Benutzername: tassieteufel
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Insgesamt 2766 Bewertungen
Bewertung vom 21.01.2017
Foster 05-Die Hexe

Foster 05-Die Hexe


ausgezeichnet

Sandra Fisher telefoniert gerade mit einer Freundin, als sei seltsame Geräusche aus dem Treppenhaus hört, als sie nachschaut, trifft sie dort auf eine scheinbar verwirrte alte Dame. Doch als Sandra ihr helfen will, wird sie von einem dämonischen Wesen angegriffen. Als ihr Nachbar ihr zu Hilfe eilt, flieht die junge Frau in Panik auf die Straße und wird dort in einen Unfall verwickelt.
Foster und sein Kollege Kyle Jones, die inzwischen in einer neu gegründeten und spezialisierten Abteilung arbeiten, werden auf den Fall aufmerksam und nehmen die Ermittlungen auf, nicht ahnend, dass sie es mit einem unberechenbaren Gegner zu tun bekommen, mit einer Hexe.

Mit "Die Hexe" geht die Serie um Foster, den ungewöhnlichen Dämonenjäger in die zweite Runde. Im Mittelpunkt der 5. Folge steht zwar die Handlung um Sarah Fisher, die das Opfer einer Hexe wird, aber hier löst sich auch ein Handlungsstrang aus der allerersten Folge auf, nämlich der Selbstmord einer jungen Frau, die angeblich noch nach ihrem Freitod noch mit ihrem Verlobten zusammen war. Das hatte mich nach der ersten Folge doch ziemlich ratlos zurück gelassen, weil dieser Handlungsstrang so zusammenhanglos wirkte und auch überhaupt nicht aufgelöst wurde. Hier bekommt man nun endlich Erhellung!
Die Ereignisse um Sarah Fisher sind rasant, mysteriös und auch reichlich brutal in Szene gesetzt und mit Sicherheit nichts für Zartbesaitete! Es gibt reichlich Schockmomente, diverse überraschende Wendungen und bedrohliche Ereignisse, die einem Horrorhörspiel wirklich alle Ehre machen.
Thomas Nero Wolff spricht Dämonenjäger Foster gewohnt souverän und überzeugt mit seiner coolen und kaltblütigen Art. Gerrit Schmidt-Foß als Kyle Jones und Lina Rabea Mohr als Sandra Fisher können in ihren Rollen ebenfalls überzeugen und liefern eine super Leistung ab.
Musik und Geräuschkulisse wurden sehr gut auf die Handlung abgestimmt und unterstützen damit die jeweiligen Ereignisse, besonders natürlich die Schockmomente.

FaziT: eine sehr gelungene Folge, die sowohl inhaltlich als auch durch die technische Umsetzung überzeugt. Ein rasantes und düsteres Horrorhörspiel, das aber nichts für Zartbesaitete ist.

Bewertung vom 21.01.2017
Die größten Fälle von Scotland Yard, Folge 20: Die Felseninsel (MP3-Download)
Masuth, Andreas

Die größten Fälle von Scotland Yard, Folge 20: Die Felseninsel (MP3-Download)


weniger gut

Chief Insepktor Benjamin Cyrus ist vor einigen Monaten aus dem Dienst ausgeschieden. Sein ehemaliger Mitarbeiter und Schützling George Bexley möchte seinem Chef einen Besuch abstatten, nachdem dieser sich auf einige Briefe nicht gemeldet hat. Als George in dem kleinen Küstenort ankommt, muß er nicht nur feststellen, dass der Chief Inspektor auf einer schwer zugänglichen, vorgelagerten Felseninsel wohnt, scheinbar wurde auch seine Tochter Justine von Unbekannten entführt, die Cyrus mit immer merkwürdigeren Forderungen demütigen.

Insgesamt eine sehr enttäuschende und vorhersehbare Folge. Es gibt nur 3 Sprecher, das sind der pensionierte Chief Inspektor, seine Tochter Justine und George Bexley, der auch als Erzähler fungiert. Von den ominösen Entführern ist absolut nichts zu hören, deren Anweisungen an Cyrus gibt stets Tochter Justine per Funk durch, hier kann man also schon bald erahnen, wie das alles ausgeht. Angeblich wird Justine auch gequält, wenn ihr Vater die Anweisungen nicht korrekt ausführt, die Reaktionen ihres Vaters am Funkgerät sind aber derart übertrieben und überspitzt, dass man meinen könnte, hier eine Satire zu hören. Die Sache an sich ist am durchaus nachvollziehbar, leider gibt es nur wenig Details zu Motiv und Hintergründen, so dass diese Folge absolut unbefriedigend ist.

FaziT: für diese bisher tolle Reihe der absolute Tiefpunkt! Der Fall ist vorhersehbar, die technische Umsetzung hätte auch besser sein können und am Ende bleibt man ohne wirklich Erklärung für die Tat zurück. Bleibt zu hoffe, dass diese Folge lediglich ein Ausrutscher war und die Reihe in Folge 21 zu ihrer gewohnten Form zurück findet.

Bewertung vom 20.01.2017
Die Nacht der Skinwalkers
Hillerman, Tony

Die Nacht der Skinwalkers


sehr gut

Der erste Krimi in dem Hillermans Hauptakteure Jim Chee und Joe Leaphorn zusammen treffen und der Fall hat es auch gleich in sich, 3 Morde die scheinbar nichts gemeinsam haben
und doch vermuten beide Polizisten, das es der selbe Täter war. Die Anhaltspunkte sind völlig zusammenhanglos, die Tatorte quer über die ganze Reservation verteilt, und die Vermutung, es könne ein Skinwalker sein, stößt bei Joe Leaphorn auf wenig Gegenliebe. Jim Chee, der selbst ein Sänger ist und noch tief in den Traditionen seines Volkes verwurzelt ist, ist allerdings nicht ganz abgeneigt, in diese Richtung zu ermitteln, zumal auf ihn selbst ein Anschlag verübt wurde, bei dem eine seltsame kleine Knochenkugel zurückblieb……
Für mich einer der ehr schwächeren Fälle von Hillermans Ethno-Krimis, zwar scheinen die einzelnen Fälle wie bei Hillerman so oft, nichts miteinander zu tun zu haben, doch in Ermangelung von ausreichend Verdächtigen, war zumnidest mir recht schnell klar, wer der Täter war.
Was Motiv und Beweggrund anging gab es zwar erst kurz vor Schluß die Auflösung, aber insgesamt gesehn, kam das Ganze diesmal trotz reichlich Leichen und diversen Schußwechseln nicht so recht in die Gänge. Da die Krimifälle aber immer nur eine Seite bei Tony Hillerman sind, war das Buch wieder ganz interessant, weil man wieder viel über die Lebensumstände und Glaubensvorstellungen der Indianer erfährt.
Interessant war für mich auch wie die beiden unterschiedlichen Charaktere von Jim Chee und Joe Leaphorn zusammen agierten und das macht gespannt auf weitere Fälle der beiden sympathischen und sehr gegensätzlichen Ermittler.

Fazit: vom Krimifall her einer der schwächeren Fälle, aber das "Drumherum" ist wieder recht
interessant und anschaulich geschildert.

Bewertung vom 20.01.2017
Das Tabu der Totengeister
Hillerman, Tony

Das Tabu der Totengeister


sehr gut

Alles beginnt mit einem Schußwechsel vor einem Waschsalon, es bleibt ein Toter zurück der andere, schwer verletzt kann entkommen. Die Spur führt Jim Chee von der Navajo Tribal Police zum Hogan von Hosteen Begay, der mit dem Verletzten verwandt ist, doch der Hogan ist verlassen, von dem alten Mann keine Spur und der Gesuchte Mann, Albert
Gorman wird schließlich unter einem Geröllhaufen tot aufgefunden. Doch einiges ist bei dem Fall seltsam, der Tote wurde nicht nach den Navajotraditionen beerdigt und schließlich verschwindet auch noch die Enkelin von Hosteen Begay, nachdem sie von ihrem Großvater einen alarmierenden Brief erhalten hat.
Aus dem Fall mit der Schießerei soll Jim Chee sich wieder mal raushalten, ist er doch FBI Sache, aber die Suche nach Hosteens Enkelin hängt damit zusammen und so kann Jim Chee gar nicht anders, als seine Nase hineinzustecken.
Wie auch schon in den anderen Teilen der Reihe gelingt es Tony Hillerman, scheinbar völlig unzusammenhängende Fälle miteinander zu verknüpfen und den Leser fast bis zum Schluß im Dunkeln tappen zu lassen. Man bekommt auch wieder eine Menge über die Navajokultur vermittelt und erfährt, wie schwer es die Indianer haben, ihre eigene Identität zu wahren. Jim Chee, der sich neben seiner Arbeit als Polizist auch als Medizinman ausbilden läßt, bekommt das am eigenen Leib zu spüren, als seine Freundin Mary, die eine Weiße ist, den verständlichen Wunsch hat, aus der recht ärmlichen Reservation weg zu ziehen und nun Jim drängt, sich beim FBI zu bewerben, was für ihn bedeuten würde, sich von der Kultur seines Volkes abzuwenden. Die diesbezügliche Entscheidung fällt ihm
natürlich nicht leicht. Die daraus entstehenden Gewissenskonflikte machen Jim Chee aber nur um so sympathischer und machen den Leser gespannt auf die Entwicklung seiner Person.

Fazit: wie alle Hillerman Krimis geschickt konstruiert und neben der Krimihandlung erhält man als Leser wieder Einblicke in die Welt der Navajos u. deren Probleme im "modernen" Amerika.

Bewertung vom 19.01.2017
Æthersymphonie
Bagus, Anja

Æthersymphonie


sehr gut

Annabelle und Paul sind inzwischen verheiratet und eigentlich sollte ihr Leben in geordneten Bahnen verlaufen, doch Annabelle treibt immer noch die Frage um, was aus ihrem vor 2 Jahren verschwundenen Vater geworden ist. Auch im Amt für Aetherangelegenheiten gibt es neue Probleme und Schwierigkeiten. Immer mehr Veränderte sorgen zudem in der Gesellschaft für Kontroversen und die Akzeptanz dieser „Verdorbenen“ liegt noch weiter Ferne. Mit dem von Annabells Vater entworfenen Luftschiff „Delfin“ machen sich Annabelle, Paul, sein Bruder Friedrich und einige weitere Vertraute auf nach Prag, wohin die letzte Spur des verschwundenen Professors führt. In der goldenen Stadt kommen sie Geheimnissen auf die Spur, die alles verändern, woran sie bisher geglaubt haben.

Der dritte und letzte Teil um Annabelle Rosenherz hat mich nicht ganz so begeistern können wie die beiden Vorgänger und das lag zum einen daran, dass die Geschichte zunächst nur wenig Fahrt aufnahm und sich in vielen Nebenschauplätzen zerfaserte, bevor es richtig los ging. Nachdem die Reisegefährten dann endlich in Prag waren und die Spur des Professors aufgenommen hatten, wurde es zwar sehr viel spannender, aber mir persönlich wurde es dann zu viel Fantasy. Es passiert unheimlich viel in rasender Folge, hier verliert man zum einen etwas den Überblick, zum anderen ist die Geschichte mit den ganzen phantastischen Wesen arg überfrachtet und eigentlich keiner aus Annabelles Gruppe bleibt normal, die Verwicklungen kommen zu plötzlich und die Logik, die bisher in den beiden Vorgängern vorhanden war, sucht man nun vergebens. Am Ende ist alles zu phantastisch um glaubwürdig zu sein, der bisher so stimmige Weltentwurf wird einfach „nur“ eine Fantasygeschichte und die historische Komponente, die die Vorgänger so reizvoll gemacht hat, findet man hier nur am Rande und das ist sehr schade. Zudem ist das Ende zwar ein tolles Happy End, aber auch das fand ich wenig glaubwürdig. Nach all den Vorkommnissen und Kämpfen kommen alle Gefährten Annabelles mit heiler Haut davon, für alle geht es gut aus, das ist natürlich Geschmackssache, ist aber am Ende wenig überzeugend. Als weiteren Kritikpunkt muß ich wieder das schlechte Lektorat anführen!! Fehlende Buchstaben oder verdrehte Worte, Grammatikfehler und Kapitel 10 gab gleich zweimal, wenn auch mit unterschiedlichem Inhalt. Hier ist eindeutig viel verbesserungswürdig, denn die vielen Fehler stören den Lesefluss und sollten eigentlich nicht in dieser Masse passieren.
Aber ich will nicht nur meckern, die Autorin bleibt ihrem flotten und eingängigen Schreibstil treu und man kann die Geschichte flüssig lesen und die Entwicklung der Charaktere wird hier weiter geführt. Annabelle und Paul sind ein sympathisches Paar, das im Verlauf der Geschichte weiter zusammen wächst und seine Probleme meistert. Am Ende ist noch genug Potenzial da, um die Geschichte der Charaktere und der Aetherwelt weiter zu führen. Die Autorin kann wirklich toll fabulieren, aber etwas mehr Ausgewogenheit hätte diesem 3. Teil auf jeden Fall gut getan.

FaziT: für die Charaktere ein netter Abschluß der Geschichte, mir persönlich war es am Ende zu viel Fantasy und die Autorin hat hier einfach zu viel rein gepackt um den Weltentwurf glaubwürdig bleiben zu lassen. Weniger ist manchmal mehr und gerade das Ende ist so stark mit Geschehnissen überfrachtet, das einiges unter geht.

Bewertung vom 19.01.2017
Ætherresonanz
Bagus, Anja

Ætherresonanz


ausgezeichnet

Baden Baden 1912: Das neugegründete Amt für Aetherangelegenheiten beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Aethers auf Menschen und Umwelt und versucht ein Umdenken im Umgang mit den Veränderten herbei zu führen. Doch noch immer lehnen viele Menschen die „Verdorbenen“ ab und ignorieren, das auch sie selbst jederzeit davon betroffen sein können. Auch Annabelle Rosenherz kann nicht vergessen, was ihr angetan wurde und findet in kein normales Leben zurück. Einerseits möchte sie Paul heiraten, andererseits will sie sich den gesellschaftlichen Regeln nicht beugen. Pauls neue, russische Assistentin treibt zudem einen weiteren Keil zwischen das Paar. Um sich von ihren Problemen abzulenken, folgte Annabelle der Einladung eines alten Freundes ihres Vaters, dem Industriellen Rudolf Bader. Von ihm erhofft sich die junge Frau Hinweise über den Verbleib ihres verschollenen Vaters. Während Annabelle auf dem Anwesen des Großindustriellen weilt, untersucht Pauls Bruder Friedrich gemeinsam mit dem Amt für Aetherangelegenheiten eine Reihe seltsamer Todesfälle und die Spur führt genau zu den Bader Werken.

Nachdem mich der erste Teil der Reihe „Aetherherz“ so begeistert hatte, ist es der Autorin auch mit dem Folgeband gelungen, mich restlos zu überzeugen. Die Charaktere werden weiter ausgearbeitet und vertieft. Ist Annabelle am Anfang des Buches noch verunsichert und weiß nicht, wie ihr Leben weiter gehen soll, so findet sie durch die dramatischen Ereignisse, die sie im Verlauf der Geschichte durchlebt, am Ende zu sich selbst und eine Möglichkeit um auch mit Paul ins Reine zu kommen. Hier kann man als Leser die Entwicklung miterleben und nachvollziehen, Annabelle wird dadurch zu einer menschlichen und sehr liebenswerten Figur, die man einfach mögen muß. Und auch die anderen Charaktere wie Paul, sein Bruder Friedrich oder Johanna sind sehr realistisch beschrieben, auch die Bösewichte haben realistische Züge und sind nicht einfach nur böse Schurken, sondern werden von der Autorin als Menschen gezeichnet, die durch prägnante Ereignisse in ihrem Leben zu den tragischen Figuren wurden, denen der Leser im Buch begegnet.
Ebenso stimmig ist der historische Hintergrund geschildert, der eine passende Kulisse für die Fantasyelemente bildet Historie, Fanatsie und Fiktion werden zu einem gelungenen Gesamtbild verwoben, das mit der dezenten Liebesgeschichte perfekt abgerundet wird.
Von Anfang an legt die Story ein hohes Tempo vor, die Ereignisse kommen Schlag auf Schlag und steuern auf ein fulminantes Ende zu, es bleibt durchweg spannend und durch geschickte Szenenwechsel wird die Spannung noch erhöht, man will unbedingt wissen wie es weiter geht und kann das Buch nur schwer aus der Hand legen. Der Schreibstil der Autorin ist eingängig und flüssig, lediglich das Lektorat muß ich auch diesmal bemängeln. Fehlende bzw. falsche Satzzeichen und auch einige Rechtschreibfehler sind mit der Zeit ein wenig störend.

FaziT: ein spannender und unterhaltsamer Genremix, der von Anfang an überzeugt und von einer dezenten, romantischen Liebesgeschichte dezent abgerundet wird. Die Autorin arbeitet ihren Weltentwurf und ihre Charaktere hier weiter aus und das macht gespannt auf den 3. Teil der Reihe.

Bewertung vom 19.01.2017
Ætherhertz
Bagus, Anja

Ætherhertz


ausgezeichnet

Seit der Jahrhundertwende steigt von den Flüssen grüner Nebel auf – Aether, für die Industrie ein Segen und Fortschritt, lassen sich doch mit dem Aether Luftschiffe und andere mechanische Geräte betreiben. Doch für die Menschen, die damit in hautnahen Kontakt kommen ist er ein Fluch, denn der Aether verändert Lebewesen, läßt sie mutieren und sich verwandeln. „Verdorbene“ werden diese Menschen genannt und in eine Anstalt, den Adlerhorst, gesperrt.
Die junge Annabelle Rosenherz hat allerdings ganz andere Sorgen, ihr Vater, ein berühmter Forscher ist seit geraumer Zeit verschollen und da Annabelle als unverheiratete Frau nicht über das Vermögen verfügen darf, steht sie vor einer schweren Entscheidung, entweder heiraten oder ihren Vater für tot erklären lassen und das Vermögen in eine Stiftung umwandeln lassen, die für ihre Bedürfnisse aufkommt. Das eine wie das andere ist für sie inakzeptabel, denn Annabelle ist unangepaßt, wissbegierig und sehr eigensinnig. Als immer mehr Frauen an einer mysteriösen Vergiftung sterben, beginnt Annabelle auf eigene Faust zu ermitteln und gerät in höchste Gefahr, denn auch sie hat ein Geheimnis.


Nach den Geschichten von Ju Honisch für mich das beste Steampunk-Buch das ich überhaupt gelesen habe!
Anja Bagus ist es gelungen, eine in sich stimmige Welt zu schaffen und ihre Figuren darin zu integrieren. Das mondäne Baden-Baden von 1910 dient dafür als perfekte Kulisse und spiegelt gut das Leben um die Jahrhundertwende mit all seinen Zwängen und gesellschaftlichen Konventionen wieder. Hier ist es der Autorin gut gelungen, den historischen Hintergrund detailreich und sehr anschaulich zu schildern. In diese Kulisse wird die Geschichte um den Aether und die damit verbundenen Veränderungen gekonnt eingebettet und es entsteht ein stimmiges und sehr detailliertes Gesamtbild, so dass die Aetherwelt glaubhaft und plausibel erscheint. Auch bei ihren Figuren ist es der Autorin gelungen, sie überzeugend zu schildern. Die Charaktere sind in ihrer Zeit verhaftet und leben und handeln dementsprechend. Annaballe ist eine unangepaßte, aber liebenswerte Person, die unter ungewöhnlichen Umständen aufwuchs, daher wird sie von der besseren Gesellschaft auch mit Skepsis betrachtet, um so mehr, als ihr Geheimnis bekannt wird. Lediglich in ihrer Freundin Johanna und einigen engen Freunden ihres Vater hat sie jemanden, der sie vorbehaltlos akzeptiert und als sie Paul Falkenberg kennen lernt, der auf seine Weise auch ein Außenseiter ist, lernt sie auch die Liebe kennen. Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Paul und Annabelle ist wunderbar romantisch ohne kitschig zu sein, doch auch hier sind die beiden Liebenden den Konventionen ihrer Zeit unterworfen und es geht nicht ohne Komplikationen ab. Nachdem Paul und Annabelle in den Mordfall verwickelt werden, nimmt die Geschichte schnell Ausmaße an, die man anfangs gar nicht erwartet hätte. Hier spannt sich ein Spannungsbogen, der bis zum Ende gehalten wird und in einem ungewöhnlichen Finale gipfelt. Natürlich bleiben einige Fragen offen, aber da es noch 2 weitere Bände gibt, kann man sich hier auf die Fortsetzung freuen.
Der Schreibstil der Autorin ist flott und eingängig und läßt sich gut lesen. Lediglich das Lektorat ist verbesserungswürdig, es gab einige Rechtschreib- und Grammatikfehler, die den Lesefluß etwas störten.

FaziT: ein wunderbarer Mix aus Histo, Fantasy, Liebesgeschichte und Krimi! Der Autorin ist hier eine ausgewogene Mischung gelungen, die spannende, unterhaltsame und fantastische Lesestunden beschert. Ihre Figuren sind wunderbar charakterisiert und man folgt ihnen gern durch ihre diversen Abenteuer und Verwicklungen. Schön dass es noch 2 weitere Teile gibt!

Bewertung vom 18.01.2017
Der Zirkel des Todes / Geister-Schocker Bd.47 (MP3-Download)
Arentzen, G.

Der Zirkel des Todes / Geister-Schocker Bd.47 (MP3-Download)


ausgezeichnet

Einige Jahre nach Jack the Ripper geht wieder ein Frauenmörder um in London. Er bringt seine Opfer ähnlich brutal um wie der Ripper und da dieser nie gefaßt wurde, geht schnall das Gerücht um, JAck wäre wieder zurück. Lord Becket, eigentlich spezialisiert auf übersinnliche Phänomene wird von Inspector Featherline zu dem Fall hinzugezogen und stellt schnell einige gravierende Unterschiede zwischen den aktuellen Morden und denen des Rippers fest, alles wirkt wie ein heidnisches Ritual.

In der 47. Folge der Geisterschocker wird ein neues Detektivgespann eingeführt von dem man vermutlich noch öfter etwas hören wird, zumindest wird es am Ende angedeutet. Sir Becket und sein Adlatus Frederic Bouvier arbeiten als übersinnliche Ermittler, das Duo wird von Inspektor Featherline, der die Polzeigewalt vertritt, ergänzt.
Zunächst sind es die grausamen Morde, die im Vordergrund stehen und die Story eher wie einen Krimifall erscheinen lassen, phantastische und übersinnliche Aspekte kommen erst später zum Tragen. Trotzdem ist die Atmosphäre von Anfang an recht düster und unheimlich. Später, als dann Werwölfe ihr Unwesen treiben, wird die Story noch intensiver und dramatischer.
Von der technischen Seite ist diese Folge gelungen in Szenen gesetzt, Musik und Geräuschkulisse vermitteln stimmiges Flair und untermalen die einzelnen Szenen mit einem prägnanten Klangteppich.
Rainer Gerlach, der als Sir Becket die Hauptrolle spricht macht seine Ache hervorragend und verleiht der Figur mit seiner ausdrucksstarken Stimme viel Charakter. Martin Kautz als Assistent Frederic Bouvier fand ich persönlich allerdings zu theatralisch, er spricht teilweise sehr übertrieben und zieht damit die Story eher ins lächerliche.

FaziT: hier wurde eine recht spannende Krimigeschichte mit Mysterie und Horrorelementen zu einer gelungenen Mischung verarbeitet, die mit einer düsteren Atmosphäre, interessanten Figuren und reichlich Spannung überzeugt.

Bewertung vom 18.01.2017
Der siebte Monat / Sherlock Holmes - Neue Fälle Bd.26 (1 Audio-CD)
Niemann, Eric

Der siebte Monat / Sherlock Holmes - Neue Fälle Bd.26 (1 Audio-CD)


sehr gut

In dem kleinen Küstenstädtchen Hastings soll es in einem altehrwürdigen Holte spuken. Doktor Watson, der dort zu einem Kongress erwartet wird, bucht kurzerhand für seinen Freund Holmes ein Zimmer mit, da dieser sich gerade im Zustand großer Langeweile befindet. Doch kaum sind die beiden im Hotel eingezogen, wird auch schon der Besitzer Peter Westlake ermordet. Die Polizei verhaftet seinen Sohn Bobby, doch der beteuert seine Unschuld und bittet Sherlock Holmes um Hilfe.
"Der siebte Monat" bietet einen recht kniffligen und undurchsichtigen Fall, der geradezu prädestiniert für den Meisterdetektiv ist. Dieser hat das Rätsel um den Spuk schon in der ersten Nacht gelöst und kann sich nun dem neuen Fall mit vollem Tatendrang widmen. Tatsächlich ist der Fall reichlich verschachtelt und wartet mit immer neuen Wendungen und Überraschungen auf, die einige Ereignisse in ganz anderem Licht erscheinen lassen. Die Auflösung hat mich ein wenig verwundert, da sie für Holmes nicht so ganz typisch ist, aber das mag jeder selbst beurteilen.
Christian Rode und Peter Groeger spielen sich gewohnt professionell die Bälle zu und sind eben ein gut eingespieltes Team. Auch die anderen Sprecher wie Daniel Montoya als Bobby Westlake oder Annekathrin Munz als Helen Pritchard können ihre Rollen gut ausfüllen. Gelungen ist auch die Geräuschkulisse, lediglich die Musikauswahl fand ich teilweise für ein Kriminalstück etwas unpassend und eher für ein Märchen passend.

FaziT: verzwickter Fall, der gut umgesetzt wurde, diesmal sorgt aber die Musikauswahl für eine kleine Disharmonie, da sie für meinen Geschmack nicht zu einem Krimihörspiel paßt.

Bewertung vom 18.01.2017
Die Beryll-Krone / Sherlock Holmes Bd.21 (1 Audio-CD)
Doyle, Arthur Conan

Die Beryll-Krone / Sherlock Holmes Bd.21 (1 Audio-CD)


ausgezeichnet

Alexander Holder, ein angesehener Bankier, hat als Sicherheit für ein Darlehen ein wertvolles Schmuckstück entgegen genommen. Um die kostbare Beryllkrone zu schützen, nimmt er sie mit nach Hause, doch gerade dort wird die Kostbarkeit beschädigt und Holder verdächtigt seinen auf Abwege geratenen Sohn der Tat. Nun scheint der Meisterdetektiv die letzte Rettung für den vor dem Ruin stehenden Mann zu sein.

Wieder wurde von Titania eine der Originalgeschichten von Arthur Conan Doyle sehr stilvoll und mit viel Liebe zum Detail als Hörspiel umgesetzt, dabei bleiben die Produzenten dicht an der Vorlage und schaffen ein stimmiges Ambiente.
Der Fall schient zunächst klar, Holders Sohn, ohnehin ein Luftikus, der über seine Verhältnisse lebt, wurde vom Vater mit der Krone ertappt und kann für die fehlenden Teile keine Erklärung liefern. Aber so etwas wäre natürlich für den Meisterdetektiv viel zu einfach, der ein weit komplexeres Verbrechen vermutet und das natürlich im Lauf der Geschichte auch beweisen kann.
Wie gewohnt sind die Sprecher alle hervorragend und Joachim Tennstedt als Sherlock Holmes und Detlef Bierstedt als Dr. Watson zeigen wieder einmal ein harmonisches Zusammenspiel und auch Uli Krohm als verzweifelter Bankier kann seine Rolle überzeugend darbieten, so wie der Rest der Sprecherriege. Stimmig ist ebenfalls die musikalische Untermalung und die Geräuschkulisse, die zeitgemäßes Flair vermittelt.

FaziT: gewohnt atmosphärisch dichte Umsetzung, die sowohl Spannung als auch kurzweilige Unterhaltung bietet.