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Insgesamt 20 Bewertungen
- 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 13.01.2012





ausgezeichnet- Ein Buch, dass schwer zu beschreiben ist. Im Prinzip hält eine Ich-Erzählerin mit ihren eigenen kleinen Erlebnissen ein Bündel aus 6 "großen" Kurzgeschichten, mehreren kleinen Geschichten und einiges an Prosa (u.a. fiktive Briefe oder eine Debatte über Reisepsychologie) zusammen. Um die Unrast dreht es sich eben: Warum reisen wir? Warum müssen wir von A nach B? Was erleben wir dabei?
Man muss das Buch etwas verdauen. Ich glaube fast, ich habe es etwas zu schnell gelesen. Dennoch sehr zu empfehlen, mit einiges an Weisheit und Traurigkeit. Wie viele Bücher aber, die sich so um alles und nichts drehen, hat auch Unrast das Problem trotz viel Interessantem an manchen Stellen zu schwafeln und dann etwas darzubieten, was einem nun als pseudoweise oder aufgesetzt erscheinen mag. Außerdem war mir die Ich-Erzählerin stellenweise durch und durch eher unsymapthisch. Nach dem Lebenslauf der Autorin stellt man da so einige Paralleln mit ihrer Protagonistin auf. Ob das jetzt schlimm ist? :D
Allein ob der interessanten Geschichten (mein Favorit ist die Geschichte um die Frau mit dem kranken Sohn) ist das Buch aber jedes Geld wert. Von Frau Tokarczuk will ich durchaus noch mehr lesen.
- 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 22.12.2011





sehr gut- Ich habe mir dieses kleine Büchlein für Zwischendurch gekauft. Es ist gleichsam für Neulinge wie Kenner interessant: Erstere erhalten nämlich einen Einblick mit welchen Themen sich die großen Philosophen beschäftigen - und vor allem wie! -, während zweiteren die Kombination Neues zeigt. Es finden sich neben Beiträgen von Nietzsche, Kant, Fromm, Epikur und Schopenhauer auch kurze Texte von z.B. Heinrich Heine oder Kurt Tucholsky. Prosa trifft auf Aphorismus, kann man also sagen. Das ist interessant geraten, alle Texte sind kurz, dafür aber immer noch komplex und anregend, so wie das Buch es ja auch will. Das perfekte Buch also, um es in der Hosentasche mit sich zu schleppen und in einer Diskussion, die ins Dumpfe abgleitete, mit einem klugen Stichwortgeber zu retten! ;)
Ein kleiner Wehrmutstropfen ist hier nur, dass mir die bibliographischen Angaben etwas zu schmal sind (sie sind zwar alle ordentlich aufgelistet, aber es wäre interessant zu wissen, aus welchen Erstquellen diese Texte stammen - denn die meisten wurden Sammelbänden entnommen). Zum anderen erfährt man gar nichts über die Herausgeberin, was doch auch schade ist! Ein kleines Vor- oder Nachwort, welches sich an einem roten Faden für das Büchlein versucht, wäre ebenfalls eine nette Ergänzung gewesen. Die paar Seiten hätten das Buch ja auch nicht schwerer gemacht. ;)
Dennoch: Uneingeschränkt zu empfehlen!
Bewertung vom 16.12.2011





ausgezeichnet- Wolf Hall gehört zu einem der besten Bücher, welches ich je gelesen habe. Ich war wirklich überrascht, wie gut das Buch nach einem etwas zähen Start doch definitiv wurde. Unter historischen Romanen gibt es ja leider eine Menge Durchschnittsware: Vielleicht nichts per se schlechtes, doch solche Sachen wie Die Hebamme, die Tochter der Hebamme, Wanderhure oder sonst etwas für Reihen mit ewigen Fortsetzungen muss ich mir nicht geben. Da ist Wolf Hall eine echte Abwechslung: Düster, dunkel, machtvoll, shakespearehaft!
Man muss sich etwas an den Erzählstil gewöhnen: So wird mit "He" eigentlich durchweg nur Cromwell bezeichnet. Darüber hinaus werden imer nur Ausschnitte von Handlungen gezeigt und es wird ziemlich häufig, schnell und viel gesprungen. Gerade das macht aber das Geniale aus, zeigt es doch vorzüglich den Arbeitsalltag des Protagonisten. Die Übersetzung kenne ich nicht, aber selbst diese würde ich allein schon ob des Inhaltes jedem empfehlen. Schwer zu lesen ist die englische Ausgabe jedoch durchaus. Ich musste sehr oft das Wörterbuch zücken. Aber ich habe es gerne getan!
Uneingeschränkte Kaufempfehlung und für mich DER Historienroman überhaupt! (Wer allein die Bezeichnung Historienroman negativ verstehen will, darf das "Historien" auch gerne streichen. :) Wolf Hall ist beileibe kein romantisches Schwelgen, sondern voller vieler interessanter soziokultureller Verweise auf die heutige Zeit.)
- 2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 26.08.2011





gut- Wer sich auch mal den literarischen Werken des genialen Nick Cave (den ich durch und durch als meinen Lieblingsmusiker bezeichnen würde) auseinander setzen will, sollte bei den zwei großen Romanen gerade zu diesem Zweitling greifen. Denn im Gegensatz zu "Und die Eselin sah den Engel", ein düster-bizarres Südstaatenepos, liest sich "Der Tod des Bunny Munro" flotter, eingängiger und witziger.
Im Vergleich zu Caves erstem Roman ist das vielleicht aber auch die Schwäche: Nach einer Beschreibung von Bunnys Wesen, seiner Heimfahrt, ist die eigentliche Road-Movie-artige Handlung etwas zu dünn geraten. Eigentlich stolpern Vater und Sohn immer wieder nur in ähnliche Situationen. Dafür ist das Ende dann wieder recht offen geraten, sodass man das entweder als interpretationsfreudig oder aber als platt & kitschig ansehen könnte.
Insgesamt ist "Der Tod des Bunny Munro" viel mehr ein Buch für Zwischendurch. Vorsicht sei allen geboten, denen die deftige und sexualisierte Sprache zu viel werden könnte.
Bewertung vom 08.08.2011





sehr gut- "Man in the dark" ist so ein Buch, welches manch einen verstimmen wird. Denn anders als es der Text auf dem Buchrücken suggeriert, ist nicht der Plot über das veränderte Amerika im Vordergrund, sondern tatsächlich der alte Mann im Dunkeln, sowie seine Beziehung zu den einzelnen Familienmitgliedern. Besonders gegen Ende wird einen das mehr und mehr faszinieren, mit überwältigen und auch teils düsteren Szenen niederreißen. Jedoch...
- Vorsicht Spoiler! -
...wird die besagte Verstimmung dann eintreten, wenn die zweite Geschichte einfach aus dem Nichts mit dem Tod des Protagonisten dort endet. Das ist im Rahmen der Erzählweise einfach nur konsequent, aber eben, wie gesagt, auch unbefriedigend.
Dennoch: Sehr zu empfehlen!
Bewertung vom 29.07.2011





ausgezeichnet- Die obigen Rezensionen sagen eigentlich alles Nötige aus. Das Buch ist uneingeschränkt zu empfehlen! Manchmal mag es zu zäh daherkommen. Manchmal mag es aber vor allem ein wenig krampfhaft-optimistisch sein. Ich bin vorsichtig, aber dieser oder jene würde das vielleicht als "typisch amerikanisch" bezeichnen: Nein, kein Pathos, aber doch eben diese eigenartige Form des Optimismus, diese Sanftheit mit einigen Figuren, die man an so einigen Stellen doch lieber in der Luft zerreißen würde statt so nachsichtig mit ihnen zu sein wie JR. Ich denke da bspw. an den Großvater. Auch wird dann ein wenig zu sehr das "Es ist ja alles nicht so schlimm" gezeigt - nicht gepredigt, nein, aber eben gezeigt.
Vielleicht könnte man das Buch manchmal mit "Forrest Gump" nur eben ohne Forrest vergleichen. So zumindest empfand ich das ganze Netz aus Figuren und Ereignissen. Aber eben weil Forrest fehlt, kann auch keine ironische Komponente und diese beißende Idee von "Nur ein Idiot kann es in Amerika schaffen!" (eben weil JR kein Idiot ist).
Bewertung vom 29.07.2011





sehr gut- Mein erster Irving - und dann in der englischen Originalausgabe.
Nun sind die Meinungen ja geteilt, aber vielleicht hilft meine Einschätzung als bekennender Einsteiger in sein Werk. Zuvor kannte ich nur die Verfilmung von "Gottes Werk und Teufels Beitrag". Diese gefällt mir auch recht gut. Auf "Last Night in Twisted River" wurde ich ganz klassisch per Rückentext aufmerksam. Die Odyssee zwischen Vater und Sohn - das hörte sich interessant an.
Nun muss man sagen - eben vielleicht auch für die Neulinge - das der Plot um die Flucht sekundär ist, desöfteren mal in Vergessenheit zu geraten droht und es dann wirkt, als müsste Irving an ihn erinnern. Das ist aber auch gar nicht so wichtig, weil man sich wirklich mehr für das Leben der Charaktere über die Jahrzehnte hinweg interessiert. Ein wenig merkwürdig empfand ich es aber immer, dass der Zeitabschnitt des Jetzt gekennzeichnet wurde, aber im Endeffekt dann doch die Ereignisse nacherzählt wurden, die bspw. zwischen Teil 1 und 2 so stattfanden.
Eigentlich ist "Last Night in Twisted River" eine rührende und herzliche Erzählung eines menschlichen Lebens. Die Charaktere sind warm, Irving versprüht wohl seinen typischen Humor, wobei mir einige Charaktere manchmal auf die Nerven fielen, wie z.B. Ketchum, der aus gutem Grund eine derart rabiat-kauzige Art hatte, aber mir manchmal doch etwas zu neunmalklug wirkte.
Das wäre aber auch der einzige Mangel: Ein schön zu lesendes, weises Buch ohne sprache Quereleien, manchmal mit zu hartem Klammereinsatz, aber doch auf jeden Fall zu empfehlen! Ein Buch für Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Bewertung vom 29.07.2011





sehr gut- Ich habe das Buch seinerzeit in der deutschen Ausgabe gelesen, die hier damals auch noch auf buecher.de verfügbar war. Gemeinhin ist aber wohl durchaus der Text in der Originalsprache zu empfehlen.
Ansonsten gibt es wenig zu meckern. Von zwei Woolrich-Büchern die ich bisher gelesen habe, hat mir dies besser gefallen. Woolrich schafft es einfach eine bedrückte Atmosphäre und nachdenkliche Figuren zu schaffen. Vor allem gefällt der Genre-Mix: Am Anfang wirkt die Geschichte eher wie ein düsteres Drama, ehe sie später dann durch und durch mit der "Polizeiarbeit" über viele Krimielemente verfügt. Die Figuren habe alle irgendetwas menschliches und es gibt, was mir damals gut gefallen hat, kaum irgendwelche eindimensionalen Gestalten.
Eine volle Wertung gibt es von mir deshalb nicht, weil das Buch manchmal gerade auch zu Anfang etwas langatmig wirkt. Auch ich meine ich, dass der Schluss etwas abrupt daher kam. Aber das sind eigentlich alles nur kleinere Schwächen. Cornell Woolrich verdient auch in seinem literarischen Werk Beachtung. Viele Bücher wurden ja ohnehin verfilmt (Das Fenster zum Hof, Original Sin). Doch lesenswert ist er durchaus auch!
Bewertung vom 13.06.2011





ausgezeichnet- Auf meiner persönlichen Top 5 der Diskografie von Herrn Cave, steht The Boatman's Call auf Platz 2. Eigentlich kann ich nur das wiederholen, was auch die gängigen Rezensionen beinhalten: Persönliches Songwirting, minimales Arrangement, aber doch melodiös unglaublich harmonisch. Meine Favoriten auf dem Album sind "Lime Tree Arbour", "Black Hair" und "Far from me".
Wenn ich sage Platz 2, dann wird nach meiner Liste das Album eigentlich nur noch von "The Good Son" getoppt, einer Cave-Scheibe, die immer ein wenig im Schatten steht, aber sich eigentlich nicht zu verstecken braucht.
Bewertung vom 03.05.2010





gut- Am Anfang war ich von dem Buch recht eingenommen. Ich habe es mir gekauft, weil mich der Rückentext einfach faszinierte. Von einem wirklichen Bild der amerikanischen Gesellschaft kann jedoch keine wirkliche Rede sein. Ja, die erste Beschreibung der Kraniche ist wirklich überaus gelungen. Auch die fachlichen Hintergründe zur Hirnforschung lassen erkennen wie bewandert Richard Powers in der Materie ist.
Irgendwann aber, ungefähr in der Mitte des Buches, plätschert die Geschichte nur noch so vor sich hin. Es wird sich in Nebenstränge verloren, zu viele Perspektivwechsel stehen an und es verliert sich in einer völlig anderen Fokussierung. Dabei werden die anfangs interessanten Charaktere dann auch selbst irgendwie, nun ja, langweilig, insbesondere eine der drei Hauptpersonen, nämlich Mark. Ebenfalls wird mir die Sinnkrise des Doktors nicht wirklich nachvollziehbar rübergebracht.
Aber das ist nur mein Eindruck. Sicher kein schlechtes Buch, aber auch wiederum nichts, was man verpassen würde, so es nicht gelesen wird.

































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