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tassieteufel
Über mich:
Absolute Leseratte, Vielleserin und bekennender Seriensüchtling!
Ich lese seit ich lesen kann und das eigentlich mit gleichbleibender Begeisterung, es gibt nur wenige Gelegenheiten, wo ich kein Buch dabei hab. Ich lese gern englische Krimis, ab und an auch mal Thriller, einen historischen Roman oder etwas aus der Mysterieecke, aber meine All-Time-Favorits sind und bleiben historische Krimis. In letzter Zeit habe ich Hörspiele für mich entdeckt!
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Insgesamt 720 Bewertungen
Bewertung vom 22.05.2012





ausgezeichnet- Ruhrort Mitte des 19. Jahrhunderts: die Stadt befindet sich im Wandel, die Industrialisierung greift um sich und macht auch vor Ruhrort nicht halt. Da werden die bestialisch zugerichteten Leichen zweier Mädchen gefunden. Der hinzugerufene Kommissar Borghoff vermutet den Täter unter den besser gestellten Personen der Stadt, doch davon will der Bürgermeister nichts wissen und so ist der Kommissar bei seinen Ermittlungen arg eingeschränkt. Hilfe erhält er von Lina Kaufmeister, der jungen Frau, die die Leichen als erste entdeckte. Lina die Tochter eines Spediteuers ist auf Grund einer Behinderung immer noch unverheiratet und lebt im Haushalt ihres Bruders. Dort führt sie den Haushalt und pflegt den kranken Vater. Doch das ist ein Leben, das sie nicht zufrieden stellt. Selbstständig möchte sie sein und für sich selbst entscheiden. Dieser Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen, als ihr Vater stirbt und ihr eine Bescheinigung zur Mündigkeit hinterläßt. Und während Lina damit beschäftigt ist, ihrem Bruder die Stirn zu bieten, kommt es zu weiteren Morden in Ruhrort.
Die Geschichte beginnt spannend mit dem Fund der beiden Leichen und macht den Leser neugierig auf die weitere Entwicklung. Doch zunächst erfährt man eine Menge aus dem Leben von Lina Kaufmeister, ihren Wunsch nach Eigenverantwortung und Selbstbestimmung kann man aus heutiger Sicht mehr als gut nachvollziehen, damals war es undenkbar das eine unverheiratete, ehrbare Frau allein wohnte und Geld verdiente. Hier Linas Entwicklung und Werdegang mitzuerleben war mehr als interessant und spannend. Ich habe mitgefiebert, wie Lina ihrem Bruder getrotz hat, von daher störte es mich wenig, das der Krimifall ein wenig an den Rand rückte, als roter Faden blieb die Krimihandlung aber doch immer im Buch erhalten. Neben Linas Geschichte, bekommt man als Leser/In einen guten Einblick in das Leben in Ruhrort vor 150 Jahren. Egal ob in den Häusern der wohlhabenden Bürger, bei großen Gesellschaften oder in den verräucherten Hafenkneipen und in finstren Gassen, die Schilderungen der Autorin sind hier kenntnisreich und mit viel Liebe zum Detail geschildert, so dass man das Setting quasi vor Augen hat.
Auch bei der Figurenzeichnung hat mich die Autorin überzeugt! Ihre Charaktere haben Ecken und Kanten und wirken dadurch sehr lebensecht und glaubwürdig.
Mit Fortschreiten der Geschehnisse nimmt auch die Krimihandlung zunehmend Tempo auf und steuert auf ein recht fulminantes Ende zu, das ich so nicht erwartet hatte. Die Auflösung rund um die Sekte der Teufelsanbeter rutscht dann auch ein klein wenig in den Fantasybereich ab.
Insgesamt ein toll geschriebenes Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Ich freue mich schon aif den Folgeband, der zum lesen bereit liegt.
Fazit: Silvia Kaffke ist mit ihrem Roman weit mehr gelungen als ein spannender historischer Krimi. Er beinhaltet neben dem Krimifall auch Familiengeschichte, Sittengemälde und eine Liebesgeschichte. Die Krimihandlung bettet sich gekonnt in einen detailreich und lebensecht geschilderten historischen Hintergrund und erzeugt so eine atmosphärisch dichte Stimmung mit viel Lokalcolorit. Lange habe ich keinen so guten Histo-Krimi mehr gelesen, ganz klare Leseempfehlung!
Bewertung vom 22.05.2012





sehr gut- Jade Morgrave und William Ashton Rawley sind mal wieder in geheimer Mission unterwegs. Sie sollen geheime Daten der Mafia Familied i Tempesta sicherstellen und das Verschwinden eines amerikanischen Millionärs untersuchen. Doch die beiden laufen in eine sorgfältig inszenierte Falle.
Etwa zeitgleich fährt das Ehepaar Moravia eine Nonne an. Diese müßte eigentlich tot sein, doch sie kommt mit nur minimalen Verletzungen davon. Doch sie schein besessen zu sein und der Chefexorzist der katholischen Kirche kommt dem Geheimnis um das mysteriöse Diadem auf die Spur.
Teil 2 der Reihe beginnt spannend und mysteriös, die Titelmelodie der Serie Akte X vermittel wieder deutlich, in welche Richtung das Hörspiel tendiert. Nicht ganz so actionreich wie beim Vorgänger nehmen die 2 Handlungsstränge doch recht bald Fahrt auf und auch die Handlung ist hier ausgefeilter. Leider enttäuscht das Hörspiel dann bei der Auflösung, während der Fall um die Mafia Familie noch ganz gelungen aufgelöst wird, bleibt bei dem Fall des Diadems vieles in der Schwebe.
Die Sprecher sind aber wirklich ein Highlight der Reihe! In Verbindung mit einem gelungenen Soundtrack und gut abgestimmter Geräuschkulisse, gibt es eine Reihe gruseliger Szenen, die beim Hören doch leichte Gänsehaut erzeugen, da kann man über diverse Defizite bei der Auflösung schon mal hinwegesehen.
Fazit: nicht ganz so rasant wie der Vorgänger aber doch recht spannend mit einer tollen Geräusch und Sounduntermalung, leider gibts bei der Auflöung wieder ein paar Defizite, sonst hätte das Hörspiel überduchschnittlich gut sein können.
Bewertung vom 21.05.2012





sehr gut- Valerie Taylor, eine Schülerin, verschwand vor mehr als zwei Jahren, ein Fall der nie geklärt werden konnte. Inspector Ainley, der damals mit den Ermittlungen befasst war, hatte den Fall jedoch nie wirklich aus den Augen verloren und schien nun neue Erkenntnisse gewonnen zu haben, doch bevor er mit seinem Vorgesetzten darüber sprechen konnte, kam er bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Purer Zufall oder hängt das mit dem Fall zusammen?
Auf Wunsch seines Vorgesetzten soll nun Inspektor Morse den Fall übernehmen, doch der ist zunächst wenig begeistert.
Ganz so gelungen wie den ersten Teil der Reihe fand ich diesen 2. Inspektor Morse Krimi nicht! Dabei ist der Plot gut ausgetüftelt, sämtliche Personen die in Morses Visier geraten haben irgend etwas zu verbergen und ihre Beziehungen untereinander sind mehr als verworren. Wie Morse und sein Adlatus Sergeant Lewis das nach und nach aufdecken ist schon sehr interessant und in gewissem Maße auch spannend. Dabei arbeitet Morse höcht unkonventionell, er stellt alle möglichen Therorien auf, in die er die Fakten irgendwie hineinpresst. Das dabei recht wilde Konstellationen heraus kommen, ist am Anfang auch noch ganz unterhaltsam, aber im Lauf des Buches wird es zunehmend verwirrend, weil man als Leser bald nicht mehr weiß, welcher Verdächtige nun wirklich Dreck am Stecken hat, bzw. das getan hat, was ihm von Morse gerade unterstellt wird, von daher muß man hier genau aufpassen, das man nicht den Überblick verliert. Als Morse dann endlich den Fall aufklärt, bleiben für den Leser, der bis hier hin einiges Durchhaltevermögen bewiesen hat, leider doch ettliche gravierende Fragen offen, so das sich zumindest in meinem Fall leichte Enttäuschung breit gemacht hat, weil das Ende einfach unbefriedigend war.
Wer auf atemlose Spannung steht, der wird hier mit Sicherheit kaum seine Freude haben. Wer aber detailreich geschilderte vielschichtige Charktere mag und auf knifflige Rätselkrimis steht, der wird hier sicher einiges Lesevergnügen finden.
Der brummige, leicht verschrobene Morse und der eher nüchterne Sergeant Lewis geben aber ein sehr gutes Team ab, bei dem es Spaß macht, mitzuermitteln und ich bin auf jeden Fall gespannt auf weitere Fälle für die so ungleichen Ermittler.
FaziT: kam für mich nicht ganz an den ersten Teil heran, dafür blieb am Ende einfach zu viel offen und bei den Unmengen von wilden Thesen die der gute Morse aufstellt, verliert man dann doch ein wenig den Überblick und weiß am Ende nicht mehr so genau, wer denn nun eigentlich was gemacht hat.
Bewertung vom 20.05.2012





gut- Klaus Harranth ein neuer Patient kommt kurzfristig in die Praxis von Dr. Freud und behauptet gegenüber dem Professor, seinen Vater ermordet zu haben und verlangt nun eine Art Absolution um ein neues Leben beginnen zu können. Dr. Freud versucht zu helfen, doch der Patient ist mehr als aufgebracht und zieht eine Pistole, mit der er den Dr. bedroht. Freuds Tochter Anna, die das Ganze vom Vorzimmer aus mitbekommen hat, informiert Karl Gruber und bittet ihn um Hilfe.
Schon der erste Teil dieser Hörspielreihe um Dr. Freud hatte mich ein wenig zweispältig zurückgelassen, der zweite Teil "Familienersatz" konnte diesen Eindruck der Reihe bei mir nicht revidieren. Das Ganze ist einfach zu Dialoglastig um wirklich Spannung zu erzeugen. Sicher ist es nicht ganz uninteressant, wir Freud so nach und nach die Hintergründe des Vatermordes beleuchtet, aber als Krimi kann man das wohl nicht bezeichnen. Anna und Karl Gruber agieren leider auch nur am Rande, so das sich die ganze Angelegenheit hauptsächlich zwischen Freud und Harranth im Behandlungszimmer abspielt. Schon im Vorgänger hatten mich Freuds Ich, Über-Ich und Es ein wenig irritiert, das hat sich hier leider auch nicht geändert. Der wissenschaftliche Kommentar am Schluß von Dr. Salwa Meier trug dann auch nur zu dem etwas zähen Gesamteindruck des Ganzen Hörspiels bei.
Sicher ist das eine Hörspielreihe, die nicht jedermanns Sache ist, man sollte wissen worauf man sich hier einläßt und Freunde von spannender Krimihörkost kommen hier wohl nicht auf ihre Kosten.
Allerdings muß man sagen, das die Sprecher ihre Sache wirklich ganz hervorragend machen, die teils düstere Musik untermalt das Geschehen an den richtigen Stellen und erzeugt stellenweise eine etwas düstere Atmosphäre.
FaziT: ein eher ruhiges Krimihörspiel, richtige Krimispannung kommt hier nicht auf, dazu ist das Ganze zu Dialoglastig. Ganz uninteressant ist es zwar nicht, wie Freud nach und nach die Hintergründe der Tat aufdeckt, aber so wirklich vom Hocker reißt es einen auch nicht! Wer sich für die Abgründe der menschlichen Psyche aus Sicht des Psychologen interessiert ist hier sicher besser bedient als jemand der spannende Krimi/Hörspiele mag.
Bewertung vom 20.05.2012





ausgezeichnet- Der bekannte Astronomen Prof. Mooney ist kürzlich verstorben. Jay, Tom und Derek bringen ihm zu Ehren eine Sondersendung in ihrem Radioprogramm und werden prompt von dessen Neffen zur Testamentseröffnung eingeladen. Und die Hinterlassenschaft des Professors sind in der Tat seltsam. Auch die Erben, Exfrau, Sohn und Tochter sind allesamt mehr als unsympathisch und von Mooneys neffen erhalten sie Einblick in die Tagebücher des Professors, die geradezu haarsträubendes offenbaren.....
Diese 6. Folge ist wirklich mehr als gelungen! Der Fall ist bei all den mysteriösen Vorkommnissen logisch aufgebaut, das Auftauchen des seltsamen Außerirdischen ist recht unheimlich inszeniert, hier kann man sich auch als Erwachsener leicht gruseln. Der beginnende Sturm trägt zu der gespenstischen Stimmung bei, das wird auch sehr schön durch die stimmige Musik untermalt. Erst ganz am Schluß kommt hier die Auflösung, da man die ganze Zeit über nicht weiß, in welche Richtung das Ganze tendiert, war das Ende für mich doch etwas überraschend. Mysterie und Krimifall halten sich hier gut die Waage, ich will nicht zu viel verraten, aber die Auflösung fand ich persönlich mehr als gelungen, weil sie letztendlich so glaubwürdig war.
Fazit: bisher die beste Folge der Reihe, spannend und recht mysteriös, wird hier solide ermittelt, wenn nicht einige der Sprecher recht überzogen sprechen würden, könnte man glatt vergssen, das es sich um ein Hörspiel für Kinder handelt!
Bewertung vom 18.05.2012





sehr gut- Pater Brown ist mal wieder mit seinem Freund Flambeau unterwegs, während einer Ruhepause erzählt der Pater seinem Freund von einem kriminalistischen Abenteuer in Chicago. Als der PAter dort seinen alten Freund Pater Williams besucht, macht er durch Zufall die Bekanntschaft von Oberinspektor Greywood Usher und wird auch gleich in einen bizarren Fall verwickelt. Der Sträfling Oscar Rian ist aus dem Gefängnis ausgebrochen, hat dabei einen Wärter erschossen und mit dessen Blut eine Morddrohung gegen den Millionär Todd ausgesprochen. Todd plant gerade eine seiner berühmten Kostümpartys und sit daher alles andere als angetan, als ihm die Polizei ins Haus schneit. Doch schon bald kann der Flüchtige festgenommen werden und Oberinspektor Usher will ihn mit Hilfe seines neuen Lügendetektors überführen, doch es steckt mal wieder der Teufel im Detail.
Auch die 16. Folge ist knifflig inszeniert, im Gegensatz zu den Anfangsfolgen eine eindeutige Steigerung. Pater Brwon schlußfolgert wieder einmal ganz souverän und sticht sogar einen Lügendetektor aus, das ist eine ganz gelungene Idee!
Die Sprecher sind wie üblich sehr professionell bei der Sache, bei den Nebenfiguren ist es diesmal der Sprecher des Millionärs Todd, der hier hervorsticht! Mit seiner überheblichen, arroganten Art wirkt er sehr prägnant und während er agiert, kommt es such zu der ein oder anderen humorvollen Szene.
Die Geräuschkulisse ist eher minimalistisch, das kennt man ja nicht anders aus der Serie, aber die Musikuntermalung ist wie immer sehr stimmungsvoll und vermittelt zeitgemäßes Flair.
FaziT: Pater Brwon ist hier gleichzeitig Hauptfigur und Erzähler, in Rückblicken berichtet er von einem kriminalistischen Abenteuer in Chicago. Wieder einmal ein kniffliger Fall für den schlauen Pater, der es wieder mal besser weiß als die Polizei. Für mich keine der allerbesten Folgen, aber doch im oberen Bereich. Spannend-launige Unterhaltung!
Bewertung vom 17.05.2012





ausgezeichnet- Der 2. Fall für Sonderermittler Hawkwood hat es ganz besonders in sich: in der Irrenan-
stalt Bedlam wird eine grausam verstümmelte Leiche gefunden, der Täter ist scheinbar
schnell gefunden und kommt kurze Zeit später unter seltsamen Umständen ums Leben,
doch Hawkwood glaubt nicht so recht an eine so einfache Lösung….
Mir hat der 2. Teil um Matthew Hawkwood sehr viel besser gefallen, weil der Ermittler hier
nicht so Überheldenhaft rüber kommt. Mit seiner noch immer teilweise im Dunkeln liegen den Vergangenheit bietet er noch einiges Potential für weitere Bände und macht den
Leser neugierig auf das, was da noch alles zu Tage gefördert wird.
Das Buch ist spannend geschrieben, man will unbedingt wissen wie es weiter geht, dabei
ist die Geschichte an sich recht einfach gestrickt und ich habe schon ziemlich am Anfang
die ganze Sache durchschaut, für geübte Krimileser sicher keine große Kunst, trotzdem
fesselt die Geschichte durch ihre skurilen Figuren und die dichte, teilweise gruselig-un heimliche Atmosphäre. Düstere nächtliche Friedhöfe, stinkende Kanäle, finstere
Kaschemmen, Leichenräuber und ziemlich gruselige Operationen garantieren einen
Gänsehauteffekt, der über die recht durchschaubare Handlung hinwegtröstet.
Am gruseligsten war aber für mich die Vorstellung, das unsere heutige Medizin und
Chirurgie tatsächlich zum Teil auf Leichenräuberei und den damit verbundenen Sezierungen basiert.
Fazit: Trotz der einfach gestrickten Geschichte Spannung pur, das Buch lebt von seinen
skurilen Personen und der düsteren Atmospähre, eine gelungene Mischung die Lust auf mehr macht.
- 4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 15.05.2012





weniger gut- Prag Ende des 19. Jahrhunderts, die alte Judenstadt, auch als Josefsstadt bekannt, soll mit all ihren uralten Häuschen und engen, dunkeln Gassen der Assanierung zum Opfer fallen. Der Stadtrat will hier angeblich Schmutz und Krankheit beseitigen und ein modernes Stadtbild schaffen. Natürlich sind viele Prager, zuallererst die Bewohner des Viertels damit nicht einverstanden und es kommt zu allerlei Aufruhr. In diesem Szenario geschehen grausame Morde an Prostituierten, die das ganze Viertel in Angst und Schrecken versetzen. In dem Mörder vermutet man Kleinfleisch, eine Gestalt der jüdischen Mythologie.
Graf Arco, genannt Adi, ein junger Adliger, der dem Müßiggang frönt, eine Vorliebe für Prostituierte hat und sich auf Grund einer Lungenkrankheit einem neuartigen Medikament namens Hydrochlor hingibt, begegnet dem Unhold eines Nachts und macht sich auf die Jagd nach dem Mörder.
Was für ein langatmiges und zähes Buch! Selten habe ich etwas gelesen, was den Namen Krimi weniger verdient hätte! Bevor überhaupt mal ein Mord passiert, vergeht ein Drittel des Buches und selbst als dann ab und an mal wieder ein Opfer gefunden wird, wird das eigentlich nur am Rande erwähnt, von Ermittlungsarbeit auch keine Spur und schon gar nicht von Seiten Graf Arcos. Von dieser Seite war das Buch also schon mal sehr enttäuschend. Das erste Drittel vergeht mit Adis lottrigem Leben mit diversen Freudenmädchen und seinen anderen Vergnügungen. Immer für eine gewisse Zeit hält er sich eine junge Frau als Geliebte, die er dann in die Prostituion entläßt, sobald er ihrer überdrüssig geworden ist und noch während er mit der einen zusammen ist, hängt er in Gedanken schon bei der nächsten. Ein Zug der ihn für mich nicht sonderlich sympathisch gemacht hat. Das er bei seiner letzten Geliebten plötzlich Skrupel bekommt und sie dann als Dienstmädchen behält, mildert diesen Eindruck nur unwesentlich ab.
Ganz gelungen sind die Schilderungen von der alten Josefsstadt, doch auch hier hat mir bei all der Detailtreue einfach die Atmosphäre gefehlt. Mit Kleinfleisch treibt sich ja ein wahres Ungeheuer in den finstren Gassen herum, doch von der Angst und dem Schrecken die dieses mythische Wesen verbreiten sollte, ist im ganzen Buch nichts zu spüren. Da wird sich mehr über den Abriss eines Hauses echauffiert, als über eine tote Prostituierte. Überhaupt nahmen die Dispute über den Sprachenstreits zwischen Deutschen und Böhmen und andere patriotische Bestrebungen wesentlich mehr Raum ein, als die mehr als dürftige Krimihandlung, die quasi nicht existent ist. Den Klappentext kann man daher wohl nur als irreführend bezeichnen, vermittelte er doch den Eindruck, man würde hier einen spannenden historischen Krimi zu lesen bekommen. Ein Spannungsbogen ist aber überhaupt nicht vorhanden. Für mich war das ein Fehlschlag auf ganzer Linie und ich hab das Buch nur zu Ende gelesen, weil ich eine unverbesserliche Optimistin bin, die halt immer hofft, es würde noch besser werden..............
FaziT: frei von jeglicher Spannung und in keiner Weise als Krimi zu bezeichnen! Wer etwas über die politischen und patriotischen Bestrebungen in Böhmen des 19. Jh. lesen will, wird hier vielleicht mehr Freude haben als jemand der einen spannenden Krimi erwartet.
- 6 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 15.05.2012





ausgezeichnet- Ein Gangsterboss, ein Mordauftrag und zwei ungleiche Brüder bilden die Ausgangssituation für dieses wirklich schräge Buch! Gary Irvine ist ein wirklich netter Kerl und er liebt Golf, leider ist er in dem Sport doch eher eine Niete, sein Bruder Lee ist ein wenig auf die schiefe Bahn geraten und hat sich in eine Situation gebracht, aus der er durch die Annahme eines Mordauftrages wieder herauszukommen gedenkt, leider ist er dabei genauso untalentiert wie sein Bruder beim golfen. Doch als Gary von einem Golfball getroffen wird und ins Koma fällt, ändert sich die Situation, denn als er aufwacht, kann er plötzlich Golf spielen wie ein junger Gott, leidet am Tourette Syndrom und einer Dauererektion. Die sich daraus ergebenden skurilen Situationen in Verbindung mit irrwitzigen Dialogen sind urkomisch und filmreif!
Was für ein verrücktes Buch! Selten hab ich derart krampfartige Lachanfälle gehabt und dafür einige seltsame Blicke von Mitmenschen geerntet, die während des lesens zufällig in meiner Nähe waren. Obwohl handlungsmäßig nicht wirklich viel passiert und das Buch auch kein Krimi ist, gelingt es dem Autor, das gesamte Buch hindurch zu amüsieren. Garys Tourette und Klüver-Bucy-Syndrom sorgen für derart aberwitzige, schräge Situationen, das man einfach lachen muß. Allerdings sollte man schwarzen Humor schon ziemlich mögen und sich an der doch recht derben Sprache nicht stören. Zwischen all den absurden Situationen und verschiedenen Handlungssträngen, die am Ende gut zusammen geführt werden, wird eine Menge Golf gespielt, aber auch hier hat mich der Autor überzeugt, denn das Golfen wird auch für jemand der davon keine Ahnung hat (und es wie ich eigentlich eher langweilig findet) gut geschildert und am Ende hab ich sogar mitgefiebert.
Fazit: einfach ein Knaller! Jede Menge Spaß ist hier garantiert und wer auf oberschräg und skuril steht, kommt hier voll auf seine Kosten!
- 2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 15.05.2012





sehr gut- London 1811, Matthew Hawkwood, Exsoldat und Sonderermittler in der Bow Street wird
mit der Aufklärung eines Raubmordes beauftragt. Beim Überfall auf eine Postkutsche
wird ein Offizier der Marine getötet und eine Tasche mit brisanten Papieren geraubt, da
sich England mit Napolen im Krieg befindet, ist das Verbrechen von besonderer Bri-
sanz. Hawkwood, der über gute Kontake in die Londoner Unterwelt verfügt, macht sich
auf die Jagd nach den Tätern und kommt einer Verschwörung gegen England auf die
Spur……..
Das Buch, in einem rasanten Erzähltempo geschrieben, liest sich schnell herunter, der
Plot nicht unbedingt neu, wartet aber mit ein paar unvorhergesehenen Wendungen auf.
Die Atmosphäre im Buch hat mir gut gefallen, düstere von allerlei Gesindel übervölkerte
Stadtviertel, im Gegensatz dazu prunkvoll zur Schau gestellter Reichtum bei den Adligen.
Mit dem Ermittler Matthew Hawkwood bin ich allerdings nicht so ganz warm geworden,
dabei erschien er mir zu Anfang eine ganz interessante Figur mit seiner etwas geheim-
nisvollen Vergangenheit bei der Armee, allerdings mutiert er dann zu einer Art Supermann
kassiert eine üble Verletztung und kann sich dann gleich amurösen Abenteuern hingeben,
das war mir ein bissel zu viel des Guten. Ab der Mitte des Buches wird Hawkwood dann
aber zunehmend dilletantisch, tappt in, zumindest für mich, offensichtliche Fallen und muß
am laufenden Band errettet werden, das war dann doch nicht so ganz mein Fall.
Fazit: recht flott erzählte Geschichte, Längen kommen keine auf, tolle Atmopshäre aber
eine für mich recht gewöhnungsbedürftige Hauptfigur.
Lieblingslisten
- schräge Krimiunterhaltung in Serie Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Mysterie Thriller vom Feinsten Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Mörderisches Mittelalter Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Cozies und Häkelkrimis Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- viktorianische Morde Durchschnittliche Kundenbewertungausgezeichnet
- Mord um die Jahrhundertwende Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Morde vom 17. bis 18. Jahrhundert Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- schräg und völlig abgedreht Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Historische Krimis mit viel Flair und Humor Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Vampirromane mit "Biss"u.Humor Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Viktoriansiche Fantasy - Steampunk Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Englische Filme, schräg bis humorvoll Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Historische Romane, spannend und gut recherchiert Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Gelungene Hörspielreihen Durchschnittliche Kundenbewertungausgezeichnet
































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