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Die Moderne bietet dem Individuum vielfältige Möglichkeiten der Selbstverwirklichung. Weniger im Blickpunkt steht dagegen die dazu gehörende Möglichkeit des indivduellen Scheiterns. Die Beiträger dieses Sammelbandes gehen diesem 'großen Tabu der Moderne' (Sennett) aus unterschiedlichen, disziplinären Perspektiven nach. Mit Beiträgen von Jürgen Reulecke, Martina Kessel, Sander L. Gilmann, Utz Jeggle, Rainer Pöppinghege, Andreas Bähr u. a.…mehr

Produktbeschreibung
Die Moderne bietet dem Individuum vielfältige Möglichkeiten der Selbstverwirklichung. Weniger im Blickpunkt steht dagegen die dazu gehörende Möglichkeit des indivduellen Scheiterns. Die Beiträger dieses Sammelbandes gehen diesem 'großen Tabu der Moderne' (Sennett) aus unterschiedlichen, disziplinären Perspektiven nach. Mit Beiträgen von Jürgen Reulecke, Martina Kessel, Sander L. Gilmann, Utz Jeggle, Rainer Pöppinghege, Andreas Bähr u. a.
Autorenporträt
Stefan Zahlmann Dr., derzeit Habilitationsprojekt zu ¿Scheitern von Eliten in gesellschaftlichen Transformationsprozessen¿; Forschungsschwerpunkte: Kulturgeschichte des 19. und 20. Jh.; K¿rper-, Medien- und Kommunikationsgeschichte. Sylka Scholz, Dr., wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sozialwissenschaftlichen Institut der Humboldt-Universit¿ Forschungsschwerpunkte: M¿lichkeitsforschung, Geschlechterverh¿nisse in Ostdeutschland, Milit¿und Geschlecht
Inhaltsangabe
Inhaltsverzeichnis Stefan Zahlmann: Sprachspiele des Scheiterns. Eine Kultur biographischer Legitimation Arbeit und Leistung Andreas Bähr: Schiffbruch ohne Zuschauer? Überlegungen zur heuristischen Kategorie des Scheiterns aus der Perspektive moralischer Ausweglosigkeit im 18. Jahrhundert Jürgen Herres und Regina Roth: Karl Marx
oder: 'Wenn die Karell Kapital gemacht hätte
statt etc.' Martina Kessel: Ein Lebenslauf in absteigender Linie? Sebastian Hensel - Bildungsbürger
Landwirt
Hoteldirektor Renate Liebold: 'Meine Kinder fragen mich schon lange nichts mehr.' - die Kehrseite einer beruflichen Erfolgsbiographie Gert Dressel und Nikola Langreiter: WissenschaftlerInnen scheitern (nicht) Claudia Dreke: Erfolg und Scheitern im 'fremden Osten' Religion
Nation
Generation Gesine Carl: Umwege
Irrwege
Auswege - Erfahrungen des Scheiterns im Prozess der Identitätsfindung bei Christian Salomon Duitsch und Salomon Maimon Jürgen Reulecke: Eine unbegreifliche Last? Vom Umgehen mit Scheitern
Schuld und Versagen am Beispiel der jugendbewegten 'Jahrhundertgeneration' Rainer Pöppinghege: Zwischen kollektivem und individuellem Tabu - Gefangennahme im Krieg als verdrängtes Scheitern Christoph Kühberger: Gescheiterte Männer? Über den Bruch der idealtypischen Männlichkeit unter amerikanischer Besatzung Sander L. Gilman: 'God never fails them that trust Him.' Scheitern in Literatur und Kultur der USA. Ein Gespräch mit Stefan Zahlmann Lob des Scheiterns. Einsichten und Ausblicke Utz Jeggle: Scheitern lernen Erhard Meueler: Scheitern und Kreativität Christian Klein: Vom Glück des Scheiterns. Lebens- und Gesellschaftskonzepte in Kästners 'Fabian' und Regeners 'Herr Lehmann' Sylka Scholz: Die 'Show des Scheiterns' und der 'Club der Polnischen Versager' - Der (neue) Diskurs der Gescheiterten
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Als "herausragende Neuerscheinung des Frühlings" würdigt Elisabeth von Thadden diesen Sammelband über ein Thema, das lange als "großes Tabu der Moderne" (Richard Sennet) galt: das Scheitern von Lebensentwürfen. Der Band widmet sich "individuellen und kollektiven Facetten des Misslingens" und Mustern "moderner Selbstidentifikation" wie Beruf, Arbeit und Leistung, Religion, Nation und Geschlecht. Zudem geht er der Geschichte der Vorstellung und Erfahrung einer Verknüpfung von möglichem weltlichen Glück mit der Biografie nach, die in der europäischen Moderne seit dem 18. Jahrhundert grassiert. Die versammelten Fallbeispiele verdeutlichen die Zusammenhänge von "Scheitern und Biografie". In diesem Zusammenhang erwähnt die Rezensentin den "glänzenden" Aufsatz der Historikerin Martina Kessel über Sebastian Hensel, ein Urenkel Moses Mendelsohns, der vor 150 Jahren seinen Weg aus dem Bildungsbürgertum in die Landwirtschaft, von dort zu einer Baugesellschaft, dann ins Hotelmanagement nahm. Sein Sohn, der Philosophieprofessor Paul Hensel, sah darin einen "Lebenslauf in absteigender Linie", ein Urteil, dem sich Kessel nicht anschließen möchte. Thadden hebt weiterhin Renate Liebolds Beitrag über die Dilemmata heutiger männlicher Führungskräften hervor, deren beruflicher Erfolg oft mit einem Scheitern als Familienvater und Ehemann einhergeht. Sie notiert ferner einen im Band festgestellten Wandel der Bedeutung des Begriffs vom Scheitern, das fast gleichbedeutend wird mit dem Versuch, "das Leben immer neu zu erfinden". Kritisch sieht Thadden die methodische Festlegung der Herausgeber, das Scheitern im Anschluss an Wittgenstein an die Sprache zu binden, wobei sie festhält, dass sich die Beiträge "zum Glück" die Freiheit nehmen, ihre Gegenstände rundum zu ergründen. Insgesamt attestiert dem Band eine beachtliche Wirkung: gleich der antiken Tragödie wecke er im Leser jene "machtvollen Gefühle von Furcht und Mitleid, welche die Seele aufklären und stärken können"

© Perlentaucher Medien GmbH
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