Benutzername: Ecki
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Bewertungen

Insgesamt 3 Bewertungen
Bewertung vom 04.03.2012
Vaterland
Harris, Robert

Vaterland


ausgezeichnet

Der zweite Weltkrieg ist vorbei. Hitler hat sein Ziel erreicht.
Er hat gewonnen!
Jetzt beherrscht die NSDAP ganz Europa.

Die Europäische Union existiert nicht, das Deutsche Reich ist die Union.
Deutschland erstreckt sich von nun an vom Rhein bis zum Ural.

Wie war das möglich?


Die Nazis waren etwas schneller mit der Entwicklung der Atombombe als die USA, zugleich standen die ersten Interkontinentalraketen (die V3) zur Verfügung.

Hitler ließ einen Warnschuss ab, der direkt über dem Capitol in Washington zur Explosion kam und somit den zweiten Weltkrieg beendete.


Die Jahre vergehen und Deutschland wird zu einem Überwachungsstaat indem alles gelenkt und gesteuert wird, selbst die Gedanken der Bevölkerung.

Bei der genaueren Betrachtung lässt es China wie ein Hort der Freiheit erscheinen.


Es herrscht der Kalte Krieg zwischen den USA und dem Dritten Reich.
Im Jahre 1964 sollen die endlosen Scharmützel ein Ende finden und eine neue Außenpolitik verankert werden.
Zum 75. Geburtstag von Adolf Hitler wird der Präsident John F. Kennedy in Berlin erwartet.
Kurz vor dem Eintreffen des Präsidenten wird ein hochrangiges Parteimitglied ermordet aufgefunden.
Kripo-Sturmbannführer März ermittelt zusammen mit dem zugereisten deutschstämmigen amerikanischen Journalisten Maguire.

Die Welt hat nie etwas über den Holocaust erfahren und beide kommen bei den Ermittlungen der Wahrheit immer näher.

Doch diese Wahrheit wird mit allen Mitteln im Verborgenen gehalten.


Der Roman von Robert Harris ist sein Debütwerk und erschien bereits 1992, hier erschuf er eine Alternative Zukunft.

Alles ist erfunden, doch alles wirkt erschreckend stimmig.
Verzweifelt sucht man nach Fehlern, doch man findet sie nicht.
Nach und Nach wird man immer tiefer in den Bann gezogen, man weiß einfach nicht mehr was man denken soll als Deutscher Staatsbürger.

Faszination und Ekel gehen dort Hand in Hand.
Es ist ein atemberaubender Thriller und Krimi.

Ich wollte es beiseite legen, weil ich es nicht weiter lesen wollte, weil mir diese Vorstellung dieser möglichen Zukunft zuwider war.
Doch Seite für Seite habe ich mich durchgefressen. Harris schafft es seinen Leser in diese düstere Welt zu binden.

Man muss einfach wissen wie es weiter geht.
Diesen Roman kann ich allen Lesern empfehlen die den kalten Schauer mögen. Dieses Buch empfand ich wie ein Hitchcock Film.
Es ist nicht das was gesagt wird, sondern all das was verschwiegen wird
das einem die Nackenhaare sträuben lässt.

Ein schauriges Lesevergüngen !

Euer Ecki

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.02.2012
Achtung! Vorurteile
Ustinov, Peter

Achtung! Vorurteile


ausgezeichnet

Wir kennen sie alle.
Jeder von uns hat sie.
Keiner gibt es gerne zu, doch sie sind allgegenwärtig.

Vorurteile!

Der Auslöser für Leid und Elend auf dieser Welt.
Toleranz wird immer gefordert, doch fällt es vielen Menschen schwer sie wahrhaftig zu leben.


Im Jahre 2004 hat diese Welt einen großartigen Künstler verloren.
Der Name ist einigen noch bekannt, viele sehen ihn nur als Schauspieler und amüsanten Redner.
Doch seine Texte, die er uns hinterlassen hat, sind einfach wundervoll.

Mehr als die meisten anderen Künste, in denen ich mich in meinem Leben versucht habe, ist dieses Buch über Vorurteile mein Vermächtnis.

So umschreibt Sir Peter Ustinov selbst sein Werk.

“Achtung! Vorurteile” zu beschreiben fällt mir persönlich schwer, zum einen ist es eine Reise durch eine bewegte Lebensgeschichte, andererseits ein Leitfaden zu einem verständnisvolleren Zusammenleben.

Es ist keine schwere Kost.
Sehr schnell findet man Zugang zu dem leichten beschwingten Erzählstil, der einen immer wieder zum Schmunzeln anregt.
Beim Lesen der Zeilen hatte ich unentwegt das Gefühl, Sir Peter würde neben mir sitzen und bei einer Tasse Tee einen Schwank aus seinem Leben erzählen.

Dabei zeigt er uns anschaulich an vielen Beispielen wo sich die Tücken des Alltags verbergen.
Mit Sicherheit gibt es wieder viele Menschen die dieses unterhaltsame Werk verachten, da es wissenschaftlich nicht perfekt dargestellt wurde.

Diese Kritiker sollte man getrost ignorieren!

Wer Sir Peter Ustinov noch nicht kennt, kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen.
Mit Absicht verrate ich nichts aus dem Buch, denn man sollte selbst seine Erfahrung damit machen.

Es ist, wie ich finde eine phantastische Reise durch das 20. Jahrhundert.
Dort werden dem Leser Größen wie die Queen von England, Picasso und Charlie Chaplin begegnen.

Man erfährt Dinge, die garantiert nicht in den Geschichtsbüchern stehen. Zwischen diesen beiden Buchdeckeln verbergen sich Details, die ansonsten für immer verloren gegangen wären.

Es ist ganz klar ein Unterhaltungsroman.
Sir Peter regt zum Nachdenken an und hilft beim Erkennen der ersten Stufen von Vorurteilen. Was man mit dieser Fähigkeit anstellt, bleibt jeden selbst überlassen.
Herr Ustinov ist kein strenger Lehrer mit erhobenem Zeigefinger, sondern ein guter alter Freund der dir die Hand reicht.

Mich persönlich hat dieses Buch verändert, ich stehe Vorurteilen skeptischer gegenüber. Ich bilde mir lieber eine eigene Meinung als die vorgefertigten zu verwenden.
Das hatte Herr Ustinov bestimmt so beabsichtigt.

Ich wünsche allen, eventuell neuen Lesern, viel Freude mit dem Buch

Euer Ecki

www.eckiswelt.blogspot.com

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.02.2012
Der Fritten-Humboldt
Olsen, Jon Flemming

Der Fritten-Humboldt


gut

Die etwas andere Reise durch Deutschland.
Land und Leute durch die Imbissbuden besser kennen lernen.
Mit dieser Mission machst sich Jon Flemming Olsen, auch besser bekannt als Imbisswirt in der Serie Dittsche oder als Bandleader der Gruppe Texas Lightnig, auf den Weg.
Im nördlichsten Punkt Deutschlands startet er seine ungewöhnliche Reise und gastiert in jedem Bundland, für einen Ein-Tages- Job als Imbissgehilfe.

Man sollte meinen, dass jemand über die Jahre als Serienimbisswirt einige Erfahrung gesammelt hat, dem ist aber nicht so.

Als völlig unerfahrener blutiger Neuling startet er sein Pommesabenteur.
Es erinnert an die ersten Tage eines eingeschüchterten Azubis, doch tapfer kämpft er sich durch alle Absurditäten des Arbeitsalltages.

Das Buch liest sich wunderbar flüssig, sein Schreibstil kommt einem lockeren Gespräch mit Herrn Olsen gleich, mit dem man am Tresen steht.

“Meine Reise ins Herz der Imbissbude” so betitelt er selbst seinen Reisebericht.

Es lieber eine Reise ins Herz der Menschen heißen.
Hier stehen nicht der allgemeine Arbeitsalltag im Vordergrund, sondern die Besitzer und deren Gäste.
Schnell rutscht man immer tiefer in deren Leben, Sorgen, Wünsche und Hoffnungen.

Ich habe mich dabei selbst ertappt, wie ich mir absichtlich beim lesen des Buches Zeit gelassen habe, damit es nicht so schnell zu vorbei ist.

Dieses Buch kann ich allen Lesern nur ans Herz legen, die keine Lust auf hohe Literatur verspüren, sondern sich zurücklehnen möchten um von Herrn Olsen unterhalten zu werden.
Das schöne an dem Buch ist, das die Personen keine fiktiven Gestalten sind, sondern wirklich in diesem Land herumlaufen.

Einige möchte man am liebsten sofort treffen und andere lieber nicht.
Gerade das macht dieses Buch so lesenswert.

Herr Olsen bindet die einzelnen Dialekte auch wunderbar in den Kapiteln ein, so erhält man nebenher noch kostenlos einige Sprachkurse.

Als Manko empfand ich beim lesen des Fritten Humboldt, dass die Kapitel sehr abrupt enden.
Leider gibt es kein sanftes ausgleiten aus den Lebensgeschichten der Menschen.

Ein weiterer Nachteil ist:

Man bekommt mit der Zeit einen regelrechten Heißhunger auf Pommes / Currywurst, dem ich nicht lange standhalten konnte.

Gute Unterhaltung beim Lesen
Euer Ecki

eckiswelt.blogspot.com

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.