Benutzername: seschat
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Bewertungen

Insgesamt 306 Bewertungen
Bewertung vom 26.06.2017
Sieben Nächte
Strauß, Simon

Sieben Nächte


ausgezeichnet

Simon Strauß' spezielle Reifeprüfung hat mich stark an Fausts Pakt mit Mephisto erinnert. Kurz vor dem Dreißigsten will der Protagonist noch einmal das echte Leben kennen lernen. Dafür stellt er sich der Herausforderung eines Freundes und durchlebt in 7 Nächten die 7 Todsünden am eigenen Leib. Dafür verschlägt es Simon in die eigenen vier Wände, zu einem Maskenball, aber auch auf eine Pferderennbahn. Das Besondere an dieser mehr als bizarren Geschichte ist der Hauptcharakter selbst, der nihilistisch, Peter Pan gleich in den Alltag hineinlebt und alle Verbindlichkeiten meidet. Denn er möchte sich auf keinen Fall wie seine Altersgenossen von Familie, Reihenhaus und Festanstellung einengen bzw. ausbeuten lassen. Er liebt seine Freiheiten und hasst den privaten Stillstand bzw. festgefahrene Strukturen. Er will kein Ja-Sager und Angepasster sein. Denn für ihn ist ein es armselig, ein Sympathiesüchtiger zu sein, "der sich leichtfertig zu vielem bekennt, von dem er eigentlich nichts weiß." "Davor später nur auf graue, gerade Linien zurückzuschauen, habe [er] Angst." Simon Strauß' Zynismus und Nonkonformismus scheint grenzenlos zu sein. Seine Gedankenspiele a la "Was wäre wenn?", sind es auch und dabei ungemein unterhaltsam. Er ist kein einfacher, aber ein streitbarer Zeitgenosse, der nun in 7 Nächten beweisen muss, dass er auch einmal aus der Deckung kommen kann und "erwachsen" ist. Doch das ist alles andere als einfach. Denn Simon hat es sich bequem in seiner selbst gewählten Einsamkeit gemacht. Die Auseinandersetzung mit sich, der Vergangenheit (meist Antike) und großen Literaten helfen ihm auf seiner Sinnsuche nur bedingt. Letztendlich bleibt er ein Gefangener im eigenen Denken. Aber seinen Gedankengängen, mögen sie auch noch so ungewöhnlich sein, zu folgen, bereitet Freude und kurbelt das Nachdenken übers eigene Sein ordentlich an.

FAZIT
Ein Roman, der perfekt in die heutige schnelllebige Zeit passt und dabei die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen, herrlich skurril demaskiert.

Bewertung vom 25.06.2017
Nothing Like Us (eBook, ePUB)
Ocker, Kim Nina

Nothing Like Us (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

INHALT
Lena Winter (19) lebt in New York ihren Traum. Kurz nachdem sie in Deutschland das Abitur abgelegt hat, ergattert sie einen Praktikumsplatz im 5-Sterne-Hotel WEST in New York. Hier möchte sie in der Hotelküche und vor allem in der Patisserie neue Erfahrungen sammeln. Doch ehe sie in die Küche darf, muss sie erst bei der Zimmerreinigung aushelfen und sich noch dazu mit dem arbeitsscheuen Kollegen Sander herumschlagen. Beide können einander nicht ausstehen und ziehen sich nur allzu gern gegenseitig auf. Blöd nur, dass Lena dabei entgeht, dass hinter dem harmlosen und äußerst attraktiven Praktikanten der Hotelerbe Nicolas West steckt. Während sie sich mehr und mehr in den undurchschaubaren Sander verguckt, hadert der mit seiner Lüge...

MEINUNG
Kim Nina Ockers erster Band der sog. Upper-East-Side-Reihe bot beste Young-Adult-Unterhaltung.

Die Geschichte rund um die deutsche Praktikantin Lena Winter las sich sehr flüssig und hielt zudem eine Menge witzige wie emotional mitreißende Momente bereit.

Ich habe mit der ehrgeizigen Lena mitgelitten und mich ein übers andere Mal wegen Sanders Unentschlossenheit geärgert. Beide Hauptprotagonisten wurden von der Autorin authentisch ausgearbeitet und besaßen neben den gängigen Klischees (reicher Hotelerbe und junge, naive Praktikantin) sogar Tiefgang. Denn beider Jugend war alles andere als rosarot. Neben der dramenreichen wie amüsanten Lovestory um Lena und Sander, konnte ich mich für die Einblicke in die Welt der Sternehotellerie begeistern. Darüber hinaus brachten die Nebencharaktere, wie Lenas schrille Freundin Lexi oder ihre schwulen WG-Mitbewohner, ordentlich Farbe in die Geschichte.

Kim Nina Ockers moderner, frecher sowie leichter Sprachstil passte perfekt zur ereignisreichen Coming-of-Age-Geschichte. Besonders die anhaltenden Neckereien zwischen Lena und Sander waren eine Lektüre wert.

FAZIT
Ein gelungener Young-Adult-Roman, dessen Klappentext nicht zu viel versprochen hat. Ich werde auf jeden Fall auch die Fortsetzung lesen.

Bewertung vom 24.06.2017
Mit dir auf Düne sieben
Janz, Tanja

Mit dir auf Düne sieben


gut

INHALT
Die Hochzeitsplanerin Jette (34) hat auf St. Peter-Ording viel zu tun.Neben einer Promi-Hochzeit und einem Kindergeburtstag gilt es die Hochzeit für ihren Exverlobten Klaas und seiner neuen Freundin zu organisieren. Letzteres ist für Jette allerdings alles andere als leicht, weil Klaas sie einst selbst vor dem Altar stehen ließ. Doch dann tritt plötzlich der lockere und tiefenentspannte Musiker Marten in Jettes Leben und lässt sie ihre Alltagssorgen und zurückliegenden Geschichten für einen Moment vergessen...

MEINUNG
Tanja Janz' neuester St. Peter-Ording-Roman konnte mit seinen Vorgängern inhaltlich leider nicht mithalten, obschon dieser äußerlich nahtlos an die vorangegangenen Bände anknüpft und auf den ersten Blick Urlaubsfeeling und gute Laune vermittelt.

Die Story um die vielbeschäftigte Hochzeitsplanerin Jette konnte mich leider nicht mitreißen, da spannende wie emotional packende Momente ausblieben. Viel zu seicht und zu gleichförmig plätscherte die Handlung vor sich hin und hält im Verlauf keinerlei Überraschungen bereit. Janz hat es versäumt, dem Roman das gewisse Etwas zu verpassen. Die handelnden Figuren wirkten bis auf Ausnahmen austauschbar. Auch Jettes Liebelei mit Marten konnte die unaufgeregte Story nicht retten. Einzig die Beschreibungen von St. Peter-Ording besaßen ein hohes Wohlfühlpotenzial und machten Lust auf eine individuelle Entdeckungsreise.

Sprachlich hat es mir an Witz und auch an emotionalem Drama gefehlt. Wenngleich sich der Roman wegen seines leichten Sprachstils flüssig und schnell lesen ließ, so mangelte es doch am Mehrwert bzw. stellte sich nach der Beendigung der Lektüre die Frage nach dem Warum. Darüber hinaus fiel auf, dass Schriftgrad und Abstände unverhältnismäßig groß gewählt wurden. Auf diese Weise lassen sich zwar leicht Seiten, aber nicht immer mehr Inhalt gewinnen.

FAZIT
Ein mehr als leichter Sommerroman, der mich mit Blick auf die vorherigen Bände dieser Romanreihe etwas enttäuscht hat.

Bewertung vom 18.06.2017
Liebe und andere Missgeschicke (Liebe, Chick-Lit, Humor) (eBook, ePUB)
Wolkenhauer, Katharina

Liebe und andere Missgeschicke (Liebe, Chick-Lit, Humor) (eBook, ePUB)


gut

Katharina Wolkenhauers Debüt "Liebe und andere Missgeschicke" las sich ungemein flott und kurzweilig. Die Geschichte rund um den attraktiven und egoistischen Politiker Robert Schüreisen, der von Männern wie von Frauen umschwärmt wird, bot humorvolle Unterhaltung. Bisweilen schoss die Autorin allerdings übers Ziel hinaus und übertrieb es mit den Zufällen ein wenig. Auch das in den Plot integrierte Froschkönigmärchen wollte nicht wirklich zum Rest passen, wirkte irgendwie deplatziert. Die Frauenfiguren waren bis auf Kerstin überdrehte, teilweise recht naive Charaktere, mit denen ich mich nicht wirklich identifizieren konnte und wollte. Alle, auch der schwule Protagonist Paul, sind auf der Suche nach einem Partner und haben dafür eine Menge Irrungen und Wirrungen durchleiden müssen. Vor allem Robert Schüreisen als omnipräsenter Schwarm nervte mit der Zeit gewaltig. Das rosarote Happyend hat mich ein wenig für die überschaubare wie seichte Kost entschädigt. Sprachlich gab es nichts auszusetzen, weil die locker-leichte Schreibe gut zur Handlung passte. Am meisten hat mir während der Lektüre der unkonventionelle Wechsel innerhalb der Erzählperspektive gefallen. Hier kam jeder Charakter und dies sprunghaft zu Wort, was sich durchaus belebend auf die Story auswirkte und ihr Tempo verlieh.

Bewertung vom 13.06.2017
Was Chefs nicht dürfen (und was doch)
Weigelt, Ulf; Hockling, Sabine

Was Chefs nicht dürfen (und was doch)


ausgezeichnet

Das Autorenduo Ulf Weigelt, Fachanwalt für Arbeitsrecht, und Sabine Hockling, freie Journalistin und Autorin, hat mit seinem kleinen Ratgeberbändchen "Was Chefs nicht dürfen (und was doch)" ein durch und durch nützliches Werk für die Hosentasche und zur schnellen Information geschaffen. Die darin enthaltenen Tipps und Verweise auf echte Streitfälle zum Thema Arbeitsrecht sind pointiert und leicht verständlich aufbereitet worden. Mich hat besonders die moderne Herangehensweise, in Form von kurzen Fragen und Antworten, begeistern können. Zudem fand ich die Kapiteleinteilung in klar abgegrenzte Bereiche (u.a. Arbeitsvertrag, Arbeitsplatz oder Urlaub) sehr gelungen. Der Überblick ging dadurch nie verloren. Darüber hinaus haben die beiden Autoren auf alle Eventualitäten wenigstens einmal Bezug genommen, was ich für gerade einmal 140 Buchseiten (E-Book-Version) recht beachtlich finde. Zu guter Letzt möchte ich noch ein Lob fürs Coverdesign aussprechen, das ein an sich trockenes Thema witzig und farblich harmonisch illustriert.

FAZIT
Ein gelungenes Buch, das den Leser schnell und fachlich fundiert über das Thema Arbeitsrecht unterrichtet.

Bewertung vom 12.06.2017
P.S.: Der Blitz soll Sie beim Scheißen treffen!
Gromer, David; Haffner, Erik

P.S.: Der Blitz soll Sie beim Scheißen treffen!


weniger gut

Die humorvoll gemeinten Musterschreiben für alle Lebenslagen von David Gromer und Erik Haffner konnten mich leider so gar nicht packen.

Ob nun ein Beschwerdebrief an den Postboten, an den eigenen Chef, an den Media-Markt-Konzern oder an den eigenen Partner, bei keinem dieser Briefe musste ich lachen bzw. schmunzeln. Eher regten mich die Texte zum Fremdschämen an, weil in diesen häufig unter der Gürtellinie argumentiert wurde und mich das Niveau, auch wenn es vornehmlich witzig sein sollte, einfach nur enttäuscht hat. Eines der entworfenen Schreiben einmal im Alltag anzuwenden, erübrigt sich daher.

FAZIT
Das markige Cover hatte mehr Unterhaltungswert als der Text an sich.

Bewertung vom 09.06.2017
Für dich würde ich sterben
Fitzgerald, F. Scott

Für dich würde ich sterben


ausgezeichnet

Der amerikanische Autor F. Scott Fitzgerald war der gefeierte Romancier der 20er Jahre. Er gab dieser umtriebigen Zeit ( sog. "Roaring Twenties") ein Gesicht. Leichte Liebesgeschichten und Einblicke in die damalige Avantgarde bzw. mondäne Partysezene mit all seinen Verlockungen prägten Fitzgeralds Œuvre. Werke wie "Diesseits vom Paradies" oder "Der große Gatsby" stammen aus dieser Zeit.

Doch mit der Weltwirtschaftskrise 1929, dem Nervenleiden seiner Frau Zelda und Scotts eigener Trunksucht sollte sich seine Weltsicht und sein literarischer Anspruch ändern. Fortan schrieb er exzessiv Kurzgeschichten/Erzählungen, die brüchige Charaktere und selbstbestimmte Frauen thematisierten. Dem schönen Schein der Filmwelt Hollywood konnte er auf einmal nichts mehr abgewinnen.

Das Verlagshaus Hoffmann & Campe hat Fitzgeralds letzte, bisher unveröffentlichte Erzählungen in einem Band mit dem Titel "Für dich würde ich sterben" nun, im Jahr 2017, herausgebracht. Die darin enthaltenen 14 Kurzgeschichten geben einen guten Einblick in Fitzgeralds damalige Seelenzustände, da sie mit seinen Süchten (Alkoholismus, Spielsucht) und Ängsten (Existenzängste, Unverstandensein, Krankheit der Ehefrau) spielen. Trotz der vermeintlichen Düsternis verfügen seine Alterswerke über den typischen, leicht bekömmlichen Erzählstil, den man aus früheren Werken des Schriftstellers kennt. Man hört ihm und seinen Geschichten einfach gern zu und ist jedes Mal von den unkonventionellen bis alles andere als schöngefärbten Enden überrascht. Im Laufe der Lektüre konnte mich vor allem die Titel gebende Geschichte "Für dich würde ich sterben" von sich überzeugen, weil sie realistisch und sprachlich formvollendet die Irrungen und Wirrungen junger bzw. blinder Liebe abbildet.

Darüber hinaus bot der sich an den Fließtext anschließende Kommentarteil genügend Raum für Einordung bzw. Verortung von Fitzgeralds Erzählungen, weil Originalquellen zitiert wurden.

FAZIT
Eine über alle Maßen spannende Erzählsammlung, die sowohl Fitzgeralds sprachliches Genie als auch seinen Sinn für Realismus offenbart. Mein Tipp: Muss man gelesen haben.

Bewertung vom 06.06.2017
Yummy Books!
Nicoletti, Cara

Yummy Books!


ausgezeichnet

Literatur und gutes Essen, das ist eine Kombination, die gut passt - eigentlich schon immer gut gepasst hat. "Yummy Books!" ist sehr persönliches Buch voller Lebenserinnerungen der sympathischen New Yorker Autorin, die nebenbei noch Metzgerin und Köchin ist - witzig und für den Leser höchst spannend.

Cara Nicoletti hat auf insgesamt 333 Seiten 50 Werke der Weltliteratur versammelt, die sie im Laufe ihres bisherigen Lebens geprägt haben und das vor allem kulinarisch. Ihre kurzweiligen Literaturkommentare inklusive Rezeptvorschlag habe ich mit Freude gelesen, weil sie einerseits eine bodenständige Sicht auf die Welt vermitteln und das Fleischerhandwerk preisen und andererseits ein ums andere Mal ins Künstlerisch-Intellektuelle abschweifen, was keineswegs verwundert, wenn man weiß, dass die Autorin Englische Literatur und Latein studiert hat und seit ihrer Kindheit Bücher liebt. Ob Jane Austens "Stolz und Vorurteil", Astrid Lindgrens "Pippi Langstrumpf", Homers "Odyssee" oder Jonathan Franzens "Korrekturen", jedes vorgestellte Buch wird mit einer privaten Begebenheit aus Nicolettis Leben verbunden und obendrein noch das schönste Rezept von ihr nachgekocht.

Ich finde Nicolettis Konzept höchst innovativ und spannend. Als Metzgerin und Literaturwissenschaftlerin vereint sie sowohl die einfache als auch die bildungsbürgerliche Lebensart in sich. Diese zwei Welten miteinander zu kombinieren, gelingt ihr in ihrem gleichnamigen literarischen Foodblog "Yummy Books!" vortrefflich, der sich wunderbar von den üblichen Allerleiblogs im Internet abhebt.

Die Rezeptvorschläge sind vielschichtig. Sie reichen von Knoblauchsuppe über Buttermilchpfannkuchen zu Porchetta di Testa. Kurzum, für jede Gelegenheit oder jeden Gang ist etwas dabei. Zudem wurden die Rezepte recht übersichtlich und leicht verständlich angelegt, von den ansprechenden Fotos ganz zu schweigen.

FAZIT
Ein innovatives Buchkonzept, das gleichermaßen Lust aufs Kochen und Lesen von Literaturklassikern macht. Buon appetito!

Bewertung vom 05.06.2017
Aus einem traurigen Arsch fährt nie ein fröhlicher Furz
Süßenguth, Mario

Aus einem traurigen Arsch fährt nie ein fröhlicher Furz


ausgezeichnet

Mario Süßenguth hat in seinem 127-seitigen Buch allerlei lesenswerte Anekdoten aus dem Leben des Reformators Martin Luther (1483-1545) zusammengestellt.

Gerade 2017, im sog. Reformationsjahr, eignet sich diese kurzweilige wie pointierte Lektüre bestens zum Einstieg in die Thematik Luther und die Reformation der Kirche.

Die angeführten Anekdoten werden sowohl Kenner als auch Laien begeistern, weil sie leicht verständlich und zudem kurz und bündig daherkommen. Ob nun der legendäre Tintenfasswurf auf der Wartburg oder Luthers Nahtoderlebnis in Stotternheim, nichts bleibt unerwähnt und wird darüber hinaus spannend mit Originalzitaten aus der Zeit unterfüttert.

Luther war kein strenger Geistlicher, eher ein Rebell im Mönchsgewand, der verblüffend weltliche Ansichten hatte und gern gutem Essen und der Musik zusprach. Er brach mehrmals mit den damaligen Konventionen der Kirche, heiratete beispielsweise die Nonne Katharina von Bora. Auch seine z. T. recht derbe, hemdsärmelige Sprache, die im Gegensatz zu der reinen Sprache seiner Bibelübersetzung steht, kommt an, bedenkt man die damaligen Umstände. Den ähnlich gearteten Buchtitel fand ich daher sehr amüsant.

FAZIT
Luther war ein denkerischer Freigeist von Format. Solche Menschen sind heutzutage eher rar gesät. Zudem war er trotz kirchlicher Ausbildung durch und durch Mensch und verstecke seine Ängste und Schwächen nicht. Kurzum, dieses Buch ist absolut lesenswert.

Bewertung vom 01.06.2017
Abgeschlagen (eBook, ePUB)
Schön, Katrin

Abgeschlagen (eBook, ePUB)


sehr gut

INHALT
Lissie Sommer ist Gastronomin in Traunbach und ganz nebenbei als Hobbydetektivin unterwegs - was Neufreund Kommissar Sebastian Loch nicht immer guttiert.

Dieses Mal verabreden sich die beiden Turteltauben im angesagten Golfclub des Örtchens, doch das entspannte Candle-Light-Dinner wird durch einen Mordfall jäh beendet. Ein neues Mitglied wurde in der Herrenumkleide mit einem Golfschläger erschlagen und die Tätersuche gestaltet sich diffizil.

MEINUNG
Katrin Schöns nunmehr dritter Kriminalroman mit Lissie Sommer als Hauptprotagonistin las sich anfangs zwar etwas holprig, konnte mich schlussendlich aber doch von sich überzeugen; was vor allem an der humorigen wie authentischen Schreibe der Autorin lag. Sowohl Lissie als auch ihr Freund Sebastian sind typische Landeier, aber von der intelligenten Sorte. Ob einzeln oder gemeinsam, ihren Ermittlungen haftet stets etwas Komisches an, wobei die Morde bzw. Kriminalfälle eher eine untergeordnete Rolle spielten. Letzteres störte allerdings überhaupt nicht, da Schöns Krimis eher zur heiteren und leicht bekömmlichen Sorte zählen.
Den Einblick in die Golferszene fand ich sehr spannend und realistisch aufbereitet. Geldgier, Luxusaffinität und Neid, alle bekannten Klischees/Wahrheiten wurden angeführt.
Am meisten habe ich mich über Lissies Ermittlerqualitäten amüsiert, die ihrem Polizistenfreund in Sachen Aufklärung der Kriminalfälle immer einen Schritt voraus gewesen ist. Ihre Neugier und ihr Mut waren grenzenlos, so dass die ein oder andere brenzlige Situation nicht ausblieb.

FAZIT
Ein charmant-witziger Krimi aus dem Golfmilieu, der sich prima als Sommerlektüre eignet und mit insgesamt 160 Seiten auch schnell gelesen ist.