Stefan Zweig -
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Stefan Zweig, einer der erfolgreichsten Dichter der Welt - und hier sind neue Funde! Stefan Zweig, Lyriker, Erzähler, Dramatiker und Kulturhistoriker, hat seine Mission früh gefunden: Sein innigster Wunsch war es, die Begeisterung für die europäische Kultur in die Welt zu tragen. Wie Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal und Joseph Roth erzählte er viele Geschichten aus der Endzeit der Habsburger Monarchie. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges begrüßte er die neuen Demokratien Europas, schrieb mehrere biographisch-historische Romane und Bände mit kulturhistorischen Essays. Es war sein besonderer Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung.…mehr

Produktbeschreibung
Stefan Zweig, einer der erfolgreichsten Dichter der Welt - und hier sind neue Funde! Stefan Zweig, Lyriker, Erzähler, Dramatiker und Kulturhistoriker, hat seine Mission früh gefunden: Sein innigster Wunsch war es, die Begeisterung für die europäische Kultur in die Welt zu tragen. Wie Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal und Joseph Roth erzählte er viele Geschichten aus der Endzeit der Habsburger Monarchie. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges begrüßte er die neuen Demokratien Europas, schrieb mehrere biographisch-historische Romane und Bände mit kulturhistorischen Essays. Es war sein besonderer Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung.
  • Produktdetails
  • Verlag: Styria
  • Seitenzahl: 528
  • Erscheinungstermin: 28. März 2013
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 154mm x 46mm
  • Gewicht: 846g
  • ISBN-13: 9783222133725
  • ISBN-10: 3222133727
  • Artikelnr.: 35650457
Autorenporträt
Klemens Renoldner, geboren 1953 in Schärding am Inn/Oberösterreich. Er studierte Literatur und Musik in Salzburg und Wien und war zwanzig Jahre an Theatern in Österreich, Deutschland und der Schweiz als Dramaturg, später auch als Regisseur und Theaterleiter engagiert. Seit 2008 ist er Direktor des "Stefan Zweig Centre" an der Universität Salzburg. STEFAN ZWEIG, 1881 in Wien geboren und aufgewachsen, lebte seit 1919 in Salzburg, bevor er 1934 nach England ins Exil ging. 1940 verließ er das von Hitler zerstörte Europa und suchte in den USA und in Lateinamerika vergeblich eine neue Heimat. 1942 nahm er sich in Petropolis/Brasilien das Leben.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 13.06.2013

Vergessene Träume
Essays und unbekannte Texte von Stefan Zweig

Stefan Zweig war fasziniert von den Abgründen der menschlichen Natur. Hinter der bürgerlichen Fassade seiner Figuren lauern Gefahren, die plötzlich ins Leben treten können. In der Erzählung "Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau" ist die Titelfigur "in manchen Stunden ihres Lebens jenseits ihres Willens und Wissens geheimnisvollen Mächten ausgeliefert". Mächten, so kann man ergänzen, die ganze Lebensläufe umschreiben oder zerstören können.

Meistens geht es dabei um erotische Verwicklungen, die Zweig teils subtil, teils für das heutige Empfinden auch etwas schwül umspielt. Widersprüchliche Gefühle sezieren, psychische Vorgänge versprachlichen kann er wie kaum ein Zweiter in seiner Zeit, besonders eindrücklich in der Erzählung "Angst", in der er die inneren Nöte einer fremdgehenden Frau schildert, die zum Opfer einer hartnäckigen Erpressung wird. Im Vergleich zu seinem Konkurrenten und Rivalen Thomas Mann fehlt es den Figuren und Texten Stefan Zweigs manchmal etwas an Welthaltigkeit, wie schon sein impressionistisches Frühwerk "Vergessene Träume" andeutet. Und auch dem Vorwurf des Kitsches entkommen einzelne Passagen des Erfolgsschriftstellers nur knapp: "Nicht er hatte sie an sich gerissen und nicht sie ihn, sie waren ineinandergefahren, wie von einem Sturm zusammengerissen."

Und doch ist die Fragment gebliebene Erzählung "Widerstand der Wirklichkeit", der das Zitat entstammt, großartig und äußerst aufschlussreich für das zunehmend verdüsterte letzte Lebensdrittel von Stefan Zweig. Der Erste Weltkrieg ist es, der in dem Text ein ungleiches Liebespaar für lange Zeit trennt, und der trotzige Versuch der männlichen Hauptfigur, das Versäumte nachzuholen, führt zu grandios geschilderten Szenen der Peinlichkeit. Bei dem Versuch, ein romantisches Rendezvous zu erzwingen, stößt das Paar in Heidelberg auf eine "vaterländische Demonstration der Kriegervereine und Studenten", die die seit Jahren im Ausland lebende Hauptfigur zutiefst verstört: "Wahnsinn! Was wollen sie? Noch einmal diesen Krieg, der eben ihm sein ganzes Leben zerschlagen?" Wie sonst nur in der "Schachnovelle" blitzt hier auf einmal auf, welch prekärem Hintergrund das Werk Zweigs entstammt.

Nicht der Erste Weltkrieg, wohl aber die Machtübernahme Hitlers und letztlich der Zweite Weltkrieg haben Stefan Zweigs Welt unwiderruflich zerstört. Sensibel registriert er in dem Text "Bürophobie" aus dem Jahr 1919 die Veränderungen, die der verlorene Krieg und die Herausbildung neuer Staaten mit sich gebracht haben, und plädiert, hoch aktuell, für freie Weltbürger statt höriger Staatsbürger. Und noch in seinem "Abschied von Joseph Roth" aus dem Jahr 1939 spielt der Begriff des Weltbürgertums eine zentrale Rolle, der vor dem Hintergrund der jahrelangen Exilerfahrung nur noch eine Chimäre ist. Als Protest gegen den Untergang des Weltbürgertums und der Freiheit des Geistes deutet er Joseph Roths wortwörtliches Totsaufen, das er halb fassungslos, halb billigend konzediert, drei Jahre bevor er selbst seinem Leben ein vorzeitiges Ende setzte. Die breite Auswahl aus seinem erzählerischen und essayistischen Werk, die Klemens Renoldner vorgelegt hat, lädt zu noch mancher weiteren Entdeckung ein.

THOMAS MEISSNER.

Stefan Zweig: "Ich habe das Bedürfnis nach Freunden". Erzählungen, Essays und unbekannte Texte.

Hrsg. von Klemens Renoldner. Styria Verlag, Wien 2013. 520 S., geb., 24,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Als einen Freund menschlicher Abgründe und erotischer Verwicklungen kennt Thomas Meissner Stefan Zweig. Der von Klemens Renolder zusammengestellte Band mit Erzählungen und Essays Zweigs bietet ihm diesbezüglich eine reiche Fundgrube. Etwa in der Novelle "Angst", in der Zweig von der Erpressung einer fremdgehenden Frau erzählt. Auch wenn es den Texten laut Meissner mitunter an Welthaltigkeit mangelt und sie hart am Kitsch vorbeischrammen - der Rezensent entdeckt großartig geschilderte Szenen der Peinlichkeit, und auch Zweigs prekäre Lebensverhältnisse scheinen durch, wenn der Autor "sensibel" Veränderungen im Zuge von Hitlers Machtübernahme registiert.

© Perlentaucher Medien GmbH