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Lernen von Kleopatra, Freud und John F. Kennedy In der modernen Welt bringt einem nichts mehr Macht als die Fähigkeit, verführen zu können. Wie eignen wir uns Charme und Überzeugungskraft an? Robert Greene präsentiert das ganze Wissen, das sich im Laufe der Zeit über die Kunst der Verführung angehäuft hat. Es gibt neun Grundtypen des Verführers und 24 Strategien, die wir anwenden können, um andere davon zu überzeugen, absolut das Gleiche zu wollen wie wir.…mehr

Produktbeschreibung
Lernen von Kleopatra, Freud und John F. Kennedy
In der modernen Welt bringt einem nichts mehr Macht als die Fähigkeit, verführen zu können. Wie eignen wir uns Charme und Überzeugungskraft an? Robert Greene präsentiert das ganze Wissen, das sich im Laufe der Zeit über die Kunst der Verführung angehäuft hat. Es gibt neun Grundtypen des Verführers und 24 Strategien, die wir anwenden können, um andere davon zu überzeugen, absolut das Gleiche zu wollen wie wir.
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher Bd.34892
  • Verlag: Dtv
  • Seitenzahl: 240
  • Erscheinungstermin: 13. Januar 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 175mm x 115mm x 20mm
  • Gewicht: 204g
  • ISBN-13: 9783423348928
  • ISBN-10: 3423348925
  • Artikelnr.: 44877064
Autorenporträt
Greene, Robert
Robert Greene, geboren 1959, studierte Klassische Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaft. Er arbeitete als Redakteur in New York und London, bevor er sich 1987 in Los Angeles niederließ, wo er als Drehbuchautor, Dramatiker, Essayist und Übersetzer lebt.
Rezensionen
»Eine Fundgrube der Belehrung und des Genusses.«
Die Welt

»Reflexionen und Instruktionen im Plauderton wechseln mit amüsanten Nacherzählungen exemplarischer Verführungsgeschichten und Verführerschicksale. ... In die Geschichte der Überraschung und der Geduld führt Robert Greenes Bestseller-Anwärter auf vergnügliche Art ein.«
Süddeutsche Zeitung

»Ein Instrumentarium ausgefeilter Verführungs- und Manipulations-strategien. Die Regeln dieses großen, zutiefst amoralischen Spiels durchschauen zu können empfiehlt sich allein aus Selbstschutz.«
Gala

»Eine kurzweilige Darstellung der Verführung mit viel Realitätsbezug«
business bestseller

Besprechung von 20.03.2002
Umgarnen von Zielpersonen als Spezialfach der Kriegskunst
Robert Greens „24 Gesetze der Verführung” sind nun Allgemeingut. Kann ihre Anwendung jetzt noch Vorteile verschaffen?
Heutzutage wollen alle verführen. Fast niemand mehr will sich verführen lassen. In Robert Greenes Handbuch für angehende Verführer zählen alle Verführten zur Klasse der „Opfer”, und Opfer sind Mängelwesen, die ungeachtet ihrer Gegenwehr zur Ausbeutung einladen. Wäre dem Handbuch ein Welterfolg beschieden und ließen sich alle lesenden Opfer zu Verführern umschulen, gingen diesen am Ende die Objekte aus. Solche Einwände kümmern den Autor natürlich nicht, weiß er doch: Die Dummen, die Liebenden, sterben nicht aus. Aber wer eigentlich sind die Verlierer im Verführungsspiel? Sind es die Hingerissenen im Wechselbad lustvoller und schmerzlicher Ekstasen oder die Seelenfänger, die desto erfolgreicher sind, je weniger sie selbst begehren? Und was treibt die Täter zum Opfer? Diese Fragen grenzt die Verführungslehre systematisch aus.
Sie ist nämlich vollauf mit der Machtfrage beschäftigt. In der Liebe wie in Politik und Wirtschaft gilt es, das „richtige Opfer” zu wählen und planmäßig zu unterwerfen. Das ist harte Arbeit. Kein Hauch von Frivolität oder gar Lüsternheit durchzieht das Regelwerk. Wo einst die Sünde waberte, plagt heute die Gebrauchsanweisung. Workshop und Management leisten sich Amtshilfe. Schnurztrocken wird der „amoralische” Verführer in die vier Phasen der Operation eingewiesen: Er sondert das Opfer ab und weckt sein Begehren, sorgt für Freude und Verwirrung, vertieft die Wirkung durch extreme Maßnahmen und erlegt schließlich die Beute. Dabei folgt er insgesamt 24 Anweisungen, unter anderem diesen: „Sicherheit vorgaukeln.” – „Widersprüchliche Signale aussenden. ” – „Dringen Sie in den Geist des Opfers ein.” – „Isolieren Sie das Opfer.” – „Brechen Sie Tabus.” – „Mischen Sie Lust und Schmerz”, denn: „Der größte Fehler beim Verführen ist, zu nett zu sein.”
Dressur zur grenzenlosen Macht
Viele Leserinnen und Leser werden sich für Naturtalente des Verführens halten oder sich an Situationen erinnern, in denen sie – ganz ohne Anleitung und vielfach ganz unabsichtlich – etwas Verführerisches an sich hatten. Die Autoren von Ratgeberschriften tun die ungeschulte und unwillkürliche Verführungskraft als grobschlächtige und daher meist verlorene Liebesmühe ab. Verständlicherweise, denn ihre Bücher verführen nur dadurch zum Kauf, dass sie den Zugang zu zauberhaften Strategien versprechen.
Neben der spontanen Kraft und von ihr inspiriert, überliefert sich seit der Antike die Verführung als Kunst, die im jahrelangen Selbststudium angeeignet und an wechselnden Objekten erbarmungslos ausgeübt werden will. Robert Greene, ehemaliger Esquire-Redakteur und Drehbuchautor, in Los Angeles lebend, hat in seinem dicken Lehrbuch die einschlägige Literatur von der Bibel bis zu Baudrillard ausgewertet. Reflexionen und Instruktionen im Plauderton wechseln mit amüsanten Nacherzählungen exemplarischer Verführungsgeschichten und Verführerschicksale. Der Verlag hat das Werk als Geschenkbuch herausgeputzt. Farbig abgesetzte Zitate auf Randleisten kommentieren die Ausführungen; ein schmaler Abschnitt in Blau („Die Opfer der Verführung: 18 Typen”) trennt den ersten Teil („Verführerische Charaktere”) vom zweiten („Die Gesetze der Verführung”). Der ähnlich konzipierte Vorläuferband trägt den Titel: „Power – die 48 Gesetze der Macht”. Aus je zwei Machtgesetzen hat der Autor ein Verführungsgesetz gebastelt.
Gesetze! Es ist der suggerierte Wahn, ein jeder könne sich durch konsequente Charakterdressur „grenzenlose Macht verschaffen”. Greene zeigt sich überzeugt, dass der „Kern” der Verführungskunst seit Kleopatras Zeiten unverändert geblieben sei, und betreibt die Knechtung von Zielpersonen als Spezialfach der Kriegskunst. „Kapitulation” ist sein Lieblingswort. Aus dem Zusammenwirken von immerwährenden Schwächen und Potenzen resultieren die Gesetze, deren Kenntnis den gewieften Verführer vom Stümper unterscheidet.
Die Stoffe zur Illustration seiner Verhaltensmaßregeln holt sich Greene unbekümmert aus allen Kulturen und Epochen. Da mutiert der Mythos zur Reportage und der fernöstliche Hofroman zum Therapieprotokoll. Das Charisma Evita Perons flankiert die Raffinesse des japanischen Prinzen Genji im 10. Jahrhundert, Tschou En-lais Charme den Donjuanismus und Casanovas Überraschungstaktik die Dreiecksbildungen der Lou Andreas-Salomé. Ergiebigstes Vorbild sind die Schliche des gewissenlosen Verführer-Duos in den „Schlimmen Liebschaften” von Choderlos de Laclos.
Was lernen wir aus ihnen? Wir erfahren, wie man einst „die Jagd vorbereitet”, das Opfer übertölpelt und den „perfekten Höhepunkt” zelebriert hat. Zugleich aber frappiert die Erkenntnis, wieviel Lebenszeit, Energie, Geld und Tinte der Libertin und die Kupplerin aufwenden, um die Unschuld zu umgarnen. Ließe sich die Kunst der Verführung heute tatsächlich noch auf dieselbe Weise wie im 18. Jahrhundert erlernen? Damals wurde sie offenbar über Jahre hinweg an einem bestimmten begehrend-begehrten Objekt praktiziert, und sie setzte eine hohe Wertschätzung, ja Idealisierung des Opfers voraus. Wer bringt heute noch soviel Zeit und Penetranz auf? Ist das Spiel der Verführung unter Zeitdruck und mit flackernder Entschlossenheit überhaupt möglich?
Adolf Hitler übrigens tritt in Greenes Verführungs-Show nicht auf. Aber auch an jenen politischen Charismatikern, die Greene als Zeugen für die „ultimative Macht der Verführung” aufruft, könnte man studieren, wie die Verführten und ihre Herren und Meister sich gegenseitig hervorbringen und den Regeln eines gemeinsamen Spiels gehorchen, das keine Sieger kennt. Das verdürbe allerdings den Spaß am Ratgeberspiel. Er besteht darin, sich für einige Lesestunden dümmer zu stellen, als man es im Liebes-, Macht- und Börsenkampf jemals gewesen ist.
Erfolg für Erfolgreiche
Was rät das Erfolgsbuch wohl einer in Not geratenen Regierung im Wahlkampf? Der Fall taucht nicht auf; Greene erläutert nur gehabte Erfolge. Aber aus entfernten Parallelfällen darf man schließen, dass die Leitfiguren im Fernsehen Charisma, Ruhe und Überlegenheit vorgaukeln sollten. „Das einzige, was man nicht vorgaukeln kann, ist Selbstvertrauen, seit Moses’ Zeiten das Schlüsselelement des Charismas. Wenn die Studioscheinwerfer erst einmal Ihre Unsicherheit verraten haben, können alle Tricks der Welt zusammen Ihnen Ihr Charisma nicht zurückgeben.” Ahnte ich’s doch. Man muss ganz einfach Erfolg gehabt haben, um erfolgreich sein zu können.
Die überlieferte Verführungskunst setzte auf Überraschung und Geduld. Leicht einzusehen, dass Bestseller und Werbung beidem den Garaus machen. In die Geschichte der Überraschung und der Geduld führt Robert Greenes Bestseller- Anwärter auf vergnügliche Weise ein, aber nur jene Leser, die keine Anweisungen für Machtspiele suchen. Weil Greenes Eroberungstipps nicht den geringsten Gebrauchswert haben, bringen seine Eroberungsfabeln Gewinn. Geduldig gelesen, entlarven sie die Verführer als Überwältigte – uns selbst, deren selbstgesteuertes Leben von Überraschungen und der Tücke des Objekts bestimmt wird.
FRANK BÖCKELMANN
ROBERT GREEN: Die 24 Gesetze der Verführung. Aus dem Amerikanischen von Hartmut Schickert. Hanser Verlag, München 2002. 560 Seiten, 24,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Besprechung von 04.03.2002
Dagegen bin ich machtlos

Ich will Sie verführen. Keine Angst: Nur zum Lesen! Und vor allem: Es wird bestimmt nicht gelingen. Denn: "In dem Moment, da Ihr Opfer zu wissen glaubt, worauf Sie aus sind, ist Ihr Bann gebrochen." Ist er noch nicht? Sie sind noch da? Dann wollen Sie jetzt sicher wissen, von wem der Bannbruchsatz stammt. Von Stanley Bing ist er nicht, obwohl der soeben seine kleine Sammlung von Bosheiten für Manager ins Deutsche hat übersetzen lassen, für Menschen, die sich jeden Abend vor dem Spiegel fragen: "Was hätte Machiavelli getan?" (Aus dem Amerikanischen von Carmen von Samson-Himmelstjerna. Econ Verlag, München 2002. 182 S., wenige Abb., geb., 14,95 .) Ron Sommer also oder Bernhard Jagoda zum Beispiel. Der hat jetzt zwar Zeit zum Lesen, wird Bings Büchlein aber spätestens auf Seite 22 wieder schließen. "Der Zweck heiligt alle Gemeinheiten", heißt es da, und wer nun widerspricht, weil er neulich - war's im Feuilleton? - etwas von Instrumentalisierungsverbot gelesen hat, dem gibt der Autor gleich einen Rat: "Dann werden Sie eben Volksliedsänger oder Grafiker oder Sozialarbeiter oder irgend so etwas Nettes." Na, das wird Herrn Jagoda freuen, so kann er zum Abschluß in eigener Sache doch noch eine echte Vermittlung verbuchen. Aber der Bannbruchsatzschreiber muß ein anderer sein. Seine Bücher - jetzt sind es zwei - stehen in der Buchhandlung neben dem von Bing in der Wirtschaftsabteilung. Das tut dem älteren gut, denn die Wirtschaft braucht "Power", und viele, die davon nicht genug zu haben glaubten, haben dieses Buch über "Die 48 Gesetze der Macht" dort gefunden und gekauft. Für Robert Greene - jetzt ist die Katze aus dem Sack; zu früh? - gab es nur ein Problem, da er sich an das vorletzte Gesetz ("Der Sieg ist der Zeitpunkt zum Aufhören") nicht halten wollte: Was schreibt man nach einem sogenannten Erfolgstitel, wenn in diesem "Handbuch des indirekten Vorgehens" schon alles gesagt sein wollte? Etwa "Power und die Kammer des Schreckens"? Oder "Die neuen 48 Gesetze der Macht"? Das klingt ja fast wie "Die Zehn Gebote, vom Autor durchgesehene und aktualisierte Auflage". Greene hat sich für einen dritten Weg entschieden: ein Anwendungsbuch, das die Strategien der Macht in "Die 24 Gesetze der Verführung" überträgt (Aus dem Amerikanischen von Hartmut Schickert. Hanser Verlag, München 2002. 557 S., o. Abb., geb., 24,90 ). Doch Käufer von Wirtschaftsbüchern seien gewarnt, die Erotisierung des Bankalltags könnte eine unerwartete Folge sein! Denn nur in einem schmalen Anhang geht es darum, wie man den Massen Produkte oder Politik verkauft, ansonsten dekliniert der Autor das Spiel des Ewigmännlichweiblichen hinan und hinab. Und anders als bei den ständig zu beachtenden Rezepten der Macht wird nun ein diachrones 24-Gänge-Menü serviert: Verführung ist ein Prozeß und meistens ein irreversibler, wie mancher Beinahe-Casanova beim vergeblichen Warten auf die zweite Chance erfahren muß. Vier Phasen gilt es zu durchlaufen: Auf Absonderung zwecks Interessenerweckung folgt die Verleitung auf Abwege, abgründige Vertiefung und schließlich zum krönenden Abschluß: "Die Beute wird erlegt." Auf, auf, zum fröhlichen Jagen!, ruft Greene dem Leser und der Leserin nämlich zu und bläst dabei wie schon in seinem ersten Werk - ganz anders als Kollege Bing - ohne erkennbares Augenzwinkern zum Angriff auf die Opfer, die er handlich in achtzehn Typen einteilt. Den neun Charakteren von Jägern hingegen ist eines gemeinsam: "Verführer sind völlig amoralisch", schreibt der Meister seinen Adepten zur Beruhigung ihres Gewissens ins Stammbuch. Ein verspäteter Führer für die Spaßgesellschaft also, ein Vor-dem-elften-September-Buch? Das nicht, bei Don Juan! Die Kunst der Verführung ist ein allzu ernstes Geschäft, als daß man es den Humoristen überlassen dürfte, vor allem aber: ein praktisches! Wer will denn seitenlang von Greene das Divengetue Andy Warhols oder Choderlos de Laclos' schlimme Liebschaften nacherzählt bekommen? Wer von Verführung lesen will, der lese dessen Briefroman am Stück, auch Ovids Liebeskunst, die Greene mit vielem anderem in Marginalien seziert, und dann: Waidmanns Heil!

ACHIM BAHNEN

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