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Jochen Hörisch 

Das Wissen der Literatur

Das Wissen der Literatur - Hörisch, Jochen

  • Einband: Kartoniert/Broschiert
  • Broschiertes Buch 
 
  • EUR 22,90
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Produktinformation
  • Verlag: Fink (Wilhelm
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 236 S.
  • Seitenzahl: 236
  • Deutsch
  • Abmessung: 234mm x 157mm x 22mm
  • Gewicht: 405g
  • ISBN-13: 9783770545209
  • ISBN-10: 3770545206
  • Best.Nr.: 22808749

Leseprobe zu "Das Wissen der Literatur"

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Produktbeschreibung zu "Das Wissen der Literatur"

Kurzbeschreibung

Dichter wollen entweder belehren oder erfreuen. So lautet die berühmte Formulierung von Horaz (aut prodesse aut delectare volunt poetae). Sie wollen und können beides. So lautet die Leitthese des Buches "Das Wissen der Literatur", das der Mannheimer Literatur- und Medienwissenschaftler Jochen Hörisch im Jahr der Geisteswissenschaften veröffentlicht. Denn schöne Literatur, Belletristik, Dichtung ist ein Medium alternativen und dissidenten Wissens. Literatur weiß etwas - und zwar nicht nur mehr oder weniger Diffuses, sondern durchaus Konkretes, z.B. über Krankheiten, über ökonomische Zusammenhänge oder über Logiken der Rechtsfindung. Gerade in einer Kultur, die sich selbst als Wissens- und Informationsgesellschaft beschreibt, wird deutlich, wie heikel es um die Unterscheidung von "hartem" (=naturwissenschaftlich-technischem) und "weichem" (=geisteswissenschaftlich-literaturbasiertem) Wissen steht. Schöne Literatur hat einen binären Leitcode, der sich entschieden von dem der Wissenschaften abgrenzt. Er lautet nicht wahr / falsch, sondern stimmig / nicht-stimmig. Soll heißen: gerade weil die epistemische Grundorientierung von Literatur eine andere ist als die der Wissenschaften, kann Literatur erfolgreich ein Spiel spielen, das da heißt: Ich seh etwas, was du nicht siehst.

Beschreibung

Literatur weiß etwas - und zwar nicht nur mehr oder weniger Diffuses, sondern durchaus Konkretes, zum Beispiel über Krankheiten, über ökonomische Zusammenhänge oder über Logiken der Rechtsfindung. Gerade in einer Kultur, die sich selbst als Wissens- und Informationsgesellschaft beschreibt, wird deutlich, wie heikel es um die Unterscheidung von hartem (=naturwissenschaftlich-technischem) und weichem (=geisteswissenschaftlich-literaturbasiertem) Wissen steht. Schöne Literatur hat einen binären Leitcode, der sich entschieden von dem der Wissenschaften abgrenzt. Er lautet nicht wahr / falsch, sondern stimmig / nicht-stimmig. Soll heißen: gerade weil die epistemische Grundorientierung von Literatur eine andere ist als die der Wissenschaften, kann Literatur erfolgreich ein Spiel spielen, das da heißt: Ich seh etwas, was du nicht siehst.

20.11.2007

Leser wissen einfach mehr

Die Dichter lügen - das kennt man seit Platon. Jochen Hörisch zeigt, dass die Literatur damit einen Standortvorteil hat und was sie der Wissenschaft voraushat.

Literaturwissenschaft gerät bisweilen zur Legitimationswissenschaft. Stets ist sie bemüht, die Relevanz ihres Gegenstands für die Gesellschaft, die sie aushält, nachzuweisen. Im konstruierten Wettstreit um Aufmerksamkeit, den sie zurzeit mit den Naturwissenschaften austrägt, meint sie zeigen zu müssen, dass sie ein signifikantes Element der sogenannten Wissensgesellschaft sei. Das funktioniert nur, indem sie ihr die Literatur als eine Art Gigaspeicher von Wissen verkauft, als Archiv epochaler Erkenntnisse und Erfahrungen, als Garant des kollektiven Gedächtnisses. So zutreffend diese Funktionszuweisungen sind, so passiv ist die Rolle, in die die Literatur damit gedrängt wird.

Dabei bringt die wissensorientierte Lektüre von Büchern nicht nur für Enzyklopädisten Gewinn, sondern auch für ratsuchende Lebenskünstler, meint Jochen Hörisch und verweist auf das ungeheure Welt- und Handlungswissen in den Gedichten, Romanen, Dramen und Liedern, mit denen er …

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07.03.2008

Abgrund des Bekanntlichen
Jochen Hörischs Sammelband segelt unter falscher Flagge
Das Wissen der Literatur: Wenn ein Buch so heißt, wird man zunächst einmal neugierig. Literatur, sagt Jochen Hörisch, wisse sehr viel, auch sehr Konkretes, und man solle sich daran nicht von ihrer prinzipiellen Fiktionalität irre machen lassen, die dem binären Leitcode stimmig / nicht-stimmig gehorche und eben nicht dem anderen wahr / falsch. Man versteht nicht auf Anhieb, was damit gemeint sein soll, denn dass Literatur, und namentlich der Roman seit dem 18. Jahrhundert ohne einen großen Berg an zeitgenössischen Realien gar nicht existieren könnte, versteht sich ja von selbst. Worauf will Hörisch hinaus?
Wie sich leider rasch zeigt: auf viel weniger, als er uns in Aussicht stellt. Keineswegs beleuchtet er (worauf man doch sehr gehofft hatte) Altbekanntes im Licht einer verblüffend neuen These, sondern es handelt sich um einen Sammelband aus 18 Aufsätzen der letzten Jahre, die sich in ihrer Diversität nur schwer unter einen Hut bringen lassen und den verlockenden Titel als falsche Flagge hissen: In Wahrheit liefert er bloß den kleinsten gemeinsamen Nenner – …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

10.10.2007

""Anregend" und "luzide" findet Rezensent Oliver Pfohlmann die Aufsätze und Vorträge des Mannheimer Literaturwissenschaftlers Jochen Hörisch. Hier geht es nämlich um Literatur als unterschätzten und verborgenen Wissensspeicher, der für andere gesellschaftliche Systeme nutzbar gemacht werden kann. Hörisch leitet seine Theorie des "dissidenten" Wissens von Luhmann her, lesen wir. Die Dichtung bewege sich daher nicht in den binären wissenschaftlichen Codes "richtig/falsch" sondern in den ihr eigenen ästhetischen Codes "stimmig/nicht-stimmig". Von der Verpflichtung entbunden, nachprüfbare und notwendigerweise begrenzte Fakten zu schaffen, produziert Literatur so eine "alternative Realitätsversion", in der sie über einfach alles spricht, referiert Pfohlmann Hörischs Thesen. An Beispielen aus dem klassischen Kanon macht Hörisch deutlich, wie sich dieses Wissen problemorientiert anwenden lässt, ohne die Literatur dabei auf ihren Nutzwert zu reduzieren, schreibt der inspirierte Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH"

Autorenporträt zu "Jochen Hörisch"

Jochen Hörisch, geb. 1951 in Bad Oldesloe, lehrt Literatur- und Medienwissenschaften an der Universität Mannheim.

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