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tassieteufel
Über mich:
Absolute Leseratte, Vielleserin und bekennender Seriensüchtling! Ich lese seit ich lesen kann und das eigentlich mit gleichbleibender Begeisterung, es gibt nur wenige Gelegenheiten, wo ich kein Buch dabei hab. Ich lese gern englische Krimis, ab und an auch mal Thriller, einen historischen Roman oder etwas aus der Mysterieecke, aber meine All-Time-Favorits sind und bleiben historische Krimis. In letzter Zeit habe ich Hörspiele für mich entdeckt!
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Insgesamt 1310 Bewertungen
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Lossau, Jens; Schumacher, Jens Der Schädelschmied / Jorge und Hippolit Bd.3 EUR 9,99
  • Bewertung vom 14.10.2014
  •  
    sehr gut
  • Im unterirdischen Zwergenstaat Barlyn geschieht ein rätselhafter Mord. Schürfminister Borkudd, ein ebenso einflußreicher wie verhaßter Politiker, wird in seinem von innen verriegelten Büro aufgefunden. Der Mörder hat dem Zwerg ein Dutzend Stahlnägel in den Schädel getrieben und ist spurlos verschwunden. Das IAIT entsendet seinen besten Ermittler Meister Hippolit und dessen Gehilfen Jorge zur Aufklärung der Angelegenheit. Doch dort angekommen muß das ungleiche Ermittlerduo feststellen, dass sie nicht die einzigen sind, die zu Klärung des Falles angereist sind. Lordprotektor Hindrych hat 1000 Goldkaunaps als Belohnung ausgesetzt für denjenigen, der den Mörder dingfest macht und neben Hauptmann Glaxiko von der Stadtwache von Nophelet sind Meisterermittler Oskulapius von Sherlepp und sein Gehilfe Meister Rekten angereist um den Fall zu knacken.

    In ihrem 3. Fall bekommen es die beiden Top Ermittler vom IAIT, dem Institut für angewandte investigative Thaumaturgie nicht nur mit einigen Konkurrenten und mürrischen Zwergen zu tun, sondern sie treffen auch auf ein körperloses Monstrum und Schleim absondernde Haustiere. Jorges Trollweisheiten sind wieder mal köstlich, hier kann man sich bestens unterhalten und öfter mal schmunzeln. Grinsen mußte ich auch jedesmal, wenn Jorge mit seiner typischen „Haudrauf“ Mentalität meint gerade besonders subtil vorzugehen und trotzdem gelingt es ihm auch diesmal entscheidende Hinweise zu finden, die Meister Hippolit auf den richtigen Weg bringen.
    Zwerge die in Bergwerken oder Minen emsig schuften und auch genauso kernig feiern können, das kennt man ja auch schon aus anderen Fantasygeschichten. Das Autorenduo kreiert seine Zwerge aber reichlich rechtslastig. Der oberste Lordprotektor wird mit einem zackigen „Heil Hindrych“ begrüßt und auch sonst scheinen die Zwerge reichlich Vorbehalte gegen andere Rassen zu haben, hier kann man deutliche Parallelen ziehen. Die Autoren beschreiben das alles aber so launig und erfrischend schräg und würzen es mit einer wohldosierten Prise schwarzen Humors, dass man am Ende doch für den ein oder anderen Zwerg Sympathien empfindet.
    Der Krimifall ist ein klassischer Fall des „locked room“, der Ermordete sitzt in einem von innen verriegelten Raum ohne andere Zugänge, die Mordmethode ist so ausgefallen, das man Selbstmord ausschließen kann, also selbst für den gewieften Hippolit ein kniffliger Fall, bei dem er seine grauen Zellen ordentlich strapazieren muß und auch Jorge, der in ihrem Duo eher die schlagkräftigen Argumente verkörpert, trägt wieder auf unnachahmliche Weise zur Lösung bei. Trotz der magischen Komponente wird der Fall recht originell aufgelöst und deckt sogar eine verborgene Verschwörung auf.
    Insgesamt ist die Geschichte flott, spannend und mit viel Augenzwinkern erzählt und bietet gute Unterhaltung.

    FaziT: wer die beiden Vorgänger mochte, wird auch hier seine Freude haben! Witzig und intelligent bekommt man hier mal Fantasy abseits herkömmlicher Pfade geboten.
  • Bewertung vom 13.10.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Jays Mutter, die als Anwältin arbeitet, ist gerade mit einem hochkarätigen Fall von Wirtschaftskriminalität befaßt, doch ihre Hauptzeugin wird unter seltsamen Umständen ermordet. Zudem leidet Jays Mutter unter grauenhaften Alpträumen in denen eine dämonische Spukgestalt die Frau in Angst und Schrecken versetzt. Und auch ihre neuer Verehrer Maurice Micklewhite erregt Jays Misstrauen, hat er etwas mit dem Tod der Zeugin zu tun? Als Tom und Derek ihrem Freund zu Hilfe eilen und in dem Fall eigene Nachforschungen anstellen, geraten die 3 Jungs vom Radiosender mal wieder in höchste Gefahr.

    Mit Folge 36 ist den Produzenten eine ungewöhnlich beklemmende Folge gelungen, die auch durchaus als Erwachsenen Hörspiel durchgehen würde. Die Atmosphäre ist wirklich toll! Die Szenen in denen Jays Mutter von unheimlichen Alpträumen geplagt wird, sind unheimlich und bedrohlich und wirken sehr realistisch. Dadurch wird zudem die Spannung des Hörspiels ungemein angezogen, denn man fragt sich, was diese Spukgeschichte mit dem Gerichtsfall von Jays Mutter zu tun hat. Die Verknüpfung beider Handlungsstränge ist aber gut gelungen und am Ende wird alles zufriedenstellend zusammen geführt und aufgelöst. Erwachsene Krimifans werden allerdings schon etwas eher erahnen, was hinter all den Verwicklungen steckt, aber das trübt das Hörvergnügen keineswegs, da es genug Wendungen gibt, die die Spannung erhalten.
    Neben den 3 Jungs ist es diesmal Karin Buchholz, die als Jays Mutter und alptraumgeplagte Anwältin überzeugt, aber auch die anderen Sprecher sind gut besetzt und machen ihre Sache hervorragend.
    Die stimmige Atmosphäre wird durch die gelungene Musikauswahl noch verstärkt und unterstützt, hier ist den Produzenten ein dichter Klangteppich gelungen, der perfekt zur Story paßt.

    FaziT: wieder einmal eine ungewöhnliche Folge der sehr abwechslungsreichen Serie, die mit einer düsteren Atmosphäre und einem geschickten Verwirrspiel überzeugt.
  • 5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 09.10.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Henker Jacob Kuisl reist mit seiner gesamten Familie nach Bamberg um dort der Hochzeit seines Bruders Bartholomäus beizuwohnen. Doch was als Familienbesuch geplant war, wird schon bald zu einer blutigen und unheimlichen Angelegenheit. In Bamberg werden immer wieder die abgetrennten Gliedmaßen von verschwundenen Menschen gefunden, Angst geht um und bald werden Gerüchte laut, das ein Werwolf umgeht, der für diese brutalen Taten verantwortlich ist. Jakob Kuisl, dem dieser Aberglauben ein Gräuel ist, versucht Licht in die Angelegenheit zu bringen und sticht wieder mal in ein Wespennest.

    Auch mit dem 5. Band der Henkerstochter Reihe ist Oliver Pötzsch wieder ein spannender und atmosphärisch dichter historischer Krimi gelungen, den man nur schwer aus der Hand legen kann. Mir persönlich hat der 5. Teil wieder besser gefallen als der Vorgänger, denn diesmal bleibt der Spannungsbogen durchgängig hoch und durch das gespannte Verhältnis von Jakob Kuisl zu seinem Bruder kommt noch zusätzlich etwas Würze dazu. Zudem hat der Autor eine gelungen Mischung gefunden, den mundartlichen Dialekt und die etwas forsche Ausdrucksweise des Henkers so zu integrieren, dass sie nicht überhand nimmt, wir im 4. Teil.
    Wie man es von Oliver Pötzsch kennt, schildert er wieder mit viel Liebe zum Detail das historische Bamberg und läßt es vor den Augen des Lesers auferstehen, hier bekommt man wirklich Lust auf einen Stadtbummel um sich selbst ein Bild zu machen. Von Anfang an baut sich eine stimmige Atmosphäre auf, die sich stetig steigert. Die Angst der Menschen, dass sich die schlimme Zeit der Hexenverfolgung wiederholen könnte, jetzt wo der Werwolf umgeht, wird greifbar und als erste Verhaftungen erfolgen, kann man die Panik und Hysterie der Menschen mitfühlen. Hier ist dem Autor eine glaubhafte Grundstimmung gelungen, die sich durch das ganze Buch zieht und der fiktiven Geschichte eine glaubhafte Atmosphäre verleiht.
    Ebenso detailreich werden die Charaktere beschrieben und wieder einmal bekommt man ein paar mehr Einblicke in die Arbeit des Henkers und vor allem in Jakob Kuisls Vergangenheit. Sehr interessant fand ich auch die Kapitel um Simon Fronwieser und seinen Freund, hier erhält der Leser anschauliche Details aus der Heilkunde der damaligen Zeit.
    Wie man aus dem informativen Nachwort entnehmen kann, gab es damals tatsächlich Tiere, die als Werwölfe hingerichtet wurden. Daraus hat der Autor eine spannende Geschichte gemacht und sie mit seinen fiktiven Mordfällen verknüpft. Geschickt legt der Autor falsche Fährten, lockt dem Leser in die Irre und versteht es am Ende, die Mordserie plausibel aufzulösen und alle Handlungsstränge zusammen zu führen.

    FaziT: der komplexe, spannende Krimifall wird stimmig in das historische Setting eingebettet und überzeugt sowohl durch die Handlung als auch durch seine liebenswert-schrulligen Figuren! Einmal angefangen kann man das Buch nur schwer aus der Hand legen. Nun bleibt zu hoffen, dass es noch ein paar weitere Teile für den brummigen Henker und seine Sippe geben wird.
  • Bewertung vom 08.10.2014
  •  
    sehr gut
  • Der reiche Stewart Hensley hat sich endlich entschlossen, seine umfangreiche Gemäldesammlung in einer Ausstellung zu präsentieren. Doch die wertvollen Bilder werden schon auf dem Weg ins Museum gestohlen. Hensley verdächtigt zunächst seinen Sohn, dieser wiederum verdächtigt seine wesentlich jüngere Stiefmutter. Da Hensley der Polizei nicht über den Weg traut, zieht er Lady Bedfort hinzu, die auch schon bald eine erstaunliche Entdeckung macht.
    Wieder ist den Produzenten ein spannender und abwechslungsreicher Fall gelungen, der diesmal sogar ganz ohne Leiche auskommt. Obwohl die Zahl der Verdächtigen für den Diebstahl recht überschaubar ist, bleiben doch die Motive bis zum Schluß völlig im Dunkeln und das Ende ist wirklich überraschend, wenn es auch ein wenig überkonstruiert wirkt.
    Köstlich sind wieder mal die Geplänkel zwischen Lady Bedfort und Inspektor Gomery, die Beiden werden wohl nie wirkliche Freunde werden! Ihre Schlagabtäusche sind aber wirklich witzig, hier kann man ordentlich schmunzeln und sich über die beiden Sturköpfe amüsieren! Schade dass Max diesmal nicht dabei war, vielleicht dann wieder in der nächsten Folge! Neben den Hauptsprechern kann man diesmal als Stewart Hensley senior Ulf-Jürgen Wagner, als Marian Hensley Marie Bierstedt und als Stewart Hensley junior Wanja Gerick hören, die ihre Sache ausgesprochen gut machen. Vor allem Ulf-Jürgen Wagner als dickschädeliger und cholerischer Stewart Hensley überzeugt in seiner Rolle.
    Musik und Geräuschkulisse sind wie gewohnt routiniert und professionell unterlegt und tragen zum stimmigen Ambiente bei.

    FaziT: ein gewohnt routiniert produzierter Fall für Lady Bedfort, der mit einem wendungsreichen Ende überrascht und insgesamt spannende und launige Unterhaltung bietet.
  • 4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 06.10.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Im September 1939 wird Sonderermittler Pekkala von Stalin wieder in das Arbeitslager Borodok geschickt, als Sträfling getarnt soll er dort den Mord an Rittmeister Ryabow aufklären, einem der letzten Männer die von Oberst Koltschak‘s Truppen im Arbeitslager überlebt haben. Koltschaks Männer waren einst dafür zuständig, den Goldschatz des Zaren abzutransportieren, Koltschak selbst starb später in einem berüchtigten Gefängnis, doch Ryabow behauptet nun, der Oberst würde noch leben und war bereit, im Gegenzug gegen für seine Freiheit Koltschaks Aufenthaltsort preis zu geben. Stalin will um jeden Preis wissen, was hinter der Sache steckt, doch er verschweigt Pekkala einiges. Dieser durchlebt einen persönlichen Alptraum, als er in die eisige Kälte des Arbeitslagers zurück muß.

    Der 3. Fall für das Smaragdauge hat mir bisher am besten gefallen! Die düstere, beklemmende Atmosphäre, die das Buch von Anfang an beherrscht, wird durch die Schilderungen der entsetzlichen und menschenverachtenden Zustände im Arbeitslager Borodok und die unwirtlichen Witterungsbedingungen noch verstärkt. Schon allein der Transport der zusammen gepferchten Menschen in den Güterwaggons nach Sibirien verursacht eine Gänsehaut, ebenso das Lagerleben in der klirrenden Kälte Sibiriens. Pekkalas Ermittlungen gestalten sich schwierig, ebenso die Kommunikation mit Major Kirow, der in Moskau zurück bleiben mußte. Das Smaragdauge trifft im Lager alte Bekannte und schafft sich neue Feinde, was zu weiteren Komplikationen führt und die Ermittlungen zusätzlich erschwert. Zudem muß Pekkala erkennen, dass ihn sowohl der Zar als auch Stalin für ihre eigenen Zwecke benutzt und manipuliert und ihm wichtige Details verschwiegen haben.
    Wie man es aus den anderen Bänden kennt, werden zwischen die aktuelle Handlung Rückblicke aus Pekkalas Leben eingefügt, die dem Leser Einblicke in die Vergangenheit gewähren und es so auch ermöglichen, gerade passierte Vorgänge aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Das hat mir sehr gut gefallen, vor allem weil sich hier Pekkala auch der ein oder anderen unangenehmen Wahrheit stellen muß und seine immer noch etwas nebulöse Vergangenheit etwas greifbarer wird.
    Stalin, der in den beiden Vorgängern mehr am Rande durch die Bücher „geisterte“, hat diesmal auch ein paar mehr Auftritte und es ist dem Autor recht gut gelungen, den Despoten glaubhaft darzustellen. Sehr stimmig ist diesmal auch die Atmosphäre im Buch, neben den Schilderungen der widrigen Witterungsbedingungen bekommt der Leser einen eindringlichen Einblick in die Situation in Russland unter Stalins Herrschaft und die Verhältnisse in Sibirien. Obwohl der Grundtenor des Buches düster und bedrückend ist, gibt es auch ein paar wenige Momente, wo man schmunzeln kann, die Episode mit den Schlaglöchern ist einfach herrlich und setzt in all der Trostlosigkeit ein paar Lichtblicke. Es bleibt durchgehend spannend und gerade gegen Ende wird der Spannungsbogen nochmal deutlich angezogen.
    Als Anhang gibt es einige Erläuterungen des Autors zu den realen Ereignissen in Sibirien und diese Ausführungen runden die spannende fiktive Geschichte gekonnt ab.

    FaziT: ein spannender und atmosphärisch dichter historischer Krimi, der durch einen eigenwilligen Ermittler, ein ungewöhnliches Setting und eine sehr intensive Stimmung überzeugt. Bleibt zu hoffen, dass die nächsten beiden Bände bald ins Deutsche übersetzt werden!
  • Bewertung vom 01.10.2014
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    sehr gut
  • Christian Morgenstern wird von seinem ehemaligen Schulkameraden Henry beauftragt, einen verschwundenen Nachbarn zu finden. Als Morgenstern von Potsdam ins ländliche Brandenburger Hinterland aufbricht, wird er von einem arktischen Wintereinbruch überrascht, der alles zum Erliegen bringt. Die Dorfbewohner verhalten sich seltsam und als Christian im tief verschneiten Wald einen Toten findet und weiter nachforscht, eskaliert die Situation, denn die Verbindung zur Außenwelt ist durch den Wintereinbruch und gekappte Telefonleitungen abgerissen, nun ist Morgenstern auf sich selbst gestellt.

    Insgesamt hat mir auch die 3. Folge recht gut gefallen, die wieder mit einem ganz anderen Setting aufwartet. Die Story an sich ist jetzt nicht sonderlich originell und folgt einem alt bekannten Strickmuster, aber die Inszenierung ist ganz gelungen und spannend gemacht. Die trostlose, tief verschneite Ödnis des Brandenburger Hinterlandes trägt zur stimmigen Atmosphäre bei und Olaf Reitz, der die Geschichte erzählt, weiß die Story durchaus packend an den Hörer zu bringen. Der eigentliche Fall, für den Morgenstern anreist, wird dann allerdings quasi zur Nebensache und versandet ein wenig.
    Was ich außerdem ein wenig störend finde ist, dass am Ende wieder in einer kurzen Sequenz auf eine große Rahmenhandlung hingewiesen wird, bei der aber so gut wie nichts offenbart wird. Ein bisschen Geheimnistuerei ist ja ganz schön, aber wenn man so gar nichts aus den dürftigen Informationen ableiten kann, das ist schon etwas nervig.

    FaziT: Auch wenn der Krimifall nicht wirklich originell oder überraschend ist und eher alt bekannten Strickmustern folgt, so weiß die Produktion doch im Großen und Ganzen zu überzeugen und bietet solide Krimiunterhaltung.
  • Bewertung vom 29.09.2014
  •  
    weniger gut
  • Aus heiterem Himmel gerät eine Jacht mit 2 Pärchen in einen Sturm und zerschellt an einer unbekannten Insel. Einziges Zeichen von Leben ist ein uralter Leuchtturm auf dem ein Leuchtfeuer brennt. Als die 4 Gestrandeten das alte Gemäuer auf der Suche nach Hilfe erkunden, erleben sie schockierendes. Scheinbar treibt eine Bestie dort ihr Unwesen.

    Konfus, wirr und völlig überfrachtet, sind die ersten Worte die mir in den Kopf kommen, wenn ich das Hörspiel beschreiben soll. Starten tut das Hörspiel mit einer Szene im Wald, in der 2 Jugendliche scheinbar in die Fänge eines Werwolfes geraten, dann geht es übergangslos weiter auf der Jacht. Hier existiert überhaupt kein Zusammenhang, es wird auch nicht deutlich, ob hier ein späterer Zeitpunkt vorliegt oder nicht. Hier wäre auf jeden Fall ein Erzähler hilfreich gewesen, der ein paar Hintergrundinformationen liefert.
    Der Schiffbruch und die Geschehnisse auf der Insel sind zunächst ganz spannend und unheimlich, aber auch dann wird die Story wieder wirr und zerfasert sich in zu vielen Nebenschauplätzen. Anstatt sich auf eine Sache zu konzentrieren, werden hier verschiedene Aspekte zusammen gebracht. Ein Wolfskult, die nordische Mythologie um den Fenriswolf und dann wieder der Werwolfglaube, das wird alles wild zusammen gemixt und ergibt so nichts Halbes und nichts Ganzes. Zudem werden mitten im Hörspiel wieder einige Szenen eingespielt, die das Anfangsszenario im Wald weiterführen und erklären sollen, das erfolgt aber so abrupt, dass man hier erstmal Schwierigkeiten hat, umzuschalten. Die Verknüpfung beider Geschichten gelingt auch nicht wirklich gut und es bleibt viel zu viel offen.
    Neben dem wirren Inhalt, machen die Sprecher ihre Sache aber sehr gut, aber das kann leider auch nicht über die inhaltlichen Defizite hinweg täuschen! Musik und Geräuschkulisse vermitteln hingegen zumindest eine stimmige Atmosphäre wie man sie bei einem Gruselhörspiel erwartet.

    FaziT: mehr als enttäuschend! Die Geschichte an sich ist wirr und überfrachtet, hier hätte eine geradlinigere Erzählweise und die Konzentration auf eine Werwolfgeschichte mit Sicherheit mehr gebracht, so bleibt eine krude Mischung, bei der auch die guten Sprecher nichts mehr heraus reissen können.
Michéle, Rebecca Ein tödlicher Schatz EUR 12,95
  • 6 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 26.09.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Nach einem furchtbaren Unwetter, bei dem auch ein Teil des Herrensitzes Higher Barton zerstört wurde, entdecken Handwerker in einer eingestürzten Wandnische ein Skelett. Sofort kursiert im Ort das Gerücht, es würde sich um die sterblichen Überreste von Evelyn Tremaine handeln, die angeblich im 19. Jh. von ihrem Bruder ermordet und in die Wände des Herrenhauses eingemauert worden sein soll. Doch eine gerichtsmedizinische Untersuchung ergibt, dass es sich um einen Mann handelt, der nicht länger als 10 Jahre tot ist. Mabels Cousine Abigail, die zu dieser Zeit den Herrensitz bewohnte, muß aus Frankreich anreisen und steht unter Verdacht, etwas mit dem Mord zu tun zu haben. Eigentlich hatte Mabel ja Victor versprochen, sich aus zukünftigen Ermittlungen heraus zu halten, doch angesichts der Ereignisse kann sie dieses Versprechen nicht einhalten und steckt bald wieder nicht nur in einem Mordfall sondern schwebt auch selbst in großer Gefahr.

    Auch der 4. Fall für Mabel Clarence und den brummigen Tierarzt Viktor Daniels überzeugt mit einem stimmigen Setting, liebenswerten Figuren und einem kniffligen Krimifall! Eigentlich wollte sich Mabel ja nach ihrem letzten Abenteuer aus allen Schwierigkeiten heraus halten, aber da Higher Barton betroffen ist und ihre eigene Cousine die Hauptverdächtige von Inspektor Warden ist, kann sie gar nicht anders, als eigene Nachforschungen anzustellen und gerät dabei wieder einmal in höchste Gefahr!
    Ihre Figuren hat die Autorin weiter ausgearbeitet, so langsam deutet sich an, dass zwischen Mabel und Viktor doch mehr sein könnte als nur Freundschaft und so darf man wohl hier auf die weitere Entwicklung gespannt sein. Über Inspektor Warden mußte ich wieder mal schmunzeln, der Mann hat es nicht leicht mit Mabel, dabei sollte er inzwischen wissen, dass er sich auf das Gespür der resoluten Dame verlassen kann! Neben den Hauptfiguren trifft man als Leser auch viele Nebencharaktere wieder, die man bereits aus den Vorgängern kennt, so muß Mabels Cousine Abigail aus Frankreich anreisen, der sympathische Sergeant Bourke ist auch wieder mit dabei, ebenso wie die klatschsüchtige Fleischersfrau, die wohl in ähnlicher Form in jedem Dorf zu finden ist. Hier hat die Autorin ein stimmiges Bild von Land und Leuten gezeichnet in das der Krimifall gut eingebettet ist!
    Mabels Ermittlungen sind logisch und nachvollziehbar, zwar gibt es für einen versierten Krimileser einen Hinweis auf den Täter, der sich am Ende auch bestätigt hat, aber bis zu seiner Entlarvung gibt es noch ein paar unerwartete Wendungen, die das Geschehen bis zum Ende spannend bleiben lassen.
    Wie gewohnt ist der Schreibstil flott und unterhaltsam, man kann auch mal schmunzeln und die Geschichte ist viel zu schnell ausgelesen.

    FaziT: auch mit ihrem 4. Fall konnte mich die Autorin begeistern und hat mir unterhaltsame und spannende Lesestunden beschert. Man trifft viele lieb gewonnene Figuren aus den Vorgängern wieder und kann in die malerische Kulisse Cornwalls eintauchen, hier merkt man dass sich die Autorin mit Land und Leuten auskennt! Bleibt zu hoffen, dass es noch einige Fälle für die resolute Rentnerin geben wird.
Costello, Matthew; Richards, Neil Cherringham - Letzter Zug nach London (eBook, ePUB) EUR 1,99
  • Bewertung vom 26.09.2014
  •  
    sehr gut
  • Als Sarah und Jack beim örtlichen Sommerfest der Schule mithelfen, werden sie Zeuge wie Otto Brendl, ein netter alter Herr der mit seinem Kasperletheater die Kinder verzauberte, an einem Herzinfarkt stirbt. Doch dann stellt Jack fest, dass in Ottos Haus eingebrochen wurde und einige seiner Puppen gestohlen wurden. Als Jack und Sarah weiter nachforschen, stellt sich allerdings heraus, dass Otto Brendl gar nicht der nette alte Herr war, für den alle ihn hielten und bald wird es auch für Jack gefährlich, der die restlichen Handpuppen in seinem Boot aufbewahrt.

    Die Grundidee für die 5. Folge ist wirklich gelungen, schade nur dass man diesmal nicht wirklich miträtseln kann, weil es keine Hinweise auf den Mörder gibt und dieser dann am Ende quasi wie aus dem Hut gezaubert auftaucht! Zudem hätte man hier zu Opfer und Täter doch noch ein paar mehr Hintergrundinfos einfügen können, was der Story insgesamt mehr Tiefe verliehen hätte, aber auf nur knapp 100 Seiten muß sicherlich gestrafft werden! Allerdings ist es recht spannend, wie Jack und Sarah nach und nach die Vergangenheit von Otto Brendl aufdecken und immer mehr Details zu Tage fördern. Diese Ermittlungen sind nachvollziehbar und schlüssig, allerdings wird man Ende bei der Auflösung mit einem überraschenden Schluß konfrontiert, der eher ungewöhnlich ist.

    FaziT: insgesamt ein nettes Serienkonzept! Da keine Folge über 100 Seiten hat, bekommt man als Leser hier unterhaltsame Krimilektüre wenn man mal was kurzes für zwischendurch sucht. Die Charaktere sind sympathisch und ausbaufähig, so dass man gespannt sein darf, was in den nächsten Folgen passiert.
  • 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 25.09.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Die ehemalige Gouvernante von Lady Frances Carfax ist mehr als besorgt, als sie von ihrem ehemaligen Zögling längere Zeit nichts hört. Bisher schrieb Lady Carfax regelmäßig alle 14 Tage und so bittet die alte Dame Sherlock Holmes, sich der Angelegenheit anzunehmen. Zuletzt hielt sich die Lady in Lausanne auf und da Holmes selbst in London unabkömmlich ist, schickt er Dr. Watson auf Spurensuche. Dieser findet heraus, dass Lady Carfax im Hotel die Bekanntschaft eines Dr. Schlesinger und seiner Frau machte und mit dem undurchsichtigen Paar ohne Bekanntgabe einer neuen Adresse weitergereist ist. Zudem wurde die Lady scheinbar von einem rüpelhaften Mann verfolgt, der ihr große Angst einjagte.

    Folge 45 ist insofern ungewöhnlich, da Dr. Watson hier nicht nur als Erzähler fungiert, sondern auch einen großen Teil der Ermittlungen allein bestreitet, zwar nicht zur Zufriedenheit von Sherlock Holmes, aber für den Hörer durchaus launig und unterhaltsam! Nachdem der Meisterdetektiv doch noch zu den Ermittlungen dazu stößt, nimmt der Fall aber zunehmend an Fahrt auf und es wird spannender und am Ende gipfelt alles in einem recht dramatischen Finale! Holmes und Watson sind einem ganz perfiden Schurken auf der Spur, dem es sogar gelingt, Holmes zunächst auszutricksen. Peter Weis der den Bösewicht Schlesinger spricht, macht seine Sache hier hervorragend und überzeugt in seiner Rolle als Schurke, obwohl seine Rolle recht klein ist und durchaus hätte weiter ausgebaut werden können. Zu Peter Groeger und Christian Rode braucht man ja nichts mehr zu sagen, die beiden agieren als eingespieltes Team und verleihen der Reihe ihren besonderen Charme, aber auch die anderen Sprecher sind gut besetzt.
    Musik und Geräuschkulisse sind bei der Reihe ja sowieso eher dezent eingesetzt, bieten aber auch diesmal wieder eine stimmige Untermalung, besonders in den dramatischen Szenen.

    FaziT: eine sehr gelungene Folge, die sowohl launige und spannende Unterhaltung bietet, lediglich das dramatische Ende ist ein wenig abrupt und hätte durchaus etwas ausführlicher ausfallen dürfen.
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