Nach dem 11. September 2001 haben viele Europäer geglaubt, die
Anschläge richteten sich gegen die Globalisierung und gegen die USA
und seien im Wesentlichen eine Quittung für die Politik Ariel
Scharons und George W. Bushs. Von einer islamischen Herausforderung
Europas wollte kaum jemand sprechen. Inzwischen hat sich dies
grundlegend geändert alle reden plötzlich vom Islam und Europa. Die
Bedeutung des damit verbundenen Konflikts wird jedoch häufig
verkannt. Der Islamexperte Bassam Tibi analysiert in diesem Buch
ein verbreitetes Missverständnis: Dem Islam als Religion steht ein
global vernetzter Islamismus als politische Bewegung gegenüber, die
zunehmend an Macht und Einfluss gewinnt. Vor diesem Hintergrund
fordert der Autor einen Euro-Islam auf der Grundlage einer
europäischen Leitkultur, die für alle in Europa lebenden Muslime
bindend sein soll: Dazu gehören die strikte Trennung von Religion
und Politik, die Bejahung der säkularen Demokratie sowie die
Anerkennung der individuellen Menschenrechte.
Bassam Tibi, geb. 1944 in Damaskus, ist seit 1973 Professor für Internationale Politik in Göttingen; seit 1988 darüber hinaus Research Associate in Harvard. Er ist Mitbegründer der arabischen Organisation für Menschenrechte. Seine regelmäßigen Fernsehbeiträge für das ZDF und seine Kommentare und Artikel in allen bedeutenden Zeitungen und Zeitschriften, vor allem aber seine Bücher, haben ihn als Kenner des Islam bekannt gemacht. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden.
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