Deutsche militärische Verluste im Zweiten Weltkrieg - Overmans, Rüdiger

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Schon unmittelbar nach Kriegsende haben die Alliierten versucht, die Höhe der deutschen Verluste im Zweiten Weltkrieg zu erforschen. Es war jedoch bis heute nicht möglich, zu annähernd zuverlässigen Ergebnissen zu kommen. Der Zusammenbruch der Wehrmacht und damit des Meldewesens ab Mitte 1944 und die Unkenntnis über das Schicksal von Millionen Vermisster sind die Gründe dafür. Overmans wertet nun Daten der 1939 gegründeten "Deutsche Dienststelle" aus. Bis heute ist es deren Aufgabe, gemäß den Genfer Konventionen von 1929, das Schicksal der Soldaten des Zweiten Weltkrieges nachzuweisen. Aus der…mehr

Produktbeschreibung
Schon unmittelbar nach Kriegsende haben die Alliierten versucht, die Höhe der deutschen Verluste im Zweiten Weltkrieg zu erforschen. Es war jedoch bis heute nicht möglich, zu annähernd zuverlässigen Ergebnissen zu kommen. Der Zusammenbruch der Wehrmacht und damit des Meldewesens ab Mitte 1944 und die Unkenntnis über das Schicksal von Millionen Vermisster sind die Gründe dafür. Overmans wertet nun Daten der 1939 gegründeten "Deutsche Dienststelle" aus. Bis heute ist es deren Aufgabe, gemäß den Genfer Konventionen von 1929, das Schicksal der Soldaten des Zweiten Weltkrieges nachzuweisen. Aus der etwa 17 Millionen Personen umfassenden Kartei dieser Organisation wurde unter Verwendung von Methoden der empirischen Sozialforschung eine Stichprobe gezogen. So wurden Aussagen gewonnen über die Verluste der Wehrmacht, die nicht nur nach Wehrmachtteilen und Kriegsschauplätzen, sondern auch nach sozialgeschichtlich interessanten Merkmalen wie Herkunft, Alter, Einziehungszeitpunkt und Überlebensdauer differenziert sind.
  • Produktdetails
  • Beiträge zur Militärgeschichte Bd.46
  • Verlag: Oldenbourg
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 381
  • Erscheinungstermin: Juni 2004
  • Deutsch
  • Abmessung: 239mm x 167mm x 30mm
  • Gewicht: 634g
  • ISBN-13: 9783486200287
  • ISBN-10: 3486200283
  • Artikelnr.: 07790836
Autorenporträt
Dr. Rüdiger Overmans ist Dozent für Militärgeschichte an der Universität Freiburg und Mitarbeiter des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Christian Hartmann ist dankbar, dass sich endlich jemand der "schwierigen wie entsagungsvollen Herausforderung gestellt hat", die genauen Zahlen über die gefallenen deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs festzustellen. Bisher wurde geschätzt, dass es zwischen 3 und 7 Millionen Tote waren, nach Overmanns` Studie wissen wir es jetzt genau: Es waren 5,3 Millionen. Für Hartmann ist das keine Faktenhuberei. Er weist darauf hin, dass es ein öffentliches Bedürfnis an "sauber recherchierten Zahlen" gibt, weil in solchen Statistiken oft "politischer Zündstoff" steckt - als Beispiel verweist er auf die Diskussionen über die genaue Zahl der jüdischen Holocaustopfer oder der gefallenen sowjetischen Soldaten. Mit den genauen Zahlen hätte sich Hartmann - wie er betont - schon zufrieden gegeben, umso entzückter ist er, dass Overmanns nicht nur recherchiert, sondern die Statistik auch "umfassend interpretiert" hat. Hartmann zeigt sich überrascht, wie viele Soldaten noch in den letzten zehn Monaten des Krieges starben - allein im Januar 1945 waren es 450.000. Es gibt noch mehr "interessante" Ergebnisse, die Hartmann aufzählt, etwa dass die Verluste der Waffen-SS kaum höher waren, als die des Heeres. Overmanns habe hier "ein wirkliches Grundlagenwerk zu einem zentralen Aspekt des Zweiten Weltkriegs vorgelegt", resümiert Hartmann und mahnt abschließend: Auch die gefallenen deutschen Soldaten dürfen nicht vergessen werden.

© Perlentaucher Medien GmbH
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