Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension
In einer Doppelrezension bespricht Wolfgang Koydl zwei Bücher, die sich mit dem Völkermord an den Armeniern in der osmanischen Türkei befassen. 1) Hans-Lukas Kieser (Hrsg.): "Die Armenische Frage und die Schweiz (1986-1923)" (Chronos Verlag) Den Titel des Buches findet der Rezensent ein wenig "irreführend" und weist darauf hin, dass auch die Deutschen bei dem Völkermord an den Armeniern eine Rolle gespielt haben. Davon abgesehen zeigt sich Koydl jedoch sehr beeindruckt von diesem Sammelband und hebt besonders den Beitrag des türkischen Soziologen Taner Akcam hervor. Akcam bescheinige der Türkei eine `hysterische Persönlichkeit` im Umgang mit der eigenen Geschichte, die sich - so Koydl - besonders deutlich in den aggressiven Reaktionen (z. B. in der europäischen Ausgabe von "Hürriyet") zeigt, sobald die Armenier-Frage thematisiert wird. Die Tatsache, dass die Türkei "- stets latent aggressiv und mimosenhaft reizbar - mit der ganzen Welt" hadert, versuche Akcam mit der mangelnden Aufarbeitung der Geschichte zu erklären, die allerdings nötig sei, wenn die Türkei zu einem "gleichberechtigten und respektierten Mitglied der Völkergemeinschaft" werden wolle, so der Rezensent. Koydl betont, dass Akcams Beitrag - wie auch die übrigen Beiträge des Bandes - sich durch Ausgewogenheit auszeichnet und nicht in "blindwütige Türken-Schelte ausartet". 2) Jakob Künzler: "Im Lande des Blutes und der Tränen" (Chronos Verlag) Koydl findet, dass sich "