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Bewertung von MaWiOr aus Halle

Der irische Schriftsteller James Joyce (1882-1941) war einer der wichtigsten Wegbereiter der literarischen Moderne. Zu seinen Lebzeiten hatte er nur wenige Leser, heute dagegen …


    Audio CD

2 Kundenbewertungen

Hören, wie aus dem kleinen Jim der berühmte James wurde
Wie kann aus dem jungen Mann nun ein Künstler werden? Zerrissen zwischen Leidenschaft und Verantwortung, zwischen Hingabe und Disziplin hadert Joyce' Alter Ego Stephen Dedalus mit seinem jungen Leben, seiner Sexualität, seiner Moral, mit Kirche und Politik. Doch mit der Verzweiflung wächst der Widerstand, und schließlich befreit sich Stephen von seinen Pflichten und den gesellschaftlichen Fesseln. Im Namen der Kunst und des frei bestimmten Lebens sagt er sich von allem los ...
(10 CDs, Laufzeit: ca. 11h 21)
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Produktbeschreibung
Hören, wie aus dem kleinen Jim der berühmte James wurde

Wie kann aus dem jungen Mann nun ein Künstler werden? Zerrissen zwischen Leidenschaft und Verantwortung, zwischen Hingabe und Disziplin hadert Joyce' Alter Ego Stephen Dedalus mit seinem jungen Leben, seiner Sexualität, seiner Moral, mit Kirche und Politik. Doch mit der Verzweiflung wächst der Widerstand, und schließlich befreit sich Stephen von seinen Pflichten und den gesellschaftlichen Fesseln. Im Namen der Kunst und des frei bestimmten Lebens sagt er sich von allem los ...

(10 CDs, Laufzeit: ca. 11h 21)
  • Produktdetails
  • Verlag: Dhv Der Hörverlag
  • Anzahl: 10 Audio CDs
  • Gesamtlaufzeit: 681 Min.
  • Erscheinungstermin: 13.06.2014
  • ISBN-13: 9783844510065
  • Artikelnr.: 40017857
Autorenporträt
Joyce, James
James Joyce (1882-1941) gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der literarischen Moderne in Europa. Wenige Autoren haben stärker auf das 20. Jahrhundert eingewirkt als der revolutionäre irische Sprachmagier. Besonders sein Erfindungsreichtum fasziniert: Wie kein Zweiter beherrschte Joyce das Spiel der Wortschöpfungen und poetischen Lautmalereien.

Rühaak, Siemen
Siemen Rühaak, 1950 geboren, besuchte die Schauspielschule in Hannover. Seine Karriere begann schon während der Ausbildung: 1970 debütierte er am Theater in Braunschweig, kurz darauf im Fernsehen mit einer Hauptrolle im ZDF. Er spielte auf fast allen renommierten Bühnen Deutschlands und Österreichs und führte auch selbst Regie. Außerdem wirkte er in zahlreichen TV-Filmen und Hörspielen mit. Im Juni 2013 las er für den Hessischen Rundfunk im Rahmen des Hörfunkprogramms hr2 Kultur in mehrteiligen Lesungen den Roman "Ein Porträt des Künstlers als junger Mann" von James Joyce.
Trackliste
CD 1
1Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:00:14
2Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:02:59
3Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:05:26
4Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:05:59
5Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:05:59
6Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:06:20
7Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:04:15
8Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:06:13
9Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:05:59
10Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:06:46
11Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:06:00
12Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:06:50
CD 2
1Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:06:14
2Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:04:41
3Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:04:59
4Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:05:12
5Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:05:49
6Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:06:44
7Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:05:59
8Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:05:45
9Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:04:45
10Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:06:26
11Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel I00:06:30
CD 3
1Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel II00:06:38
2Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel II00:07:40
3Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel II00:04:22
4Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel II00:05:46
5Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel II00:04:41
6Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel II00:05:39
7Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel II00:04:28
8Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel II00:06:29
9Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel II00:05:09
10Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel II00:06:43
11Ein Porträt des Künstlers als jünger Mann - Kapitel II00:06:35
Rezensionen
Besprechung von 19.06.2004
Band 14
Vom kleinen Jim zum großen James
„Ein Porträt des Künstlers als junger Mann” von James Joyce
Anfangs wirkt er brav. Mit 21 Jahren Beginn der ersten Erzählungssammlung: Dubliner Alltagsgeschichten, gewöhnliche Ereignisse, Familienkatastrophen. Moralisch nicht für die katholische Kirche geschrieben, aber knapp und klar erzählt. Ein Jahr später, 1904, beginnt er seinen ersten Roman, „Stephen Hero”. Auch da bewegt sich Jim Joyce noch auf der sicheren Seite: autobiographischer Stoff, einfache Sprache, ordentliche Dramaturgie. Bald, so scheint es, wird man von diesem jungen Mann aus guter, etwas heruntergekommener Familie etwas lesen.
Doch vier Jahre später ist, was die Veröffentlichung angeht, noch gar nichts geschehen. Der ständig kränkliche Joyce, geplagt von fiebrigem Rheumatismus, Magenweh, Augenweh, Zahnschmerzen, ist nach dem Abschied von Irland noch immer ein ärmlicher Englisch-Lehrer in Triest, der alle Mühe hat, seine Frau und die zwei Kinder durchzubringen. Endlich entschließt er sich, das ganze Stephen-Hero-Manuskript umzuarbeiten. Aber auch das veränderte Konzept gefällt ihm nicht. Im Dezember 1908 schreibt er dem Bruder: „Es beginnt auf einer Bahnstation, wie die meisten Schulgeschichten; es gibt da drei Freunde und eine Schwester, die auf pathetische Weise stirbt. Es ist die alte Trickkiste, und ein guter Kritiker würde wahrscheinlich zeigen, dass ich mich sogar in meinen Geschichten noch immer mit dem Figurenrepertoire herumschlage, das in Europa schon vor einem halben Jahrhundert in der Versenkung verschwand.”
Ganz so schlimm ist es nicht. Aber Joyce hat schon Recht. Er schreibt verspätet, eher altmodisch. Dujardin, Dostojewski und Schnitzler haben ihre inneren Monologe entworfen, da erzählt er noch umständlich: „Stephens Familienleben war inzwischen unerfreulich genug geworden: Die Richtung seiner Entwicklung verlief gegen den Strom des von seiner Familie Erwarteten.” Es wird noch bis 1916 dauern, bis „A Portrait of the Artist as a Young Man”, wie die Neufassung von „Stephen Hero” heißen wird, erscheint, aber das Warten lohnt sich: Die Beschleunigung der persönlichen Entwicklung, die zunehmende Freiheit des Stils ist zu spüren, der Verspätete schließt zur Vorhut auf. Das „Portrait” beginnt jetzt: „Es war einmal vor langer Zeit und das war eine sehr gute Zeit da war eine Muhkuh die kam die Straße heruntergegangen und die Muhkuh die da die Straße heruntergegangen kam, die traf einen sönen tleinen tnaben und der hieß Tucktuck-Baby . . . Sein Vater erzählte ihm diese Geschichte: sein Vater sah ihn an durch ein Glas: er hatte Haare im Gesicht.”
Auch das „Porträt des Künstlers als junger Mann” ist noch autobiographisch, eine klassische Kindheits- und Jugend-Geschichte. Nirgendwo erfährt man so nachvollziehbar, wie aus Jim der berühmte James wurde. Wie ihn die Anhänglichkeit an die Kirche und der Widerstand gegen sie prägten; wie schon der kleine Junge den irischen Unabhängigkeitskampf verfolgte, wie ihn die Verarmung der Familie traf, die erste Liebe, die Auseinandersetzung mit Freunden. Und doch merkt man auch: Hier kommt etwas Anderes. Ähnlich wie der junge Robert Musil in seinem „Törless”, findet Joyce in der nervösen Wahrnehmung eines intelligenten, empfindsamen Jungen den aufregend neuen Stil der Moderne.
HANS-PETER KUNISCH
James Joyce
Foto: Suhrkamp Verlag
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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"James Joyce ist und bleibt einer der spannendsten und sprachmächtigsten Autoren der Weltliteratur." Ö1/ORF - Büchersendung Ex libris, 17.06.2012

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Rezensent Manfred Koch lobt Friedhelm Rathjens neue Übersetzung von James Joyce' Roman "Ein Porträt des Künstlers als junger Mann" als Gewinn. Denn, auch wenn der Kritiker dieser Übertragung keinen klaren Vorzug gegenüber der im Jahre 1972 erschienenen Übersetzung von Klaus Reichert geben möchte, besticht Rathjens Version, die erstmals auf der Grundlage der Kritischen Edition des Originals beruht, seiner Meinung nach durch ihre Anpassung an die deutsche Umgangssprache. So liest Koch hier nicht wie bei Reichert, dass ein Schüler dem anderen droht, "seine Schuhspitze in den Steiß zu stecken", sondern amüsiert sich über Rathjens drastische Formulierung, in welcher der Schüler seinem Freund "mal richtig in den Arsch treten will". Auch wenn dem Kritiker diese Version zeitgemäßer und "sympathischer" erscheint, muss er doch feststellen, dass sie von Joyce' Differenziertheit weit entfernt ist und so empfiehlt er, Rathjens und Reicherts Übersetzungen abwechselnd zu lesen.

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