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7 Kundenbewertungen

Lord und Lady Ashton, frisch verheiratet, haben unerwartet Zuwachs bekommen. In den ausgedehnten Wäldern ihres Besitzes wurden drei Kinder gefunden: verwahrlost, schmutzig, wild. Schnell liegt der Verdacht in der Luft, sie seien von Wölfen aufgezogen worden. Trotzdem holt Ihre Lordschaft das Trio ins Haus und legt ihre Erziehung in die jungen Hände von Miss Penelope Lumley. Beherzt, lebensklug und mit viel Humor stellt sich die 15-Jährige der Aufgabe, aus den drei Wolfskindern präsentable kleine Engländer zu machen ...…mehr

Produktbeschreibung
Lord und Lady Ashton, frisch verheiratet, haben unerwartet Zuwachs bekommen. In den ausgedehnten Wäldern ihres Besitzes wurden drei Kinder gefunden: verwahrlost, schmutzig, wild. Schnell liegt der Verdacht in der Luft, sie seien von Wölfen aufgezogen worden. Trotzdem holt Ihre Lordschaft das Trio ins Haus und legt ihre Erziehung in die jungen Hände von Miss Penelope Lumley. Beherzt, lebensklug und mit viel Humor stellt sich die 15-Jährige der Aufgabe, aus den drei Wolfskindern präsentable kleine Engländer zu machen ...
  • Produktdetails
  • Verlag: Thienemann Verlag
  • Seitenzahl: 283
  • Altersempfehlung: ab 11 Jahren
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 283 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 148mm x 30mm
  • Gewicht: 508g
  • ISBN-13: 9783522182966
  • ISBN-10: 3522182960
  • Artikelnr.: 36901864
Autorenporträt
Maryrose Wood wuchs auf Long Island auf. Sie arbeitete viele Jahre als Schauspielerin, Regisseurin und Bühnenautorin für das Theater, ehe sie ihren ersten Romane schrieb. Maryrose Wood lebt mit ihren zwei Kindern, zwei Katzen und einem kleinen Hund in New York.
Rezensionen
Behutsam knurrt das Kindermädchen

Eine junge Erzieherin tritt im neunzehnten Jahrhundert ihre erste Stelle auf dem Land an. Langweilig? Nicht, wenn Maryrose Wood die Geschichte erzählt.

Von Tilman Spreckelsen

Wenn eine fünfzehn Jahre alte Erzieherin, einen riesigen Koffer voller Bücher im Gepäck, mit dem Zug in Richtung eines abgelegenen Landsitzes reist, um ihre erste Stelle anzutreten, dann ahnt man die kommende Katastrophe. Man fragt sich höchstens, wie rasch und bei welchem Anlass die hochtrabenden Ideale der jungen Absolventin einer Schule für angehende Pädagoginnen mit der Wirklichkeit verwöhnter Gören zusammenrasseln werden, aber dass sie es tun, steht völlig außer Frage. Und wenn ein Roman wie "Das Geheimnis von Ashton Place" dann auch noch mit einer solchen Eisenbahnfahrt anhebt, erwartet man nicht viel: eine - je nach Ausführung - matte oder geistreiche Satire auf weltfremde Erziehungskonzepte vielleicht, ein bemüht heiteres Zusammenraufbuch, in dem am Ende die Pädagogin ebenso viel von den Zöglingen gelernt haben wird wie umgekehrt. Lesen müsste man das nicht.

Dass Maryrose Wood, die Autorin dieses Romans, all die keineswegs hochgesteckten Erwartungen auf das schönste unterlaufen wird, ahnt man dann spätestens, als sich jene Erzieherin Penelope Lumley und ihre künftigen Zöglinge zum ersten Mal begegnen. Nicht etwa, weil die Aufgabe der Pädagogin noch härter ist als gedacht, sind doch die drei Kinder - zwei Jungen und ein Mädchen - offenbar ohne Kontakt mit anderen Menschen von Wölfen aufgezogen worden und haben deren Lebensweise angenommen. Sondern weil die Absolventin der privaten Swanburne Academy, die ihre Lyrik-Anthologie immer mit sich führt und einigen Wert auf geschliffene Umgangsformen legt, auf eine Weise reagiert, die man nicht unbedingt erwartet hätte: "Das Mädchen bleckte die Zähne. Der kleinere Junge leckte sich in tierähnlicher Manier die Lippen, während der ältere Junge sie nur anstarrte. Penelope, die in Swanburne dem Tierarzt Dr. Westminster in vielen lehrreichen Stunden assistiert hatte, war nicht im mindesten beunruhigt. Sie straffte die Schultern und starrte zurück. Seine Augen verengten sich. Penelope kniff ebenfalls die Augen zusammen. Sehr behutsam, um die Tiere nicht zu erschrecken, erzeugte sie tief in der Kehle ein leises Geräusch, halb Gurren, halb Knurren."

Kommunikation ist eine Frage der Augenhöhe, lernen wir, und Penelope versteht sich darauf, das jeweils passende Register zu ziehen, glaubwürdig und ohne sich dabei etwas zu vergeben. Sie bekommt es mit der nur wenig älteren, von allem überforderten Lady Ashton zu tun und mit deren anfangs undurchschaubarem Mann, der sich im Lauf des Romans als reziprokes Spiegelbild der drei Kinder entpuppt. Denn so wie die Autorin ihre Geschichte nicht zufällig im mittleren neunzehnten Jahrhundert angesiedelt hat, in einer Zeit also, in der die Grenzziehung zwischen Mensch und Tier ganz neu diskutiert worden ist, so fragt auch der Roman fortwährend, wie viel Tier im Menschen steckt und umgekehrt, oder auch, auf welche Weise sich Naturhaftes in einem kulturellen Umfeld Bahn brechen kann - wenn etwa Lady Ashton sich bei ihrem eigenen Weihnachtsdinner vor allem, was in der Umgebung Rang und Namen hat, volllaufen lässt und sich entsprechend verhält. Umgekehrt vollbringt Penelope nicht nur an den Kindern ein pädagogisches Wunderwerk, indem sie darauf vertraut, dass das Vorlesen sentimentaler Pferdebüchern oder von Longfellow-Epen noch die wildesten Geschöpfe in den Bann schlägt.

Erzählt wird das so effizient wie spannend, überraschend, voller literarischer Anspielungen und nicht zuletzt sehr komisch. Am Ende bleibt ein Haufen loser Fäden liegen: Wo kommen die Kinder her? Warum entdeckt niemand Lord Ashtons eigentliche Identität? Was weiß der alte Diener? Welche Rolle spielt die auffällig oft zitierte Farbe Braun? Und warum sehen sich Penelope und ihre Schützlinge eigentlich so ähnlich? Aber das ist bei einer Autorin, die so ersichtlich weiß, was sie tut, eher Verheißung als Makel. Mehr davon.

Maryrose Wood: "Das Geheimnis von Ashton Place. Aller Anfang ist wild".

Aus dem Amerikanischen von Eva Plorin. Thienemann Verlag, Stuttgart 2012. 304 S., geb., 12,95 [Euro]. Ab 11 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 16.05.2012
LIES DOCH MAL

Einmischen: Jonne ist neu in der Klasse. Beobachte erstmal, hat sein Vater ihm geraten: Wo sitzen die Alphatiere, wo die wirklich Netten, wo die Außenseiter? An diesen Rat hält Jonne sich. Und merkt natürlich sofort, dass Charly ausgeschlossen, beschimpft und sogar angerempelt wird. Marie, die in der Klasse das Sagen hat, versucht Jonne auf die Seite der "Täter" zu ziehen, aber Jonne macht nicht mit. Er stellt sich hinter Charly, die er ziemlich nett findet. Und schon wird er auch heftig angefeindet. Schließlich erzählt Jonne seinem Vater, was in seiner Klasse passiert. Die Erwachsenen sind schockiert, aber dann wissen sie Rat. Eine Sozialpädagogin spricht mit der ganzen Klasse und mit jedem Kind einzeln. Das Buch beschreibt genau, wie und warum jemand zum Mobbing-Opfer werden kann und wie sich diese Situation auflösen lässt.

steff.

Sabine Neuffer: "Jonne mischt sich ein". Gabriel Verlag. 186 Seiten, 9,95 Euro. Ab 10 Jahre

Beschützen: Gestärkt durch die Lebensweisheiten des "Swanburne Institut für kluge Mädchen aus armen Verhältnissen" tritt Penelope voller Begeisterung ihre erste Stelle als Gouvernante an. Sie lässt sich noch nicht einmal davon schockieren, dass die drei Kinder, die sie aufziehen soll, im Wald bei Wölfen aufgewachsen sind, nicht sprechen können und den Mond anheulen. Tapfer bringt sie ihnen menschliches Verhalten, Sprechen und Manieren bei, so gut es geht. Schon bald schließen die Kinder sie ins Herz. Wenn da nur nicht Lady und Lord Ashton wären. Lady Constance ist von der Situation vollkommen überfordert, und Lord Fredrick scheint die Kinder als eine Art Experiment zu betrachten, das er vorführen kann. Aber Penelope ist zu gut erzogen, um zuzulassen, dass "ihren Kindern" Böses geschieht. Komisch, überraschend, spannend.

steff.

Maryrose Wood: "Das Geheimnis von Ashton Place". Thienemann Verlag. 283 Seiten, 12,95 Euro. Ab 11 Jahre

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Tilman Spreckelsens geringe Erwartungen angesichts der Ausgangslage von Maryrose Woods Kinderbuch "Das Geheimnis von Ashton Place" werden weit übertroffen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts tritt eine frisch ausgebildete 15-jährige Erzieherin ihre erste Stelle auf einem Landsitz an und wird dort mit drei von Wölfen aufgezogenen Kindern konfrontiert, erfahren wir. Mit überraschenden Erziehungsmethoden und einer mitgeführten Literatursammlung gelingt es der Erzieherin ihre Zöglinge zu zähmen, erklärt der Rezensent, der hier die fließenden Grenzen von Mensch und Tier in den Blick genommen sieht. Dass die Autorin nicht alle offenen Fragen ihrer fesselnden, originellen und vor allem "sehr komischen" Geschichte restlos auflöst, macht dem Rezensenten Lust auf mehr und lässt ihn auf eine Fortsetzung hoffen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 04.04.2012
Ausweichmanöver
Drei Wolfskinder und ihre Gouvernante
Gouvernante ist ein altmodisches Wort geworden. Gouvernanten, vor allem die, die in Kinderbüchern auftraten, waren meist sehr streng und unnachsichtig. Oft schien es, als wollten sie ihren Schützlingen das Leben schwer machen – dabei sollten sie ihnen doch helfen, ein wenig besser durch dieses ohnehin dröge Leben zu kommen. Heute heißen Gouvernanten auch mal Aupairs, und wenn sie Kinder mögen und ihren Job so verstehen, dass sie mit den Eltern und den Schützlingen selbst an einem Strang ziehen, dann können alle zufrieden sein.
In der Geschichte, die die amerikanische Autorin Maryrose Wood erzählt und die im 19.Jahrhundert spielt, ist es nicht so weit her mit der Zufriedenheit: Nicht gerade zuversichtlich ist die junge Gouvernante Penelope Lumley, die mit 15 ihre erste Stelle antritt im pompösen Herrenhaus Ashton Hall. Lord Frederick und Lady Constance haben drei sonderbare Kinder aufgenommen, die auf dem Gelände von Ashton Hall entdeckt worden waren. Offenbar hatten Wölfe die Kleinen erzogen, und der Lord und die Lady traten ihnen voller Skepsis gegenüber, als sie sehen mussten, wie auffällig wild die Kinder sich entwickelt hatten – nach menschlichen Maßstäben jedenfalls. Penelope soll nun alles richten und sie umerziehen zu anständigen Menschenwesen. Wenn ihr das nicht gelingt, das weiß die Gouvernante, wird sie arbeitslos, und die Wolfskinder müssen ins Waisenhaus. Keine schönen Aussichten also, keine leichte Aufgabe. Dabei werden allerdings die drei Unverbesserlichen, je länger man sie kennt, umso sympathischer, man schätzt sie fast mehr als die Vorurteile der Erwachsenen. Nein, keinesfalls will die Autorin Tierwesen zu besseren Menschen machen. Sie will aber keine Schwarz-Weiss-Urteile, nach denen es nur ganz Gute und ganz Böse gibt. Währenddessen erzieht Penelope tapfer weiter. Und erlebt im 13. Kapitel, anlässlich einer Weihnachtsparty, besonders dramatische, unvorhersehbare, folgenschwere Geschehnisse. Dabei entwickelt Lady Ashton ungewohnte Schwankungen, die höchstens von den verzweifelten Ausweichmanövern eines Eichhörnchens übertroffen werden.
All das wird in Woods lebendiger Sprache erzählt. John Klaasens Illustrationen üben sich in gut dosiertem Understatement. Die deutsche Übersetzung übertrumpft nicht die Sprache des Originals – Fazit: Fortsetzung erhofft. (ab 9 Jahre) BIRGIT WEIDINGER
Maryrose Wood
Das Geheimnis von Ashton
Place. Aller Anfang ist wild
Aus dem Amerikanischen von Eva
Plorin. Thienemann 2012. 304 Seiten, 12,95 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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