Lian - Chen Jianghong

Chen Jianghong 

Lian

Übersetzer: Klewer, Erika; Klewer, Karl
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Lian

Weil es in diesem Jahr so wenig Fische gibt, ist Lo, der Fischer, betrübt. Eines Tages erhält er von einer uralten Frau zum Dank dafür, dass er sie in einem schrecklichen Gewitter ans andere Ufer des Sees übersetzte, einige Lotussamen. Es sind ganz besondere Samen, da sie aus dem Rachen eines Drachen kommen. Lo legt sie in die Erde und über Nacht erblüht ein ganzes Lotusfeld. Aus einer Blüte kommt ein kleines Mädchen hervor - Lian. Auch sie ist etwas ganz Besonderes, denn sie besitzt eine wunderbare Gabe: Alles was sie mit ihrem Zauberlotus berührt, verwandelt sich in Kostbarkeiten. Das aber ruft prompt die Habgier der Tochter des Präfekten auf den Plan

Mit Tusche auf Reispapier zeigt uns Chen Jianghong erneut, dass er zu den ganz Großen des Bilderbuchs zählt und so wird Lian wieder eine jener Geschichten sein, die Kinder stets von neuem anschauen und hören wollen. Sie ist voller Spannung und berichtet von Fähigkeiten, die jedes Kind für sich erträumt.


Produktinformation

  • Verlag: Moritz
  • 2009
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: o. Pag. Mit zahlr. bunten Bild.
  • Seitenzahl: 40
  • Best.Nr. des Verlages: 240184
  • Altersempfehlung: ab 4 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 291mm x 291mm x 12mm
  • Gewicht: 536g
  • ISBN-13: 9783895651847
  • ISBN-10: 3895651842
  • Best.Nr.: 22804633
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.04.2008

Rot, rot, rot sind alle meine Schuhe

Manga war gestern: In Chen Jianghongs atemberaubend schönem Bilderbuch "Lian" übernimmt die Farbe die Dramaturgie und stiehlt dem Text die Schau.

Wer diese Bilder sieht, kann auf den Text verzichten. Zumindest sieht er ihn mit völlig anderen Augen: In starken Farben, feinen Linien und einem dagegen druckgrafisch stark zurückgenommenen Text erzählt der in Paris lebende Maler und Illustrator Chen Jianghong die Geschichte von Herrn Lo. Der einsame Fischer wird für seine Hilfsbereitschaft mit einem kleinen Mädchen namens Lian aus einer Lotusblume belohnt, die alles in Gold verwandeln kann. Als jedoch die habgierige Präfektentochter nach dem Zauberlotus greift, verliert dieser seine Wirkung, und Lian, gleichsam eine kleine Schwester der hinduistischen Gottheit Lakshmi, wird zur Freude von Herrn Lo zu einem ganz normalen Kind. Fröhlich sitzt sie fortan neben ihrem neuen Vater auf dem Boot und wirft die Angel aus.

So weit die Handlung. Doch die Bilder fügen ihr so viel hinzu, dass man fast von einer eigenen Erzählung sprechen kann. Die Berge im Hintergrund verraten, dass sich die Geschichte nahe Guilin am Li …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

"Überschwänglich preist Claudia Kniess in Chen Jianghong den aus ihrer Sicht unangefochtenen "Meister der chinesischen Kinderbuchillustration" und lässt sich auch von seinem jüngsten nun auf Deutsch erschienenen Bilderbuch verzaubern. Es geht um den armen Fischer Herrn Lo, dem von einer zauberischen alten Frau das Lotusmädchen Lian geschickt wird, die ihm zu unglaublichem Reichtum verhelfen soll. Chen Jianghong bemüht ein reiches Arsenal an chinesischen Märchenmotiven, um am Ende nach gefährlichen Abenteuern doch zu einem fast alltäglichen Ende fern allen Märchenzaubers zu kommen, stellt die Rezensentin fest. Besonders die Illustrationen, die nach anfänglicher Beschränkung auf verschiedene Grautöne immer kräftigere Farben aufweisen, haben es Kniess angetan, und sie sieht einmal mehr die Brillanz des Autors und Illustrators erwiesen, wenn er dem grauen Einerlei noch dramatische Aspekte abgewinnt.

© Perlentaucher Medien GmbH"

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.09.2007

Das Mädchen aus der Lotusblüte
Der Maler Chen Jianghong erzählt in seinem Bilderbuch „Lian” ein chinesisches Märchen
Früchte aus dem Rachen eines Drachen schenkt die uralte Frau dem Fischer, der ihr geholfen hat:„Diese Samenkörner werden dir Glück bringen.” Der arme Mann pflanzt sie ein und noch in derselben Nacht weckt ihn eine sanfte Melodie, die von einem Lotusfeld herüberklingt. Dort öffnet sich eine der hell schimmernden Blumen und inmitten roter Blütenblätter sitzt ein kleines Mädchen, Lian. Kaum erwacht, schwebt es dem Fischer entgegen und verzaubert mit einer Lotuskapsel sein ärmliches Leben. Von diesem Glück hören der gierige Präfekt und seine kalte Tochter. Neiderfüllt schicken sie ihre Krieger aus und fangen Lian. Als die böse Tochter dem Kind den Zauberlotus entreißen will und ihn mit spitzen Nägeln berührt, erstarrt sie zu einer goldenen Statue. Die Macht der Blume ist für immer gebrochen, auch für Lian. Doch das Mädchen wird glücklich, denn der Fischer nimmt es zu sich als seine Tochter. „Unrecht, Habgier und Grausamkeit sollen nicht siegen”, hatte die uralte Frau gesagt, und so geschah es.
Aus dem Mythenschatz …

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Gabriele Hoffmann, Harry & Pooh 2007/2008 "Zuweilen müssen wir in unseren Träumen Zauberwelten durchleben, um unser eigenes beschränktes Leben wieder schätzen zu lernen und sogar glücklich damit zu sein. In unserem Kulturkreis ist das Märchen ""Vom Fischer und seiner Frau"" der Text, mit dem wir den Größenwahn vom Besitz unendlicher Macht bis zum bitteren Ende durchspielen können. In einem chinesischen Märchen, das der Meisterillustrator Chen Jianghong mit seinen faszinierenden Tuschebildern ausgestaltet, gelingt es ebenso, diese einfach zu formulierende, aber schwer umzusetzende Botschaft für immer ins Gedächtnis seiner Betrachter zu zeichnen. Im Kontext westlichen Denkens geht es um die Tugenden der Demut und Dankbarkeit, im Chinesischen wäre es vielleicht als Innewerden und Seinlassen zu bezeichnen. Das Zeichen der Lotusblüte gilt dafür als altes Symbol. Schon das erste Bild dieses Buches führt uns die ganze Brüchigkeit menschlicher Existenz direkt vor Augen: Herr Lo sitzt einsam mit seiner Angel auf seinem Boot. Tagelang schon hat er vergeblich gewartet, dass ein Fisch anbeißt. Der See ist zwar ruhig, aber geht in einen leeren Horizont über, und hinter Herrn Lo neigt sich ein riesiger Baum wie ein dunkles Unwetter ins Wasser. Doch Herr Lo ist trotz seines Unglücks ein freundlicher Mensch und verweigert einer uralten Frau die Fahrt über den inzwischen stürmischen See nicht. Zum Dank für diesen mutigen Dienst erhält er glücksbringende Lotussamen, die aus dem ""Rachen eines Drachen"" stammen. Und wirklich, schon bald wachsen daraus wundersame Pflanzen, und aus einer einzelnen, besonders glänzenden Blüte entsteigt das Zaubermädchen Lian, das Herrn Lo mit Reichtum, Glanz und Anerkennung belohnt. Herr Lo weiß, dass Lian ein Wirklichkeit gewordenes Symbol für Glück ist, ein geschenktes Glück also, das er darum stets dankbar auch mit anderen teilen will, denn nur so kann der geheimnisvolle Zauber wirken. Will man das Glück aber nur für sich besitzen wie die neidische und machtgierige Tochter des Präfekten, dann verliert es seine Lebenskraft, kehrt sich ins Gegenteil: Die maßlose Prinzessin wird am Ende in eine leblose Statue aus Gold verwandelt. Der Wunsch, alles solle zu Gold werden, hat sich damit wörtlich erfüllt, so wie auch schon die biblischen Israeliten in der Wüste das Gold ihres Kalbes schlucken mussten, weil sie das Nichtfassbare aller Lebendigkeit missachtet hatten. Wer Reichtum, Macht und Glanz um ihrer selbst willen besitzen will, damit über andere zu herrschen begehrt und das Leben als Geschenk aus den Augen verliert, wird alles verlieren. Das ist die Botschaft der Weisen aller Kulturen. Zu allen Zeiten gab es Menschen, die das nicht glauben wollen. Viele von ihnen mussten, wie die Prinzessin, teuer dafür bezahlen. Wer aber dieses Buch liest, kann am Ende der Geschichte mit Herrn Lo und Lian zusammen den Blick dafür gewinnen, dass Glück nur aus einem erfüllten selbst gelebten Leben zu gewinnen ist. Das ist ein wunderbares Geschenk, und die Schönheit der Lotusblume symbolisiert eben diese Einsicht."
Chen Jianghong, geboren 1963 in der chinesischen Hafenstadt Tianjin, studierte Kunst in Tianjin und Beijing. Seit 1987 lebt er als freier Künstler in Paris und veröffentlicht Bücher für Kinder. Seine Werke werden international ausgestellt. Im Moritz Verlag erschienen von ihm u.a. Han Gan und das Wunderpferd (Deutscher Jugendliteraturpreis 2005) sowie Der Tigerprinz (Rattenfänger Literaturpreis 2006). Im Sommer 2007 zeigt das Bilderbuchmuseum Troisdorf eine umfassende Ausstellung seiner Werke.
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