Benutzer


Nickname:
tassieteufel
Über mich:
Absolute Leseratte, Vielleserin und bekennender Seriensüchtling! Ich lese seit ich lesen kann und das eigentlich mit gleichbleibender Begeisterung, es gibt nur wenige Gelegenheiten, wo ich kein Buch dabei hab. Ich lese gern englische Krimis, ab und an auch mal Thriller, einen historischen Roman oder etwas aus der Mysterieecke, aber meine All-Time-Favorits sind und bleiben historische Krimis. In letzter Zeit habe ich Hörspiele für mich entdeckt!
Danksagungen:
628 (erhaltene)
Rang:

Bewertungen


Insgesamt 1277 Bewertungen
««« zurück1234vor »
Cossel, Bettina von Die hässliche Ente EUR 0,00
  • Bewertung vom 22.08.2014
  •  
    sehr gut
  • Zunächst beginnt alles mit einer mysteriösen Todesanzeige, die das kleine Dorf Little Mimms in Aufregung versetzt, denn der vermeintlich tote Sir Rupert ist quicklebendig. Die Familie reist zur Trauerfeier an und ist entsprechend überrascht und verärgert den angeblich Toten gesund und munter vorzufinden, doch dann wird Sir Rupert tatsächlich ermordet und kurze Zeit später erfolgt ein weiterer Mord. Superintendent Darling und Sergeant Brennan stehen zunächst vor einem Rätsel, was haben Sir Rupert und eine Putzfrau, die sich nicht einmal kannten gemeinsam? Doch der Fall wird noch verzwickter, denn auf ein junges Mädchen wird ein Giftanschlag verübt und den Ermittlern fehlt jegliches Motiv.

    Bettina von Cossel hat mit ihrem ersten Fall für Superintendent Darling und Sergeant Brennan einen typisch englischen Krimi in der Tradition von Agatha Christie geschrieben, der alles bietet, was man von dem Genre erwartet. Ein idyllisches kleines Dorf in dem eigentlich nie viel passiert, aber jeder vom anderen alles weiß, interessante und teils schrullige Charaktere und einen kniffligen Mordfall, der zunächst sehr rätselhaft ist. Von Anfang an schafft die Autorin eine stimmige Atmosphäre, in die man als Leser eintauchen und miträtseln kann. Ein versierter Krimileser kann allerdings schon nach der Hälfte des Buches erahnen, wer der Täter ist, ich hatte so einen Verdacht, der sich am Ende auch bestätigt hat, aber das hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan, denn es gibt eine Vielzahl von Nebenschauplätzen die immer noch genug Raum für Spekulationen lassen und die Charaktere sind durchweg interessant geschildert. Es bleibt von Anfang bis Ende spannend, nur ist das Ende leider ein wenig abrupt, hier hätten einige Seiten mehr der Story gut getan.
    Der Schreibstil der Autorin ist kurz und prägnant, und ab und zu kommt auch ein wenig britischer Humor durch.

    FaziT: ein unterhaltsamer Lesegenuß in typisch englischer Krimitradition, Freunde von Agatha Christie und Co. werden hier sicher ihren Spaß haben!
  • Bewertung vom 21.08.2014
  •  
    sehr gut
  • Siegfried Seifferheld, Kommissar im Unruhezustand freut sich auf einige Tage ohne seine ganze Weiberschar im Haus. Schwester Irmi ist mit Gatte Helmerich in der Uckermarck unterwegs, Nichte Karina hat Beziehungsprobleme und flüchtet kurzerhand mit ihrer Mutter auf eine Mittelmeerinsel und Freundin MaC schaut zur Zeit nur sporadisch vorbei. Doch dann taucht plötzlich ein Stricker in Schwäbisch Hall auf und macht dem Sticker Siggi arge Konkurrenz. Arno Siegmann fährt gleich große Geschütze auf, mit einer Vernissage in der Bausparkasse möchte er einem breiten Publikum seine Werke präsentieren. Als Siggi jedoch während der Ausstellung in der Cafeteria der Bank, die gerade umgebaut wird, ein Skelett entdeckt, ist sofort seine Schnüffelleidenschaft geweckt und er beginnt zu ermitteln.

    Wieder einmal ist es Tatjana Kruse gelungen mich mit ihrem schwarzen Humor, viel Wortwitz und reihenweise schrägen und urkomischen Situationen bestens zu unterhalten! Ich hab mich teils köstlich amüsiert, öfter mal laut gelacht und eigentlich die meiste Zeit ein breites Grinsen im Gesicht gehabt! Siggi und seine schräge Sippe und seine genauso verschrobenen Freunde bieten wieder einmal beste Unterhaltung. Allerdings muß man auch sagen, dass der Krimianteil diesmal sehr klein ausfällt und der Fall neben Seifferhelds absonderlichen Verwicklungen nahezu unter geht. Nach dem Fund des Skelettes passiert erstmal eine Weile nichts, zumindest bei den Ermittlungen. Zudem verrennt sich der Kommissar im Unruhezustand und liegt mit seinen Ermittlungen weit daneben, die Entlarvung des eigentlichen Täters erfolgt am Ende eher wie aus dem Hut gezaubert und das kann der gute Siggi eigentlich viel besser!
    Ein wenig überladen fand ich auch die vielen Ankündigungen am Anfang jeden Kapitels. Da sind zunächst die lieb gewonnenen Polizeiberichte aus Seifferhelds Feder, die mir persönlich gereicht hätten, dazu kommen noch Sticktipps, div. Zitate und am Anfang des Buches auch die Ankündigungen, in wie vielen Stunden nun die Leiche gefunden würde. Das alles überfrachtet das Buch ein wenig und hier wäre weniger einfach mehr gewesen!
    Der Schreibstil der Autorin ist wie immer flott und eingängig, sie hat einfach ein Händchen für abstruse Situationen und kuriose Figuren und im vorliegenden 5. Fall für Siggi hat die Autorin ihre Charaktere weiter ausgearbeitet und vertieft. Seifferheld und seine schräge Sippe muß man einfach mögen und der augenzwinkernde Humor ist vielleicht nicht jedermanns Sache, ich fand ihn aber wieder einmal erfrischend kurzweilig. Man kann das Buch sicher auch lesen ohne die Vorgänger zu kennen, aber zum besseren Verständnis von Seifferhelds komplizierten Familienverhältnissen ist es einfach schöner, die Bücher der Reihe nach zu lesen.

    FaziT: nichts für eingefleischte Krimifans, wer aber schwarzen Humor mag und sich für slapstickartige Situationskomik und schräge Figuren begeistern kann, der ist hier genau richtig! Auch wenn diesmal der Krimifall etwas ins Abseits gerät, hab ich mich wieder bestens amüsiert und freue mich auf den nächsten Fall für Siegfried Seifferheld, Kommissar im Unruhezustand!
  • Bewertung vom 21.08.2014
  •  
    gut
  • 1860 folgt Adam Salton der Einladung seines Großonkels Richard und reist vom fernen Australien nach England. Der Familiensitz der Saltons, den Adam einst erben wird, liegt im idyllischen Mittelengland und ist eine sehr geschichtsträchtige Region. Der Herrensitzes Casta Regis, der der Familie Caswell gehört liegt gleich in der Nähe, ebenso das recht düstere Anwesen Diana's Grove, das Lady Arabella March gehört. Etwa zeitgleich mit Adam reist auch der neue Erbe von Casta Regis, Edgar Caswell aus Afrika an und da um die Familie Caswell allerlei düstere Geschichten kursieren, ist man entsprechend gespannt auf seine Ankunft. Da sich Edgar und Adam für das gleiche Mädchen, die reizende Mimi Watford interessieren, kommt es schon bald zu Spannungen und auch die verführerische Lady Arabella wirft ihre Netze aus.

    Seit langem eine Folge, die bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat! Das Hörspiel ist wie immer wunderbar inszeniert, wartet mit einer dichten Atmosphäre und grandiosen Sprechern auf, es macht einfach Spaß hier zuzuhören! David Nathan als Edgar Caswell, diesmal ein Bösewicht, ist sehr überzeugend in seiner Rolle, als überheblicher Adliger und Gutsbesitzer und Markus Pfeiffer überzeugt in seiner Rolle als Adam Salton. Richard Salton und Nathaniel de Salis werden von Hasso Zorn und Joachim Pukaß gesprochen und bieten einen gelungenen Kontrast zu den beiden jüngeren Männern und auch Katja Nottke überzeugt als verführerischer Vamp mit dunklem Geheimnis. Der Schwerpunkt des Hörspiels liegt daher auch mehr in den hervorragend gesprochenen Dialogen als in einer gruseligen Handlung und gerade in der Handlung selbst gibt es doch einige Defizite. Eigentlich sollte es ja um den Lindwurm gehen, der laut einer Legende im Königreich Mercia existiert haben soll und durch Menschenopfer besänftigt werden mußte. Das wird auch alles schlüssig erklärt, ebenso wie Lady Arabellas Verwicklungen darin. Was aber nun Edgar Caswell mit der ganzen Sache zu tun hat und warum er versucht, Mimi Watford zu hypnotisieren, hat sich mir ehrlich gesagt nicht erschlossen, dieser Handlungsstrang verläuft leider völlig im Sande und das Ende des Hörspiels wartet mit einem eher dürftigen Finale auf, was doch etwas enttäuschend war.

    Fazit: hervorragende Sprecher und eine stimmige Atmosphäre sind diesmal die Pluspunkte, man hört den prägnanten Stimmen einfach gern zu, allerdings ist die Story an sich etwas dünn, einiges erklärt sich gar nicht, anderes bleibt auf der Strecke und das Ende an sich ist unspektakulär.
  • Bewertung vom 18.08.2014
  •  
    sehr gut
  • Stephen Butcher treibt tot in seinem Pool und gleich 3 Frauen behaupten auf der Polizeiwache in Broughton, dass sie ihn umgebracht hätten. Die Inspektoren Miller und Gomery stehen vor einem Rätsel, denn die Frauen scheinen allesamt unschuldig zu sein. Nur Lady Bedfort hat mal wieder den richtigen Riecher und findet heraus, dass der Tote ein sehr skrupelloser Mensch war, der viele Leute gegen sich aufgebracht hat und stößt auf eine raffinierte Scharade.

    Insgesamt eine nette Idee, dass sich gleich 3 Täterinnen zu Anfang selbst bezichtigen, aber natürlich ist dem Hörer sofort klar, dass keine von ihnen die Mörderin ist! Die Suche nach dem wahren Täter ist allerdings für einen geübten Krimihörer recht durchschaubar, hier hätte man doch etwas mehr verschleiern bzw. den Hörer auf falsche Fährten locken können und natürlich ist man sonst von der Reihe auch einfach mehr Raffinesse gewöhnt. Die Spannung hielt sich daher bei dieser Folge auch in Grenzen und ich habe etwas bedauert, dass es von Max so gar keine Spur gab. Schade, war doch die vorherige Folge in dieser Richtung recht vielversprechend!
    Allerdings sind die Sprecher wirklich gut gewählt und es gibt eine Reihe schlagfertiger und hintergründiger Dialoge, die beim Hören einfach Spaß machen, so dass hier die mangelnde Krimispannung wieder Wett gemacht wird. An Lady Bedforts Seite ist diesmal wieder Tim Denham zu hören, den ich wirklich gern mag, weil er so eine ironische Ader hat und immer ein wenig Schwung in die Folgen bringt.

    FaziT: es gab schon spannendere Folgen und der Krimifall an sich ist auch etwas durchschaubar, aber die Grundidee ist ganz gelungen und die Folge wurde wie üblich stimmig in Szenen gesetzt und hervorragend produziert.
Schiewe, Ulf Die Rache des Normannen EUR 9,99
  • 3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 18.08.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Gilbert wird von Robert Guiscard ausgewählt, seine Schwägerin die Contessa Gaitelgrima mit ihrem neugeborenen Sohn nach Salerno zu begleiten, wo die Contessa ihren Sohn im Schoß ihrer Familie taufen lassen möchte. Doch die Situation in Salerno steht für die Fürstenfamilie nicht zum Besten. Gaitelgrimas Bruder Fürst Guaimar sieht sich mit einigen aufsässigen Baronen konfrontiert, die hinter seinem Rücken gegen ihn intrigieren. Gilbert, der von Robert für den Fürsten ein ganz spezielles Geschenk dabei hat, gerät mit seinen Männern in einen gnadenlos geführten Machtkampf, der mit allen Mitteln geführt wird und der es Gilbert schwer macht, Gaitelgrima und ihr Kind zu beschützen.

    Mit seinem 2. Teil der Normannensaga ist dem Autor ein ungemein spannender und sehr authentisch wirkender historischer Abenteuerroman gelungen, der mir sogar noch besser als der Vorgänger gefallen hat. Nach einem gemächlichen Start, in dem die Ereignisse des ersten Bandes nochmal kurz zusammengefaßt werden und die Reise nach Salerno beschrieben wird, nimmt das Buch zunehmend an Fahrt auf, die Ereignisse kommen Schlag auf Schlag und es fällt schwer mit Lesen aufzuhören, da man unbedingt wissen will, wie die ganze Sache ausgeht.
    Mit seinen farbenprächtigen und sehr bildhaften Beschreibungen, gelingt es Ulf Schiewe das prunkvolle Leben in Salerno mit seinen Stadtpalästen und Kirchen, aber auch den Armenvierteln vor den Augen des Lesers auferstehen zu lassen. Kampfgetümmel und Schlachtenlärm kann man dabei genauso miterleben wie die Taufe des kleinen Fürstensohns oder Verhandlungen unter den Adligen.
    Hier ist es dem Autor gekonnt gelungen, historisch belegte Fakten und Figuren mit seinen fiktiven Charakteren zu verknüpfen und um reale Ereignisse herum eine spannende Geschichte zu konstruieren, die glaubhaft und plausibel wirkt.
    Seine Charaktere hat der Autor authentisch und vielschichtig gezeichnet und ihnen Ecken und Kanten verliehen, die sie glaubwürdig und realistisch erscheinen lassen. Sehr gut gefallen hat mir hier Gilberts Entwicklung, die man als Leser miterleben und nachvollziehen kann. Vom abenteuerlustigen Jungen, der mit Robert Hauteville auszog ist Gilbert inzwischen zu einem Mann gereift, der an seinen Aufgaben wächst und auch immer öfter Roberts Anweisungen hinterfragt und eine eigene Meinung zu den Dingen hat, die er auch vertritt. Eine Überraschung war für mich auch Gaitelgrima, die im ersten Band der Reihe, nicht sonderlich sympathisch wirkte. Inzwischen hat sie sich zu einer stolzen Normannin entwickelt, die sich nicht länger in einer Männerwelt herumschubsen lassen will und auch in ihrer Rachsucht, zwar heftig, aber doch sehr konsequent vorgeht. Ein heimlicher Liebling war für mich Loki, der so unerwartet zu Gilbert und seinen Männern stößt und sich nicht nur in deren Herz schleicht!
    Es ist sicher nicht zwingend notwendig, den Vorgänger gelesen zu haben, aber zum besseren Verständnis der Figuren und der historischen Zusammenhänge kann ich nur empfehlen, die Bücher der Reihe nach zu lesen. Ein Personenregister und eine Landkarte, sowie einige Anmerkungen des Autors zu den historischen Fakten und wie er diese interpretiert hat, runden das Buch ab.

    FaziT: eine gelungene Fortsetzung, die ein spannendes Stück Geschichte zum Leben erweckt und einen farbenprächtigen Einblick in eine längst vergangene Zeit gewährt. Ein offenes Ende weckt die Neugier und Freude auf den 3.Teil !
Sansom, Christopher J. Der Pfeil der Rache EUR 9,99
  • 4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 15.08.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Matthew Shardlakes inzwischen 5. Fall führt den Leser erneut in die Tudorzeit, diesmal hat der Autor den Seekrieg mit Frankreich als Hintergrund gewählt und dieses sehr spannende Setting liefert einen wirklich grandiosen historischen Hintergrund für Matthews Ermittlungen. Die Geschehnisse rund um den Seekrieg hat der Autor wie von ihm nicht anders gewohnt wunderbar recherchiert, beschrieben und in Szene gesetzt und ebenso gelungen ist die Verknüpfung mit den anwaltlichen Ermittlungen die Shardlake mitten hinein in die Kampfhandlungen führen.
    Doch bevor sowohl Matthew als auch der Leser in die dramatischen Vorgänge in Portsmouth verwickelt werden, bekommt man zunächst einen Einblick, was seit dem Vorgänger „Buch des Teufels“ passiert ist. 2 Jahre sind seither vergangen und im Leben der Hauptprotagonisten ist einiges geschehen. Matthews Haushalt ist durch den Tod seiner langjährigen Haushälterin aus den Fugen geraten, Guys Haus wurde von Vandalen verwüstet und er wohnt vorübergehend bei Matthew und Barak ist es gelungen, Tamasin wieder für sich zu gewinnen, die Beiden wohnen in einem kleinen Häuschen und erwarten wieder ein Baby.
    Wie man es aus den anderen Büchern kennt, löst Matthew auch hier wieder 2 Fälle gleichzeitig. Neben den Ermittlungen für die Königin möchte der Anwalt nun endlich in Erfahrung bringen, was Ellen Fettiplace vor 16 Jahren widerfahren ist und wer für ihren Aufenthalt in Bedlam zahlt. Daher kommt ihm die Reise nach Portsmouth gelegen, kann er doch so auch in Ellens Fall recherchieren. Die Krimifälle bzw. die Ermittlungen dazu kommen zunächst nur schleppend in Gang, die Reise nach Süden an die Küste ist ein wenig lang geraten, dafür brilliert der Autor wieder mit einer detailreichen, farbenfrohen und opulenten Schilderung der damaligen Zeit. Die Gemächer der Königin im Palast, die Irrenanstalt Bedlam, und auch die bescheidenen Unterkünfte von Matthew oder Barak erstehen dabei vor den Augen des Lesers. Atmosphärisch dicht schildert der Autor die aufgeheizte Situation in London, die Truppenzüge an die Küste, ebenso wie die bedrückende Lage auf dem Landsitz der Hobbeys oder die brodelnde Stimmung in Portsmouth. Hier wird man als Leser für den etwas gemächlichen Start des Buches entschädigt und kann tief in die Tudorzeit eintauchen.
    Die Geheimnisse, die es diesmal zu entwirren gibt, sind reichlich verworren, viele Zusammenhänge werden verschleiert und Matthew, der sich wie ein Terrier in beide Fälle verbeißt, kann und will nicht locker lassen und bringt sich dabei wieder einmal in höchste Gefahr. Ganz witzig fand ich diesmal die vertauschten Rollen, sonst ist ja Barak immer eher der Draufgänger der keine gefährliche Situation ausläßt, doch der will diesmal nur zu seiner Tamasin nach Hause und seine Loyalität zu Matthew wird auf eine harte Probe gestellt.
    Überhaupt sind die Charaktere sehr glaubwürdig geschildert und gerade bei Matthew und Barak kann man eine überzeugende und für ihre Zeit stimmige Entwicklung mit verfolgen.
    Im letzten Drittel zieht die Spannung ungemein an, es kommt zu dramatischen Entwicklungen in Portsmouth und beide Krimifälle werden entwirrt und aufgelöst. Matthew muß erkennen, dass er in einigen Dingen komplett daneben lag und so bekommt der Leser einige überraschende Wendungen geboten. Trotzdem kann ein aufmerksamer Leser diesmal das ein oder andere Detail erahnen ohne das einem das die Spannung oder das Lesevergnügen nimmt.

    FaziT: ein atmosphärisch dichter, hervorragend recherchierter und erzählter historischer Krimi, der wie alle Bände der Reihe pure Lesefreude beschert!
  • 2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 13.08.2014
  •  
    sehr gut
  • Als Agatha nach einer längeren Urlaubsreise nach Carsley zurück kehrt, muß sie fest stellen, dass eine neue Bewohnerin in das kleine Dorf gezogen ist. Mary Fortune, eine bildhübsche geschiedene Frau, die alles was sie macht perfektioniert, ist nicht nur eine hervorragende Bäckerin, sondern auch eine gute Gärtnerin und immer perfekt gekleidet. Alle im Dorf mögen sie und vor allem Agathas Nachbar James scheint ein Auge auf die Dame geworfen zu haben. Doch als kurz vor der Gartenschau eine Reihe von Gärten verwüstet werden und schließlich ein Mord passiert, kann Agatha endlich wieder ihrer Schnüffel Leidenschaft frönen.

    Auch Agatha Raisins 3. Fall wurde von der Autorin wieder gekonnt und unterhaltsam in Szene gesetzt. Allerdings dauert es diesmal ein wenig, bis der Krimifall in die Gänge kommt. Zunächst erfährt der Leser, wie Agatha nach ihrer Reise nach Hause kommt, eine Konkurrentin in der Gunst um James Aufmerksamkeit vorfindet und natürlich alles daran setzt, um die andere Frau auszustechen. Obwohl sie keine Ahnung vom Gärtnern hat, tritt sie in die botanische Gesellschaft ein und verkündet, auch ihren Garten für die Teilnahme an der Gartenschau zu öffnen. Natürlich kann Agatha auch hier alte Gewohnheiten nicht ablegen und gerät wieder in Versuchung zu schummeln, was wie die Male zuvor natürlich auch nicht verborgen bleibt. Das alles ist recht unterhaltsam geschrieben, jemand der einen gut konstruierten und spannenden Krimifall sucht, ist hier aber mit Sicherheit falsch, denn die Vandalismusfälle und der Mord sowie deren Aufklärung erfolgen erst im letzten Drittel des Buches. Wer allerdings die beiden Vorgänger mochte, der wird hier auf viele lieb gewonnene Figuren treffen und kann sich an Agathas unkonventioneller Ermittlungsarbeit und ihrer eigenwilligen, schrägen Art erfreuen. Die ehemalige PR Frau ist immer noch reichlich exzentrisch und mit ihrer barschen, Ich bezogenen Art nicht immer sympathisch, aber sie hat vom ersten Band her eine deutliche Entwicklung durchlaufen, inzwischen hat sie doch einige Freunde im Dorf gefunden, sie versucht auch, ihre etwas teenagerhafte Verliebtheit für James in den Griff zu bekommen und hat wegen ihrer Mogelei ein schlechtes Gewissen. So wird sie zwar insgesamt keine absolut liebeswerte Figur, aber sie bekommt immerhin nettere Züge als zu Beginn der Serie.
    Der Krimifall ist ein wenig durchschaubar und wird auch am Ende ziemlich fix aufgelöst, trotzdem läßt sich das Buch flott lesen, bietet viel englische Dorfidylle und einen vergnüglichen Blick auf die dörflichen Verflechtungen mit reichlich schrägen Charakteren.

    Fazit: ein unaufgeregter und unterhaltsamer englischer Landhauskrimi mit einer nicht wirklich sympathischen Heldin, die aber durchaus Potenzial hat und stets für reichlich launige Unterhaltung sorgt.
  • Bewertung vom 11.08.2014
  •  
    gut
  • Ein Gasanschlag im Kölner Dom verbreitet Angst und Schrecken, doch das eigentliche Ziel des Anschlags war der Raub der Gebeine der heiligen 3 Könige, dem Wahrzeichen der Stadt. Das ruft BKA-Ermittler Leon Kramer auf den Plan, der als Drahtzieher die ominöse Sekte vermutet, der er schon geraumer Zeit auf der Spur ist. Nach einem Hinweis von seinem Patenonkel Heinrich, weiß Leon Kramer, dass der Sekte nur noch ein Artefakt fehlt um ihren Götzen Baphomet zu neuem Leben zu erwecken, die Spur führt den BKA Ermittler nach Paris.

    Insgesamt eine solide Folge, die eine deutliche Steigerung zu den Anfangsfolgen aufweisen kann. Inhaltlich kann man nun geteilter Meinung sein. Sekten-Verschwörungstheorien um Artefakte und biblische Götzen sind ja nun beileibe nicht neu, daher darf man von der Thematik auch nichts wirklich ausgeklügeltes erwarten, aber der Spannungsbogen ist ganz ordentlich gespannt und die Story mit reichlich Action und ordentlicher Ballerei soweit aufgepeppt, dass man sich knapp eine Stunde gut unterhalten kann.
    Mit dem Hauptcharakter Leon Kramer kann ich aber nicht so wirklich warm werden. Insgesamt hat sich der Sprecher Fabian Harloff zu den Anfänger der Reihe deutlich gesteigert, aber mir fehlen bei dem Mann einfach mal ein paar Gefühlsregungen irgendeiner Art. Bisher kommt er einfach wie ein kalter Klotz rüber. Mit Frauen hat der gute Leon scheinbar auch kein Glück, sobald auch nur eine in seinem Bannkreis auftaucht, wird sie hinweg gemeuchelt ohne bei dem Ermittler auch nur eine Gefühlsregung erkennen zu lassen. Hier wäre auf jeden Fall etwas mehr charakterliche Tiefe von Nöten gewesen.
    Musik und Geräuschkulisse sind aber ganz in Ordnung und werden effektvoll eingesetzt.

    FaziT: leichte Hörspielkost für zwischendurch ohne großen Anspruch, ideal zum Abschalten, wer etwas herausragendes sucht, ist hier aber falsch.
  • Bewertung vom 11.08.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Bei Sally und Peter läuft alles bestens und ein romantischer Abend beim Tanz soll einen besonderen Tag krönen. Doch dann bricht eine Frau auf der Tanzfläche tot zusammen und was zunächst nach einem Herzinfarkt aussah, entpuppt sich als Mord. Kommissar Oliver Zornvogel vermutet sogar einen Anschlag auf Sally, denn Sallys Vergangenheit ist recht geheimnisvoll, entstammt sie doch aus einer der besten Familien Hamburgs, die vor Jahren in einen Politskandal verwickelt war.

    Eine äußerst stimmige und interessante Folge, erfährt man doch hier viel über Sally und ihre Vergangenheit, bzw. ist diese der Schlüssel zu dem Anschlag.
    Die Inszenierung ist wie immer Top, erzeugt eine tolle Atmosphäre und wird durch eine gelungene Musik und Geräuschkulisse untermalt. Auch bei den Sprechern hat man hervorragend besetzt, bis in die kleinste Nebenrolle hinein hat man für jeden Charakter die ideale Besetzung gefunden.
    Um Sallys Herkunft rankte sich ja durch die ganze Serie hinweg ein recht großes Geheimnis, das nun gelüftet wird! Durch den versuchten Anschlag auf seine Geliebte wird dieser Fall dann auch zu Peter Lundts emotionalster Ermittlung, die er aber nichts desto trotz souverän durchführt und zu Ende bringt. Der Fall selbst ist knifflig und recht komplex, wirkt streckenweise ein wenig zu konstruiert um ganz glaubwürdig zu sein, aber die Inszenierung ist ansonsten so stimmig und die Ermittlungen so spannend aufgebaut, dass das kaum ins Gewicht fällt!

    FaziT: eine sehr gelungene Folge der Reihe, in der die Charaktere weiter vertieft und ausgearbeitet werden. Da Sallys Vergangenheit die Grundlage für den Fall ist, wird die ganze Sache um so spannender. Insgesamt super Hörgenuß auf hohem Niveau!
Costello, Matthew; Richards, Neil Cherringham - Mord im Mondschein (eBook, ePUB) EUR 1,99
  • Bewertung vom 08.08.2014
  •  
    gut
  • Kirsty Kimball, eine der Sängerinnen die im Rotary Club im Chor singt, stirbt an einem anaphylaktischen Schock, nachdem sie einen falschen Keks gegessen hat. Ihre Freundin Beth glaubt nicht an einen Unfall, denn Kirsty war mehr als vorsichtig was ihre Allergie betraf und hatte überall in ihrem Umfeld EpiPhens verteilt. Da noch weitere Sänger ausgefallen sind und das große Weihnachtssingen ansteht, springt Jack ein und kann so gleich vor Ort ermitteln.

    Auch der 3. Fall für das Ermittlerduo Jack und Sahra ist im Prinzip nicht schlecht konstruiert. Jack und Sarah ermitteln nachvollziehbar, es gibt eine Reihe Verdächtiger und der Täter ist zunächst nicht erkennbar. Die Autoren arbeiten ihre Charaktere weiter aus und die Freundschaft der beiden Hauptprotagonisten Jack und Sarah vertieft sich, das sind eindeutig die Pluspunkte der 3. Folge.
    Als Manko habe ich aber die fehlende Weihnachtsatmosphäre empfunden, die kommt so gar nicht auf. Ein wesentlich größerer Kritikpunkt ist aber die Auflösung des Krimifalles. Jack und Sarah haben so weit gut ermittelt und dem Mörder auch geschickt eine Falle gestellt. Leider ist das Ende dann sehr abrupt und es werden wesentliche Fragen nicht geklärt. Aus Spoilergründen kann ich das hier nicht detailliert erklären. Zwar ist das Motiv ist im Großen und Ganzen klar, aber wie der Mord ausgeführt wurde und warum eigentlich jemand anders den Mord zugibt, das wird wie einige andere wesentliche Fragen nicht geklärt! So bleibt eine ehr durchschnittliche Folge und die Hoffnung, dass der nächste Teil wieder besser ist.

    FaziT: bisher die schwächste Folge was die Auflösung des Krimifalles betrifft, leider kommt auch nicht viel von der vorweihnachtlichen Atmosphäre rüber, aber die Charaktere werden vertieft und die Ermittlungsarbeit ist solide!
««« zurück1234vor »

Lieblingslisten