Benutzer


Nickname:
tassieteufel
Über mich:
Absolute Leseratte, Vielleserin und bekennender Seriensüchtling! Ich lese seit ich lesen kann und das eigentlich mit gleichbleibender Begeisterung, es gibt nur wenige Gelegenheiten, wo ich kein Buch dabei hab. Ich lese gern englische Krimis, ab und an auch mal Thriller, einen historischen Roman oder etwas aus der Mysterieecke, aber meine All-Time-Favorits sind und bleiben historische Krimis. In letzter Zeit habe ich Hörspiele für mich entdeckt!
Danksagungen:
657 (erhaltene)
Rang:

Bewertungen


Insgesamt 1296 Bewertungen
««« zurück1234vor »
  • Bewertung vom 19.09.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Bald 20 Jahre sind vergangen, seit der junge Dorian Grey den Maler Basil Hallward inspirierte, sein Leben ist lasterhaft und voller Ausschweifungen und er hat schon viele Menschen ins Unglück gestürzt, doch er sieht immer noch genauso so aus wie früher. Durch seinen rücksichtslosen Lebenswandel hat er viele Feinde in der Gesellschaft und erst eine ruchlose Tat weckt in ihm den Wunsch, sein Leben zu ändern, doch es ist bereits zu spät.

    Auch im 2. Teil der Doppelfolge bleibt die stimmige Atmosphäre erhalten und es wird sogar ein wenig unheimlich! Dorian Greys moralischer Verfall geht weiter, immer tiefer sinkt er, während seine Hülle unverändert schön bleibt. Als er endlich erkennt, wie verschwendet sein Leben ist und es ändern möchte, ist es bereits zu spät.
    Die eindringliche Stimmung des Hörspiels wird zum großen Teil von den herausragenden Sprechern und den gelungenen Dialogen erzeugt, die wunderbar das 19. Jahrhundert mit seiner verlogenen Moral widerspiegeln. Schein und Sein sind zweierlei, ganz besonders in Dorian Greys Fall! Oskar Wildes Vorlage wurde hier sensibel und einfühlsam umgesetzt, den leichten Anklang homoerotischer Züge kann jeder selbst für sich interpretieren und auslegen und auch dass paßt wunderbar zur Vorlage, denn im 19. Jahrhundert war dieses Thema tabu.

    FaziT: auch dieser Klassiker wurde mit viel Liebe zum Detail als Hörspiel umgesetzt und überzeugt auf ganzer Linie!
  • Bewertung vom 19.09.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • London Ende des 19. Jahrhunderts: der talentierte Maler Basil Hallward wird quasi von der Muse geküßt, als er den jungen, unschuldigen und wunderschönen Dorian Grey kennenlernt. Als er den jungen Mann porträtiert, gelingt ihm ein außergwöhnliches Werk von dem auch der junge Dorian Grey geblendet ist. Er äußert den Wunsch niemals zu altern und immer so zu bleiben wie auf dem Gemälde. Doch nach der Enttäuschung einer ersten Liebe und unter Einfluß der falschen Freunde wandelt sich Dorian von einem unschuldigen jungen Mann zu einem lasterhaften und kalten Mann und führt bald ein ausschweifendes exzessives Leben ohne Rücksichtnahme auf andere und wie von Geisterhand zeigen sich die Auswirkungen seines selbstsüchtigen Lebens nur auf dem Gemälde.

    Oskar Wildes Roman wurde von Titania atmosphärisch dicht und sehr lebendig umgesetzt. Die verlogene Doppelmoral des 19. Jahrhunderts spiegelt sich gut wieder und vor dem Hörer breitet sich ein sehr stimmiges Sittengemälde aus. Gut, wirklich gruselig oder unheimlich wird es nicht, da gab es sicher schon bessere Hörspiele aus der Reihe, die diese Kriterien erfüllten, aber „Das Bildnis des Dorian Grey“ ist dennoch ein beeindruckendes Hörspiel, denn man bekommt einen schonungslosen Einblick in das Leben der Hauptfigur, von dessen moralischem Verfall und seinem gesellschaftlichen Abstieg, der sich lediglich auf dem Bildnis wiederspiegelt und den optisch gesehen nur Grey selbst verfolgen kann.
    Die Sprecher sind hervorragend und leisten tolle Arbeit, die einzelnen Charaktere bekommen individuelle Züge und die dezente Musikuntermalung bietet den perfekten Rahmen für die Geschichte.

    FaziT: eine tolle Atmosphäre und auch wenn es sich hier eher um ein Sittengemälde als um ein Gruselstück handelt, so kann man sich als Hörer doch nicht vor dem langsam anbahnenden Verhängnis verschließen. Die Doppelfolge sollte man unbedingt zusammenhängend hören, da der erste Teil mitten in der Geschichte aufhört.
  • Bewertung vom 17.09.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Fall Nr. 13 Tödliches Rot
    Charles Meredith seines Zeichens Museumsdirektor lädt einige Freunde u.a. auch Mimi Rutherfurt in sein Haus ein, um ihnen ein neues Exponat zu zeigen. Angeblich handelt es sich dabei um einen großen roten Diamanten, doch als Meredith das Päckchen im Beisein seiner Freunde öffnet, erwartet ihn eine böse Überraschung! Als die Gäste Hilfe holen, stellen sie fest, das sich jemand im Haus befindet, der ihnen nicht wohlgesonnen ist.
    Die Story startet spannend und recht ungewöhnlich. Nach dem Öffnen des Päckchens erlebt nicht nur der Hörer eine Überraschung, doch schon bald nimmt Mimi die Fährte auf und dank ihres scharfen Verstandes gelingt es ihr auch diesmal, den Fall zu lösen. Die Personen sind hier sehr überschaubar. Außer Meredith und Mimi agieren eigentlich nur noch 3 weitere Personen, von daher ist der Täterkreis ziemlich eingeschränkt. Trotz allem gibt es bei der Aufklärung des Falles noch eine verblüffende Wendung, die zeigt, das auch bei nur wenigen Verdächtigen immer noch Überraschungen möglich sind.

    Fall Nr. 14 Sein oder Nichtsein
    Mimi besucht mit ihrer Freundin Helen Simkins das Theaterstück „Mit blanker Klinke“. Doch während der Vorführung kommt es zu einem entsetzlichen Zwischenfall bei dem ein Schauspieler getötet wird und auch ein Zuschauer wird Opfer der Tragödie. Doch Mimi wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht selbst im größten Chaos den Überblick behielte und dabei eine erstaunliche Entdeckung macht.
    Der Fall ist verzwickt und intelligent aufgebaut, im Gegensatz zu anderen Fällen der rüstigen Dame geht es hier erstaunlich brutal zu, doch da in diesem Fall wieder Inspektor Brewster mit von der Partie ist, gibt es wieder diverse humorvolle Szenen. Es ist immer zu köstlich, wie der Inspektor immer meint , cleverer als Mimi zu sein und letztendlich dann doch vor ihrem Scharfsinn kapituliert. Auch Mimis Freundin Helen wirkt immer als guter Kontrast, da muß man sagen das die Sprecher hier besonders gut gewählt sind und ihre Sache gewohnt professionell machen.

    Fall Nr. 15 Flammentod
    2 Mitarbeiter einer Baufirma werden auf brutale Art und Weise ermordet aufgefunden, nämlich verbrannt auf einem Scheiterhaufen. Die beiden gehörten zu einer Firma die mit dem Abriss einer alten Schule beauftragt worden war. Brisant an der Sache ist, das Mimi Rutherfurt einem Komitee angehört, das sich für den Erhalt des alten Gebäudes einsetzt und versucht, das mit großen Protestaktionen zu erreichen.
    Auch dieser Fall ist sehr gut konstruiert, Mimi steht hier quasi zum ersten Mal auf der Gegenseite, doch die Morde führen natürlich dazu, das sie Inspektor Brewster wieder tatkräftig unter die Arme greifen muß. Die Fälle mit Inspektor Brewster gehören immer zu meinen Lieblingsfolgen, weil die die Beiden sich so perfekt ergänzen und trotz der natürlich ernsten Fälle, der Inspektor immer für diverse witzige Szenen sorgt. Der Fall bleibt durchweg spannend, Verdächtige gibt es diesmal viele und am Ende wird man dann von einer doch nicht erwarteten Lösung überrascht.
    Fazit: auch die 5. Box kann mit intelligenten und spannenden Fällen überzeugen. Ich kann diesmal gar nicht sagen, welcher Fall mir am Besten gefallen hat. Die Sprecher sind gewohnt professionell bei der Sache und Musik und Geräuschkulisse unterstützen die Fälle perfekt.
    Hier hat man Krimispannung auf hohem Niveau, ich freu mich schon auf die nächste Staffel!
  • Bewertung vom 16.09.2014
  •  
    sehr gut
  • Weldon Henley ein bekannter Playboy fürchtet um sein Leben, schon mehrfach wurde ein Anschlag auf ihn verübt, und zwar durch Manipulation der Gasbeleuchtung in seiner Wohnung. Doch wie konnte der Täter das bewerkstelligen? Eine sehr knifflige Frage, der eigentlich nur einer auf den Grund gehen kann, Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen, auch genannt die Denkmaschine.

    Auch der dritte Teil besticht durch nostalgisches Flair und ist wie ein klassischer Rätselkrimi aufgebaut. Atemlose Spannung wie in anderen Hörspielen darf man allerdings nicht erwarten, der Fall ist knifflig und wendungsreich aufgebaut und als Hörer kann man sehr gut miträtseln. Hutchinson Hatch, Reporter und ab und an als rechte Hand für Prof. van Dusen tätig muß hier fleißig Informationen besorgen und fungiert sowohl als Erzähler als auch als agierende Person. Für reichlich Humor in dieser Folge sorgt der schrullige Hausverwalter, dessen ausschweifenden Reden sehr amüsant sind.
    Die Sprecher machen ihre Sache mehr als gut und sorgen für ein stimmiges Ambiente, ebenso wie die gelungene Musik und Geräuschuntermalung.

    Fazit: ein raffiniert konstruierter Fall, der für den Hörer kaum zu durchschauen ist, wendungsreich und mit viel Atmosphäre inszeniert, kann man hier gut mitraten. Wer allerdings atemlose Spannung und Action mag, für den wird das Hörspiel allerdings nicht das Richtige sein.
  • Bewertung vom 16.09.2014
  •  
    sehr gut
  • Professor Dexter bewahrt in seinem Labor ein Unze Radium auf, der Wert ca. 3 Millionen Dollar. Damit sollen diverse Experimente durchgeführt werden. Doch dann ist das Radium wie aus dem Nichts heraus verschwunden, Professor Dexter steht vor einem Rätsel. Zwar hatte er kurz vorher Besuch von einer charmaten Französin, doch die kam gar nicht in den Raum mit dem Radium. Ein klarer Fall für Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen, auch "die Denkmaschine" genannt.

    Der Fall an sich ist nicht wirklich spektakulär und miträtseln kann man hier auch nicht. Van Dusen behält seine Erkenntnisse lieber für sich und offenbart sie dann am Ende dem staunenden Publikum, das kennt man ja schon von einigen Detektiven des klassischen Kriminalromans. Doch der erste Fall aus der van Dusen Reihe wartet mit viel Charme und Nostalgie auf! Die Sprecher sind wirklich herausragend und verleihen ihren Figuren viel Tiefgang. Die etwas gestelzte Sprechweise vermittet das Flair des 19. Jahrunderts und es macht einfach Spaß hier mit zu hören!

    Fazit: charmant-nostalgischer Hörgenuß, der Lust auf mehr macht!
  • Bewertung vom 16.09.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen auch genannt die Denkmaschine, sitzt mit Freunden beisammen, als er die Behauptung aufstellt, sich sogar aus dem bestbewachten Gefängnis herauszudenken. Gefängnisdirektor Ransome nimmt die Wette an und so wandert van Dusen in Einzelhaft und unter verschärften Bedingungen ins gefängnis. Innerhalb einer Woche muß er nun ausbrechen, ein Unterfangen, das unmöglich scheint.

    Der zweite van Dusen Teil hat mir noch wesentlich besser gefallen, als der Vorgänger. Hier stimmt einfach alles! Durch die leicht antiquierte Sprechweise wird sehr schön die nostalgische Atmosphäre des 19. Jahrhunderts eingefangen. Die Geräuschkuliise im Gefängnis mit Rattengequietsche und Getrippel trägt ebenfalls dazu bei, diesen Eindrock zu verstärken.
    Van Dusens Methode aus dem Gefängnis auszubrechen ist ziemlich unvorhersehbar, seine einzelnen Schritte dazu werden dann aber am Ende erläutert und erscheinen bis auf ein oder zwei kleine Zufälle auch recht logisch. Darauf muß man erst mal kommen!
    Die Sprecher sind wirklich super für ihre Rollen ausgewählt worden, besonders Gefängnisdirektor Ransome hat mir hier gut gefallen, wie er angesichts von van Dusens diversen Ausbruchsversuchen immer unleidlicher wird und zeitweise seine Fassung verliert, ist von seinem Sprecher Georg Corten äußerst gelungen dargestellt worden.

    Fazit: toppt den Erstling um Längen! tolle Atmosphäre und hervorragende Sprecher bieten hier Hörpielgenuß auf hohem Niveau, eine Reihe die man wohl im Auge behalten sollte!
  • 3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 16.09.2014
  •  
    sehr gut
  • London Ende des 19. Jahrhunderts: der angesehene Goldschmied Gordon Wigfield wurde in seiner Werkstatt brutal ermordet. Zunächst vermutet Scotland Yard die reichlichen Damenbekanntschaften des Juweliers als Hintergrund für die Tat, doch schon bald hat Inspektor Swanson einen weiteren toten Goldschmied und die Spur führt in höchste Kreise und zu einem sagenumwobenen Diamanten.

    Robert Marley der selbst Goldschmiedemeister ist, gelingt mit seinem historischen Krimi und den Verwicklungen rund um den Hope Diamanten eine spannende Zeitreise in das ausgehende 19. Jahrhundert, in das man beim Lesen eintauchen kann. Die Atmosphäre der viktorianischen Zeit hat der Autor gut eingefangen und der Zeitgeist spiegelt sich sowohl im Schreibstil als auch im Agieren der Personen wieder.
    Trotz der recht brutalen Morde, macht es definitiv Spaß das Buch zu lesen! Die steifen Konventionen der viktorianischen Gesellschaft, hinter deren Kulissen es nichts desto trotz auch frivol und leichtlebig zugeht, bieten reichlich Raum für skurrile Szenen und wohldosierten, trockenen englischen Humor und auch wenn Inspektor Swanson als Hauptfigur ein wenig blass bleibt, so sind doch die Nebencharaktere wirklich hervorragend charakterisiert. Und gerade bei diesen Nebenfiguren findet man eine große Anzahl historisch verbürgter Personen. So trifft der Leser auf Arthur Conan Doyle, der wie der von ihm erschaffene Sherlock Holmes messerscharf kombiniert und mit der Lupe am Boden herumkriecht, ebenso wie Oskar Wilde, Lord Francis Hope, John Theodore Tussaud und die spätere Agatha Christie. Auch der ermittelnde Inspektor Swanson hat tatsächlich gelebt. Ebenso durchziehen den Roman reichlich historischen Fakten, es wird über das Frauenwahlrecht lamentiert, neumodische Ermittlungsmethoden wie das Abnehmen von Fingerabdrücken oder das Installieren von Telefonen halten Einzug. All diese kleinen Details verleihen der Geschichte zwar Authentizität, aber die Fülle der Informationen und die vielen bekannten Personen auf nur 250 Seiten überfrachtet die Story andererseits auch ein wenig, so dass man das Gefühl hat, der Autor wollte alle ihm bekannten Fakten in die Story hineinpacken und daher bleibt neben all den netten kleinen Szenen rund um die historisch verbürgten Figuren der eigentliche Krimifall ein wenig auf der Strecke.

    FaziT: Insgesamt eine sehr unterhaltsame Lektüre mit viel Lokalkolorit und zeitgemäßem Flair, liebevoll und detailreich gezeichneten Figuren und einem Krimifall der ein wenig spannender hätte sein können.
  • 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 16.09.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Halb ertrunken und angeschossen wird Detective Inspector Vincent Ruiz aus der Themse gefischt, als er nach Tagen im Koma erwacht, kann er sich an die letzten Tage vor seinem Unfall nicht mehr erinnern. Lediglich das Foto eines kleinen Mädchens gibt einen Anhaltspunkt, womit sich Ruiz beschäftigt hat. Die kleine Mickey Carlyle war vor 3 Jahren entführt und vermutlich ermordet worden, doch ihre Leiche wurde nie gefunden. Für die Tat wurde der Nachbar Howard Wavell verurteilt und hinter Gitter gebracht, doch scheinbar hatte Ruis den Verdacht, das Mickey noch leben könnte. Mit Hilfe des Psychologen Joe O’Loughlin macht Ruiz sich auf Spurensuche und bekommt nach und nach seine Erinnerungen zurück.

    Nach "Adrenalin" ist „Amnesie“ der 2. Teil der Krimireihe um Detective Inspector Vincent Ruiz und den Psychologen Joe O’Loughlin. Während im ersten Band Joe O’Loughlin im Mittelpunkt stand, ist es diesmal der Detektiv aus dessen Sicht erzählt wird und der durch die Ereignisse zur Hauptfigur wird. Neben Ruiz Spurensuche erfährt man auch viel aus dem Leben und der Kindheit des Inspektors, was dessen Figur facettenreicher und menschlicher werden läßt.
    Nachdem Joe in „Adrenalin“ der Hauptverdächtige des Inspectors war, hat sich inzwischen so etwas wie Freundschaft zwischen den beiden Männern gebildet und neben einer jungen Polizistin ist der Psychologe der Einzige, der Ruiz glaubt und hilft.
    Die Story ist intelligent und spannend aufgebaut, gerade am Anfang als Ruiz quasi ohne Gedächtnis ist, im Trüben fischt und seine Karriere mehr oder weniger den Bach runter geht, ist das Buch ungemein fesselnd, man möchte unbedingt wissen was hinter all dem steckt, da man als Leser aber aus der Sicht von Inspector Ruiz die Geschichte liest, bekommt man die Erkenntnisse nur häppchenweise, so wie der Inspektor sich erinnert.
    Wie schon im Vorgänger, so leuchtet der Autor auch diesmal das Seelenleben seiner Hauptfigur detailliert aus und schildert einfühlsam, wie Ruiz verzweifelt versucht sein Gedächtnis wieder zu erlangen, gegen alle Widerstände den Fall zu klären und seine Karriere zu retten. Obwohl die Grundstimmung des Buches er düster ist, so wird das Geschehen oft durch den trockenen Humor der Hauptfigur aufgelockert und so bilden der abgehalfterte und immer verbissener ermittelnde Ruiz und Joe O’Loughlin, dessen Parkinson Erkrankung weiter fortschreitet, ein recht schräges Gespann, über das man auch mal schmunzeln kann.
    Die Spannung bleibt durchweg erhalten und es gelingt dem Autor durch einige unerwartete Wendungen und ein ungewöhnliches Setting, wie das unterirdische Kanalsystem eine dichte Atmosphäre zu weben, der man sich beim Lesen nicht entziehen kann. Die Weiterentwicklung seiner Figuren und eine gute Portion Action runden das Ganze gekonnt ab!

    FaziT: ein intelligent und wendungsreich konstruierter Thriller der auch durch seine sehr realitätsnah und menschlich geschilderten Figreun überzeugt und spannend bis zum Schluß bleibt!
  • 5 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 15.09.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Medicus Simon Fronwieser ist inzwischen mit seiner Magdalena verheiratet und die beiden haben 2 Kinder. Im Frühjahr 1666 bricht das Paar zu einer Wallfahrt ins Kloster Andechs auf. Dort lernt Simon den kauzigen Pater Virgilius kennen, der nicht nur ein Uhrmacher, sondern auch Erfinder ist. Seine Automaten, besonders die menschenähnliche Aurora versetzt jedoch Klosterbrüder und Wallfahrer in Angst und Schrecken. Nach einem Streit mit dem Apotheker Pater Johannes wird jedoch die Werkstatt von Virgilius verwüstet und der Erfinder verschwindet spurlos. Zudem bricht unter den Wallfahrern ein seltsames Fieber aus, das Simon auf Trab hält. Als der Apotheker Johannes als Hexer verhaftet wird und Magdalena heraus findet das es sich bei dem Mönch um einen alten Freund ihres Vaters handelt, schickt sie unverzüglich eine Nachricht nach Schongau, denn Henker Kuisl scheint der Einzige zu sein, der die Sache aufklären kann.

    Der vierte Band der Henkerstochter-Reihe beginnt 4 Jahre nach den Ereignissen in Regensburg. Magdalena und Simon sind inzwischen verheiratet und haben 2 kleine Jungen. Mit der Wallfahrt zum Dreihostienfest im Kloster Andechs will Magdalena ihren Dank kundtun, dass ihre Söhne ein schweres Fieber überlebt haben. Doch die Reise steht unter keinem guten Stern, zuerst finden sie die Leiche eines Novizen im Fischteich, dann werden sie in die seltsamen Ereignisse im Kloster verwickelt, der mitgereiste Schongauer Bürgermeister Semer setzt Simon zu, der zudem mit dem mysteriösen Fieber, das im Kloster ausgebrochen ist, alle Hände voll zu tun hat und auch die neugierige Magdalena gerät ins Visier des Hexers, da sie ihre Nase mal wieder in Dinge steckt, die sie nichts angehen. Jakob Kuisl hält sich zunächst inkognito im Kloster auf und als seine Anwesenheit bekannt wird, führt das zu weiteren Verwicklungen. Hier ist es dem Autor gelungen, viele Handlungsstränge zu knüpfen, die zunächst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Geschickt führt der Autor den Leser auf falsche Fährten und mit immer neuen Wendungen im Geschehen wird die Spannung bis zum Ende aufrecht erhalten. Natürlich ist dem Leser klar, dass der inhaftierte Apotheker nicht der Schuldige ist, doch ob er noch rechtzeitig gerettet werden kann, ist zunächst nicht absehbar, so dass auch hier ein großer Spannungsbogen erhalten bleibt. Sehr interessant ist der Handlungsbogen um Virgilius, seine Automaten und seine Forschungen, die für damalige Verhältnisse sicher als Hexerei anmuten mußten.
    Informativ und mit viel Liebe zum Detail schildert der Autor das Kloster Andechs und vermittelt mit seinen Beschreibungen ein plastisches Bild vom Klosterleben zur damaligen Zeit. Hier ist dem Autor ein stimmiges Setting gelungen, in das sich der Krimifall gut einfügt.
    Neben dem Henker Jakob Kuisl, seiner Tochter Magdalena und Simon Fronwieser gibt es nur wenige Figuren, die man aus den anderen Teilen kennt, aber auch die vielen neuen Charaktere denen man im Buch begegnet hat der Autor detailliert und facettenreich geschildert. Ein kleiner Kritikpunkt war für mich, daß am Anfang eigentlich jeder Satz von Magdalena und ihrem Vater mit einem Fluch beginnt. Freilich ist der Henker ein arger Brummbär mit aufbrausendem Temperament und seine Tochter steht ihm in nichts nach, aber die viele Flucherei fand ich anfangs ein wenig übertrieben, hier fehlte etwas die Ausgewogenheit, aber zum Glück legt sich das im Lauf des Buches. Insgesamt eine sehr spannende und wendungsreiche Geschichte, die mit reichlich Überraschungen aufwartet und flott und flüssig geschrieben ist.

    FaziT: Mir persönlich hat der Vorgänger einen Tick besser gefallen, aber das ist sicher Ansichtssache, nichts desto trotz bekommt man als Leser hier wieder gewohnt spannende, informative und unterhaltsame Lektüre geboten die eindeutig Lust auf mehr macht!
  • Bewertung vom 15.09.2014
  •  
    sehr gut
  • Im Auftrag einer Klientin begibt sich Christian Morgenstern nach Ägypten um dort nach deren verschwundenem Sohn zu suchen, der als Arzt für Hilfsorganisation tätig war. In Kairo muß er feststellen, dass sich die örtlichen Behörden nicht für das Verschwinden des Arztes Robert Beck interessieren, doch er macht einen Freund des Verschwundenen ausfindig, der ihm erzählt, dass Beck in den Sinai unterwegs war um dort Flüchtlingen zu helfen. Auf der Spur des verschwundenen Arztes stößt der Privatdetektiv auf eine international operierende Organhändler Mafia.

    Morgensterns 2. Fall bietet ein gänzlich anderes Setting, von Potsdam geht es ins krisengeschüttelte Ägypten, wo der Privatdetektiv einen verschwundenen Arzt suchen soll. Die Story an sich ist nicht schlecht konstruiert, wird geradlinig verfolgt und ist durch die Thematik hochbrisant und aktuell, die einzelnen Ermittlungsschritte kann man gut nachvollziehen und sind schlüssig, ebenso wie die Auflösung am Ende. Die große Rahmenhandlung, die in Folge 1 angedeutet wurde, bleibt aber auch weiterhin recht unklar und nebulös, so dass man sich hier als Hörer fragt, wo das hinführen soll.
    Bis auf den Epilog wird die Folge wieder komplett von Olaf Reiz gesprochen, der seine Sache im Großen und Ganzen recht gut macht und seiner Figur ein paar neue Facetten verleiht. Natürlich werden auch hier reichlich Klischees bedient, so braucht der smarte Detektiv natürlich weder Kosten noch Mühen zu scheuen um seinen Fall zu lösen, sein Gerechtigkeitssinn ist derart ausgeprägt, dass er auch das eigene Leben in Gefahr bringt und durch reichlich glückliche Zufälle windet sich Morgenstern auch aus der brenzligsten Situation, aber gut, coole Helden haben schon was für sich und insgesamt ist die Story recht stimmig und bietet spannende Unterhaltung.

    FaziT: auch die 2. Folge hat mir gut gefallen, wenn ich auch von der Thematik, dem Setting und der Richtung, die die Reihe einschlägt, überrascht war. Spannende Unterhaltung mit einem ordentlichen Schuß Sozialkritik an den Missständen in den arabischen Ländern und der Skrupellosigkeit von Verbrechern.
««« zurück1234vor »

Lieblingslisten