24,90 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Gebundenes Buch

Mit vielen autobiographischen Anklängen erzählt Frederic Morton in diesem Roman vom jüdischen Leben in Wien. Familiengeschichte, Legende und Fiktion verschmelzen zur farbigen Chronik einer Welt, die an jenem Tag des Jahres 1938 unterging, da in Österreich die Hakenkreuze aufblühten wie Gänseblümchen.…mehr

Produktbeschreibung
Mit vielen autobiographischen Anklängen erzählt Frederic Morton in diesem Roman vom jüdischen Leben in Wien. Familiengeschichte, Legende und Fiktion verschmelzen zur farbigen Chronik einer Welt, die an jenem Tag des Jahres 1938 unterging, da in Österreich die Hakenkreuze aufblühten wie Gänseblümchen.
  • Produktdetails
  • Deuticke im Zsolnay
  • Verlag: Paul Zsolnay Verlag
  • Artikelnr. des Verlages: 551, 551/06164
  • Seitenzahl: 512
  • Erscheinungstermin: 14. Dezember 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 138mm x 38mm
  • Gewicht: 608g
  • ISBN-13: 9783552061644
  • ISBN-10: 3552061649
  • Artikelnr.: 32521243
Autorenporträt
Morton, Frederic
Frederic Morton, geboren 1924 als Fritz Mandelbaum in Wien, emigrierte 1939 über England in die USA, wo er als Bäcker arbeitete und studierte, bis ihm als Schriftsteller der internationale Durchbruch gelang. Seine Rothschild-Biographie war als Musical am Broadway ein großer Erfolg, Morton wurde mehrfach für den National Book Award nominiert, er lebte in New York. Er starb am 20.04.2015 während eines Besuchs in Wien. Bei Deuticke lieferbar sind: Die Rothschilds (1992/2004), Crosstown Sabbath (1993), Geschichten aus zwei Welten (1994), Ewigkeitsgasse (1996/2011), Ein letzter Walzer (1997), Wetterleuchten (1998) und Das Zauberschiff (2000).
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 05.06.1996

Ewigkeitsgasse

Als Fritz Mandelbaum war er 1924 in Wien geboren und 1939 von den Nazis aus Wien vertrieben worden. Unter dem Namen Frederic Morton wurde er - insbesondere mit seinem Porträt der Rothschild-Dynastie - zum internationalen, in New York ansässigen Bestsellerautor. Er hat die österreichischen Ursprünge freilich nie vergessen oder gar verleugnet: Das Wiener Fin de siècle und der Untergang Kakaniens blieben Mortons bevorzugte Themen. Auch in dem autobiographisch gefärbten Roman "Ewigkeitsgasse" ("The Forever Street") kehrt er in seine Heimat und Herkunftsgeschichte zurück. Leider verschweigt die Neuausgabe des erstmals 1986 auf deutsch erschienenen Buchs den Übersetzer: Hermann Stiehl. Manchmal grenzt Diskretion an Taktlosigkeit.

Davon abgesehen bereitet die Wiederbegegnung ungetrübte Freude. Denn mit der Vorstadt-Saga der jüdischen Familie Spiegelglas ist dem Romancier eine höchst anschauliche Epochenchronik gelungen. Als armer Dorfschmied war Berek Spiegelglas im Weltausstellungsjahr 1873 aus der Slowakei nach Wien gekommen. Zum Metallwarenfabrikanten aufgestiegen, hielt er trotzdem hartnäckig jeglichem Assimilationsdruck stand. Auf dem Hernalser Türkenplatzl errichtete Berek Spiegelglas - "erhaben ungebildet" - eine Art Privat-Shtetl. Wie einen heiligen Schatz hütete der Patriarch einen sagenumwobenen Stein, der angeblich aus der Jerusalemer Klagemauer stammt und für mehrere Generationen Glück verbürgte.

Erst Hitler bricht die Kraft des Talismans. Bereks Enkel Leon wird das Kleinod 1938 zwar retten, aber der greise Großvater stirbt im nazistischen "Anschluß"-Taumel. Gerade die letzten Kapitel, die vom schleichenden und schließlich tollwütig ausbrechenden Wiener Antisemitismus erzählen, sind die berührendsten und zugleich spannendsten des Bandes. Historie und Fiktion, Legende und erlebte Literatur verschmelzen zu einer makellosen Einheit. Und die geht über Konstruktionsgeschick weit hinaus: ein Stück epischer Kunst. (Frederic Morton: "Ewigkeitsgasse". Roman. Deuticke Verlag, Wien 1996. 480 Seiten, geb., 56,- DM.) u.we.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr