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tassieteufel
Über mich:
Absolute Leseratte, Vielleserin und bekennender Seriensüchtling! Ich lese seit ich lesen kann und das eigentlich mit gleichbleibender Begeisterung, es gibt nur wenige Gelegenheiten, wo ich kein Buch dabei hab. Ich lese gern englische Krimis, ab und an auch mal Thriller, einen historischen Roman oder etwas aus der Mysterieecke, aber meine All-Time-Favorits sind und bleiben historische Krimis. In letzter Zeit habe ich Hörspiele für mich entdeckt!
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Schurkus, Tanja Der Dichter des Teufels (eBook, ePUB) EUR 5,99
  • 1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
  • Bewertung vom 21.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Jean-Louis Picaud, bewährter Kämpfer der Grande Armee, verschlägt es 1812 nach einer schweren Verwundung als Gendarm in den Hunsrück ins Örtchen Simmern, das zu dieser Zeit zu Frankreich gehört. Eigentlich soll er sich um eine Kindsmörderin kümmern, da wird der Fassmachergeselle Ferdinand bewußtlos von einem Fuhrmann nach Simmern gebracht. Ferdinand erzählt eine abenteuerliche Geschichte. Angeblich hat man seine Braut in der Hochzeitsnacht im Soonwald verschleppt. Unheimliche Kreaturen, die Nachtkrumpen sollen es gewesen sein, die Lucinde entführt haben. Schon häufig sind Menschen im Soonwald verschwunden, angeblich soll ein untoter Graf aus dem Mittelalter dort umgehen und für die Vorfälle verantwortlich sein. Doch Jean-Louis Picaud glaubt nicht an die Schauermärchen und vermutet ein ganz irdisches Verbrechen hinter allem. Gemeinsam mit Ferdinand und der Zigeunerin Marie begibt er sich auf Spurensuche, die das ungewöhnliche Dreiergespann bis nach Heidelberg und in den unheimlichen Soonwald führt.

    Mit ihrem ersten Fall für Jean-Louis Picaud ist der Autorin ein spannender historischer Mystery Krimi gelungen, der mir beim Lesen unheimlich viel Spaß gemacht hat. Ein angeblich untoter Graf, seltsame Gestalten die durch den unheimlichen Soonwald geistern, eine mysteriöse rote Tinte und allerlei schräge Gestalten sind die Zutaten für eine unterhaltsame und spannende Geschichte, die einen von Anfang an gefangen nimmt. Die Hautfigur Jean-Louis Picaud ist forsch, beherzt, hat das Herz auf dem rechten Fleck und obwohl er aus einfachen Verhältnissen stammt, ist er sehr gebildet. Er glaubt an das napoleonische Kaiserreich und die Abschaffung der Vorrechte des Adels. Überzeugungen die sich auch in seinem Verhalten widerspiegeln und ihn als Figur sehr interessant machen. Der Autorin ist so eine charmante, selbstbewußte Hauptfigur gelungen, die sich durchaus ihrer eigenen Fehler bewußt ist und dadurch nur um so liebenswerter wird. Mit Ferdinand, dem die Braut entführt wurde und der Zigeunerin Marie, die man des Kindsmordes beschuldigt, wird Picaud in abenteuerliche, gefährliche und auch recht mysteriöse Geschehnisse verwickelt, die in einem dramatischen Finale gipfeln. Der Spannungsbogen steigt stetig an und vor allem durch ihre bildhaften Beschreibungen des Soonwaldes entsteht eine fast märchenhafte Atmosphäre, die einen großen Reiz des Buches ausmacht und den Leser in eine Welt aus Legenden und Mystery Elementen eintauchen läßt.
    Der Schreibstil der Autorin ist flott und läßt sich flüssig lesen, es gibt auch immer mal launige Szenen bei denen man schmunzeln kann, vor allem über Picaud’s nicht ganz lupenreines Deutsch, das die ein oder anderen witzige Szene heraufbeschwört.

    FaziT: eine spannende und etwas unheimliche Geschichte, die mich ein wenig an viktorianische Schauerromane des 19. Jahrhunderts erinnerte, nur das hier das Setting eben in Deutschland liegt. Die Hauptfigur ist sympathisch und liebenswert, trotz ihrer Ecken und Kanten und hat auf jeden Fall noch Potenzial für weitere Geschichten. Wie ich auf der HP der Autorin gesehen habe, wird es wohl auf jeden Fall noch eine Fortsetzung geben, auf die ich mich jetzt schon freue!
  • Bewertung vom 21.11.2014
  •  
    sehr gut
  • Leipzig im Februar 1920: die junge Weimarer Republik ist instabil und überall gärt und brodelt es, man munkelt ein Putsch stünde bevor und so bietet die politische Lage reichlich Nährboden für radikale Gruppierungen. Als der reiche Unternehmer August Pressburg in seinem Büro erschossen wird, vermutet die Polizei zunächst politische Motive.
    Konrad Katzmann, Reporter der zur Zeit verbotenen Leipziger Volkszeitung, kommt von Dresden nach Leipzig um vor Ort zu sein, wenn seine Zeitung wieder berichten darf. Dabei nimmt er den jungen Heinz Eggebrecht unter seine Fittiche, der gerade seine Lehrzeit bei der Zeitung absolviert. Gemeinsam beginnen sie in dem Mordfall zu ermitteln und stoßen schon bald auf Hinweise, dass Pressburg in Kriegsverbrechen verwickelt war und auch eine große Menge an Bargeld verschwunden ist. Als Konrad Katzmann sich in die Tochter eines der Mordverdächtigen verliebt, wird die Angelegenheit kompliziert und gefährlich.

    Im Gegensatz zum ersten Teil der Reihe gibt es mehr Krimi und weniger Katzmann. Während Franziska Steinhauer die Figur des Reporters detailliert und vielleicht ein wenig zu heldenhaft ausgearbeitet hatte, beschränkt sich Uwe Schimunek auf grobe Eckpunkte in Katzmanns Leben und konzentriert sich mehr auf den Krimifall und den historischen Hintergrund und der ist sehr detailliert und plastisch geschildert. Man erfährt viel vom Alltagsleben der Menschen und den Auswirkungen des Krieges, unter dessen Folgen vor allem die kleinen Leute zu leiden haben. Auch der Mordfall hat seinen Ursprung in Taten, die während des Krieges geschahen. Der Fall an sich ist logisch aufgebaut, auch wenn Katzmanns Ermittlungen zunächst mehr ins Leere laufen, so gibt er doch zusammen mit Heinz Eggebrecht ein sympathisches Ermittlerduo ab. Das historische Leipzig hätte ich mir allerdings noch ein wenig bildhafter gewünscht, zwar glänzt der Autor mit genauer Orts und Sachkenntnis, aber es gelang ihm nicht so gut, seiner historischen Kulisse Leben einzuhauchen, vieles wirkte etwas steif und staffagenhaft, das war nun wieder ein großer Pluspunkt von Franziska Steinhauer, die es verstanden hat, das historische Dresden lebendig werden zu lassen. Insgesamt läßt sich das Buch aber flott lesen und gibt einen informativen Einblick in die Zeit des Kapp-Putsches.

    FaziT: gelungene Fortsetzung, auch wenn man natürlich merkt, dass hier ein ganz anderer Autor am Werk war. Sowohl die Figur des Konrad Katzmann als auch der Schreibstil unterscheiden sich deutlich vom ersten Band der Reihe. Trotzdem ein interessanter Krimifall, der in einen spannenden historischen Hintergrund eingebettet wurde und auf das weitere Serienkonzept neugierig macht.
  • Bewertung vom 21.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Nach einer Vernissage wollen Max und Marie eine Abkürzung nehmen, doch sie verirren sich im Wald, wo sie irgendwann auf eine Hütte stoßen und auf Julia, die behauptet, sich auch verlaufen zu haben. Plötzlich dringen Schreie aus der Hütte und als die drei beschließen, nachzusehen und Hilfe zu leisten, beginnt für sie ein Trip des Grauens.
    Mit nur 4 Sprechern ist das Hörspiel recht minimalistisch ausgestattet, doch sorgen diese 4 Figuren für eine grandiose Stimmung und reichlich Überraschungen. Vor allem Bernd Rumpf als psychotischer Killer überzeugt hier auf ganzer Linie und sorgt für ordentlich Gänsehaut und Gruseleffekte. Die Atmosphäre im Hörspiel ist unheimlich und furchteinflößend, was Max, Marie und Julia da im Keller der Hütte entdecken ist grauenhaft und steigert die Spannung immer weiter. Zudem ist nicht jede Figur, das was sie sein vorgibt, hier kann man natürlich schon etwas ahnen, wohin das Ganze steuert, aber das tut dem gruseligen Hörvergnügen keinen Abbruch.

    FaziT: ein spannender Plot mit Gänsehautgarantier sorgt für schauerliche Unterhaltung und beweist, dass auch ein Hörspiel mit nur 4 Sprechern noch Überraschungen bieten kann.
Lovecraft, Howard Phillips; Gruppe, Marc Gruselkabinett 39. Der Tempel (MP3-Download) EUR 6,99
  • Bewertung vom 19.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • In den Kriegswirren 1917 versinkt U-Boot U 29 vor der Küste Yucantans. Zuvor hatte das U-Boot den feindlichen Frachter „Victory“ versenkt und der Kapitän weigerte sich, Überlebende an Bord zu nehmen. Später entdeckte die Besatzung einen toten Seemann im Wasser mit fremdländischen Zügen, als die Leiche untersucht wird, finden die Matrosen eine aus Elfenbein gefertigte Statue eines Lorbeer-bekränzten Jünglingshauptes bei dem Toten. Leutnant Klenze nimmt die Statue an sich und das U-Boot setzt seinen Kurz fort. Doch schon bald häufen sich seltsame Vorkommnisse an Bord. Einige Matrosen haben schreckliche Visionen, es kommt zu Selbstmorden und schließlich meutert die restliche Mannschaft und nur der Kapitän und Leutnant Klenze bleiben zurück, doch auch für sie beginnt der Alptraum erst.

    Wie gewohnt wird auch diese Geschichte aus der Feder von H.P. Lovecraft wieder gewohnt gut und professionell als Hörspiel umgesetzt. Die beklemmende und unheimliche Stimmung bezieht sich aber mehr durch die klaustrophobische Atmosphäre, die an Bord des untergegangenen U-Bootes herrscht als durch eine besonders gruselige Handlung. Nachdem die Mannschaft das Schiff verlassen hat, wird ein Großteil des Hörspiels vom Kapitän und seinem Leutnant bestritten. Die beiden werden von Erich Räukert und Dennis Schmidt-Foß gesprochen, die ihre Sache ausgesprochen gut machen und den beiden Charakteren viel Tiefgang verleihen. Je mehr sich die Geschichte ihrem Ende zu neigt, um so bedrückender und beunruhigender wird die Stimmung. Hier ist den Produzenten ein wirklich dichter Klangteppich aus Musik und Geräuschen gelungen, der den Hörer quasi in die Geschichte hineinversetzt und die Atmosphäre fühlbar macht.

    FaziT: gewohnt hochwertig produziert, überzeugt auch „Der Tempel“ mit einer atmosphärisch dichten Stimmung und tollen Sprechern.
  • Bewertung vom 19.11.2014
  •  
    sehr gut
  • Sandra verkündet ihrem Freund Rick, dass sie schwanger ist und dieser möchte sie auch sofort heiraten, doch zunächst hat er ihr noch eine Offenbarung zu machen. Rick wird von seinem verstorbenen Onkel ein großes Vermögen erben, Bedingung dafür ist jedoch, dass er nach seiner Heirat mindestens ein Jahr in dem kleinen Städtchen "Storeyville" leben muß und auch sein Kind muß dort geboren werden. Sandra willigt ein, erscheint ihr die Sache doch harmlos. Doch schon auf der Zugfahrt nach Storeyville wird Sandra von einer alten Frau vor dem Ort und seinen Bewohnern gewarnt, die angeblich einer dubiosen Sekte angehören sollen. Nachdem das junge Paar in das Haus des Onkels gezogen ist, geschehen seltsame Dinge. Sandra sieht ein unheimliches grünes Leuchten aus dem Tempel dringen und ihr Mann verhält sich immer seltsamer.

    Nachdem die letzte Folge in keiner Weise überzeugen konnte, ist „Mit der Götze vom anderen Stern“ wieder eine stimmige und inhaltlich geradlinigere Folge entstanden, die durchweg gelungen ist.
    Die Spannung baut sich stetig auf und gipfelt in einem dramatischen Ende, bei dem regelrecht mitfiebert. Die Geschichte wird geradlinig ohne Vor und Rückblenden erzählt und es gibt keine überflüssigen Nebenhandlungen, so dass man sich voll auf das Geschehen konzentrieren kann. Handlung und Dialoge sind gut ausgewogen und gerade die Sprecher tragen hier auch zu stimmigen Gesamtkonzept bei. Vor allem Marie Bierstedt, die die schwangere Sandra spricht, liefert eine überzeugende Leistung ab, die sehr glaubwürdig rüber kommt.
    Musik und Geräuschkulisse sind ebenfalls sehr gelungen und sind eine perfekte Untermalung für das Hörspiel.

    FaziT: wer sich für die alten Horrorfilme der 60ger und 70ger begeistern kann, wird auch hier seine Freude haben und bekommt kurzweilige Unterhaltung mit Gruseleffekt.
Arentzen, Gunter Wie alles begann - Das Hörbuch zur Serie EUR 9,49
  • Bewertung vom 19.11.2014
  •  
    gut
  • Jaqueline Berger, genannt Jack ist Archäologin und Schatzjägerin. Nicht immer mit legalen Mitteln sucht sie verlorene Schätze und Artefakte, um sie an den Meistbietenden zu verkaufen. In der Hörspielserie „Die Schatzjägerin“ kann man sie bei 6 Abenteuern begleiten. Das vorliegende Hörbuch schildert als inszenierte Lesung, wie Jack dazu kam Schatzjägerin zu werden und die Vorgeschichte zu der Schnitzeljagd, die man in den nachfolgenden 6 Hörspielen mitverfolgen kann.
    Sicher ist es sinnvoller, das Hörbuch vor den Hörspielen zu hören, ich hab das Hörbuch allerdings erst eine ganze Weile nach den anderen 6 Teilen gehört, was nicht so ganz optimal war. Die Hörspiele sind auf jeden Fall spannender und atmosphärisch dichter. Hier wird die ganze Geschichte von Marion von Stengel (die ihre Stimme auch Jack in den Hörspielen leiht) vorgetragen. Da richtige Handlungsabläufe fehlen, geht auch ein Teil der Spannung und der Dynamik verloren. Allerdings gibt es eine stimmige Musikuntermalung und auch eine ganz gute Geräuschkulisse, so dass immerhin eine passende Atmosphäre rund um die Erzählerin geschaffen wird.

    FaziT: Insgesamt eine nette Ergänzung zur Hörspielreihe, die man aber nicht zwingend gehört haben muß! Da es sich um ein Hörbuch handelt, d.h. eine Erzählerin die ganze Geschichte vorträgt, fehlt der Pepp der Hörspiele und so ist diese Vorgeschichte lediglich ein blasser Abglanz.
Parker, Robert B.; Gockel, Bernd Tod im Hafen (eBook, ePUB) EUR 8,99
  • Bewertung vom 17.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Im Hafen von Paradise wird die Leiche einer jungen Frau angespült. Schnell kann Polizeichef Jesse Stone die Identität des Opfers klären, Florence Horvath aus Florida, reich, sexy, verwöhnt und mit einer Vorliebe für ausgefallene Sexspiele. Jesse findet heraus, dass Florence zuletzt auf einer Yacht in Fort Lauderdale gesehen wurde, doch die Crew und der Besitzer samt Gästen verleugnen das und auch Florence Eltern und ihre Schwestern verhalten sich seltsam. Doch mit seiner eigenen Verbissenheit und Beharrlichkeit, gelingt es Jesse Stone auch diesmal, das scheinbar unentwirrbare Geflecht aus Lügen, Sex, Gewalt und Ignoranz zu durchdringen.

    Es dauert ein wenig, bis der 5. Fall für Jesse Stone an Fahrt aufnimmt. Zunächst geht es etwas gemächlicher zu, im ersten Drittel gibt es reichlich Jenn und weniger Krimi. Jesse ist dabei sein reichlich verworrenes Verhältnis zu Ex Frau Jenn zu Kitten und beide versuchen einen Neuanfang. Jesse ist vom Alkohol weg und sein Privatleben scheint in ruhigeres Fahrwasser zu gleiten. Dafür hat es der Fall in sich! Was da nach und nach zu Tage tritt, ist wirklich haarsträubend und der Fall entwickelt wesentlich mehr Facetten als „nur“ einen Mord. Die wirklich erschreckenden und bedrückenden Dimensionen des Falles werden durch die lakonischen und teils launigen Dialoge von Jesse mit seinen Kolleginnen Molly und Kelly Cruz aufgelockert, die Robert B. Parker wieder in seiner gewohnt knappen und prägnanten Art zu Papier gebracht hat. Und auch Psychotherapeut Dix ist wieder als moralische Stütze dabei und hilft Jesse nicht nur in seiner Beziehung zu Jenn weiter, sondern hilft ihm auch die hässlichen Abgründe des Falles auszuloten.
    Wie gewohnt erzählt Robert B. Parker seine Story schnörkellos und ohne unnötige Brutalität, trotzdem gelingt es ihm, mit dem brisanten Thema von Missbrauch und Vergewaltigung sensibel und anrührend umzugehen ohne dabei übermässig melodramatisch zu werden. Dadurch, dass sich die Dimensionen des Falles erst nach und nach offenbaren, wird der Spannungsbogen sehr hoch gehalten, nach dem etwas ruhigen Einstieg klebt man nach dem ersten Drittel förmlich an den Seiten!
    Wer die Verfilmungen mit Tom Selleck kennt, weiß, dass sich die Bücher teilweise sehr von der Serie unterscheiden, tatsächlich ist „Tod im Hafen“ bisher die Folge, die am wenigsten Parallelen zur Verfilmung aufweist, es ist also hier kein Manko, wenn man die Filme zuerst gesehen hat.

    FaziT: ein beklemmender Fall für Jesse Stone, der von Parker wieder auf unnachahmliche Art geschrieben wurde, spannend bis zum Ende bekommt man diesmal einen Jesse Stone ohne private Probleme, was allerdings ein guter Gegenpol zu dem fruchtbaren Fall ist.
Kastner, Jörg Teufelszahl EUR 7,95
  • Bewertung vom 17.11.2014
  •  
    gut
  • Jesuitenbruder Paul Kadrell, selbst ein Waisenkind leitet ein Waisenhaus in Österreich, als ihn die Nachricht vom Mord an seinem väterlichen Freund und Mentor Renato Sorelli erreicht. Er reist unverzüglich nach Rom und wird dort mit den grauenhaften Details des Mordes konfrontiert. Man hat Pater Sorelli nicht nur ermordet, sondern ihm auch die Zahl 666 in die Stirn gebrannt, das Zeichen des Teufels. Als weitere Morde geschehen und Kadrell von unheimlichen Träumen geplagt wird, muß er sich fragen, wie er selbst in die ganze Sache verwickelt ist. Gemeinsam mit Kommissarin Claudia Bianchi, die mit den Mordermittlungen betraut ist, versucht er der Sache auf den Grund zu gehen und entdeckt ein uraltes Geheimnis.

    Nachdem mir die historischen Amsterdam Krimis des Autors sehr gut gefallen haben, war ich nun auf einen Mysterie Thriller von ihm gespannt. Um es gleich vorweg zu nehmen, ich war doch ziemlich enttäuscht! Die Geschichte ist reichlich klischeebeladen, schon am Anfang ahnt man, was es mit Paul Kadrells Herkunft auf sich hat und auch wie es mit Kommissarin Claudia Bianchi läuft, ist nicht wirklich überraschend, man weiß recht bald wie das ausgeht und die Vermutung bestätigte sich auch im Verlauf des Buches! Zudem ist das Buch für einen Mysterie Thriller im ersten Buchdrittel recht spannungsarm, zumindest wollte bei mir der Funke irgendwie nicht so recht überspringen. Ich hab keine Probleme mit Fantasy Elementen in Thrillern, aber wie sich die Geschichte dann hier im letzten Drittel entwickelt, war mir einfach zu unglaubwürdig, alte Gottheiten und Dämonen die plötzlich auftauchen hätte der Plot so gar nicht nötig gehabt und sie machen die Geschichte an sich unstimmig und überfrachten das Ganze. Auch der abrupte Schluß wirkt irgendwie überstürzt und unfertig, vieles bleibt offen und soll vermutlich auf den 2. Band neugierig machen, da meine Erwartungshaltung für die Fortsetzung aber mehr als gering ist, werde ich mir die Lektüre auf jeden Fall sparen.

    FaziT: kommt nicht an die historischen Amsterdam Krimis des Autors heran und auch im Bereich Mysterie/Kirchen Thriller gibt es wesentlich besseres! Der Schreibstil ist ganz eingängig, aber sowohl die Story als auch die Charaktere sind klischeebeladen und vorhersehbar, ich ahne jetzt schon was in Teil 2 passiert und werde mir den vorsichtshalber gar nicht erst antun.
Ewers, Hanns Heinz; Gruppe, Marc Gruselkabinett 38. Die Spinne (MP3-Download) EUR 6,99
  • Bewertung vom 14.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Paris 1910: an drei aufeinanderfolgenden Freitagen erhängen sich im kleinen Hotel Stevens drei Gäste am Fensterkreuz von Zimmer 7, ohne das es dafür einen ersichtlichen Grund gibt. Medizinstudent Richard Bracquemont will dem Rätsel auf den Grund gehen und läßt sich weder vom zuständigen Kommissar noch Madame Dubonnet, der Besitzerin des Hotels davon abbringen, Zimmer 7 zu beziehen und zunächst scheint auch alles gut zu gehen.

    Vor diesem Hörspiel war mir Hanns Heinz Ewers völlig unbekannt, daher kenne ich auch die Originalgeschichte, der das Hörspiel zu Grunde liegt nicht, trotzdem ist es Titania wieder mal gelungen, einen Stoff dramaturgisch wunderbar umzusetzen und eine phänomenale Stimmung zu erzeugen. Sicher ist der Stoff an sich nicht so unheimlich oder gruselig wie bei anderen Folgen des Gruselkabinetts, der Gruseleffekt ist hier eher subtil und hintergründig, aber Richards Besessenheit und später seine Hörigkeit Clarimonde gegenüber werden wunderbar greifbar. Da die Geschichte fast vollständig in Form von Tagebucheintragungen von Richard in Ich-Form vorgetragen wird, kann man hier die sich ändernden Emotionen und Gefühle hautnah miterleben. Simon Jäger, der Richard Bracquemont spricht, ist hier eine außergewöhnliche Leistung gelungen, die vollständig überzeugt.

    Fazit: wieder wird eine dichte und sehr stimmige Atmosphäre erzeugt, was inzwischen schon ein Markenzeichen der Reihe ist und Sprecher und Musikuntermalung tun ihr Übriges um auch die 38. Folge zu einem Highlight zu machen.
Christie, Agatha Mord im Pfarrhaus (eBook, ePUB) EUR 8,99
  • Bewertung vom 13.11.2014
  •  
    ausgezeichnet
  • Beschaulich geht es zu im englischen Dörfchen St. Mary Mead. Den vielen älteren und alleinstehenden Damen entgeht so gut wie nichts, daher sind alle erstaunt, als man Colonel Protheroe im Pfarrhaus erschossen auffindet und scheinbar niemand den Täter bemerkt hat. Die Beweislage ist zudem recht undurchsichtig. Pfarrer Clement befindet sich nun in einer verzwickten Lage, wurde der unbeliebte Mann doch in seinem Arbeitszimmer ermordet und nur kurz vorher hatte der Pfarrer geäußert, dass man der Menschheit keinen größeren Dienst erweisen könne, als den Colonel ins Jenseits zu befördern. Nur gut dass die aufmerksame Miss Marple genau gegenüber wohnt und ihr kein Detail entgeht, doch auch die clevere alte Dame läßt sich zunächst in die Irre führen.

    Obwohl es sich hier um Miss Marples ersten Fall handelt, wird die ganze Geschichte aus Sicht des Pfarrers erzählt und Miss Marple agiert eher im Hintergrund. Pfarrer Clement fühlt sich durch seine unbedachte Äußerung und die Tatsache dass der Mord in seinem Arbeitszimmer geschah, dazu berufen, den Mord aufzuklären und stellt eigene Nachforschungen an, wohl auch deshalb, weil ihm Kommissar Slack nicht sonderlich kompetent erscheint. Als Pfarrer ist er zudem eine Vertrauensperson im Ort und gerade die alten Damen vertrauen ihm Dinge an, die sie der Polizei nicht erzählen würden.
    Agatha Christie ist es gelungen, ihre Hauptfigur mit viel Liebe zum Detail zu schildern und ihre besondere Beobachtungs- und Kombinationsgabe in Szene zu setzen. Miss Marple ist eine liebenswürdige alte Dame, der aber nicht das kleinste Detail entgeht und die dadurch auf ihre Mitmenschen nicht immer sympathisch wirkt. Aber auch die anderen Charakter wurde so geschildert, dass man meint, die einzelnen Figuren vor sich zu sehen. Auch der Pfarrer und seine Frau waren mir beim Lesen sofort sympathisch und gerade in den Dialogen des Pfarrers mit seiner Frau kommt auch öfter mal der schräge britische Humor durch.
    Neben dem gut konstruierten Krimifall war aber hier für mich ein Highlight, wie die Autorin die Verflechtungen des dörflichen Lebens schildert und allem ein herrliches Lokalkolorit verleiht. Man sieht die „alten Schachteln“ förmlich vor sich, wie sie im Ort unterwegs sind und ihnen nichts entgeht und sie wilde Spekulationen anstellen.
    Der Krimifall ist recht verzwickt, es gibt viele Verdächtige und noch mehr Motive, hier ist es Agatha Christie gut gelungen falsche Spuren zu legen und zunächst Leser wie auch ihre Ermittler zu verwirren. Dass am Ende Miss Marple den Fall auf einzigartige Weise löst und alle anderen um sie herum alt aussehen läßt, versteht sich von selbst.

    FaziT: schon mit ihrem ersten Fall für die liebenswerte Miss Marple beweist die Autorin großes Geschick sowohl was das stimmige Setting und die Figuren, aber auch den kniffligen Fall angeht. Herrlich amüsant bekommt man hier britische Krimikost vom Feinsten!
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