Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension
Nahe gegangen sind Rezensent Carl Wilhelm Macke diese Reportagen Eugen Sorgs aus Bürgerkriegsgebieten in verschiedenen Teilen der Welt. Die Berichte von Konflikten in Ländern wie Afghanistan, Somalia, Kolumbien, Jemen, Liberia, von Kriegern und Entführern, die sich für unbesiegbar halten, von Regionen, in denen ein menschliches Leben nichts wert ist und keine zivilen Regeln gelten, stimmen ihn nicht nicht gerade hoffnungsvoll. Er stößt in dem Buch immer wieder auf Szenen von so "unfassbar brutaler Realität", dass er sich wünscht, es wäre alles nur erfunden. Doch das ist es nicht. Sorgs Reportagen zeichnen sich seines Erachtens aus durch sicher recherchierte Fakten, nüchtern präzise Beschreibungen und anschauliche Schilderungen von Milieus. Zudem schätzt er, dass sie ohne Zynismus und Sarkasmus auskommen. Fraglich scheint Macke lediglich, ob die Fotografien Nathans Becks nötig gewesen wären um die Reportagen zu illustrieren. Zwar würdigt er die Aufnahmen Becks als "sehr starke Bilder". Aber durch sie erhalte das Buch eine "leicht ästhetisierende Färbung", die im Kontrast zu den "harten Textpassagen" stehe.
© Perlentaucher Medien GmbH
 | Besprechung von 20.11.2007 |
Archipele der Hoffnungslosigkeit
Man wünschte, es wäre erfunden: Eugen Sorgs Reportagen aus den
düstersten WelteckenVon Carl-Wilhelm Macke
Das englische Wort „War” bedeutet „Krieg”. Im westafrikanischen
Land Liberia war in den neunziger Jahren ein anderes Verständnis
des Wortes „War” verbreitet: „Wave all rules” (Vergiss alle
Regeln). Und wer wissen möchte, was es heißt, in einem Land zu
leben, in dem alle Regeln der Zivilität, der Achtung vor dem Leben
des Anderen aufgehoben sind, sollte die Reportage des Schweizer
Journalisten Eugen Sorg über das Wüten des Generals Charles Taylor
und seiner Truppen in Liberia lesen. Aber der neugierige Leser sei
auch vorher gewarnt, denn ihm werden hier Szenen von einer schier
unfassbar brutalen Realität zugemutet. Der Autor ist ein seriöser
Journalist, dessen Reportagen vornehmlich für Schweizer
Zeitschriften bereits weltweit publiziert worden sind. Und trotzdem
möchte man glauben, es handele sich um Fiktion, was Sorg in diesem
Buch über Liberia, aber auch über andere Länder berichtet.
Zusammen mit dem Fotografen Nathan Beck hat Sorg in den vergangenen
Jahrzehnten Kriegsschauplätze in …
"Gute Reportagen sind so, wie man sie in diesem Buch zu lesen bekommt." (Carl-Wilhelm Macke, Süddeutsche Zeitung, 20.11.07)
"Die Texte leben durch feine Beobachtungen, aber mehr noch durch die Fetzen von scharfen Dialogen mit Drogenhändlern, korrupten Wachposten, Veteranen, Lehrerinnen, mit Menschen, die selten jemand fragt." (Neue Zürcher Zeitung, 08.08.08)
"Eugen Sorg und Nathan Beck versuchen die Welt unverstellt zu zeigen. Ihr Reportageband lässt die Leser erschrecken und staunen." (David Signer, Weltwoche, 13.09.07)
"Gute Reportagen sind so, wie man sie in diesem Buch zu lesen bekommt." Carl-Wilhelm Macke, Süddeutsche Zeitung, 20.11.07
"Die Texte leben durch feine Beobachtungen, aber mehr noch durch die Fetzen von scharfen Dialogen mit Drogenhändlern, korrupten Wachposten, Veteranen, Lehrerinnen, mit Menschen, die selten jemand fragt." Neue Zürcher Zeitung, 08.08.08
"Eugen Sorg und Nathan Beck versuchen die Welt unverstellt zu zeigen. Ihr Reportageband lässt die Leser erschrecken und staunen." David Signer, Weltwoche, 13.09.07
Eugen Sorg arbeitete, nach Studium und Promotion, als Psychotherapeut, IKRK-Delegierter und seit 1992 als Journalist. Zuerst für das "Magazin" des "Tages-Anzeigers", dann für die "Weltwoche" berichtete Sorg aus Kriegs- und Krisenregionen der Erde. Die Reportagen, von der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" "glänzend" genannt und 2003 mit dem Türler-Preis ausgezeichnet, wurden weltweit abgedruckt.
Nathan Beck absolvierte eine Fotografenausbildung an der Hochschule für Gestaltung Zürich und war 1993 Gründungsmitglied der Bildagentur Regards. 1998 Ausstellung Weltenblicke im Fotomuseum Winterthur, 1999 Ausstellung im Rahmen des Eidgenössischen Stipendiums für angewandte Kunst, 2001 Gruppenausstellung im Migros-Museum für Gegenwartskunst Zürich.