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tassieteufel
Über mich:
Absolute Leseratte, Vielleserin und bekennender Seriensüchtling! Ich lese seit ich lesen kann und das eigentlich mit gleichbleibender Begeisterung, es gibt nur wenige Gelegenheiten, wo ich kein Buch dabei hab. Ich lese gern englische Krimis, ab und an auch mal Thriller, einen historischen Roman oder etwas aus der Mysterieecke, aber meine All-Time-Favorits sind und bleiben historische Krimis. In letzter Zeit habe ich Hörspiele für mich entdeckt!
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Bewertungen


Insgesamt 1466 Bewertungen
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Körner, Franz-Josef Bamberger Bluthochzeit EUR 9,95
  • Bewertung vom 02.03.2015
  •  
    gut
  • Bamberg im Jahre 1208, während sich die Stadt auf die bevorstehende Hochzeit von König Philipps Nichte Beatrix mit dem Bruder des Bamberger Bischofs Eckbert vorbereitet, treibt ein Frauenmörder sein Unwesen in der Stadt und im nahen Thüringen wird eine Intrige gegen den
    König ausgeheckt.
    Zwischen all den Vorbereitungen zur Hochzeit machen sich nun der Kanzler des Königs und der Kaplan des Bischofs auf Mörderjagd.
    Um es gleich vorweg zu nehmen, richtig begeistert hat das Buch mich nicht und ich bin ein wenig zwiespältig! Gut gefallen hat mir der detailreich und bunt geschilderte historische Teil, das mittelalterliche Bamberg zwischen
    Hochzeitsvorbereitungen und dem alltäglichen Leben wird anschaulich beschrieben. Auch ist es dem Autor gut gelungen, tatsächliche Ereignisse mit einer fiktiven Handlung zu verbinden und
    so einige noch immer unklare Details im Königsmord zu einer Version zu verweben, die hätte möglich sein können.
    Weniger gut hat mir die Figurenzeichnung gefallen, die ich recht eindimensional und klischeehaft fand, ebenso wie der Teil um den Frauenmörder. Als versierter Krimileser durchschaut man schon bald wer der Mörder ist und ich persönlich tue mich immer schwer mit psychophatischen
    Mördern, die man ins Mittelalter transferiert.
    Auch die Intrige der der König letztendlich zum Opfer fällt war mir über weite Strecken zu langatmig. Da man ja von vorherein weiß wie die Sache ausgeht u. auch wer die Drahtzieher sind die hinter der Intrige stecken, bzw. wer der Täter ist, ist man Lupold dem Kanzler immer mehrere Schritte voraus. Spannend wird es daher eigentlich so gut wie nie, nur ganz am Ende, an dem sich die Ereignisse dann regelrecht überstürzen will man unbedingt wissen wie es weiter geht.

    Fazit: sehr anschaulicher historischer Teil, aber Spannung kommt nur zum Ende hin auf und der Krimiteil überzeugt nicht wirklich! 3 Sterne das hauptsächlich wegen dem gut geschilderten historischen Hintergrund
Kastner, Jörg Die Tulpe des Bösen (eBook, ePUB) EUR 5,99
  • Bewertung vom 02.03.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Amsterdam 1671, rätselhafte Morde an ehrbaren Bürgern erschüttern die Stadt, jeder Tote hat in der Hand das Blütenblatt einer unbekannten Tulpenart, schwarz mit roten, tropfen-
    förmigen Tupfern. Amtsinspektor Jeremias Katoen findet bei seinen Ermittlungen schnell heraus, das die Toten der Vereinigung "Verehrer der Tulpe" angehörten.
    Die Jagd nach dem Mörder gestaltet sich schwieriger als gedacht und während der Er mittlungen kreuzen ein fanatischer Tulpenzüchter, ein ebenso fanatsicher Tulpenhasser, eine Bande von Kartenschnappern ein Schlangenkind und diverse zwielichtige Perosonen Katoens Weg. Nichts ist so wie es scheint und immer wenn der Inspektor auf einen Hinweis stößt, der ihn scheinbar weiter bringt, tut sich nur ein weiteres Rätsel auf.
    Der Krimifall ist geschickt konstruiert, als Leser durchschaut man das verzwickte Geflecht aus Mord und Verschwörung nicht und immer wenn man meint , abzusehen wohin das
    Ganze steuert, gibt es eine geschickte Wendung im Geschehen, die dem Ganzen wieder eine völlig andere Richtung verleiht.
    Das historische Amsterdam wird opulent, farbenpächtig und sehr anschaulich geschildert. Jörg Kastner gelingt es dabei, verrufene Hafenviertel genauso lebendig zu schildern wie eine Gesellschaft in besseren Kreisen, das Leben der einfachen Leute oder eine Gerichts-
    verhandlung, als Leser hatte ich das Gefühl, immer mittendrin zu sein.
    Während Jeremias Katoen in "Die Farbe Blau" nur eher am Rande agierte, lernt man ihn in diesem Buch besser kennen, selber aus einfachen Verhältnissen stammend, hat er sich
    doch Mitgefühl und Verständnis für die erhalten, die es im Leben nicht so gut getroffen haben und das macht ihn zu einer sehr sympatischen Hauptfigur.
    Wie ebenfalls im Vorgänger hat der Autor auch hier real existierende Figuren u. Gescheh nisse in die Geschichte intergriert und es ist ihm sehr gut gelungen diese Tatsachen mit
    der fiktiven Tuple des Bösen und den historischen und politischen Gegebenheiten zu ver knüpfen.

    Fazit: opulenter Histo-Krimi mit viel historischem Flair und Lokalkolorit. Eine verzwickte Krimihandlung die mit Mord, Intrige und Verschwörung aufwartet u. bis zum Ende hin nicht durchschaubar ist und von lebendigen Charakteren bevölkert wird.
Kastner, Jörg Die Farbe Blau (eBook, ePUB) EUR 5,99
  • Bewertung vom 02.03.2015
  •  
    sehr gut
  • Amsterdam 1669, der grauenhafte Mord den ein angesehener Kaufmann an seiner Familie verübt hat, erschüttert die Stadt. Kurze Zeit später bringt sich der Mörder im Zuchthaus auf bestialische Weise selbst um und kurz drauf wird der Aufseher Ossel Jeuken, der mit dem Gefangenen Kontakt hatte, ebenfalls wegen Mordes verhaftet. Cornelis Suythof, ein Freund von Jeuken und ebenfalls Aufseher im Zuchthaus, will sich nicht damit abfinden, das sein
    Freund ein brutaler Mörder sein soll und beginnt Nachforschungen anzustellen. Bald stellt er fest, das bei jedem Mord ein geheimnisvolles Gemälde in intensivem Blau im Raum war,
    das die Handschrift Rembrandts trug und je mehr er herausfindet, um so gefährlicher wird die Situation für Suythof selbst.
    Der Roman ist nicht unbedingt ein klassischer Histo-Krimi, wie man ihn von dem Genre her kennt und vielleicht erwartet, das Buch ist eher ein sehr gut recherchierter historischer Roman mit Krimizügen und einem leichten Hauch von Fantasy. Cornelius Suythof ist daher
    auch kein klassischer Ermittler im herkömmlichen Sinne, er stolpert eher zufällig von einer brenzligen Situation zur nächsten und ist mehr damit beschäftigt, seine Haut zu retten als Erkenntnisse zu gewinnen und Amtsinspektor Jeremias Katoen der dazu neigt Cornelis zu glauben, agiert eigentlich mehr am Rande. Nichts desto Trotz ist das Buch von Anfang bis Ende spannend, das historische Amsterdam mit seinen Grachten ist sehr lebendig und farbenfroh geschildert, politische Hintergründe sowie ein detailgetreues Bild der damaligen Gesellschaft läßt der Autor gekonnt in die Geschichte einfließen.
    Die Figuren im Roman sind durchweg interessant und lebendig geschildert, ganz besonders gut hat mir hier gefallen, wie Rembrandt durch das Buch "geistert, in der Kombination mit der mysteriösen Farbe Blau, die dem Buch den leichten Mysterieeffekt verleiht, war das eine durchweg gelungene Kombination.

    Fazit: durchweg spannende Lektüre mit ungewöhnlichen Figuren, die historischen Details werden gekonnt mit der Geschichte verwoben. Einfach eine gelunge Mischung aus Histo-Krimi und Abenteuer!
Kaye, Mary M Tod auf den Andamanen EUR 0,00
  • Bewertung vom 02.03.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Copper Randal, die nach Erhalt einer kleinen Erbschaft in der Lage ist, ihre Freundin Valerie auf den Andamanen zu besuchen, macht sich voller Freude auf in ein exotisches Paradies. Doch die paradiesischen Inseln haben auch eine gefährliche Seite. Ausgerechnet am Weihnachtsabend, als eine Gruppe illustrer Gäste rund um den Chief Commissioner einen Ausflug auf den Mount Harriet unternimmt, gerät die Gruppe in einen schweren Tropensturm und einer der Gäste ertrinkt. Die nächsten Tage ist die kleine Insel Ross von der Außenwelt abgeschnitten und als sich heraus stellt, das der Ertrunkene gar nicht ertrunken ist, sondern ermordet wurde, sieht sich die kleine Gruppe mit der Tatsache konfrontiert, das ein Mörder unter ihnen weilt. Als es ein weiteres OIpfer gibt, beschließen Copper und Valerie auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen.

    Bei Krimis aus der Kolonialzeit kann ich ohnehin immer schwer wiederstehen und die Autorin M.M Kaye, die diese Zeit quasi noch miterlebt hat, versteht es wunderbar, eine stimmige Atmosphäre einzufangen. Laut dem Vorwort der Autorin entstand die Idee zu dieser Geschichte Ende der 30ger Jahre, als sie selbst auf der Insel weilte und einen heftigen Tropensturm miterlebte. Ein Mord passierte zwar nicht, aber die Ereignisse lieferten einen perfekten Hintergrund für den erfundenen Krimifall.
    Die Idee, in einer von der Außenwelt abgeschnittenen Gruppe von Leuten, einen Mörder zu platzieren ist sicher nicht neu, aber die Autorin versteht es sehr geschickt, mit diversen Befindlichkeiten und Motiven zu spielen, und obwohl ein Teil der Gruppe als Mörder ausgeschlossen werden kann, bleiben immer noch genügend Verdächtige übrig, um das Ganze mehr als undruchsichtig zu machen. ebenso wie Copper und Valerie tappt auch der Leser bis zur recht verblüffenden Entlarvung des Täterts im Dunkeln. Aber der wirklich gut konstruierte Krimifall ist nur eine Komponente des Buches. Als Leser kann man von Anfang in die exotische Atmopshäre der Insel eintauchen, üppige Vegetation, blaue Lagunen, weißer Strand und idyllische Abgeschiedenheit. Doch schnell zeigt sich, das die Gruppe von Europäern, die dort mehr oder weniger unter sich lebt, gar nicht so harmonisch miteiander agiert. Da gibt es diverse Animositäten und im Fall der Shiltro-Vettern sogar offene Feindschaft. Die Schilderung der Charaktere ist durchweg sehr gelungen und glaubhaft, teils liebenswert und schrullig sieht man die Figuen quasi vor sich. Die kultivierte britische Szenerie unter deren Oberfläche nicht alles so glänzend ist, wie es zunächst scheint, trägt zu der stimmigen Atmosphäre und zum steigenden Spannungsbogen bei. Abgerundet wird das Ganze durch die dezent am Rand ablaufende Liebesgeschichte zwischen Copper und Nick.
    Der Schreibstil der Autorin ist leicht, humorvoll und heiter und vermittelt auf unaufdringliche Weise ein wenig Zeitgeschichte. Ich war wirklich begeistert und werde nun die anderen Bücher der Autorin anschaffen.


    FaziT: Hier bekommt der Leser eine gelungene Mischung aus spannendem Krimi, Gesellschaftroman und Liebesgeschichte vor exotischer Kulisse geboten. Einfach Klasse, mehr kann man dazu nicht sagen!
Kirchschlager, Michael Der Crako und der Gierfraß EUR 0,00
  • Bewertung vom 02.03.2015
  •  
    gut
  • Auf jeden Fall eine interessante Idee, man merkt auch,das der Autor Ahnung von der Materie hat, aber an der Umsetzung hapert es dann doch. Am Anfang läßt es sich recht zäh lesen,
    zum Schluß ist es recht spannend, aber diese Giles de Rais Auflösung war mir etwas zu heftig. Pluspunkt ist aber auf jeden Fall der Adjutnt Kosemaul mit seinem berliner Dialekt,
    auch die Einbandgestaltung des Buches ist sehr schön, der Preis von 10 € für so ein dünnes Bändchen mit nur knapp 200 Seiten aber heftig
  • Bewertung vom 02.03.2015
  •  
    sehr gut
  • Gladdys Gold, von ihren Freunden Gladdy genannt ist 75 Jahre alt, Witwe und lebt in einer Seniorensiedlung in Fort Lauderdale in Florida. Das Leben von Gladdy und ihren Freundinnen besteht aus Frühgymnastik, Shopping, Kaffee-kränzchen, der Frage in welchem Restaurant man das frühe Dinner nimmt und zu beobachten, was die Nachbarinnen so treiben. Das ändert sich als einige ältere Damen aus der Wohnsiedlung, darunter auch Gladdys beste Freundin Francie, ums Leben kommen. Niemand findet das auffällig, immerhin handelt es sich um alte Leute, da ist ein plötzlicher Tod nicht ungewöhnlich, nur Gladdy glaubt nicht daran! Irgendetwas muß da faul sein, und mit der tatkräftigen Hilfe ihrer Freundinnen beginnt sie zu ermitteln.
    Das Buch ist kein Überflieger an Spannung, der Täterkreis ist recht überschaubar und ein versierter Krimileser hat die Sache schnell durchschaut, doch das ist keineswegs ein Manko, beansprucht der Krimifall doch nur einen Teil der Geschichte, die andere Hälfte ist dem Leben der rüstigen Senioren gewidmet. Die Autorin erzählt hier auf sehr humorvolle, augenzwinkernde Art und Weise vom Älterwerden und den damit verbundenen Problemen. Einiges erinnerte mich an meine Großeltern und andere ältere Verwandte und brachte mich häufig zum schmunzeln. Da haut das Gedächtnis nicht mehr so hin, das Autofahren geht auch nicht mehr so leicht von der Hand, es gibt div. Zipperlein die das Leben erschweren u.so richtig ernst werden die alten Damen auch nicht immer genommen. Doch immerhin haben sie ihre Freundschaft untereinander und helfen sich gegenseitig. Wie wichtig das gerade für die oft ganz allein dastehenden Senioren ist, zeigt sich bei Millie und Irving Weiss. Millie ist seit Jahren an Alzheimer erkrankt und ihr Mann pflegt sie aufopferungsvoll, ist aber zunehmend überfordert. Obwohl die Sache an sich sehr traurig ist, schafft es die Autorin mit ihrer vergnüglichen Schreibweise, das Ganze zwar anrührend aber nicht melodramatisch oder gar kitschig zu schildern.
    Der Krimifall ist nicht außergewöhnlich, ich würde bald sagen durch seine Einfachheit fast schon zu realistisch und auch wenn das Ganze ein wenig durchschaubar ist, so ist die Auflösung doch am Ende eine recht schlüssige Sache.

    Fazit: Leichte, amüsante Lektüre, das Buch unterhält durch einen humorvollen Schreibstil und
    eröffnete mir auf augenzwinkerde Art und Weise, was mich in ca. 40 Jahren erwartet, ältere
    Leser werden hier vermutlich einiges aus ihrem Leben wieder erkennen,ich hatte viel Spaß beim Lesen und werde mit Teil 2 weiter machen.
Duane Louis Blondes Gift EUR 0,00
  • Bewertung vom 02.03.2015
  •  
    gut
  • Zugegeben, ein recht spannendes Buch, das man in einem Rutsch durchlesen kann, durch die recht kurzen, versetzten Kapitel kommt keine Langeweile auf und man will unbedingt wissen, wie es weiter geht.
    Kowalski ist echt Klasse, so schön schräg, der war mein Highlight im Buch. Jacks Handlungen konnte ich nicht immer so ganz nachvollziehen und diese Nanodinger waren mir zu weit hergeholt. Nachdem ich den Satz "Ich habe Ihren Drink vergiftet … und in zehn Stunden sind Sie tot." hatte ich irgendwie was ganz anderes erwartet. Auch der Schluß war
    mir dann recht abrupt und unausgegoren. Zwar war noch ganz originell, wie Jack sich von seiner Frau verabschiedet, aber alles in allem hat es mich nicht überzeugt. Mir ging es mit dem Buch wie mit amerikanischen Actionfilmen, jede Menge spektakuläre Stunts, viel Knallerei und Effekte, aber die Handlung tendiert gegen Null. Fazit: nette Unterhaltung für
    Zwischendurch, kann aber mit einem gut konstruierten spannenden Krimi einfach nicht mithalten.
Pieper, Tim Mord im Tiergarten EUR 11,90
  • 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 28.02.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • 6 Jahre nach seinem ersten Fall wird Dr. Otto Sanftleben erneut in einen verzwickten Kriminalfall verwickelt. Der jüdische Zeitungsunternehmer Salomon Hirsch wird im Zoologischen Garten Opfer eines Ritualmordes. Als Commissarius Funke, der mit dem Fall betraut ist, Otto um Hilfe bittet, gerät dieser in einen wahren Sumpf aus Antisemitismus, Rassismus und Nationalstolz. Doch er trifft auch auf die faszinierende Künstlerin Igraine Raab, die er noch aus Jugendtagen kennt und die ihn mit ihrer unkonventionellen Art in ihren Bann zieht.

    Auch mit seinem 2. Fall für Dr. Sanftleben und den schrägen Commissarius Funke, ist es Tim Pieper gelungen, neben einem spannenden Krimifall ein stimmiges und detailgetreues Bild vom Berlin Ende des 19. Jahrhunderts zu zeichnen und einen Einblick in eine Gesellschaft im Umbruch zu geben.
    Otto Sanftleben hat sich in den 6 Jahren seit seinem letzten Fall doch etwas verändert, er hat den Radsport an den Nagel gehängt und seine Vorliebe für gutes Essen spiegelt sich in seinem etwas füllig gewordenem Leibesumfang wieder. Während er beruflich weiterhin gut voran kommt, ist er im Privaten immer noch allein und so wird die Begegnung mit der unkonventionellen Malerin Igraine Raab zu einem Wendepunkt. Da sein Freund und Leibdiener Moses auf Grund seiner Hautfarbe nicht zum Medizinstudium zu gelassen wird, läßt er sich auf einen Segelwettstreit mit Professor Trittin ein, einem ebenso bornierten wie von Vorurteilen geleitetem Mann, der offen seinen Rassismus zur Schau trägt und schon bald auch in Ottos Ermittlungen einen Platz einnimmt.
    Schon im Vorgänger war Commissarius Funke ja meine Lieblingsfigur um so mehr hat mich gefreut, dass er auch diesmal wieder mit dabei war. Der Commissarius ist arg gebeutelt, wird er doch Opfer einer Erpressung und hat auch so ein paar private Probleme, die er mit dem Konsum von Alkohol in den Griff zu kriegen versucht. Gerade diese "alkoholgetränkten" Szenen haben bei mir für viel Heiterkeit gesorgt und ich hab mich hier bestens amüsiert!
    Neben den privaten Episoden der Hauptfiguren ist aber gerade der Krimifall wieder sehr undurchsichtig und raffiniert in Szene gesetzt. Zwar ist hier der Aufbau wie im Vorgänger, in einem Prolog der 7 Jahre früher spielt, lernt man bereits den späteren Mörder kennen ohne natürlich seine Identität lüften zu können. Dann startet die Geschichte im aktuellen Geschehen durch und hier wechseln wieder die Perspektiven zwischen Sanftlebens und Funkes Ermittlungen und Einblicken in die Psyche des Täters. So bleibt das Buch spannend und abwechslungsreich und liest sich ruck zuck weg. Diesmal nimmt auch Ottos berufliches Gebiet, die Erforschung der Körpersprache von Kriminellen etwas mehr Raum ein, was mir sehr gut gefallen hat.
    Obwohl die Thematik um Antisemitismus und Rassenhass natürlich ein ernstes Thema ist, ist es dem Autor gelungen, seine Geschichte mit leichter Feder flott und eingängig zu erzählen und auch wieder einige launige Szenen einzubauen. Dass der Antisemitismus bereits zu dieser Zeit so stark ausgeprägt war und die Gemüter der damaligen Gesellschaft beschäftigte, war mir gar nicht so bewußt und hier ist es dem Autor gelungen, Motive und Beweggründe der Anhänger und die Ursachen dazu immerhin so weit anzuschneiden, dass man einen guten Einblick in diese Zeit erhält.

    FaziT: Interessantes, humorvolles und spannendes Sittengemälde, das wie der Vorgänger viel Lokalkolorit und Einblick in eine Zeit im Umbruch bietet. In den historischen Hintergrund ist der Krimifall stimmig eingebettet und bietet unterhaltsames Lesevergnügen. Schade dass es bisher keine weitere Fortsetzung gibt!
Pieper, Tim Mord unter den Linden EUR 11,90
  • 3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 26.02.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Kriminologe Dr. Otto Sanftleben, der die Körpersprache der Kriminellen erforscht, wird im Berlin des ausgehenden 19. Jahrhunderts in einen bizarren Kriminalfall verwickelt. Eine junge Frau wurde gekreuzigt und verbrannt und die Polizei tappt im Dunkeln. Gemeinsam mit Commissarius Funke begibt sich Otto Sanftleben auf Tätersuche. Ein erster entscheidender Hinweis kommt von einer Freundin der Toten, der Schauspielerin Friederike Dürr. Als sich Otto in die junge Frau verliebt, übersieht er aber offensichtliches.

    Nach einem düsteren Prolog, der 20 Jahre vor der eigentlichen Handlung spielt und die Neugier des Lesers weckt, wechselt die Handlung ins Berlin von 1890. Atmosphärisch dicht und anschaulich schildert der Autor das Leben im Berlin der wilhelminischen Ära und würzt seine Schilderungen mit witzigen Szenen rund um Otto Sanftleben, der ein begeisterter Fahrradfahrer ist und als Vorkämpfer verbotener Weise auch unter den Linden radelt und sich dabei diverse Verfolgungsjagden mit der Polizei liefert. Zwar ist die eigentliche Hauptfigur Dr. Sanftleben, der zwar beruflich erfolgreich ist, im Privatleben aber schon einige Fehlschläge einstecken mußte und nun glaubt in der Schauspielerin Friederike Dürr eine neue Liebe gefunden zu haben. Daher steht auch Otto mehr im Fokus des Buches, aber ein Highlight und meine Lieblingsfigur war Commissarius Funke, der mit seinen Neigungen nicht ganz gesetzeskonform ist, dem Alkohol nicht abgeneigt und insgesamt eine sehr interessante und liebenswerte Figur ist.
    Der Autor hat hier seine Figuren gut ausgearbeitet und sie mit Ecken und Kanten versehen, die Charaktere sind in Denken und Handeln an ihre Zeit angepaßt und wirken so auch sehr glaubwürdig.
    Der Krimifall ist verzwickt und wendungsreich, die beiden Ermittler geraten öfter mal auf die falsche Fährte und haben den Falschen im Visier, aber gerade weil sie in ihrer Arbeit nicht perfekt sind, wirken sie realistisch, menschlich und überzeugend. In der zweiten Buchhälfte kann ein versierter Krimileser ahnen, wer der tatsächliche Mörder ist, aber es gibt genug Wendungen und Überraschungen um bis zum Schluß spannend zu bleiben.
    Flott und beschwingt erzählt der Autor seine Geschichte und läßt dabei auch eine ordentliche Portion Humor einfließen. Kurze Kapitel und rasche Szenen und Sichtwechsel sorgen zudem für viel Abwechslung und ermöglichen dem Leser verschiedene Blickwinkel auf den Krimifall, so dass die 270 Seiten im nu dahinfliegen und das Buch leider viel zu schnell zu Ende ist!


    FaziT: mit viel Atmosphäre, Lokalkolorit und Liebe zum Detail schildert der Autor das Berlin im ausgehenden 19. Jahrhundert und integriert in dieses Setting einen spannenden und wendungsreichen Krimifall. Als Leser folgt man gern den beiden sympathischen Ermittlern, sowohl bei ihren Nachforschungen als auch in ihrem Privatleben.
  • 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 25.02.2015
  •  
    ausgezeichnet
  • Während Harry Dresden, der bisher keine Familie hatte nun damit kämpft, mit seinem Bruder Thomas, dem Riesenhund Mouse und seinem Kater in seiner winzigen Kellerwohnung zusammen zu leben und damit all die kleinen Alltagsproblemchen des Familienlebens wie leer gefutterter Kühlschank, unaufgeräumt Wohnung und ungebetene Damenbesuche seines Bruder zu spüren bekommt, braut sich über Chicago etwas ganz besonders böses zusammen. Skrupellose Nekromanten wollen mit Hilfe eines seltenen Buches uralte Geister beschwören und dadurch einen gottähnlichen Status zu erlangen. Doch hinter dem Buch ist auch Vampirin Mavra her, die Harry damit erpreßt, belastende Fotos von Murphy zu veröffentlichen und damit die Karriere der Polizistin zu ruinieren, wenn er ihr das Buch nicht beschafft. Und wie immer bleibt Chicagos einzigem Magier nur wenig Zeit, denn in 3 Tagen ist Halloween, bis dahin müssen die Nekromanten aufgehalten werden.

    Fast ein Jahr ist seit den Ereignissen aus „Bluthunger“ vergangen und Chicagos einziger Magier der im Telefonbuch steht, bekommt es wieder einmal mit finsteren Mächten zu tun. Wie man es vom Autor kennt, läßt er seinen Helden durch eine rasante Abfolge wahnwitziger Abenteuer stolpern und muß dabei ordentlich einstecken, bevor er in einem furiosen Showdown zurück schlagen kann. Von Anfang an wird man an die Geschichte gefesselt und hat wie gewohnt keine Ahnung was hinter dem Ganzen steckt, so gibt es eine ganze Reihe von unerwarteten Wendungen, die der Geschichte immer wieder eine neue Richtung geben und den Leser verblüffen. Einige lose Fäden aus den Vorgängergeschichten werden hier weiter geführt, so zeigt sich, dass Vampirin Mavra wie schon vermutet in „Bluthunger“ nicht gänzlich beseitigt werden konnte und auch die Problematik um den Weißen Rat und seinen Kampf gegen die Vampire wird hier fortgeführt.
    Eine große Stärke des Autors sind auch seine Figuren, deren Charaktere er bis in die letzte Nebenfigur hin detailliert ausarbeitet. Während sich Harry weiter entwickelt, trifft der Leser neben neuen schrägen Personen und skurrilen magischen Wesen auch einige Charaktere aus früheren Bänden, wobei es bei der Fülle an Figuren manchmal schwer fällt, sich zu erinnern in welchem Band die spezielle Person schon mal vorkam.
    Wie gewohnt erzählt Jim Butcher seine Geschichte aus Harrys Sicht flott und mit einer guten Portion an schwarzem Humor, so dass man sich ab und an ein breites Grinsen nicht verkneifen kann.


    FaziT: eine rasant-magische Story, die mit reichlich Action und vielen unerwarteten Wendungen aufwartet und Harry Dresdens 7. Fall wieder zu einem unterhaltsamen und spannendem Lesevergnügen macht.
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