Benutzername: Mr. Max


Bewertungen

Insgesamt 14 Bewertungen
12
Bewertung vom 23.07.2017
Targa - Der Moment, bevor du stirbst
Schiller, B. C.

Targa - Der Moment, bevor du stirbst


schlecht

Schrecklich enttäuschend
Von der Leseprobe war ich noch sehr angetan. B. C. Schiller schaffen einen spannenden Auftakt. Die vielen Handlungsstränge, die direkt von Anfang an in einzelnen Kapiteln aufgezeigt werden, lassen auf einen spannenden Krimi schließen. Dazu noch eine nicht alltägliche Ermittlerin und einen Hochschuldozenten, dessen Hobby es ist, seinen Studentinnen buchstäblich die Luft zu nehmen. Das war es allerdings auch schon an Positivem zu diesem Buch. Der Täter steht von Anfang an fest - das muß nicht negativ sein, das sich daraus entwickelnde Katz-und-Maus-Spiel hätte interessant sein können. Leider verschleudern die Autoren hier ihr Potenzial. Die Charaktere sind stereotyp angelegt. Sie sollen wohl intelligent und interessant erscheinen, wirken aber wie ein Abklatsch einer schlechten Komödie. 'So handelt nur ein Psychopath' heißt es über den Täter, der seine Opfer auf Booten auf der Spree durch Berlin treiben läßt. Aha, das kennzeichnet also schon einen Psychopathen? Und dann der Mann, der auf einer Gefängnisinsel eingestellt wird, um die Gefangenen zu bewachen. Welche Kritierien wurden bitte schön bei seiner Einstellung zugrunde gelegt? Im Laufe der Geschichte kommt man zu dem Ergebnis, wahrscheinlich gar keine. Er macht von Anfang an einen Fehler nach dem anderen. Die ganze Geschichte mit seinen Nebenschauplätzen wirkt zunehmend konstruiert, die Handlungen werden konfus und wirr. Gegen Ende hin handeln alle ohne Sinn und Verstand. Ich mußte mich zwingen, das Buch zu Ende zu lesen. Es hat definitiv kein Vergnügen gemacht, das Buch zu lesen. Es hat mit jedem Kapitel mehr genervt. Und dann kam das Ende. Wo andere Autoren es durch ihre Geschichten und Figuren schaffen, den Leser gespannt auf das nächste Abenteuer warten zu lassen, meinen B. C. Schiller mit einem offenen Ende 'Fortsetzung folgt' den Leser animieren zu wollen, weiter zu lesen. Tut mir leid, aber ich bin da raus. Es interessiert mich schlicht und einfach nicht.

Bewertung vom 29.06.2017
Die Grausamen
Katzenbach, John

Die Grausamen


sehr gut

Ermittlerduo auf Spurensuche

Was haben vier scheinbar wahllose Morde mit einem verschwundenen 13-jährigen Mädchen zu tun? Das fragen sich die Ermittler der Cold-Case-Abteilung, Gabe und Marta, als sie auf die alten Akten aus dem Jahr 1996 stoßen. Tessa, ein 13-jähriges Mädchen, das abends auf Heimweg von ihrer besten Freundin Sarah nie zu Hause ankam, verschwand spurlos und wurde nie gefunden. Ihre Familie zerbrach an ihrem Verschwinden. Im selben Jahr kamen vier Männer gewaltsam ums Leben. Die Fälle wurden vom damals besten Team des Departments bearbeitet, seltsamerweise alle ohne weitere Ergebnisse, und wurden so zu den Akten gelegt. Gabe und Marta stoßen bei ihrer Arbeit auf diese Akten und fangen an Fragen zu stellen. Fragen, die ihnen zum Verhänignis werden können. Beide sind nicht freiwillig in der neu gegründeten Abteilung Cold Cases. Beide sind durch persönliche Tragödien aus der Bahn geworfen worden. Gabe hat den Halt verloren, nachdem sein Schwager bei einem Bootsunglück ertrinkt, seine Frau dadurch ihren über alles geliebten Zwillingsbruder verliert und kurze Zeit später seine Ehe den Bach runtergeht und seine Frau zusammen mit ihrem gemeinsamen Sohn ihn verlassen. Marta hat bei einem Einsatz versehentlich ihren Partner erschossen und kämpft seitdem mit ihren Alpträumen und Ängsten. Zudem will keiner ihrer Kollegen im Drogendezernat mit ihr zusammenarbeiten. Gabe und Marta finden sich so zusammengepfercht in ein kleines Verlies von Büro der neu, nur wegen ihnen ins Leben gerufenen Abteilung Cold Cases wieder. Sie sollen ein bißchen mit alten Akten spielen bevor man einen Grund findet, sie zu feuern. Und nach Tagen der Langeweile fällt ihnen tatsächlich etwas auf an den ‚kalten Fällen‘ und sie beginnen zu ermitteln.
Das hat mir an dem Krimi von John Katzenbach gefallen. Endlich mal wieder ein Ermittlerteam. Nichts von wegen schnell mal DNA und sonstige Spuren auswerten und schon hat man Fingerzeige auf den Täter, oder ein Superduper Profiler zaubert den Täter mal eben aus dem Hut. Nein, hier geht es um Recherche. Allerdings Recherche, die sich auf Ereignisse von vor 20 Jahren bezieht. Da gibt es schon aufgrund der lange zurückliegenden Zeit ein Problem. Wer von den Personen, die damals in die Fälle involviert waren, sind denn noch zu erreichen und erinnern sich? Für Gabe und Marta ein langwieriges Puzzlespiel. Sie lassen sich allerdings nicht von ihrer Fährte abbringen, so sehr es auch einige Leute versuchen durch Drohungen, Einschüchterungen und Druck. Man erlebt mit, wie sowohl Gabe als auch Marta sich wieder hineinfinden ins Leben, wie sie anfangen, wieder zu leben. Und auch langsam anfangen, als Team zusammen zu arbeiten. Mir hat es gefallen, wie John Katzenbach die Figuren von Gabe und Marta entwickelt. Anfangs noch völlig kaputt, erlebt man wie sie sich aufraffen und langsam wieder 'in Gang' kommen. Und die zwei werden nicht übermächtig dargestellt im Buch, es geht hauptsächlich um den Fall, aber die beiden sind wichtig und gut konstruiert.
Alles in allem ein sehr guter Krimi. Es hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen.

Bewertung vom 20.06.2017
Ragdoll - Dein letzter Tag
Cole, Daniel

Ragdoll - Dein letzter Tag


weniger gut

Enttäuschend
Die Leseprobe hatte mir ziemlich gut gefallen. Obwohl die Vorgeschichte aus der Sicht von Samantha Boyd ziemlich ausufernd erzählt wurde, konnte ich mich gut einlesen. Der Anfang ist spannend zu lesen und wartet mit grausigen Bildern auf den Leser. Leider konnte der Autor Daniel Cole die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Das Buch ist streckenweise, wie schon im Prolog, ziemlich mit Nebenhandlungen aufgebläht, die ins Nichts führen. Des weiteren werden die agierenden Personen immer unsympathischer. Es ist auch ziemlich unglaubwürdig, daß jemand wie Wolf mit dieser Vorgeschichte wieder in den aktiven Dienst aufgenommen wird. Und dann werden die Ermittlungen teils aus dem Bauch heraus geführt, Wolf hat Eingebungen/Ideen, denen er nachgeht, ohne seinen Kollegen davon zu berichten. Nach ca. der Hälfte des Buches beschlich mich eine Ahnung, wohin das Ganze führt. Allerdings dachte ich, nee, das wird doch wohl nicht so sein. Aber was soll ich sagen. Genauso kam es. Völlig unglaubwürdig. Das Buch hat mich, je näher ich dem Ende kam, immer mehr aufgeregt. Wenn man über die hanebüchene Story hinwegsehen kann (aber wer kann das schon in einem Thriller?), dann kann man sich wohl gut unterhalten lassen. Wenn man aber den Kopf beim Lesen einschaltet, kann man nur den Kopf schütteln. Für mich war das Buch leider eine Enttäuschung.

Bewertung vom 21.05.2017
Das Buch der Spiegel
Chirovici, E. O.

Das Buch der Spiegel


sehr gut

Welche Wahrheit ist die richtige?
E. O. Chirovici zeigt in seinem Buch auf, daß jede Erinnerung eine andere Wahrheit ist. Jede Person wird das ihr Erlebte anders erinnern und entsprechend anders gestaltet sich für denjenigen die Wahrheit. Das zeigt der Autor E. O. Chirovici in seinem Buch, das in drei Teile gegliedert ist und aus der Perspektive unterschiedlicher Personen berichtet.
Daß die Erinnerung einen trügt, erlebt man selbst beinahe täglich. Der eine hat ein Ereignis anders in Erinnerung als man selber. Und das wird mit der Zeit wohl noch verzerrter. Und hier geht es um ein Ereignis, das vor 25 Jahren geschah. Der ehemalige Student, der in den Mordfall um den Collegeprofessor Joseph Wieder verwickelt war, hat im Alter, gezeichnet von einer lebensbedrohlichen Krankheit, das Bedürfnis, seine Geschichte niederzuschreiben. Und setzt damit eine Entwicklung in Gang, die versucht, die Geschehnisse von damals aufzuklären. Schon das ist eine Herausforderung. Die beteiligten Personen zu finden, sofern sie noch am Leben sind, herauszubekommen, was wirklich geschah. Und Richard Flynn sieht sich selber in dieser Geschichte naturgemäß anders als andere ihn wahrnehmen. Das zeigt sich durch die verschiedenen Perspektiven dem Leser immer mehr, auch die anderen beteiligten Personen werden durchaus anders gezeichnet, je nachdem, wer gerade erzählt. Und am Ende wird klar, daß man sich nur durch harte Fakten durch den Fall kämpfen kann, um der Lösung auf die Spur zu kommen.
Durch den spannenden Auftakt hatte ich Erwartungen an das Buch, das es so nicht halten konnte. Ich hatte mehr Krimi erwartet. Und nicht so ein Spiel mit den Erinnerungen. Das Buch hat mich gut unterhalten, obwohl man, je mehr man gelesen hat, darauf achten mußte, wer gerade am erzählen war. Es hat auch nicht die unbedingte Spannung aufgebaut, die ich sonst bei Krimis habe. Es kommt eher leise daher.

Bewertung vom 14.05.2017
Bound - Tödliche Erinnerung (eBook, ePUB)
Eden, Cynthia

Bound - Tödliche Erinnerung (eBook, ePUB)


gut

Gute Unterhaltung
Eve sucht Hilfe bei LOST - des Last Option Search Teams - der Firma von Gabe Spencer, die hilft, verschwundene Personen zu finden. Eve ist auf der Suche nach sich selbst, seit sie ohne Gedächtnis in einem Krankenhaus aufwachte. Die Polizei kann oder will ihr nicht weiterhelfen und so bittet sie Gabe Spencer um Hilfe. Zwischen ihr und Gabe sprühen von Anfang an die Funken. Es bleibt ihm gar keine andere Wahl als einzuwilligen, ihr zu helfen. Und schon kurz nachdem er sich eingeschaltet hat, gibt es schon erste Ergebnisse.
Ich weiß nach dem Lesen immer noch nicht, wie ich das Buch beurteilen soll. Einerseits hat es einen lockeren Schreibstil, dem man gut folgen kann und will. Andererseits sind die Charaktere ziemlich durchsichtig gezeichnet. Und nach kurzer Zeit überkommt einen schon eine Ahnung, wer der Täter ist. Überrascht hat mich trotzdem das ganze kriminelle Ausmaß des Täters. Zugleich hat sich Gabe, der ja angeblich so ein fähiger Ex-Seal ist, teilweise ziemlich dämlich benommen. Aber das war wohl nötig, um die Story voranzutreiben.
Wer einen schnellen, leichten Krimi mit reichlich Erotik lesen möchte, der sollte hier zugreifen. Allerdings wird man ihn genau so schnell, wie man ihn konsumiert hat, auch wieder vergessen. Allerdings gibt es im Roman auch reichlich weitere Personen im LOST-Team, die interessant genug sind, so daß man bestimmt noch mehr von diesem Team zu lesen bekommen wird.

Bewertung vom 19.04.2017
Lost in Fuseta / Leander Lost Bd.1
Ribeiro, Gil

Lost in Fuseta / Leander Lost Bd.1


ausgezeichnet

Liebenswerter Ermittler im sonnigen Süden

Lasst uns die Besten austauschen - so lautet es in der Broschüre von Europol. So kommt es, daß die portugiesiche Polizei ihren Kollegen Rui Aviola nach Hamburg verabschiedet, während Leander Lost an der Algarve ankommt. Die Portugiesischen Kollegen, Carlos Esteves und Graciana Rosada, haben aufgrund der vielen Urlauber durchaus Vorurteile gegen Deutsche. Doch Leander Lost paßt in keins der Klischees, denen besonders Carlos verhaftet ist. Er ist seltsam, kann er doch nach nur dreiwöchigem Sprachkurs schon fast fließend die neue Sprache, versteht allerdings keinen der Witze der neuen Kollegen. Auch scheint er alles für bare Münze zu nehmen, was man ihm erzählt. Erst Gracianas Schwester Soraia findet des Rätsels Lösung. Leander ist Autist mit dem Asperger-Syndrom, besitzt ein fotografisches Gedächtnis, kann nicht lügen, kann allerdings auch keine Emotionen seiner Gegenüber deuten. Nach und nach wird klar, daß Leander von seinen deutschen Kollegen nicht geschätzt, sondern eher nach Portugal abgeschoben wurde. Bis diese das erkennen, sitzt Leander schon fast wieder im Flieger heimwärts, hat er doch seinen neuen Kollegen bei einer Geiselnahme angeschossen. Das kommt bei Carlos naturgemäß nicht gut an. Bis sie Leander ins Team zurückholen. Und eigentlich nicht nur ins Team, das Team ist dort in Fuseta schon Familie.

Mir hat dieser Krimi ausnehmend gut gefallen. Obwohl der Mordfall und die Ermittlungen insgesamt nur eine Woche andauern, hat man nicht wie in den typisch amerikanischen Krimis das Gefühl, daß durch die Handlung gehetzt wird, das Kriminallabor in Rekordzeit Ergebnisse liefert (die ja bekanntlich auch ihre Zeit brauchen) oder die Polizisten wie wildgewordene Irre durch die Gegend rennen. Nein, man hat Zeit die vom Autor wunderbar beschriebene Landschaft zu genießen, Land und Leute kennenzulernen. Carlos und Gracianas Familie und Heimat. Die Lösung des Falles kommt nicht überraschend, ist aber doch einigermaßen verzwickt. Die Protagonisten wurden vom Autor wunderbar beschrieben. Dem Schreibstil kann man locker folgen. Ich möchte mehr von dem liebenswerten Team lesen, und hoffe auf eine Fortsetzung, zumal ja erst eine Woche des Austauschjahres vergangen ist.

Bewertung vom 02.04.2017
Hot Heroes: Burning (eBook, ePUB)
Minden, Inka Loreen

Hot Heroes: Burning (eBook, ePUB)


weniger gut

Langweilig
Mila trifft bei einem Fotoshooting auf Evan Cooper. Der hat es ihr ziemlich angetan. Nicht nur, daß er der bestaussehendste, sexieste Mann überhaupt ist, nein, er ist obendrein noch ein heldenhafter Feuerwehrmann. Evan hingegen äußert sich einigermaßen abwertend über Mila, als er von seinen Kameraden ihretwegen aufgezogen wird. Mila bekommt das mit und schon ist es aus mit ihrer Schwärmerei und sie zieht in ihrem Zeitungsartikel ziemlich über ihn her. Ein Jahr später treffen die beiden wieder aufeinander. Es hat sich einiges geändert für Evan. Nicht mehr der draufgängerische Feuerwehrmann. Allerdings läßt er Mila auch nicht so kalt wie sie es gerne hätte.
Obwohl Mila angeblich nicht mehr viel von Evan hält, läßt sie sich ziemlich schnell mit ihm ein. In der einen Sekunde so und in der nächsten wieder andersrum. Kommt mir ziemlich sprunghaft vor. Und ziemlich auf Äußerlichkeiten bedacht. Und Evan, der großartige Feuerwehrheld. Lebt von seinem Ruf des Draufgängers. Das hat meines Erachtens nichts mit dem Beruf eines Feuerwehrmanns zu tun. Für mich ist das nur leichtsinnig.
Die Geschichte ist nicht besonders tiefgründig. Es steht die Anziehung und der Sex im Vordergrund. Gepaart mit ein bißchen Krimi soll der Roman (naja, so sollte man dieses 113 Seiten umfassende Werk wohl eher nicht nennen) wohl interessanter gemacht werden. Spannend fand ich es nicht, eher langweilig. Sexy fand ich die Story ebenfalls nicht. Was soll an einem Feuerwehrmann so Besonderes sein, daß alle Frauen ihretwegen reihenweise in Ohnmacht fallen?
Leider nur ein Buch für zwischendurch, das man schnell wieder vergessen hat. Schnell gelesen, schnell vergessen.

Bewertung vom 07.03.2017
Paper Princess - Die Versuchung / Paper Bd.1
Watt, Erin

Paper Princess - Die Versuchung / Paper Bd.1


weniger gut

Klischeehaft
Ella schlägt sich allein durchs Leben, seit ihre Mutter vor kurzem gestorben ist. An ihrer Schule weiß das aber niemand, denn sie hat Angst vor den Folgen, da sie noch nicht volljährig ist. Und darum arbeitet sie nachts in einer Bar und einem Stripclub, um das Geld fürs Leben und die Wohnung zusammenzubekommen. Bis eines Tages Callum Royal, der beste Freund ihres ihr unbekannten Vaters, in der Schule auftaucht und behauptet, Ihr Vormund zu sein. Sie haut zwar ab, aber letztendlich sitzt sie irgendwann mit ihm im Flugzeug und sieht einem neuen Leben entgeben, mit ihm, seiner Freundin und seinen fünf Söhnen. Die sie aber alles andere als willkommen heißen. Auch von ihren neuen Mitschülern schlägt ihr hauptsächlich Mißbilligung und Verachtung entgegen. So besteht also auch ihr neues Leben aus einem ständigen Kampf. Dazu kommt, daß Reed, einer von Callums Söhnen, ihr nicht nur durch sein Verhalten das Leben schwermacht, sondern auch die unglaubliche Anziehungskraft dazu beiträgt.
Mich hat nach einiger Zeit gestört, daß Callum, der von sich behauptet ein guter Vater zu sein und alle Tricks seiner Söhne kennt, sich von ihnen alles gefallen läßt, sie tanzen ihm regelrecht auf der Nase rum, ignorieren seine Ansagen und tun was sie wollen. Und seine Söhne, ja seine Söhne, sind ja alle äußerst gutaussehend, alle sportlich und potent. Mit Freundinnen, die ihnen die Bude einrennen und die auch schon mal schnell wechseln. Und das im Alter von 15/16 bis vielleicht 19 oder 20. Naja. Über die Probleme, die sie mit ihrem Vater bzw. dem Tod ihrer Mutter haben, wird nicht so recht gesprochen, es bleibt alles etwas im Dunkeln. Und die Freundin von Callum bzw. die Frau von Ellas verstorbenem Vater sind beide so was von geldgierig und negativ gezeichnet. Da bleibt irgendwie kein Klischee aus.
Am besten gefallen haben mir noch die Figuren von Ella und Easton. Ella, die ihrem Grundsatz treu bleibt, aber doch eben nicht alles einstecken kann mit ihren 17 Jahren. Die auch mal zurückschlägt. Und Easton, der eigentlich eine Beziehung zu Ella aufbaut, eher noch als Reed. Da hab ich das Gefühl besteht eigentlich nur eine rein körperliche Anziehungskraft. Daß sie mal miteinander sprechen oder so kommt nicht oft vor. Er begnügt sich eigentlich immer mit Anstarren oder Niederstarren. Und dann noch die nächtlichen Aktivitäten, denen sich die Jungs so hingeben. Ist das jetzt so üblich in Young Aduld Romanen? Müssen die alle heimlich irgendwelche Faustkämpfe austragen?
Das Buch ließ sich gut lesen. Einfach geschrieben und flüssig zu lesen. Aber je mehr ich gelesen habe, desto mehr ging es mir gegen den Strich. Trotz des Endes des ersten Teils, der wohl ein Cliffhanger sein soll, weiß ich noch nicht, ob ich mir weitere Teile antun möchte. Das Ende ist auch so ein Kritikpunkt. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. So blöd kann doch keiner sein.

Bewertung vom 27.02.2017
Rain Dogs / Sean Duffy Bd.4
McKinty, Adrian

Rain Dogs / Sean Duffy Bd.4


ausgezeichnet

Spannend bis zum Schluß
Für den katholischen Bullen Sean Duffy in Nordirland geht das Leben seinen gewohnten Gang mit seinen Höhen und Tiefen. Nach einer Begegnung mit Muhammad Ali wartet zu Hause der Auszug seiner Freudin auf ihn. Und zu allem Überfluß wird er in der Nacht noch zu einem gewöhnlichen Diebstahl gerufen. Nur um kurz darauf in einem angeblichen Fall von Selbstmord ermitteln zu müssen. Nur der Selbstmord will ihm nicht in den Kopf. Allerdings kommt etwas anderen kaum in Betracht, handelt es sich doch um ein sog. Locked-Room-Mystery. Aber Sean läßt nicht locker und verbeißt sich auf seine Art in den Fall.

Mir hat dieser Fall mit Sean Duffy wieder sehr gut gefallen. Adrian McKinty schafft es, die meist düstere Atmosphäre Nordirlands vor einem aufsteigen zu lassen. Dazu die Fälle in einer Zeit der Unruhen, die einen Polizisten immer erst nach Bomben unter dem Auto suchen lassen, bevor er losfährt. Und man auch nicht weiß, was in der nächsten Minuten auf einen wartet. Manchmal fragt man sich, warum Duffy nicht einfach aufgibt, es seinen (wenigen) Freunden nachmacht und über den Teich nach England geht. Aber das würde nicht zu ihm passen, ihm gefällt sein Job. Zitat: 'Armer Kerl. Schön, Tony nach all den Jahren wiederzusehen, aber ich beneidete ihn nicht um sein Leben. Ein richtiger Bulle hatte ab und an mal die Gelegenheit, die Reichen und Mächtigen herumzuschubsen, aber ein privater Wachmann musste jedem Arschloch gegenüber höflich bleiben. Wer wollte denn so was?' - Und so macht er das, was er am besten kann.

Adrian McKinty läßt Personen, Orte und die ganze Atmosphäre lebendig werden. Zudem schafft er es, einen bis zum Schluß zu fesseln. Klare Leseempfehlung von mir.

Bewertung vom 23.01.2017
Under Your Skin. Halt mich fest / Under your skin Bd.1
Cole, Scarlett

Under Your Skin. Halt mich fest / Under your skin Bd.1


sehr gut

Schöne Liebesgeschichte

Harper hat eine schwere Zeit hinter sich, die sich auf ihr jetziges Leben auswirkt. Sie trägt die Narben, physische und psychische mit sich herum. Nach einen brutalen Angriff durch ihren Ex-Freund überlebt sie schwerverletzt, ist aber für ihr Leben gezeichnet. Nachdem sie sich jahrelang versteckt hat, will sie Ihr Leben wieder in die Hand nehmen. Sie entschließt sich, die Narben unsichtbar machen zu lassen, indem sie sie unter einem Tatoo versteckt. Helfen soll ihr der Star-Tätowierkünstler Trent. Dieser ist von Anfang an fasziniert von Harper und möchte ihr mit seinen Künsten gerne helfen. Die zwei kommen sich näher, aber verstörende Nachrichten an Harper, die vermutlich von ihrem Ex stammen, der kurz vor der Entlassung steht, erschweren die Beziehung der beiden.

Das Buch hat mir gut gefallen. Scarlett Cole hat einen schönen Schreibstil, der sich gut lesen läßt. Gefallen hat mir, daß die Beziehung zwischen Harper und Trent nicht hopplahopp vonstatten ging, sondern Zeit brauchte und auch bekam. Sie war nicht so von ihm überwältigt, daß ihre Berührungsängste mit einem Mal weg waren und sie nach dem ersten Kennenlernen schon übereinander hegerfallen wären. Das wäre mit ihrer Vorgeschichte zu unglaubwürdig gewesen. Sie hatte Zeit, sich an Trent und seine Berührungen zu gewöhnen und so die Beziehung zueinander aufzubauen.

Was mir jetzt nicht so gut gefallen hat, war, daß alle neuen Freunde/Bekannte sich als freundlich, nett und fürsorglich herausstellten. Nicht einer ist dabei, der sie oder den sie nicht mal ansatzweise nicht mochte. Das war mir etwas zuviel der Freundlichkeit. Das macht der schönen Liebesgeschichte allerdings keinen großen Abbruch.

Das Ende mit ihrem Ex kam etwas plötzlich. Vor allem war es mir zu unstimmig. Die Person paßte von ihren Handlungen nicht mit ihrer Beschreibung überein. Es kam mir so vor, als müßte die Handlung noch schnell untergebracht werden, um die Beziehung von Harper und Trent noch zu beschleunigen. Dabei waren die Handlungen vorher durchaus gut in die Geschichte eingearbeitet. Aber wahrscheinlich hab ich zu viele Krimis gelesen, wo die Handlung deutlich besser war. Aber das hier ist ja auch in erster Linie eine Liebesgeschichte und die ist gut.

12