Benutzername: Wortschätzchen
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Bewertungen

Insgesamt 292 Bewertungen
Bewertung vom 22.07.2017
Sauna mit Nachbar
Lipasti, Roope

Sauna mit Nachbar


sehr gut

Zwei Welten kreisen umeinander

Der verwitwete Geschichtslehrer hat in den Ferien wenig zu tun und so schließt er sich immer enger an den Nachbarn an. Dieser werkelt an immer neuen Projekten, verwendet für vieles Dinge, die in den Augen des Lehrers Abfall sind und ist die Ruhe in Person. Nichts bringt ihn aus dem Takt. So lässt er sich auch vom Lehrer ein wenig auf die Nerven gehen. Er akzeptiert sogar, dass dieser ständig im Weg steht und nie hilft. Sogar die kaum versteckten Annäherungsversuche an Emilia lassen ihn kalt, doch der Lehrer, der sich so viel intelligenter hält, lernt in der Zeit des Saunabaus mehr fürs Leben, als er je gedacht hätte …

Im ganzen Buch hat nur die Nachbarin einen Namen: Emilia. Der Geschichtslehrer und der Nachbar bleiben namenslos, ebenso die Kinder der Nachbarsfamilie. Das liest sich gar nicht so schlecht, wie man glauben möchte, aber beim Erzählen darüber klingt es schon schräg.

Der Humor des Buches ist leise, man muss selten laut auflachen. Das ist in meinen Augen jedoch kein Fehler oder Nachteil! Die Story ist lakonisch und steckt voller Philosophie. Wenn man sich dafür öffnet, mag man nicht nur den vermeintlich weniger intelligenten Nachbarn sehr gern, sondern auch den überheblichen, von sich überzeugten und dadurch eher unsympathischen Geschichtslehrer. Für mich persönlich war die Tatsache, dass der Lehrer ausgerechnet Geschichte unterrichtet, besonders witzig – hatte ich doch tatsächlich einen Geschichtslehrer, der sich selbst für unfehlbar und die Krönung überhaupt hielt.

Der Unterschied zwischen den beiden Protagonisten könnte größer nicht sein: ein verwitweter Akademiker, stur und überakkurat gegen einen sechsfachen Vater, der alles locker und mit Ruhe nimmt, sich auf Experimente einlässt und der bei nichts pedantisch ist.

Die Sprache des Buches ist leise und sanft, dennoch steckt ganz viel Weisheit darin. Die vermeintlich unintelligente Handlungsweise des Nachbarn wird immer mehr zur schlaueren Lebensart und gibt dem Leser damit unweigerlich zu denken. Ob Schwächen wirklich immer schlecht und hinderlich sind, wo Freundschaft beginnt und welche alternativen Reaktionen es für alle Situationen gibt, das zeigt Roope Lipasti ganz ohne moralisch erhobenem Zeigefinger. Es kann immer einer vom anderen lernen, auch wenn der erste Eindruck das nicht gleich erkennen lässt. Lipastis Philosophie ist einfach, aber effektiv.

Mir haben die 240 Seiten nicht nur gefallen, sie haben mir auch gut getan. Dennoch muss ich einen Stern abziehen, da mich die Story auf halber Strecke kurz verloren hatte und ich neu ins Buch finden musste. Dennoch kann ich das Buch guten Gewissens empfehlen. Deshalb gebe ich vier Sterne!

Bewertung vom 19.07.2017
Das große Leuchten, 4 Audio-CDs
Stichmann, Andreas

Das große Leuchten, 4 Audio-CDs


schlecht

Die große Finsternis

Rupert und Robert, Freunde und durch den Freitod von Ruperts Mutter auch Ziehbrüder, machen sich auf die Suche nach Ana, Ruperts Freundin. Sie wollen sie im Iran suchen, bei ihrer Mutter.

Mag sein, dass es an mir liegt, nicht am Hörbuch oder Autor. Aber ich stehe völlig ratlos da, frage mich, was Andreas Stichmann mit diesem Werk sagen will. Ich mag keine der Figuren, hätte im wahren Leben mit nicht einer der Personen auch nur fünf Minuten verbracht. Absolut nicht meine Welt – schon gar nicht die Pseudo-Sexfilmchen, die „lustigen“ Diebeszüge oder sonstige irren Aktionen dieser völlig frustrierten, leblosen, interesselosen jungen Menschen, die nur an sich selbst denken, aber nicht an andere. Das ändert sich auch nicht, als Rupert Mitleid mit einem Huhn entwickelt.

Alles ist so sinnlos und dämlich, wie die Einstellung der Figuren. Kein Wunder, dass ich da keinen Zugang finde. Nur aufregen muss ich mich ständig. Szenen, die einzeln gesehen möglicherweise in jedem Leben eines Jugendlichen geschehen können, aber alle zusammen? Ein wenig stark übertrieben, möchte ich meinen – und hoffen. Philosophie konnte ich hier keine finden, auch nicht mit noch so viel Mühe. Dafür aber eine Menge Erzählstränge, die mehr oder weniger durcheinanderlaufen und nur bedingt zum großen Ganzen beitragen. Dass Ruperts Leben nicht schön und behütet war, das sehe ich ja ein. Dennoch muss man nicht so werden, wie er. Im Gegenteil: gerade dann sollte man alles daran setzen, ein normales, schönes Leben aufbauen zu können. Den Flug und den Aufenthalt im Iran konnten sie sich ja auch wohl nur durch die Überfälle und Diebstähle finanzieren – schon da hört es bei mir auf.

Mich hat das (Hör-)Buch sehr ärgerlich gemacht. Wütend. Da gibt es so viele gute (Hör-)Bücher und ich verliere Hör-/Lesezeit mit so einem Krampf. Keine Empfehlung, kein Lob, nur der Pflichtstern.

Bewertung vom 18.07.2017
Sieh nichts Böses / Kommissar Dühnfort Bd.8
Löhnig, Inge

Sieh nichts Böses / Kommissar Dühnfort Bd.8


sehr gut

Seine Schuld, seine große Schuld

Bei der Hundeprüfung wird eine Leiche entdeckt. Es stellt sich heraus, dass es Veronika Lindental ist. Aber warum hat sie niemand, auch nicht ihre Eltern, vermisst? Und was hat die kleine Affenfigur für eine Bedeutung? Dühnfort, der gerade von der Hochzeitsreise kommt, stößt bald auf Zufälle, die keine sein können. Eine weitere Frauenleiche, ebenfalls mit einer Affenfigur, bringt ihn auf die richtige Spur. Doch private Probleme lenken ihn teils etwas ab. Die richtige Entscheidung zu treffen, ist manchmal nicht so einfach. Doch Dühnfort und Gina halten zusammen und so löst er gleich zwei Fälle auf seine eigene Art und Weise.

Die Krimis von Inge Löhnig lesen sich alle durchweg sehr gut. Diesmal brauchte ich ein wenig, um mich in der Story zurechtzufinden. Mir wollten die Figuren nicht so recht passen, ich sympathisierte mit niemandem so richtig. Vielleicht spielt auch Tinos ganz eigener Kampf eine Rolle dabei, dass ich Anlaufschwierigkeiten hatte. Doch dann passte, wie gewohnt, alles schön ineinander und die Entwicklungen waren schlüssig und in sich stimmig.

Ich hatte sehr früh einen konkreten Verdacht, wer der Täter sein könnte, auch wenn die Autorin alles gab, um mich auf eine andere Fährte zu locken. Der Showdown war beeindruckend und die Spannung enorm. Das Ende beeindruckt auf eine ganz eigene Weise. Das ist sehr gelungen und gefällt mir sehr gut.

Die persönliche Geschichte von Tino und Gina bewegt mich sehr. Hier ist der rote Faden gelegt, der in weiteren Fällen weitergesponnen werden möchte. Wie immer gibt Inge Löhnig auch hier jeder Figur eine eigene Geschichte, kein Protagonist bleibt blass und nur Randfigur. Man muss die Figuren nicht mögen, um ihre Geschichten beeindruckend oder bewegend zu finden. Auch wenn man vieles nicht nachvollziehen kann und selbst anders handeln würde, ist doch alles sehr glaubwürdig. Die private Prüfung von Gina und Tino fand ich jedoch ein wenig zu moralisierend. Hier fühle ich mich als Leser in eine Rolle gedrängt, die ich nicht einnehmen möchte.

Ich freue mich sehr auf weitere Bände mit Konstantin Dühnfort, mochte „Sieh nichts Böses“ jedoch nicht so sehr, wie die anderen Bände der Reihe. Somit gebe ich hier vier Sterne.

Bewertung vom 16.07.2017
Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands, 6 Audio-CDs
Basile, Salvatore

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands, 6 Audio-CDs


ausgezeichnet

Michele auf der Suche

Micheles Mutter hat die Familie vor vielen Jahren verlassen. Inzwischen ist Michele 30 Jahre alt, aber in seinem Inneren noch immer das Kind, das darauf vertraut, dass die Mutter wieder zurückkommt. Hat sie doch sein geheimes Tagebuch mitgenommen und versprochen, nicht darin zu lesen. Michele lebt im Bahnhofshäuschen, ein quasi geerbtes Privileg, das mit seinem Job gekoppelt ist. Für ihn sind alle Tage gleich und er lebt noch immer nach den Regeln, die sein verstorbener Vater aufgestellt hatte. Doch dann tritt Elena in sein Leben, die verzweifelt die Puppe ihrer Schwester sucht, und wirbelt alles durcheinander. Dass dann plötzlich auch noch sein altes geheimes Tagebuch auftaucht, bringt Dinge ins Rollen, die viel zu lange wie festgeklebt waren. Michele macht sich auf den Weg, sein eigenes Leben zu gestalten …

Es war mir unmöglich, dieses Hörbuch in Etappen zu hören. Sobald eine CD zu Ende gelaufen war, musste ich einfach die nächste CD einlegen. Michele, Elena und all die anderen Menschen, die Michele begegnen, haben mich einfach sofort in ihren Bann gezogen. Dabei sind sie mir nicht alle wirklich sympathisch. Elena ist ein wenig anstrengend, doch wird im Laufe der Geschichte klar, warum sie ist, wie sie ist. Michele dagegen wirkt ein wenig zurückgeblieben und während seiner Entwicklung nimmt er Charakterzüge an, die es schwer machen, ihn zu mögen. Ja, da schlägt wohl Erbgut durch, dennoch ist der Unterschied vom stillen, in sich gekehrten jungen Mann zum hartherzigen, uneinsichtigen Mann nicht immer nachvollziehbar, verständlich oder auch nur entschuldbar.

Annina Braunmiller-Jest liest dieses Hörbuch sehr eingängig. Sie gibt allen Figuren Persönlichkeit und Leben. Die Sprache des Buches ist einfach zauberhaft. Der Fokus liegt ganz klar auf Michele, doch die Geschichte wird aus der Erzählperspektive erzählt. Das passt sehr gut, denn so kollidiert nichts mit den Erkenntnissen, die gewonnen werden und den Entwicklungen, die durchlaufen werden. Manches geht einfach sehr tief unter die Haut, anderes regt zum Protest an – auf alle Fälle entlockt das Hörbuch dem Zuhörer deutliche Reaktionen. Ich war sehr oft sehr ergriffen – auch wenn ich immer mal wieder richtig wütend wurde.

Italien, die Menschen, die Dörfer – alles hat man ganz klar vor Augen, so schön und gut beschreibt Salvatore Basile alles. Das liegt sicher mit daran, dass er in Rom als Drehbuchautor arbeitet. Mir fällt auf, dass ich Bücher, die von Drehbuchautoren geschrieben wurden, oft besonders gern lese. Diese Autoren wissen einfach, wo man den Leser erwischt!

Ganz sicher werden viele das Ende nicht mögen, denn es ist ganz eigen, weder gut noch schlecht, auf gewisse Weise auch recht offen. Doch ich finde, genau so ist das Leben und jedes andere Ende wäre zu schöngefärbt gewesen.

Mir hat das Hörbuch ausnehmend gut gefallen. Ich mag es sehr, wenn mich ein Buch berührt, mich irgendwie an längst vergangene Momente in meinem eigenen Leben erinnert, mir meine eigenen Stärken, aber auch Schwächen zeigt und mir Emotionen entlockt. All das hat dieses Hörbuch im Übermaß getan. Deshalb kann ich gar nicht anders, als die vollen fünf Sterne zu vergeben.

Bewertung vom 09.07.2017
Dem Kroisleitner sein Vater / Polizeiobermeister Frassek Bd.1
Schult, Martin

Dem Kroisleitner sein Vater / Polizeiobermeister Frassek Bd.1


sehr gut

Fünf alte Briefe und die Wahrheit

Frassek, ganz ohne Vorname, ist ein Berliner Polizist. Er drückt sich vor der Beerdigung seines Vaters und fährt nach St. Margareten in Österreich. Er spricht nicht viel, bleibt nicht lange und ist bald wieder weg. Kein Wunder, dass er als Verdächtiger gilt, als der 104jährige Alois Kroisleitner tot aufgefunden wird. Die Umstände sind seltsam und das ganze Dorf ist verwundert. In Berlin hält es Frassek schnell nicht mehr aus und er begibt sich wieder nach Österreich, um seine Unschuld zu beweisen. Er hört sich um und erfährt immer seltsamere Dinge. Dann taucht auch noch Emma auf, die zehn Jahre nicht mehr da war und bringt noch mehr durcheinander. Als sie fünf ungeöffnete, uralte Briefe entdeckt, kommt mehr ans Licht, als man ahnen konnte …

Die Dorfbewohner von St. Margareten haben alle einen ganz besonderen Charme – so schrullig sie fast alle dargestellt sind, so sehr schließt man sie dennoch ins Herz. Auch wenn sehr viel Humor, teils in Form von Satire, zu finden ist, baut sich doch immer wieder Spannung auf. Wer hat den alten Kroisleitner ermordet? Und vor allem: warum eigentlich? Was hat es mit Emma auf sich? Und wieso sollte sie vom Josef ferngehalten werden? Fragen über Fragen und nicht nur der Leser setzt mühsam Puzzlesteinchen zusammen, auch die Dorfbewohner. Im Valentiner probt die Wirtin das Königinnensein, die Gäste den Aufstand und die Liebe den Frühling. Langweilig wird es an keiner Stelle. Nein, ein echter, harter Krimi ist das nicht, aber ein Buch, das zum Sommer passt und Laune macht. So nach und nach kommen immer mehr Details zutage und das große Ganze führt quasi wieder zum Anfang zurück. Die Vorstellung, dass das Wasser der Grund ist, weshalb die Einwohner so alt werden, macht am Ende ein ganz anderes Bild.

Der Schreibstil von Martin Schult ist erfrischend anders. Er erinnert mich an das „Königlich Bayerische Amtsgericht“, nur moderner. Eine ganze Reihe der Figuren versinnbildlicht reale Personen und nimmt sie mehr oder weniger auf die Schippe. Eine ganze Reihe Themen werden angeschnitten, ohne sie breitzutreten. Der Leser kann sich hier jedes Mal seine eigenen Gedanken machen. Die Ideen sind toll und gar nicht so unwahrscheinlich. Man kann über einiges dann trotz aller Schmunzler auch lange nachdenken.

Das übliche Stilmittel, dass die Lösung in der Vergangenheit liegen muss, wird hier auf ganz spezielle Art und Weise auf den Gipfel getrieben. Vermutlich ist das ein kleiner Seitenhieb auf das Krimigenre, aber ich finde ihn sehr gelungen und erkenne das Zwinkern darin. Auch dass ein gutes Buch unbedingt mehrere Stränge braucht, die am Ende zusammenlaufen, wurde hier humorvoll und ein klein wenig bissig eingebracht.

Für mich ist dieses Buch mehr, als einfach nur ein Regional-Krimi. Es ist der gelungene Versuch, Autoren und Leser ein wenig zu veräppeln, aber auf nette Weise. Die Story ist dabei dennoch rund geworden und gar nicht ganz so abwegig, wie man erst mal meinen möchte. Alles in allem ergibt das bei mir sehr gute vier Sterne.

Bewertung vom 08.07.2017
Grillen - BBQ - Smoken

Grillen - BBQ - Smoken


sehr gut

200 Rezepte aus 20 Jahren Grillsportverein

Wer leidenschaftlich gern grillt, landet früher oder später auf der Internetpräsenz des Grillsportvereins und lernt da Rudolf Jaeger kennen. Der Verein hat eine Unmenge an Rezepten rund um das Grillvergnügen entwickelt, weiterentwickelt, verfeinert und perfektioniert. Diese findet man auf der Homepage, aber auch als „altmodische“ Bücher. Mir persönlich sind Rezepte in Büchern immer lieber, als im Internet und die Sammlung an Koch-, Back- und Grillbüchern kann sich sehen lassen.

Im Bereich grillen ist meine erste Wahl tatsächlich immer der Grillsportverein, danach direkt Weber. Das vorliegende Buch verzichtet auf die Erklärungen rund um die Grillarten und die Techniken, wie sie in den anderen Büchern des GSV zu finden sind, da es die besten Rezepte aus 20 Jahren GSV präsentiert und es hier eben nur darum geht: Rezepte.

Aufgeteilt ist es in die Rubriken Rind, Schwein, Geflügel, Wild & Lamm, Fisch, Beilagen und Dessert. In allen Kapiteln findet man eine tolle Auswahl, um die nächste Grillparty ganz besonders gelungen feiern zu können. Nur wenige Rezepte sind nicht bebildert. Dafür haben alle Rezepte gut sichtbare Symbole für Holzkohlegrill, Gasgrill, Dutch Oven, Holzbackofen, Smoker, Drehspieß und Wok. So erkennt man auf den ersten Blick, ob das Rezept für die Grillart, die man nutzt, geeignet ist.

Die Zutatenliste ist übersichtlich gestellt und man weiß auch sofort, für wie viele Personen sie gedacht sind. Die Zubereitungserklärungen sind verständlich und logisch. Hin und wieder findet sich ein Extra-Tipp in einem orangen Kreis. Die eingestreute Werbung ist nicht unbedingt schön, aber man kann darüber hinwegsehen. Dafür ist das Buch prall voll mit tollen Rezepten und das zu einem sehr guten Preis.

Nicht das allerbeste GSV-Rezeptbuch, aber prima zum Mitnehmen, Verschenken und immer mal wieder Nachschlagen. Von daher gebe ich vier Sterne.

Bewertung vom 08.07.2017
Kochen & Backen mit der KitchenAid: Weihnachtsbäckerei
Jasinski, Claudia

Kochen & Backen mit der KitchenAid: Weihnachtsbäckerei


ausgezeichnet

Weihnachtsgenüsse

Die Kitchen-Aid ist ein toller Helfer beim Backen. Aber auch, wenn man eine einfachere Küchenmaschine hat, findet man in diesem Buch tolle, machbare Rezepte. Auch wenn noch lange nicht Weihnachten ist, habe ich schon viele der Rezepte nachgearbeitet, denn ich persönlich nasche Plätzchen, wie Engelsaugen, Zitronenherzen, Linzer Ringe und Nussecken auch sehr gerne „unterm Jahr“. Zudem möchte ich nicht nur an Weihnachten Schokoladen-Orangen-Torte und Orangenkuchen essen und ein Zopf schmeckt auch das ganze Jahr.

Gemeinsam haben die Rezepte den logischen und übersichtlichen Aufbau: es finden sich die Angaben für die Menge (Stückzahl), den Zeitaufwand, Backzeit/Ruhezeit und wenn nötig auch Angaben zu benötigtem Material. Danach folgt die Auflistung der Zutaten. Die Arbeitsschritte sind gut und leicht verständlich erklärt. Zudem gibt es zu jedem Rezept ein Foto und noch ein Kasten mit einer hilfreichen Bemerkung. Auf jeder Rezeptseite ist in einer Art Plakette eingezeichnet, welchen Einsatz für die Küchenmaschine man benötigt.

Da ich ein Fan von bebilderten Rezeptbüchern bin, komme ich hier voll und ganz auf meine Kosten. Jedes Rezept wird von einem Foto von Sandra Then begleitet. So kann man gleich sehen, was am Ende entstehen soll. Die Anweisungen von Claudia Jasinski sind leicht verständlich und die Rezepte in meinen Augen gelingsicher. Sowohl einfache, leichte Rezepte als auch aufwändigere finden sich. Für jeden Anlass ist das passende vorhanden und mit ein wenig Planung wird der bunte Teller an Weihnachten allein aus diesem Rezeptbuch fulminant!

Zur Kitchen-Aid gibt es von diesem Verlag noch weitere Themenbücher. Bisher gefallen sie mir alle ausnehmend gut. Die geschmacklich und optisch wunderbaren Weihnachtsleckereien bekommen von mir deshalb auch sehr gern die vollen fünf Sterne.

Bewertung vom 08.07.2017
Ich bin die Nacht / Francis Ackerman junior Bd.1
Cross, Ethan

Ich bin die Nacht / Francis Ackerman junior Bd.1


gut

Er neigte den Kopf zur Seite und ließ die Nackenwirbel knacken

Francis Ackerman junior ist ein brutaler, bestialischer Massenmörder. Seine Opfer müssen entsetzlich leiden, nachdem er mit ihnen „ein Spiel“ gespielt hat. Die Regeln sind schräg, der Gewinner immer er. Der ehemalige Polizist Marcus Williams landet in Dimmit County, weil seine Tante, die ihn nach dem Tod seiner Eltern großgezogen hatte, vererbt hat. Schnell wird er in die Geschehnisse hineingezogen. Immer öfter kreuzen sich die Wege von Francis und Marcus. Die Katastrophe scheint vorprogrammiert …

Die Idee des Buches ist schlicht und ergreifend genial. Leider ist die Umsetzung nur bedingt gelungen. Insgesamt liest sich das Buch weg wie nix. Doch leider nicht, weil es so super toll und in sich stimmig wäre, sondern weil man immer öfter den Kopf schütteln muss und nur noch denkt: „Ja, nee, is klar!“, „Echt jetzt?!“, „Im Ernst??“ oder „Hallo?!?“. Ein Bolzen jagt den nächsten und in vielen Teilen habe ich mich gefragt, ob mich Ethan Cross verschaukeln will. Ich habe dann für mich beschlossen, das Buch als Persiflage zu lesen. Das machte es mir etwas leichter, wenn unser Held Marcus mal wieder aus einer ausweglosen Situation ohne jede Schramme herauskam und dabei noch die halbe Welt gerettet hat.

Viele Phrasen wiederholen sich immer und immer wieder. Besonders genervt hat mich irgendwann dieses elende Genickknacken von Marcus. Seine wundersamen Fähigkeiten hat er laut eigener Aussage von Chuck-Norris-Filmen – und das ist ein eindeutiger Hinweis auf alles, was kommt.

Cross versucht, den Leser eine gewisse Sympathie für Francis aufbringen zu lassen. Bei mir hat das allerdings nicht funktioniert. Auch die nach und nach einsetzende Entwicklung dieser Figur macht es nicht besser.

Der Titel ist, wie so oft, ganz gruselig gewählt worden. Im Original lautet er „The Shepherd“. Das macht in mehrerlei Hinsicht wesentlich mehr Sinn, als „Ich bin die Nacht“. Die Kapitel beziehen sich auf eine Herde und deren Schutz und in der Handlung wird ebenfalls mehrfach Bezug dazu genommen. Der Bezug zur Nacht ist kurz auch gegeben, spielt aber eine sehr viel kleinere Rolle.

Das Ende kommt mit einem gewaltigen, überwältigenden Showdown, der quasi die Krönung der ganzen Kampfszenen auf den vorherigen Seiten darstellt. Die einen nennen es Wendung, die anderen sehen darin die Bestätigung der Vermutungen beim Lesen. Für mich ist diese Auflösung ein wenig zu sehr drüber, auch wenn sie mich ein wenig mit dem Verlauf versöhnt.

Für mich ist „Ich bin die Nacht“ eine zu lang geratene Vorgeschichte für die folgenden Bände. Ob ich diese lesen werde, vermag ich jetzt noch nicht zu sagen. Noch fühle ich mich zu sehr verschaukelt, noch habe ich keine Lust auf weitere Überhelden und bitterböse Psychopaten mit Wahnvorstellungen. Für die Älteren unter uns: das Buch hat einen „Dallas“-Faktor, Stichwort: Bobby unter der Dusche. Doch ein kleiner Funke in mir lodert immer wieder auf und will mich dazu bringen, herauszufinden, ob sich das Niveau doch noch steigert. Wir werden sehen.

Für den ersten Band der Shepherd-Reihe gibt es von mir jedenfalls nur drei Sterne.

Bewertung vom 07.07.2017
Lonely Planets 500 Einmalige Erlebnisse Deutschland
Melville, Corinna; Schumacher, Ingrid

Lonely Planets 500 Einmalige Erlebnisse Deutschland


sehr gut

Es gibt viel zu entdecken!

In diesem tollen Buch finden sich, nach passenden (und auch witzigen) Kategorien sortiert, 500 einmalige Ausflugsideen in Deutschland. Im Register findet man dann die Orts-Liste. So kann man sich gezielt ansehen, was in und um einen bestimmten Ort möglich ist – so es denn „einmalig“ ist.

Die Idee dieses Buches finde ich einfach genial. Wir lieben Tagesausflüge und mit diesen Tipps werden die noch bunter und interessanter. Für viele dieser Ziele gibt es auch noch ansprechende Fotos. Die Texte sind kurz, aber aussagekräftig und mit einem gewissen Augenzwinkern geschrieben.

Auch beim schlichten Lesen des Buches erlebt man so einiges. Mal denkt man: „Ach ja, da wollte ich schon immer mal hin!“, mal „Oh, da waren wir schon ewig nicht mehr!“, aber auch: „Oh, das ist mir neu! Aber das muss ich mir ansehen!“. Klar, nicht jedem gefällt jeder Vorschlag, dennoch kann ich behaupten, dass hier niemand gar nichts für sich finden wird.

Es ist kein Reiseführer im klassischen Sinne, sondern eine Zusammenstellung von 500 tollen Erlebnissen in Deutschland. Wer hier fündig wird, wird teilweise weitere Literatur nachkaufen. Das ist aber gut so und keine negative Kritik.

Mir gefällt diese Idee sehr gut. Vielleicht hätte man die Ereignisse etwas praktischer sortieren können (über die Postleitzahl, beispielsweise), dennoch habe ich meine Freude daran. Deshalb gibt es von mir vier Sterne.

Bewertung vom 07.07.2017
Ein Doppelbett ist nicht groß genug für die Katze und mich
Reinwarth, Alexandra

Ein Doppelbett ist nicht groß genug für die Katze und mich


ausgezeichnet

Oh, wie wahr!

Wer eine Katze hat, der kennt all diese Punkte, die Alexandra Reinwarth hier aufzählt, nur zu gut. Dennoch ist die Zusammenstellung köstlich amüsant! Die grafischen Elemente, die die einzelnen Punkte umrahmen, sind recht wenig „katzig“ und ich denke, ein paar mehr Katzengrafiken hätten nicht geschadet, aber dennoch ist dieses Büchlein ein witziges Mitbringsel für jeden Katzenhalter.

Besonders Punkt 40 muss man sich merken: Tagesbeginn ist, wenn die Katze sagt, dass Tagesbeginn ist.

Hier werden die Katzen auch mit ihren negativen Eigenschaften dargestellt. Und man merkt sofort: echte Katzenfans schreckt nichts ab!

Einfach amüsant! Von mir die vollen fünf Sterne!