Benutzername: Krimifan
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Insgesamt 139 Bewertungen
Bewertung vom 22.08.2016
Die Gespensterjäger / Gespensterjäger Bd.1-4
Funke, Cornelia

Die Gespensterjäger / Gespensterjäger Bd.1-4


ausgezeichnet

Das Schöne an dieser Box ist, daß es sich um die vollständigen ungekürzten Lesungen aller Bände handelt. So erhält man auch das optimale Verständnis für die Abenteuer, ohne die Bücher zu kennen und kein noch so kleines, liebevoll in die Geschichte aufgenommene Detail wurde weggekürzt.

Worum geht’s? Tom Tomsky, wird von seiner Mutter in den Keller geschickt, um eine Saftflasche zu holen und trifft dort auf Hugo, ein MUG (mittelmäßig unheimliches Gespenst). Erschrocken läßt er die Flasche fallen und rennt schreiend hoch. Nun macht sich seine große Schwester noch mehr über ihn lustig! Doch, Hugo wurde von einem UEG (einem unglaublich ekeligen Gespenst) aus seinem Zuhause vertrieben und traut sich nicht mehr zurück. Zum Glück weiß Omas beste Freundin Hedwig Kümmelsaft Rat. Gemeinsam gehen die 3 dem UEG an den Kragen, damit Hugo wieder den Keller verlassen und in seine geliebte Villa einziehen kann. Dabei werden sie Freunde und ein echt super Gespensterjäger Team! Und Tom verschafft sich endlich Respekt bei seiner Schwester!

In ihrem Folgeauftrag (die Gespensterjäger im Feuerspuk) erhalten die 3 Gespensterjäger den Auftrag ein Hotel von einem Gespenst zu befreien. Vor Ort müssen die 3 jedoch feststellen, daß der Hotelchef maßlos untertrieben hat! Denn neben Feuergeistern, die für sich alleine schon gefährlich genug sind, nein, im 4. Stock treibt auch noch ein GRUBELIGEI (ein grauenhaft unbesiegbarer Blitzgeist) sein Unwesen und verwandelt Gäste wie Personal in Feuergeister. Bislang ist kein Gegenmittel gegen GRUBELIGEIs bekannt, aber so einfach gegen die 3 nicht auf. Mit List und Tücke und viel Humor geht’s dem Blitzgeist an den Kragen!

Im 3 Fall wird es noch haariger für die 3: Burg Dusterberg hat ein neues Verwalterehepaar und die sind sich schon nach kürzester Zeit sicher: auf der Burg treibt ein furchtbarer Geist sein Unwesen. Schon auf dem Weg dorthin werden Tom Tomsky, Hedwig Kümmelsaft und Hugo gewarnt, daß sie die Burg meiden sollten, wenn sie nicht lebensmüde seien (eigentlich wollten sie nur den Weg dorthin wissen. Ja die Geschichte stammt aus der Zeit noch vor den Navis). Vor Ort entpuppt sich der Spuk als SPUMIDUV – einen Spuk mit dunkler Vergangenheit. Die dustere Baronin deren Schicksal unweigerlich mit der Burg verbunden ist, treibt dort ihr Unwesen. Um sie zu vertreiben, müssen die 3 Gespensterjäger erst mal herausfinden, was die Baronin an die Burg bindet. Das ist keine leichte Aufgabe und ganz schön schaurig und gefährlich!

Im leider letzten Band steht Tom Tomsky vor seiner Prüfung zum 3. Gespensterjäger-Diplom. Aufgrund seiner zahlreichen Erfahrungen und der Hilfe von Hedwig Kümmelsaft und Gespenst Hugo sollte das eigentlich kein Problem sein! Doch ist dies der schwierigste und gefährlichste Fall für die Gespensterjäger! In dem kleinen Dorf Moorweiher werden die Spukerscheinungen immer gruseliger! Immer mehr Häuser versinken im Schlamm, Modergeruch durchsetzt die Luft und dieses furchterregende Kreischen. Bei der Begegnung mit dem zwölften Reiter wird es für Prüfling Tom nicht nur kniffelig, sondern auch super gefährlich!

Alle 4 Geschichten sind toll gruselig und spannend und dabei auch wunder witzig und mit Herz! Zu Recht ein Klassiker! Die Hörbücher sind ab 6 Jahren empfohlen. Als Eltern sollte man sich die Geschichten jedoch besser vorher anhören und selbst entscheiden, ob es nicht zu gruselig für die Kinder ist oder beim ersten Mal mit ihnen zusammen hören. Meine Kinder sind recht empfindsam. Die Große fand die Box mit 9 Jahren klasse, die Kleine sollte mit 7 Jahres noch etwas warten.

Und der Sprecher? Nun gut, es weiß vielleicht nicht jeder wer Monty Arnold ist. Er ist der singende Affe im bewegten Mann, trat im Quatsch Comedy Club auf und bei der Comedy Factory in den 90er Jahren. Monty Arnold verleiht jeder Person eine eigene Stimme und das macht er echt genial. So gut, daß auch Eltern im Auto Spaß an der Geschichte haben.

Bewertung vom 22.08.2016
Sitzen zwei Elefanten im Kühlschrank - Die schönsten Sommerwitze

Sitzen zwei Elefanten im Kühlschrank - Die schönsten Sommerwitze


sehr gut

Diese Witzsammlung ab 8 Jahren, bietet für 5,- € eine Menge fröhlicher Unterhaltung und Abwechslung. Die Witze sind thematisch in verschiedene Themen eingeteilt, z.B. Zoowitze, Detektive und Polizisten und Scherzfragen. Mit 256 Seiten ist die Sammlung recht umfangreich und die kleinen Zeichnungen zwischen den einzelnen Witzen lockern optisch das Ganze auf. Schon das Cover mit den chillenden Elefanten in den Liegestühlen am Strand macht fröhliche Sommerlaune.

Der Herausgeber Philip Kiefer hatte ein Online Magazin für Kinder (Riesenratz) und entwickelt auch Fragen für die Wer wird Millionär App oder Gesellschaftsspiele („Schlag den Raab“). Da er ungefähr meinen Geburtsjahrgang hat, kennen wir auch eine Menge gemeinsamer Witze, von denen ich aber so viele schon wieder vergessen hatte, bis ich mich hier freute sie wieder zu lesen…

Ganz neu sind die Witze nicht. Über einige haben schon mein Mann und ich gelacht. So hatte ich gehofft, meine Älteste (gerade 9) würde mal alleine in dem Witzebuch lesen. Aber einige der Witze bedürfen heutzutage der Erklärung und der Druck ist doch recht eng.

Ostfriesenwitze waren für unsere Kinder ein Buch mit sieben Siegeln, ebenso Schottenwitze. Die Elefantenwitze verstanden sie sofort.

Witzig fanden mein Mann und ich: ein ostfriesischer Detektiv bedroht eine Konservendose mit seiner Waffe: mach auf, oder ich muß auf Dich schießen! Sie wußten weder was Ostfriesen sind, noch eine Konservendose. Die Konservendosen im Keller haben mittlerweile alle Laschen zum erleichterten Öffnen, das macht ältere Witze für Kinder schwer verständlich.

Die Scherzfragen hingegen waren kürzer, leichter für sie zu verstehen und für sie selbst gut lesbar. Manchmal mußte ich aber auch hier Begriffe ändern. Aus: Welches ist das beliebteste Tier? Das Moskito, weil alle in die Hände klatschen, wenn sie es sehen…. Wurde, die STECHMÜCKE……

Ältere Kinder haben diese Probleme nicht, wir haben die Witze auch zur Bereicherung des Wortschatzes genutzt.

Die Elefantenwitze gab es schon in unserer Kindheit, aber sie sind immer noch witzig und absolut Flachwitz-Challenge-tauglich! Perfekt im Sommer: Kinder in den Garten, in Badesachen, jeder Wasser im Mund, Witze vorlesen, wer zuerst lacht und das Wasser ausspuckt hat verloren. Da sollten die Witze schon recht einfach und kurz sein. Das klappt bei den Elefantenwitzen und den Scherzfragen prima.

Naja, das Buch ist ja auch ab 8 Jahren, ältere Kinder wollen auch noch was zu lachen haben. Daher war für uns das Buch eine willkommene Abwechslung für den Sommer, auf der staureichen Autofahrt in den Urlaub, im Restaurant beim Warten auf das Essen. Das Buch hat Handtaschenformat und bei 5,- € Verkaufspreis hat man jede Menge zu lachen.

Klar ist Humor unterschiedlich, aber einige Witze sind halt wirklich zeitlos und bei der reichen Auswahl ist für jeden was dabei. Garantiert! Die Mischung macht es.

Daher von uns, lachende 4 von 5 Sternen

Bewertung vom 22.08.2016
Dornentod / Kommissarin Anne Kirsch Bd.2 (eBook, ePUB)
Albracht, Mareike

Dornentod / Kommissarin Anne Kirsch Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Die junge Dortmunder Kommissarin Anne Kirsch erlebt eine üble Überraschung: von den leitenden Kriminalkommissaren ist die eine an Krebs erkrankt und fällt längerfristig aus und ihr Chef Thorsten ist auf einer Fortbildung in Münster. In dieser Zeit soll ausgerechnet Janitzki kurz JJ die Leitung der Abteilung für Tötungsdelikte und Vermisste übernehmen. Sie hat doch mehr Erfahrung, warum wurde sie nur übergangen? Stimmt Thorstens Einschätzung, daß kooperative Teamarbeit nicht ihre Stärke ist, sie zu viele Extratouren macht? Hoffentlich tritt kein Notfall ein. Noch während sie dies denkt, werden sie an einen Tatort gerufen. Eine unbekleidete junge Frau, deren halber Körper mit Nadeln gespickt ist, starb durch einen Fall vom Balkon. Kann das wirklich ein Unfall gewesen sein? Anne Kirsch kann das nicht glauben, sie vermutet ein heimtückisches Verbrechen. Eine Spur auf dem PC der Toten führt sie ins Sauerland, wo sie den dortigen Kollegen Anton Hellmann wieder trifft. Dieser ist auf dem Weg zu Rainer Dorn, dem letzten Kontakt der Toten, aber aus einem ganz anderen Grund. Kann das Zufall sein?

Dieser zweite Fall für die hartnäckige und eigensinnige Kommissarin Anne Kirsch ist ausgesprochen spannend. Lediglich zu Beginn muß die Situation präsentiert werden, warum das Team diesmal völlig anders aufgestellt ist. Wobei ich zugeben muß, daß mir die Konstellation mit Anne und dem eitlen JJ sehr gut gefällt. Annes Animositäten und ihre fast schon greifbare Abneigung ihm gegenüber ist schon sehr unterhaltsam, ohne die Geschichte zu stark zu überlagern oder abzulenken.

Die Handlungsstränge in Dortmund und dem Sauerland sind geschickt miteinander verwoben. Dadurch trifft man viele alte Bekannte aus Band 1 Katz und Mord wieder, was mir gut gefällt, weil man erfährt, was aus Anne und „ihrem“ Heiko geworden ist. Hat ihre Mutter Recht, daß ihr Beruf jede Beziehung erdrückt? Ein bißerl kommt es mir so vor, als hätte sie etwas Komplexe, weil er im Gegensatz zu ihr studiert hat. Denn auch der Verdächtige Rainer Dorn ist sehr gebildet und liebt es sich in Bildern auszudrücken, die Anne nicht versteht, da ist sie auf Hilfe angewiesen.

Der Krimi liest sich sehr gut und durch die durchgehende Spannung voller Wendungen und Überraschung auch unglaublich schnell. Allerdings waren einige Wendungen für mich unnötig, da sie nur der Ablenkung dienten. Ich zerbrach mir den Kopf wie Tat X ins Gesamtbild paßt, aber sie wurde nachher nicht mehr aufgegriffen. Das fand ich etwas schade. Ebenso waren es mir dann auch etwas zu viele Zufälle. Interessant fand ich hingegen die forensische Psychiatrie als zeitweisen Handlungsort, den Einblick in Phobien und Manien. Wer ist krank, wer ist gesund? Kann man jede Krankheit heilen, oder sind eigentlich wir angeblich Gesunden die Krankmacher? Schön ist auch die Anspielung auf das eher unbekannte Grimmsche Märchen „Hans mein Igel“ und seine Deutung in der Psychotherapie. Ja, die Gebrüder Grimm haben nicht nur Gute Nacht Geschichten aufgeschrieben. Erschreckend wie viel Schaden die Eltern bei ihren Kindern anrichten können und nicht nur solange sie klein sind. An den Folgen von Lieblosigkeit oder zu großem Druck drohen sie zu zerbrechen und einige psychische Probleme scheinen unlösbar zu sein. Ich hatte nach der letzten Seite erst mal das Bedürfnis meine Eltern anzurufen, um mich bei ihnen zu bedanken und meine Kinder zu umarmen und ihnen zu sagen, wie lieb ich sie habe.

Zudem mußte ich über die Namen schmunzeln, gefühlt kam meine halbe Familie vor. Die Kommissare fuhren an der Autobahnausfahrt meiner Schwiegermutter ab…. Da mußte ich doch auch an den spannendsten Stellen schon mal grinsen. Doch auch wenn der Krimi wirklich atmosphärisch dicht ist und in der Provinz spielt, ist er nicht provinziell.

Mareike Albracht steigert sich von Fall zu Fall, ich bin schon jetzt auf die Fortsetzung gespannt.

Daher spreche ich eine klare Leseempfehlung mit guten 4 von 5 Sternen für diesen spannenden Krimi aus.

Bewertung vom 22.08.2016
Willkommen auf dem Sonnenhof! / Sonnenhof Bd.1 (2 Audio-CDs)
Moser, Annette

Willkommen auf dem Sonnenhof! / Sonnenhof Bd.1 (2 Audio-CDs)


ausgezeichnet

Die 8 jährige Theresa zieht mit ihren Eltern und ihren beiden Brüdern Michel (15) und Emil (9 Jahre) auf einen alten Bauernhof, zusammen mit Timo (9) und seinem Vater Alex, den eineiigen Zwillingen Anna und Lina (8) und ihren Eltern Sabine und Momo.
Gemeinsam renovieren sie das alte Haus und stellen fest, daß sie gleich noch ein paar Großeltern genannt Oma und Opa (es konnte sich einfach keiner ihren richtigen Namen merken) in einem benachbarten „Hexenhaus“ dazubekommen haben.
Nirgendwo ist es schöner und lustiger als auf dem Sonnenhof. Egal ob Geheimverstecke, heimliche Erkennungsmerkmale für Anna-Lina, die heimliche Spinnenphobie des großen Michel, es ist immer was los. Es wird gebastelt, gebacken, gegärtnert und gefeiert.
Als Oma Blaubeerwaffeln zum Frühlingsblütenfest mitbrachte, fragte meine Jüngste: Kannst Du das auch mal backen, Mama? Klar, denn diese CD wird von einem süßen Inlet begleitet, das Originalbilder des Buches zeigt, aber auch das Rezept mit Anleitung für Blaubeerwaffeln, Hexenhäuschen aus Butterkeksen, Stoffwimpelketten und bemalte Steine.

Meine Tochter wollte direkt alles nachmachen. Ging leider nicht, ich hatte ihr ja die CD geschenkt, weil sie heute krank ist und nur im Bett liegt ;) Genug Zeit, diese 2 CD’s hoch und runterzuhören. Erstaunlicherweise fand die große Schwester (9) diese CDs sehr lustig, obwohl sie weder die Kinder von Bullerbü, noch die Kinder vom Möwenweg mag, weil es ihr zu langweilig ist. Meine 7 jährige Tochter mag beides sehr gerne und ist sehr empfindlich was Spannungsbögen in Geschichten angeht. Die Altersempfehlung ab 8 Jahren für das Hörbuch ist daher für uns nicht nachvollziehbar. Ab 5/6 Jahren kann man den Geschichten sicher gut folgen. Sie sind kurzweilig, voller Kinderhumor und sind schön übergeleitet.
Mir gefällt sehr die Geschichte, als die Kinder einen Maulwurf im Gemüsegarten entdecken. Sabine, die Mutter der Zwillinge, will ihn mit einem Knoblauchsud vertreiben. Die Kinder haben jedoch Angst der könnte schaden und sehen die ansonsten nette und lustige Sabine schon als heimliche Hexe, so böse, wie sie den Maulwurf anschaut. Zum Glück fällt ihnen die magische Wirkung von Gartenzwerg Wilhelm auf. Der Maufwurf scheint Wilhelm zu folgen, weshalb dieser mal kurzer Hand hinter dem Gartenzaun in den Wald entweicht, wohin der Maulwurf folgt. Als Sabine über die Entwicklung glücklich strahlt, denkt Theresa darüber nach, ob Sabine Momo etwa nur dann wirklich böse anschaut, wenn es Anna-Lina’s Vater es wirklich verdient hat! Das sind so die Schmankerl für die zuhörenden Mütter und die mitlesenden, je nachdem, für welches Medium man sich entschieden hat. Dies ist übrigens nicht Wilhelms einziger Einsatz, nein, er ist ein fast so aktives Familienmitglied wie Kater Karli, nur etwas älter als dieser.
Es gibt eine Reihe abwechslungsreicher Anekdoten, aber keine dramatische Spannungsgeschichte. Vielmehr geht es um eine kreative, naturnahe Kindheit, frei von Handy, Fernsehen und Jugendkult. Sprachlich ist die Geschichte frei von aktuellen Zeitgeistbegriffen.
Vorgelesen wird das Buch einfühlsam und unterhaltsam von Anna Thalbach, die jedem Charakter ihre eigene Stimme verleiht. Bei Emil ist es nicht ganz so geglückt, aber über dessen fürchterliche Stimme hatten sich ja schon die fiesen Metzgers, die Ex-Nachbarn zum Wegziehen, aufgeregt haben.
Für Liebhaber netter, fröhlicher Familiengeschichten, direkt aus dem Leben, ist es wirklich ein tolles Hörbuch voller Anregungen, die man gut nachmachen kann.

Meine Töchter sagen 5 von 5 Sternen, aber bitte schon vor 8 Jahren, dann hat man länger was von den 2 CD's

Bewertung vom 27.07.2016
Pelle von Pimpernell, 1, Der Geisterhund
Barker, Claire

Pelle von Pimpernell, 1, Der Geisterhund


ausgezeichnet

Pelle von Pimpernell ist eine kleine lustige Promenadenmischung und lebt seit seiner frühen Welpenheit auf Sternenblick bei den von Pimpernells of Bartonshire. Diese doch sehr exzentrische Familie lebt schon seit über 900 auf dem Anwesen „Sternenblick“ und geht dort seinen nicht sehr lukrativen Beschäftigungen, wie der Kürbiszucht und der Imkerei nach. Nur die 9 jährige Tochter Winnie ist bodenständig und liebt ihren Pelle über alles und er sie. Daher ist es nicht so verwunderlich, als Pelle nach seinem Tod, sich als Geist in Winnies Kleiderschrank wiederfindet. Er ist allerdings unsichtbar und hat keine Ahnung wie er der untröstliche Winnie beistehen soll.
Doch dann erhält er eine Einladung zum Treffen der Geistertiere von Sternenblick und er hofft, daß diese ihm helfen können mit ihr wieder in Kontakt mit Winnie zu treten, gerade weil eine ernst zu nehmende Gefahr auf Sternenblick und die von Pimpernells zukommt, ohne daß Lord und Lady von Pimpernell diese ernst zu nehmen scheinen. Kann Pelle mit den übrigen Geistertieren helfen?
Die Geschichte beginnt sehr traurig mit Pelles Tod und mit seinen hilflosen Versuchen sich der weinenden Winnie gegenüber bemerkbar zu machen. Da kullerten bei uns schon einige Tränen. Die Geschichte ist ja noch dazu wunderbar 3 farbig illustriert mit wirklich großflächigen Illustrationen, die es den Kindern richtig leicht machte, sich die Geschichte vorzustellen (dabei wurde mir das Buch auch des Öfteren mal aus der Hand gerissen um die Feinheiten besser erkennen zu können). Die enge Verbundenheit der der Familie zu ihren Haustieren ging den Kindern schon an ihr Herz, denn Tiere, die einem Familienmitglied besonders treu ergeben sind, verbleiben auch nach ihrem Tod noch als Geister auf dem Familienanwesen (ich habe dennoch so meine Zweifel, daß unsere Katze eines Tages als Geist wiederkehren wird und die von ihr gefangenen Mäuse und Vögel bitte erst recht nicht). Der Stil ist so lebendig und anschaulich, daß gerade meine große Tochter (9 Jahre) richtig mitfieberte und mich nur noch mit „Pelle“ begrüßte, als Signal: Lies vor! Leider ist das Buch mit rund 250 Seiten so dick, daß meine Hoffnung die für sie anscheinend schier unerträgliche Spannung könne sie zum Selbstlesen animieren, leider enttäuscht wurde. Aber es machte mir ja auch Spaß vorzulesen, denn die Geschichte ist ja auch wirklich witzig und spannend. Zudem ist es auch ausgesprochen fantasievoll. Ich hätte ja nicht geahnt, wie sich unterschiedliche Kekssorten auf das Wohlergehen von Geistertieren auswirken. Wer hätte gedacht, daß sie von Erdbeercremekeksen frech werden? (Kein Wunder, daß ich keine Erdbeercremekekse kaufe ;)) Die Geschichte ist einfach eine runde Sache, mit eigenen Regelwerken für Geistertiere und deren Ordnung, so daß die Kinder völlig in die Geschichte eintauchen können. Allerdings habe ich bei einigen Dingen es mir nicht verkneifen können, Lord und Lady von Pimpernell wegen ihrer Misere doch mal einen Besuch beim Anwalt zu empfehlen und meinen Kindern das Prinzip der Verjährung zu erklären… Das Buch hat den Kindern dennoch gefallen und sie waren froh, daß am Ende alles gut ausging!
Was mir als Vorleserin sehr gut gefiel war die Sprache! Ich bin bei Übersetzung oft kritisch und finde einige Formulierungen etwas gewollt oder schief, aber das ist hier nicht der Fall. Im Gegenteil, die Sprache läßt sich auch wunderbar vorlesen, ohne daß man einen Knoten in die Zunge bekommt, weil die Sätze beendet werden, wie der Satzanfang es vermuten läßt. Das ist auch bei deutschen Büchern nicht immer selbstverständlich.
Meine Tochter wartet jetzt schon sehnsüchtig auf Band 2 im März 2017 und ist ganz sicher: 5 von 5 Sternen!

Bewertung vom 26.07.2016
Alma & Jasmin
Martini, Caro

Alma & Jasmin


ausgezeichnet

Alma & Jasmin von Caro Martini, dtv
Alma ist 82, ziemlich frisch verwitwet, bleibt ihr nur ihre Katze, die Erinnerungen an ihren geliebten Harry und die Besuche vom Geldeintreiber Matzke, der droht ihrer Katze was anzutun, wenn sie nicht bis morgen 11.000,- € zahlt, für einen Kurzzeitkredit ihres Mannes kurz vor seinem Tod. Kinder hatte das Schicksal für sie leider keine vorgesehen. Sie sieht keinen andern Ausweg, als Selbstmord!
Jasmin ist 28 Jahre, hübsch, sehr direkt und glaubt, daß leben wäre eine einzige große Party! Klar, sie weiß immer was gerade angesagt ist und kennt die Türsteher persönlich. Um die Party zu finanzieren geht sie zu ihrer Arbeit bei einer Bank und ärgert sich stets über ihre Vorgesetzte. Aber was solls, irgendwie muß sie die Party ja finanzieren, die sie stets mit Freundin Lisa und deren Freund dem Kleindealer Ben beginnt und morgens irgendwo aufwacht.
Beide wünschen sich mal kurz jemand anderes zu sein, als sie sich in der Straßenbahn begegnen und zusammen stoßen. Schon ist es geschehen, sie tauschend die Körper, mit ungeahnten Folgen!
Aber durch dieses Schicksal müssen sie gemeinsam durch und so geben sie sich daher als Oma und Enkelin aus.
Ja, dies ist chick-lit, aber wirklich mit Herz, Seele und Humor. Ich bewerte stets die Qualität innerhalb eines Genres und da finde ich die Bücher von Caro Martini immer klasse. Sie sind nicht nur sehr witzig und warmherzig, lesen sich ratz-fatz, nein sie zeugen auch von Respekt vor ihren Heldinnen. Auch wenn Jasmin anfangs oberflächlich und hirnlos rüberkommt, wird man im Laufe der Lektüre vom Gegenteil überzeugt. Man lernt auch Heldinnen zu lieben, die einem nicht ähneln und ein völlig anderes Leben führen. Schon der Einstieg ist ein wahrer Brüller und Fremdschämen im Reinformat, aber in was für einen Fettnapf sich Jasmin da setzt, mag ich nicht verraten.
Alma ist das genaue Gegenteil, sie ist stets höflich, zurückhaltend und rücksichtsvoll. Sie hatte ein gutes Leben, aber nun hat sie Zipperlein, vermisst ihren Harry und die Angst vor dem Kredithai lähmt sie. Auch sie möchte ich zu Beginn schütteln und sagen, „Hey, lass Dir alles gefallen, das ist Wucher und nichtig!“, aber Alma hört mich leider nicht. Denn Hören kann sie noch gut, auch wenn es mit dem Sehen und dem Gehen nicht mehr so recht klappen will…
Während sie das Leben aus der Perspektive der jeweils anderen wahrnehmen, merken sie, daß die Welt noch viel mehr für sie zu bieten hat, als sie dachten. Während in der einen der Lebenswille und Kampfgeist erwacht, lernt die andere Respekt…. Und Jasmin muß feststellen, daß es Hotties in jedem Alter gibt, denn die Liebe macht vor keinem Altern halt! Daher enthält dieses Buch die mit schönsten Liebesbekundungen, die man sich vorstellen kann. „Schmacht!“, aber ohne Kitsch! So unterschiedlich die beiden auch sind, lernen sie doch einander zu vertrauen und zu schätzen.
Auch die Nebenrollen sind stark besetzt und bis auf die Cliché-Bösewichter, haben auch die kleinen Helden Herz und Seele. Daher macht es einfach Spaß dieses Buch zu lesen. Jedes Kapitel ist aus der Perspektive entweder von Jasmin oder Alma, gekennzeichnet durch den jeweiligen Namen und eine entsprechende Vigniette. Dadurch fühlt man sich den beiden Heldinnen noch näher und der Lesespaß wird intensiviert.
Das Ende ist einfach schön! Romantisch, zuversichtlich und humorvoll. So soll Chick-lit sein!
Die perfekte Sommer, Sonne, Ferienlektüre, oder ein idealer Stimmungsaufheller!
5 von 5 Sternen!

Bewertung vom 25.07.2016
Das Sams und die Wunsch-Würstchen / Das Sams Büchersterne Bd.4
Maar, Paul

Das Sams und die Wunsch-Würstchen / Das Sams Büchersterne Bd.4


ausgezeichnet

Das Sams und die Wunsch-Würstchen, Paul Maar, Büchersterne 1./2. Klasse, Oetinger Büchersterne

Das Sams und Herr Taschenbier möchten essen gehen. Da Herr Taschenbier den Umgangsformen des Sams nicht so recht traut, gibt es erst mal Benimmunterricht. Das Sams findet aber, daß auch die Tischregeln gereimt werden sollten, damit es sie sich merken kann. Diese Regeln sind wahrscheinlich für einige der kleinen Leser gut von Herrn Taschenbier zu hören, statt von Mama und Papa. Natürlich läuft trotz dieser Kenntnis nicht alles glatt. Voreilig stürmt das Sams in ein Edellokal und fällt dort auf wie ein bunter Hund, oder ein Sams im Taucheranzug. Einige Gäste schauen schon pikiert, als sie bloß den „Katzentisch“ vom feinen Kellner zu gewiesen bekommen. Als das Sams dann die frisch erlernten Tischregeln noch sehr eigenwillig interpretiert, ist es um die Fassung des Kellners geschehen und Herr Taschenbier ergreift eiligst mit dem Sams die Flucht!

Aber so einfach macht es Papa Taschenbier weder den überkandidelten Gästen noch dem Kellner und so gibt es am Ende noch ein wunderbar augenzwinkerndes Ende, daß die kleinen Leser strahlen läßt!

Die Geschichte ist kindlich witzig! Sams gereimte Regeln sind nicht nur lustig, sie sind auch eine gute Sprachübung für Kinder. Die meisten Begriffe sind auch für Leseanfänger gut zu bewältigen und bereits bekannt. Neue Wörter sind leicht erklärt und dienen natürlich auch der Wortschatzerweiterung, was ich immer sehr wichtig finde.

In der Reihe Oetinger Büchersterne werden Kinderbestseller für Leseanfänger interessant aufbereitet und mit vielen farbigen Illustrationen großer Fibelschrift und kurzen Textabschnitten versehen. Das Sams und die Wunsch-Würstchen sind ganz neu erschienen, dennoch kannte meine Tochter die Geschichte schon, da es sich um ein überarbeitetes Kapitel aus dem Buch „Am Samstag kam das Sams zurück“ entnommen und für Leseanfänger sprachlich überarbeitet wurde. In dieser Reihe sind aber auch vollständige Geschichten verlegt. Zu dieser sprachlich sehr ansprechenden Geschichte auf 42 Seiten, die aus mehreren Aspekten gerade für Leseanfänger sehr geeignet ist, schließen sich 16 Seiten Leserätsel an, die den Leseanfängern Spaß im Umgang mit der Sprache vermitteln soll, und nicht nur das Leseverständnis kontrolliert, wie dies bei einigen anderen Buchkonzepten für Leseanfänger der Fall ist. Besonders das Geheimschrifträtsel, der Buchstabensalat und das Würfelspiel haben meiner gerade 7 jährigen Tochter großen Spaß bereitet.

Ein wunderbares Wiedersehen mit dem Sams! Ein ganzes Samsbuch wäre für eine 7 Jährige noch zu lang und genau diese Geschichte haben wir weder auf Kassette (ja, tatsächlich, haben wir auch noch) noch auf CD….. Der überarbeitete Auszug aus dem „dicken“ Samsbuch ermöglicht den kleinen Lesern ein relativ schnelles, aber auf jeden Fall unterhaltsames Leseerfolgserlebnis!

Die Modernisierung von Oetingers Erstlesereihe ist sehr gelungen und hat gegenüber Sonne, Mond und Sterne, bzw. Laterne, Laterne, den früheren Konzepten sehr viel mehr Spaßpotenzial um auch kleine Lesemuffel zu „bekehren“!

Lobende 5 von 5 Sternen!

Bewertung vom 25.07.2016
Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums
Tash, Sarvenaz

Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums


ausgezeichnet

Der sechzehnjährige Graham liebt Comics – und seine beste Freundin Roxy, die seit Kindertagen im Haus nebenan, in der Nähe von New York wohnt. Durch eine Tür im Zaun gehen beide in der jeweils anderen Familie ein und aus, als wären sie jeweils ein Teil auch der Familie des anderen. Aber wie soll er ihr das endlich sagen, sieht sie in ihm vielleicht nur eine Art Bruder? Als Graham erfährt, dass der Autor ihres gemeinsamen Lieblingscomics auf der New Yorker Comic-Convention seinen ersten öffentlichen Auftritt seit 20 Jahren plant, sieht er seine Chance gekommen: Er wird Roxy auf der Comic-Con erobern! Denn welcher Ort wäre besser geeignet, um ihr seine Liebe zu gestehen, als dieses legendäre Treffen von Superhelden und galaktischen Schurken? Graham hat drei Tage, um Roxy von sich zu überzeugen. Er plant alles ganz genau (nun gut, nicht ganz so akribisch wie sein bester Freund Casey, der sie ebenso, wie Roxy’s beste Freundin die perfekte Felicia zur Comic-Con begleitet….) Doch auch die beste Planung hilft nicht, wenn auf der Comic-Con alles anders kommt, als gedacht!
Ich lese eigentlich gerne querbeet, aber eher keine Comics und wenig Science Fiction (ähäm, in den letzten Jahren gar nicht, aber ich bin ja mit Captain Kirk und Captain Future aufgewachsen) und ich war noch nie auf einer Comic Convention. Nach diesem Buch hätte ich aber tatsächlich richtig Lust dazu. Mir ging es da genauso wie der sagenhaften Felicia Obayashi, Roxy’s bester Freundin, die freitags einfach nur so mitkam, ohne Erwartungen und ohne irgendwie im Comic-Fieber zu sein, aber so angesteckt wurde von der Atmosphäre und dem begeisterten Glühen dort, daß ich nun mal schaue, ob die nächste Comic Con tatsächlich Stuttgart ist und ob da nicht noch was in Köln ginge… Felicia ist japanischer Abstammung und scheinbar so perfekt, daß die Jungs sie schon ein wenig argwöhnisch anschauen. Auch der Leser erwartet von ihr nicht viel und so ist gerade sie es, die die Leser mit am Meisten beeindruckt und überrascht, wenn sie Graham eindringlich und mitfühlend anschaut und dann sowohl warmherzige als auch weise und tiefblickende Worte spricht. Das Schöne an diesem Buch, neben vielem anderen ist nämlich, daß nicht nur die Hauptperson total sympathisch ist und man wirklich mit ihm mitfühlt und grinst, sondern auch die Nebencharaktere wirklich toll und liebevoll ausgearbeitet sind.
Dank Felicias zuerst wenig begeistert aufgenommener Idee, freitags gleich am Speed-Dating teilzunehmen, lernt das kleine vierer Grüppchen neue Leute kennen und ihr Kreis vergrößert sich. Nicht unbedingt zu Grahams Freude, aber auch nicht wirklich zu seinem Schaden, wie sich später zeigt.
Denn eines steht fest: die Freunde reifen auf der Comic Con unglaublich heran. Sie werden jetzt nicht unbedingt sofort erwachsen, aber in 3 Tagen deutlich erwachsener und damit meine ich nicht altklug.
Der Schreibstil ist wirklich leicht lesbar, fluffig, aber nicht platt. Nicht nur Felicia gibt weise Worte von sich, ohne dabei belehrend zu nerven. Ja, man kann auch als Leser tolle Mädels ohne offensichtlichen Fehl und Tadel mögen. Denn wie Felicia an einer Stelle so schön sagt: „Wann kapiert Ihr Jungs es endlich, daß wir Mädels auch nur Menschen sind, wir ihr und hört auf, uns auf ein Podest zu stellen!?“ (naja, sinngemäß, wenn auch nicht Wort wörtlich). Ebenso wie den rothaarigen Schlaks Graham, dessen Hoffnung mit seiner Nerd-Brille wenigstens ein bißchen an Clark Kent (Superman’s Name im zivilen Leben) zu erinnern sogar gar nicht so abwegig ist. In dem Jungen steckt Potenzial!
Das Buch läßt einen immer wieder grinsen. Es sprüht vor Wortwitz und ist gespickt mit Anspielungen an legendäre Comics, Sci-Fi-Serien, Fantasy-Serien und Bücher und eben eine Hommage an die legendären Teenie-Filme der 80er von John Hughes (Pretty in Pink, Breakfast Club….).
Ganz klar war mir jedoch: das Buch ist toll! Warmherzig, witzig und weise!

Bewertung vom 20.07.2016
Verflixt und unsichtbar (eBook, ePUB)
Himmel, Jana

Verflixt und unsichtbar (eBook, ePUB)


sehr gut

Verflixt und Unsichtbar 1 – Mission Undercover, von Jana Himmel, Bastei Entertainment
Laura, 24, blond, Vollwaise und Unterwäscheaddict hält sich für einen Freak. Wie schon ihre eines Tages verschwundene Oma, bei der sie aufwuchs, kann sie unsichtbar werden. Inzwischen hat sie dieses „Problem“ im Griff, d.h. sie kann es steuern. Der Einzige, der von dieser Gabe, die ihr mehr wie ein Fluch vorkommt, weiß, ist ihr Chef Paul, Inhaber einer Detektei. Er erkennt ihr Potenzial und stellt die zu diesem Zeitpunkt Obdach- und Mittellose 15-Jährige ein. Fortan beschattet sie der Untreue Verdächtige, was ihrem Bild von der wahren Liebe nicht gerade gut tut. Allerdings ist es nicht so einfach wie es klingt. Denn nur Laura wird unsichtbar, nicht ihre Kleidung, nicht ihr Make-up. D.h. ihre Einsätze muß sie stets komplett nackt durchziehen (naja, es sieht sie ja keiner) und das ist ganz schön kalt bei Zeiten. Auch muß sie aufpassen, daß keine Grashalme zwischen den Zehen stecken bleiben, keine Fusseln am Po haften und sie nicht nass wird. Also eine ganze Menge zu bedenken. Dummerweise verstößt sie gegen Pauls Regel Nummer 1 und beschattet heimlich, ohne Auftrag den Verlobten ihrer Einzigen Freundin! Zu dumm nur, daß der danach nicht mehr lange lebt und überall in seiner Wohnung ihre Abdrücke sind! Umso ungünstiger, da Paul sie jetzt erstmals in einem großen Wirtschaftsfall without cover einsetzen will. Da sind die ständigen Aufforderungen zur polizeilichen Vernehmung zu erscheinen ganz schön störend. Und Kollege Erik, dieser Schnösel erst, den sie bei seinen Ermittlungen unterstützen soll!
So beginnt für Laura die erste wirkliche Detektivarbeit und die ist viel komplizierter, als nur kopulierende Paare heimlich mit einer in der Luft schwebenden Kamera abzulichten.
Anfangs hatte ich etwas Probleme in das Buch hineinzufinden. Laura nervte mich, ich empfand sie etwas als einen Jammerlappen, wie sie sich immer als Freak bezeichnete und betonte, daß sie eigentlich keine Freunde habe. Da sie nun ihre Unsichtbarkeit steuern konnte (nein, sie wird nicht automatisch unsichtbar, sobald sie nackt ist, Romantik ist also noch durchaus möglich), konnte ich sie deutlich besser verstehen, als ich wußte, daß ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen als sie 4 war und ihre Oma das Haus nie verließ…. Das ist dann doch mehr, als ein Kinder verkraften kann. Einen Freund scheint Laura noch nie gehabt zu haben, zu schade um ihre umfassende Dessous-Kollektion in den Farben des Regenbogens. Nein, Laura’s farbenfrohe Unterwäsche hat deutlich klangvollere Farbbeschreibungen wie: zitronenfaltergelb, polizeiuniformblau oder Zuckerwatterosa. Und so tragen die Kapitel auch die Namen der Farbe der jeweils aktuellen Unterwäsche. Das irritierte mich anfangs, aber irgendwann nahm mich die lockere Geschichte doch gefangen. Wie sollte Laura, die von echter Ermittlungsarbeit keine Ahnung hat, den Fall aufklären, an dem die Polizei sich die Zähne ausbiss? Und dann noch gleichzeitig mit Erik ein Team bilden, mit dem sie doch so rein gar nicht zu verbinden scheint? Vielleicht hat Laura mein Herz erobert, durch ihre Liebe zu ihrem kleinen Garten, oder auch nur, weil ich ihren Ekel mit nackten Füßen über gewisse Böden zu laufen so gut verstehen kann? Wer weiß! Auch wenn ich eine Ahnung hatte, wer der Mörder war, so hat mich der Showdown dann doch überrascht. So hatte ich ihn nicht kommen sehen!
Am Ende sind mehr lose Fäden vorhanden, als unbedingt nötig sind, um auf Band 2 neugierig zu machen, denn eigentlich reicht es mir schon Laura zu mögen und sie bei ihrem detektivischen Aufstieg begleiten zu können. Ich hoffe, die noch offenen Fragen klären sich im nächsten Band.
Schöne leichte Chick-lit mit Krimiflair und mehr als nur ein Hauch des unerklärlich magischen.
Für entspannte Sommerlektüre auf dem Balkon oder dem Strand, für ein Lächeln im Gesicht zu empfehlen mit 4 von 5 Sternen!

Bewertung vom 12.07.2016
Ich hatte mich jünger in Erinnerung
Bittl, Monika; Neumayer, Silke

Ich hatte mich jünger in Erinnerung


sehr gut

Tja, wer kennt es nicht, diesen verblüfften Blick in den Spiegel, wenn man sich selbst zurückblinzelt und spontan denkt: „eigentlich hatte ich mich jünger in Erinnerung!“ Mein Mann nennt das Phänomen „auf älteren Fotos sehe ich jünger aus“. Dieses Buch widmet sich in kurzen Geschichten, Kolumnen, Anekdoten, Überlegungen den Besonderheiten des Alterns bei Frauen. Mit Augenzwinkern geht es um die Vor- und Nachteile. Oh ja, es gibt auch Vorteile! Die wachsende Weisheit, die zunehmende Gelassenheit und die Fähigkeit „Nein!“ zu sagen.

Dabei werden in die Geschichten mal aus dem Blinkwinkel der Geschiedenen alleinerziehende Mädelsmutter, mal aus Sicht der treusorgenden Ehefrau und Mutter von Sohn und Tochter geschildert. So ist für jede Leserin genug Wiedererkennungswert dabei, wenn auch nicht jede Geschichte wie die Faust auf’s Auge paßt. Das Schmunzeln und das nickende „Ja, ja, so isses!“ sind jedoch garantiert. Dabei lernt man noch so einiges. Ich weiß nun, daß Puma auf Englisch „Puma“ heißt (wollte ich dank John „Cougar“ Mellencamp schon ewig wissen und war nur zu faul nachzuschlagen) und so das Phänomen von Madonna und Demi Moore, ältere Frau mit jungem Lover genannt wird. Schön auch das Zusammentreffen von pubertierender Tochter und Mutter in den Wechseljahren! Aber die Beiträge sind wirklich breit gestreut. So kommen immer mal wieder zwischen durch kleine „Theaterstücke“ vor, oder Gedanken, wie sich mit steigendem Alter die Frau auf Geschäftsreise verändert, die Angst vor jüngerer Konkurrenz im Beruf und vice versa, oder der Banküberfall mit greiger Feinstrumpfhosenmaske zur Schließung der Rentenlücke.

Aber ist das Altern für Frauen wirklich so viel schwer als für Männer? Der Anblick der Haarschöpfe von Gerhard Schröder, Jogi Löw und Jürgen Klopp lassen mich daran langsam ebenso zweifeln, wie das zu stark geliftete Gesicht des einst so markanten Rupert Everett. Ja, nicht nur die Lila-Latzhosen haben zur Emanzipation der Frau geführt, auch die Männer haben sich, was ihr Aussehen anbelangt bisweilen emanzipiert….

Ich finde das Buch wirklich toll für Zwischendurch, den Strand, den Pool….. die variablen Längen der Beiträge sind für jede noch so kurze oder etwas längere Entspannungspause geeignet. Und haben wir nicht alle eine Freundin, die ein wenig Lese-Botox zur Stimmungsaufhellung gebrauchen kann? Ich weiß schon wer mein nächstes „Opfer“ dieses Buchgeschenkes sein wird!

Ja, und als optimales Geschenk, kommt es auch schon in der geeigneten „Verpackung“ daher! Allein schon die Sprüche im Klappeinband, die dort in unterschiedlichen, fröhlichen Farben abgedruckt sind, haben mich zum Lachen gebracht. Das Buch ist nicht nur kurzweilig, sondern auch kurz. Daher ist es ebenso für Gestresste, wie auch für eigentliche Lesemuffel zu schaffen und für Vielleser nicht nur in ärztlichen Wartezimmern, wenn denn nun schon die Zipperlein kommen, sondern auch zwischen zwei Büchern, um den Kopf frei zu bekommen.

Die Autorinnen sind von Hause aus Journalistinnen und Vollblutautorinnen und wie wir alle, werden auch sie älter und tragen es (meistens) mit Humor!

Kurzweilig und vielseitig! 4 von 5 Sternen!