese Szenen voll schierer Destruktionsgewalt entschädigen für so manches Loch im Plot und Spielbergs überflüssige E.T.-Verniedlichungs-Behandlung des Babysauriers - "Die vergessene Welt" ist entscheidend besser, wenn er Ewok-Country verläßt und "Indiana Jones"-Territorium beackert. Ein wenig verwirrend ist auch das unberechenbar schwankende Sympathiebarometer, mit dem Spielberg die Urmonster mal als lebensgefährliche Killermaschinen, mal als bemitleidenswerte Opfer skrupelloser Kapitalisten darstellt. Trotz gewisser Einschränkungen wird der meisterwartete Ereignisfilm des Jahres ohne Frage einen weiteren Massenansturm auf Kinos rund um die Welt auslösen - und ausschließlich das ist Ziel und Aufgabe eines Projektes wie diesem: Mission erfüllt. ara.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Bonusmaterial

Making of, Storyboards, Bildergalerie, Featurettes, Biografien, DVD-ROM-Teil, Kinotrailer
  • Produktdetails
  • EAN: 5050582364514
  • Best.Nr.: 14902745
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 15.09.2005
  • Hersteller: Universal Pictures
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Ungarisch
  • Untertitel: Deutsch, Kroatisch, Kroatisch, Hindi, Türkisch, Arabisch, Hebräisch, Ungarisch, Finnisch, Tschechisch, Polnisch, Bulgarisch, Griechisch, Isländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Englisch
  • Regionalcode: 02
  • Bildformat: 1:1, 85/16:9
  • Tonformat: Dolby Digital 5.1
  • Kopierschutz: ja
  • Gesamtlaufzeit: 123 Min.

Autorenporträt

Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin. Crichton, der seit Mitte der Sechzigerjahre Romane schrieb, griff immer wieder gekonnt neueste naturwissenschaftliche und technische Forschungen auf. Für die international erfolgreiche Serie "Emergency Room" schrieb er das Drehbuch. Seine Thriller wurden auch als Filme weltweite Erfolge, über siebenundzwanzig Romane und hundert Millionen verkaufte Bücher stehen für sein Werk. Im November 2008 starb Michael Crichton im Alter von 66 Jahren.

Rezensionen

Besprechung von 26.05.1997
Halali im Paläozoikum
Dinos röhren und grunzen, alle anderen atmen flach: Steven Spielbergs "Jurassic Park"-Fortsetzung "The Lost World"

NEW YORK, 25. Mai

Nur in der Musik fauchen die Crescendi, das Meer wirkt ruhig. Eine Insel taucht auf, am Strand eine englische Familie. Champagnergläser werden gefüllt, Sandwiches gereicht. Jetzt ist es, neben der Musik, das Licht, ein kaltes, fahles Licht aus verhangenem Himmel, das Unheil verkündet. Ein Kind löst sich von der Gruppe, kickt Muscheln im Sand umher. Vom Urwaldrand lockt ein Fiepsen. Ein kleines Tier, kaum größer als ein Lurch mit langem Hals, springt dem Kind entgegen, reißt das Mäulchen auf, läßt sich füttern. Das Kind lacht. Es kommen immer mehr der kleinen, spitz bezahnten Kreaturen, sie schnattern, sie kreischen. Die Kamera schaut nicht hin, als auch das Kind zu schreien beginnt, lange, hell, gequält.

Kinder in Gefahr und Todesangst - das war, ohne daß es damals ein Opfer gab, schon in "Jurassic Park" die beunruhigendste Mischung und Inhalt der spannendsten Szenen. Damals gab es sogar eine Filmfigur, Sam Neill in der Rolle des Dr. Grant, die nicht nur unausgesprochene Tötungsphantasien gegenüber den Kindern einer Kollegin hegte. Doch Dr. Grant rettete sie am Ende vor den Velociraptors, und kein Kind kam zu Schaden. Die Fortsetzung aber, "The Lost World: Jurassic Park", die am Wochenende die amerikanischen Kinos erreichte und als erster großer Sommerfilm die Sollmarke für di Einspielergebnisse der kommenden Spektakel setzte, beginnt mit einem Kindsopfer und etabliert damit einen völlig anderen Ton: dunkler, gefährlicher, blutiger und blutrünstiger.

"Jurassic Park", für alle, die sich an Steven Spielbergs Film aus dem Jahr 1993 nicht mehr erinnern können, war ein für Touristen angelegter Vergnügungspark der Frühgeschichte, von einem Wissenschaftler erträumt, von seiner Firma gebaut, außer Kontrolle geraten und schließlich zerstört. Seine Hauptattraktion waren die Dinosaurier, lebendige, ungeplant zweigeschlechtliche Monster, die aus gentechnisch manipulierten Vogeleiern schlüpften. Gehalten hinter Hochspannungszäunen, liefen sie plötzlich Amok, rissen die Zäune nieder, zertrampelten Autos, fraßen Forscher, vermehrten sich. Am Ende aber schienen sie besiegt, und jeder, der den Kampf mit ihnen überlebt hatte, schwor, niemals wieder einen Fuß auf die Insel vor Costa Rica zu setzen, auf der "Jurassic Park" errichtet worden war.

Daß die Geschichte nach einem Roman von Michael Crichton serientauglich war, wußten alle, die den Film gedreht, und alle, die ihn gesehen hatten. Doch es dauerte eine Weile, bis Michael Crichton und Steven Spielberg auf die Idee kamen, daß etwas überlebt haben könnte, nicht im Park selbst, sondern auf einer Nachbarinsel, dort, wo das Genlabor stand. In ein paar Jahren, in denen die Natur und das Labor sich selbst überlassen waren, hat sich dort eine vielfältige Dinosaurierpopulation entwickelt, ohne Zäune, ohne Park, in einer natürlichen prähistorischen Enklave. Was sind das für Geschöpfe, die dort entstanden sind, was fressen sie, wie leben sie, wen jagen sie? Fragen, die nicht einmal den Chaostheoretiker Ian Malcom brennend interessieren, den der "Jurassic Park"-Erfinder Hammond (beide bekannt aus dem ersten Teil und wieder gespielt von Jeff Goldblum und Richard Attenborough) dorthin schicken will, um das Leben der seit Millionen Jahren ausgestorbenen Arten zu dokumentieren. Malcom winkt ab. Doch Sarah, seine Paläontologen-Freundin (Julianne Moore), ist ohne sein Wissen bereits aufgebrochen. Also macht sich auch Malcom auf den Weg - nicht zu einer Forschungsreise, sondern zu einer Rettungsaktion.

Wenn "Jurassic Park" eine verschleierte Fortsetzung zum "Weißen Hai" war, so ist "The Lost World" eine maskierte Folge der "Indiana Jones"-Serie, ein Abenteuer-eher als ein Monsterfilm, atemlos schnell und von technischem Raffinement, das jede Differenz zwischen Live-Aktionen, Robotern und computeranimierten Elementen und Sequenzen vergessen macht. Spielberg muß sein Team - außer dem Kameramann Janusz Kaminski alles Veteranen aus dem ersten Teil - bis zur Erschöpfung gejagt haben, um dieses Tempo zu halten und immer noch ein Stück weiter zu treiben, bis ihm, nach gut zwei Dritteln des Films, doch die Luft ausgeht, eine Weile Stillstand herrscht und auch zum Finale die ursprüngliche Rasanz nicht mehr erreicht wird.

Sehr viel mehr Dinosaurier fressen sehr viel mehr Menschen in diesem Film, der auf der Grundidee aufbaut, die kontemplativen Forscher mit einer Gruppe von Jägern zu konfronieren, die einige Dinosaurier für einen Themenpark in San Diego entführen wollen. Lange atemnehmende Sequenzen einer Safari im Regen rufen "Hatari!" von Howard Hawks in Erinnerung, und am Ende, wenn ein Tyrannosaurus rex tatsächlich San Diego erreicht, sind es "King Kong" und "Godzilla". Der Titel wiederum verweist nun wörtlich auf Arthur Conan Doyles Roman "The Lost World" von 1912 und seine gleichnamige Verfilmung aus den zwanziger Jahren, denen schon der erste Teil fast alles schuldete - außer den bewegten Bildern lebensechter Dinosaurier natürlich, eine animatorische Leistung, die bisher unübertroffen ist.

Die Figuren allerdings bleiben auch im zweiten Teil fast so leblos wie im ersten. Dafür werden die Dinosaurier ein wenig menschlicher, so wie auch "E. T." menschliche Züge hatte, und ausgestattet mit Familiensinn und fürsorglichen Instinkten. Es gibt offenbar keine Brücke, die Spielberg nicht schlagen kann, nicht aus dem Weltall in die Vorstadt und nicht aus der Prähistorie in die Gegenwart.

Die einzige Brücke, die er nicht mehr schlägt, ist die zwischen seinen verschiedenen Talenten. Sauber trennt er seit der "Begegnung der dritten Art" zwischen seinen technisch immer brillanteren Kinospektakeln mit kaum flach atmendem Personal und den Filmen, in denen es ihm um seine Figuren geht, wie in "Schindlers Liste", den er im selben Jahr wie "Jurassic Park" drehte, oder "Amistad's" über eine Sklavenrevolte, den er in kurzer Zeit fertigstellen wird. Pop gegen Anspruch - die Trennung, die in der amerikanischen Kultur eine soviel geringere Rolle spielt als in der deutschen, hat ausrechnet Steven Spielberg, der beides einst genial zu verbinden wußte, wieder für sich eingeführt. "The Lost World" ist ein spannender Film. Aber kein großes Kino. VERENA LUEKEN

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Bei seiner Fortsetzung des Mega-Hits "Jurassic Park" aus dem Jahre 1993 setzt Steven Spielberg erneut auf die gekonnte Kombination von verblüffenden Effekten und spannender Story. Sieht man von dem - im Augenblick anscheinend üblichen - etwas zu aufdringlichen product placement ab, hat diese Michael-Crichton-Adaption alles, was es für die oberste Chartposition braucht: gut harmonierende Darsteller, die richtige Mischung aus Spaß und Ernst, grundsolides Handwerk und wahrlich perfekt computeranimierte Tiere. Ein weiteres Paradebeispiel für die schöpferische Kraft der Traumfabrik.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
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