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Auf einmal ist es da: ein Schwarzes Loch in Nevada. Von Physikern erschaffen. Ein Unding, das die Erde Stück für Stück verschlingt. Und jetzt? Vielleicht kann Omega Zacharias helfen. Immerhin ist sie der erste Mensch mit drei Hirndritteln und verfügt über spektakuläre telekinetische Fähigkeiten. Obwohl sie eigentlich lieber über Laufstege schwebt und Tennis spielt, stürzt sie sich in den Kampf. Mit von der Partie sind ihr Bruder Alpha und einige kuriose Helden: der reichste Mann der Welt, ein fliegender Magier und Spiele-Erfinder, ein schwuler Buddha, ein fußballbegeisterter Müllmann und seine…mehr

Produktbeschreibung
Auf einmal ist es da: ein Schwarzes Loch in Nevada. Von Physikern erschaffen. Ein Unding, das die Erde Stück für Stück verschlingt.
Und jetzt? Vielleicht kann Omega Zacharias helfen. Immerhin ist sie der erste Mensch mit drei Hirndritteln und verfügt über spektakuläre telekinetische Fähigkeiten. Obwohl sie eigentlich lieber über Laufstege schwebt und Tennis spielt, stürzt sie sich in den Kampf. Mit von der Partie sind ihr Bruder Alpha und einige kuriose Helden: der reichste Mann der Welt, ein fliegender Magier und Spiele-Erfinder, ein schwuler Buddha, ein fußballbegeisterter Müllmann und seine esoterisch bewanderte Frau, eine sexbesessene Teilchenphysikerin und ein mutiger Performancekünstler.
Erzählt und aufgezeichnet wird Omegas Geschichte von Elias Zimmermann, der aus dem Jahr 2525 in unsere Gegenwart reist. Er begleitet Omega und ihre Freunde auf ihrem irren Trip und blickt zugleich auf die absurden Auswüchse der heutigen Zeit.
In seinem zehnten Buch zieht Markus Orths meisterhaft alle Register seines Könnens: Alpha & Omega ist eine grandiose Erlöser- und Wissenschaftsparodie, die immer schwindelerregendere Kapriolen schlägt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Schöffling
  • Seitenzahl: 528
  • Erscheinungstermin: 1. Juli 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 133mm x 44mm
  • Gewicht: 726g
  • ISBN-13: 9783895614736
  • ISBN-10: 3895614734
  • Artikelnr.: 40814588
Autorenporträt
Markus Orths, geboren 1969 in Viersen, lebt in Karlsruhe. Seine Romane, in 20 Sprachen übersetzt, wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem open mike (2000), dem Förderpreis des Marburger Literaturpreises (2003), dem Heinrich-Heine-Stipendium (2006), dem Sir Walter Scott-Preis (2006) und dem Telekom-Austria-Preis (2008) in Klagenfurt. Zuletzt erhielt er den Niederrheinischen Literaturpreis (2009) sowie den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar (2011). www.markusorths.de
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Insgesamt schal wirkt Markus Orths' Roman auf Burkhard Müller. Das liegt nicht an Orths' unzweifelhafter Gabe, apokalyptische Szenarien und einen Haufen schräger Charaktere zu entwerfen, sondern daran, dass der Autor vor lauter Zeitsprüngen und Paranormalität nicht zu Potte kommt. Wie auch, räumt Müller ein, wenn dauernd Meteore, Schwarze Löcher und allerhand andere physikalische Phänomene drohen und die eigentlich von Orths angepeilte Familiensaga unterminieren. Spannungsbogen und Eigenleben der Figuren kommen so jedenfalls nicht zustande, meint der Rezensent. Solcherart allumfassend entfesselter Literatur kann Müller nicht allzu viel abgewinnen, etwas Charme höchstens und den ein oder anderen Kalauer.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 12.08.2014
Nieder mit der Vertikalen!
Zunehmend albern und insgesamt schal:
Markus Orths’ apokalyptischer Roman „Alpha & Omega“
VON BURKHARD MÜLLER
Es sind gleich zwei apokalyptische Szenarien, die sich in diesem Roman ineinanderschieben. Im Jahr 525 nach Omega droht ein riesiger Meteor die Erde zu zermalmen (Apokalypse 1). In dieser düsteren Lage gerät der Ich-Erzähler Eli Zimmermann eher zufällig an den
2,60 Meter großen Maschinenmenschen und Bibliothekar Jimmy McGovern, der ihn in eine Art Schlafsarg packt und auf eine Zeitreise schickt, zurück in die Ära der großen Zeitenwende. Bei dieser handelt es sich (wir ahnen es heute noch nicht in unserer zeitgenössischen Kurzsichtigkeit!) gerade um die Jahre 1990 bis 2020 alter Zählung. Damals hat die epochemachende Heldin Omega die Welt gerettet, vor einem im Labor versehentlich erzeugten Schwarzen Loch (Apokalypse 2); vielleicht kann sie ihre wohltätige Wirkung in der ihr fernen Zukunft ja noch einmal entfalten.
  Eli, der da ein wenig nachhelfen soll, verwandelt sich in ein körperloses, aber wahrnehmungs- und bewusstseinsfähiges Phantom, das Omega die dreißig Jahre ihres irdischen Daseins hindurch begleitet, von der Wiege bis zum kosmischen Wurmloch, durch das sie nach getaner Tat in ein anderes Universum entschwindet. Diese dreißig Jahre passen problemlos in die paar Tage hinein, die der späteren Welt noch bis zum Meteor bleiben – die Zeitmaße purzeln verwirrend durcheinander, was dem Aufbau eines Spannungsbogens im herkömmlichen Sinn eher abträglich ist.
Der Meteor rast heran, das Schwarze Loch nagt sich knisternd durch die Materie und hat bereits die Größe eines Medizinballs erreicht – aber dem Buch ist es dabei doch vor allem um eine schräge Familiensaga zu tun. Omega, mit schwarzer Haut und völliger Haarlosigkeit gesegnet, wird als Neugeborene dem ungleichen Paar Bitch und Kolja untergejubelt – Esoterik-Liebhaberin sie, er scheuer Alternativer –, die eigentlich nur ihren natürlichen Sohn Alpha aus der Klinik mit nach Hause nehmen wollten. Omega kann schon in jungen Jahren alles, Telekinese, Telepathie, you name it. Ihre jegliches Maß sprengende Schönheit verhilft ihr zu einer Karriere als Supermodel, das seiner Laufsteg-Konkurrentin auf magischem Wege den Stöckel wegkickt und sie so zum Straucheln bringt – ihre paranormalen Talente befähigen sie dazu, weltrangerste Tennisspielerin zu werden. Fair ist das alles nicht. Dann gibt es da noch den Tagedieb Gustav, genannt Gusto, der wider Willen in die Rolle des Stiefopas einrückt; Buzz Monster, Archimultimilliardär und Hobby-Bettler. Sabrina Stewart, männerverschlingenden Vamp und Super-Physikerin (sie setzt das Schwarze Loch in Gang); den hohlen – man beachte, hohlen! schneeweißen Husky Escher, der auch nicht umsonst so heißt; den Event-Künstler Matthias Schamp, genannt Der Schamp; den tibetischen Mönch Tashi Tengrit, auch bekannt als Schwuler Buddha, der den neuen Dalai Lama sucht und in Omega glaubt gefunden zu haben (auch das noch!); und, und, und. . .
Bei all dem ist viel von physikalischen Phänomenen die Rede, doch interessiert den Autor Markus Orths ernsthaft nur eines davon: die Schwerelosigkeit, buchstäblich und im übertragenen Sinn. Sie und der futurische Modus dienen dazu, das Buch von aller Konsequenz und Wahrscheinlichkeit loszuketten.
Das hat an den besten Stellen durchaus seinen Charme. Nach seiner Reise in die Vergangenheit kommt Eli ziemlich zerschlagen an: „Jetlag, hätte man damals gesagt, kein Wunder bei der Zeitumstellung.“ Orths wirft ironische Seitenblicke auf die moderne Physik und Kosmologie, die so anmaßend und zugleich so phantasmagorisch auftreten, und ersinnt als höchste Weihestufe eine „Spine-Birotulip-Tirer-Weißschwert-Metrik“, nur drei Treffer bei Google. „Wie ging die noch mal?“ Orths’ pointengieriger, um Folgen nicht besorgter Schreibweise entspricht am ehesten die Aktionskunst Des Schamps. Der lässt sich beispielsweise der Länge nach am Geländer der Kölner Rheinbrücke festbinden und gibt die Parole aus: „Nieder mit der Vertikalen. Hoch die Horizontale!“
  Gern folgt man solchen lustigen Sternschnuppen, die nicht mehr als drei Sätze brauchen, um zu verzischen. Das Problem ist: Auf diese Weise ergibt sich kein tragfähiges Konzept für ein Buch von 500 Seiten. Immer wieder muss der Erzähler sich selbst zur Ordnung rufen: Wo waren wir stehen geblieben? Es kommt nicht sehr drauf an. Um des einen Kalauers willen „Lass diesen Elch an mir vorübergehen“ denkt sich der Autor die komplette Episode eines Blinden aus, der mit Blindenhunden nicht so gut kann und sich darum für einen Blindenelch entschieden hat. Zwischendrin, und ohne tiefere Notwendigkeit, muss Eli über viele Seiten hinweg als submolekulares Wesen zu einer „neuromücktoplastischen Reise“ in Koljas Gehirn aufbrechen, in Gesellschaft zahlreicher Kollegen. „Jede dieser Neuromücken änderte ohne Unterlass ihre Gestalt. Mal dick und bauchig, mal dünn und heringhaft, mal weiß, mal gelb, mal in einer Farbe, die ich nicht kannte, mal langsam segelnd, meist rasch schwirrend, mal sah die Neuromücke wie eine Mücke aus (eben!), mal wie ein Elefant, mal wie ein Ameisenbär, mal wie ein Tapir mit einem Tapirschatten (vgl. ‚Der Aufstand in den Sinnscheiße-Bergwerken‘, www.der-schamp.de/Part1/Medienkunst/Sinnsch/Sinnscheisse1.html) (. . .), und so geht es immer weiter.
  Es versteht sich, dass eine solche in jeder Hinsicht entfesselte Literatur nicht fesseln kann. Das ist, anders als der Titel will, nicht mal für Anfänger eine Apokalypse. Der Autor genießt die absolute Macht, die er über seine Charaktere hat, und gesteht ihnen, wenn er sie von Gag zu Gag taumeln lässt, keinerlei Widerständigkeit und Eigenleben zu. Viel ist von Emotionen die Rede, doch sie kommen beim Leser nicht an, weil er in den Handpuppen immer nur die Hand dessen sieht, der sie spielt, und nie die Figur. Ein Buch, in dem es wild zugeht, zunehmend albern, und insgesamt schal. 
Markus Orths: Alpha & Omega. Apokalypse für Anfänger. Roman. Verlag Schöffling & Co., Frankfurt/ M. 2014. 528 S., 24,95 Euro, E-Book 19,99 Euro.
Viel ist von physikalischen Phänomenen die Rede, doch ernsthaft interessiert den Autor nur eines davon: die Schwerelosigkeit, buchstäblich und im übertragenen Sinn. Szene aus dem Hollywood-Film „Gravity“.
Foto: Bloomberg
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"Markus Orths demonstriert, wie Sprache verführen kann, wie sie vergiften kann, wie sie retten kann, und wie sie eben auch vernichten kann." (Sylvia Schwab, Hessischer Rundfunk)
Lohnt sich, findet Rezensent Philipp Theisohn und meint Markus Orths Roman, den er weder unter SF noch unter Wissenschaftssatire einordnen möchte, sondern lieber unter Schwarze Löcher, weil, so sagt er, das Buch unsere Kultur, also zum Beispiel Markus Lanz und Fußball und String-Theorie, einsaugt und anderswo wieder ausspeit, ohne dass es sinnlos wäre. Im Gegenteil, versichert Theisohn, der zwar genervt ist manchmal vom Pathos des Erzählers, aber nicht allzu sehr, im Gegenteil gelingt dem Autor durchaus, die anspruchsvolle Erzählform der Evolutionsfantasie mit jeder Menge Geschehen, Wurmlöchern, Telekinese und, tja, Sinn zu füllen. Und wenn der darin besteht, dass die Welterlösung von Red Bull gesponsert wird und der Papst aus der Kirche austritt, bitte gern, meint der Rezensent amüsiert und auch ein bisschen erschrocken über den eigenen Zynismus, der das alles erlaubt.

© Perlentaucher Medien GmbH