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Die Verwandlung der Welt
Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. Ausgezeichnet mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2009
- Einband: Buchleinen
- Buch mit Leinen-Einband
Produktinformation
- Verlag: Beck
- 2009
- 3. Aufl.
- Ausstattung/Bilder: 1568 S.
- Seitenzahl: 1568
- Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung
- Deutsch
- Abmessung: 223mm x 156mm x 65mm
- Gewicht: 1650g
- ISBN-13: 9783406582837
- ISBN-10: 3406582834
- Best.Nr.: 24806061
Produktbeschreibung zu "Die Verwandlung der Welt"
Beschreibung
Osterhammel fragt nach Strukturen und Mustern, markiert Zäsuren und Kontinuitäten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Seine kulturübergreifenden, thematisch aufgefächerten Darstellungen und Analysen verbinden sich dabei zu einem kühnen Geschichtspanorama, das nicht nur traditionelle eurozentrische Ansätze weit hinter sich läßt, sondern auch erheblich mehr bietet als die gängigen historiographischen Paradigmen wie Industrialisierung oder Kolonialismus. Die Herausbildung unterschiedlicher Wissensgesellschaften, das Verhältnis Mensch-Natur oder der Umgang mit Krankheit und Andersartigkeit kommen darin ebenso zur Sprache wie Besonderheiten der Urbanisierung, verschiedene Formen von Bürgerlichkeit oder die Gegensätze von Migration und Seßhaftigkeit, Anpassung und Revolte, Säkularisierung und Religiosität. Zugleich stellt Osterhammel immer wieder Bezüge zur Gegenwart her.
Auf der Höhe der Forschung, engagiert geschrieben und zugleich wohltuend unideologisch, ist sein Werk nicht nur ein unverzichtbares Handbuch für jeden Historiker. Seine plastischen Schilderungen ziehen auch den interessierten Laien in den Bann eines Jahrhunderts, dessen historische Bedeutung in dieser fulminanten Epochengeschichte ganz neu ausgelotet wird
02.04.2009
Das Panoramabild eines Jahrhunderts
Intellektuelles Feuerwerk und Lesegenuss: Jürgen Osterhammels
Weltgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts ist ein großer
Wurf.
Die jüngsten großen Nationalgeschichten der späten Neuzeit
Deutschlands gefielen sich darin, mit Aussagen darüber zu beginnen,
was "im Anfang" ihrer Geschichte gewesen sei: Napoleon
beziehungsweise Bismarck (Thomas Nipperdey), das Fehlen einer
Revolution (Hans-Ulrich Wehler), das Reich (Heinrich August
Winkler) oder Brandenburg (Christopher Clark). Jürgen Osterhammels
eingängiger und gleichzeitig systematisch-komplexer großer Wurf
einer Weltgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts ersetzt den
Eröffnungspaukenschlag durch eine auf den ersten Blick eher kuriose
Erinnerung an ein Ende: daran, dass mit dem Tod von Darwins
Schildkröte Harriet 2006 in Australien die allerletzte bekannte,
freilich stumme Augenzeugin des neunzehnten Jahrhunderts das
Zeitliche gesegnet hat.
Bei näherem Hinsehen reißt diese Geschichte fast alle Hauptthemen
von Osterhammels Erzählung an: die Archivierungsleidenschaft des
neunzehnten Jahrhunderts, ohne die man nicht wüsste, wer Harriet
war; die Reisen …
02.05.2009
Sachbücher des Monats Mai
Empfohlen werden nach einer monatlich erstellten Rangliste Bücherder Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie angrenzender Gebiete.
1. ILKO-SASCHA KOWALCZUK:
Die Revolution von 1989 in der DDR, C. H. Beck Verlag, 608 Seiten, 24,90 Euro.
2. JÜRGEN OSTERHAMMEL: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, C. H. Beck Verlag (Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung), 1568 Seiten, 49,90 Euro.
3. OTTMAR ETTE: Alexander von Humboldt und die Globalisierung. Das Mobile des Wissens, Insel Verlag, 476 Seiten, 24,80 Euro.
4. CHARLOTTE TRÜMPLER: Das große Spiel. Archäologie und Politik, DuMont Buchverlag, 669 Seiten, 49,90 Euro.
5. THOMAS FRIEDMAN: Was zu tun ist. Eine Agenda für das 21. Jahrhundert. Übersetzt von Michael Bischoff, Suhrkamp Verlag, 543 Seiten, 24,80 Euro.
6. TILMANN LAHME: Golo Mann. Biographie, S. Fischer Verlag, 553 Seiten, 24,95 Euro.
7. KARL HEINZ BOHRER: Das Tragische. Erscheinung, Pathos, Klage, C. Hanser Verlag, 413 Seiten, 24,90 Euro.
8. EDGAR WOLFRUM: Die Mauer. Geschichte einer Teilung, C. H. Beck Verlag, 192 …
19.02.2009
Bestnoten vergibt der hier rezensierende Historiker Jürgen Kocka an
diese Weltgeschichte des 19. Jahrhunderts, die er als
mosaikartiges Epochenporträt in achtzehn Kapiteln beschreibt, in
denen sein Konstanzer Kollege Jürgen Osterhammel sehr selbstständig
gewichtete, symptomatische Themen der Zeit zu einer hochkomplexen
Rekonstruktion des 19. Jahrhunderts verdichtet habe. Kocka
beeindruckt hier besonders, wie Osterhammel begriffliche Schärfe
und Respekt für Vielfalt, idealtypische Systematisierung und
ausholende Differenzierung in seinen Betrachtungen zusammenzwingt
. Diese universalgeschichtliche Herangehensweise, Osterhammels
geradezu menschheitsgeschichtlicher Blick, erinnert den Rezensenten
mitunter an Max Weber. Allerdings bescheinigt der Rezensent
Osterhammel deutlich mehr Sinn für das Bunte und Kontingente,
mehr Spaß am Spiel mit Assoziationen und Analogien. Manchmal
ufert das, wie der Rezensent findet, aus, führt zum Verschwimmen
der Konturen. Doch das stupende Wissen des Autors lässt den
Rezensenten ebenso staunen wie die Souveränität, mit der
Osterhammel dieses Wissen zu seinem Epochenporträt
verdichtet.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Jürgen Osterhammel"
Prof. Dr. Jürgen Osterhammel, geb. 1952, ist Inhaber des Lehrstuhls
für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität
Konstanz.
Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur europäischen und
asiatischen Geschichte seit dem 18. Jahrhundert.
Für "Die Entzauberung Asiens" erhielt er den
"Gleim-Literaturpreis" und den "Anna-Krüger-Preis
des Wissenschaftskollegs zu Berlin" und für "Die
Verwandlung der Welt" (2009) den "NDR Kultur
Sachbuchpreis".



































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