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Vor der Küste Louisianas liegt ein U-Boot der Nazis. Dave Robicheaux erhält den Auftrag, dessen genaue Lage auf dem Meeresgrund zu bestimmen, damit es gehoben werden kann. Aber nicht nur entpuppt sich sein Auftraggeber als äußerst zwielichtiger Geschäftsmann - Dave bekommt es auch mit einem gefährlichen Psychopathen zu tun, der das U-Boot für seine Zwecke nutzen will und nicht davor zurückschreckt, Dave und seine Familie zu vernichten. Ihr Leben gerät völlig aus den Fugen…mehr

Produktbeschreibung
Vor der Küste Louisianas liegt ein U-Boot der Nazis. Dave Robicheaux erhält den Auftrag, dessen genaue Lage auf dem Meeresgrund zu bestimmen, damit es gehoben werden kann. Aber nicht nur entpuppt sich sein Auftraggeber als äußerst zwielichtiger Geschäftsmann - Dave bekommt es auch mit einem gefährlichen Psychopathen zu tun, der das U-Boot für seine Zwecke nutzen will und nicht davor zurückschreckt, Dave und seine Familie zu vernichten. Ihr Leben gerät völlig aus den Fugen
  • Produktdetails
  • Heyne Bücher Bd.67719
  • Verlag: Heyne
  • Originaltitel: Dixie City Jam
  • Seitenzahl: 588
  • Erscheinungstermin: 11. Dezember 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 121mm x 53mm
  • Gewicht: 498g
  • ISBN-13: 9783453677197
  • ISBN-10: 3453677196
  • Artikelnr.: 48070069
Autorenporträt
Burke, James Lee
James Lee Burke, 1936 in Louisiana geboren, wurde bereits Ende der Sechzigerjahre von der Literaturkritik als neue Stimme aus dem Süden gefeiert. Nach drei erfolgreichen Romanen wandte er sich Mitte der Achtzigerjahre dem Kriminalroman zu, in dem er die unvergleichliche Atmosphäre von New Orleans mit packenden Storys verband. Burke wurde als einer von wenigen Autoren zweimal mit dem Edgar-Allan-Poe-Preis für den besten Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet. 2015 erhielt er für Regengötter den Deutschen Krimi Preis. Er lebt in Missoula, Montana.
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

Beim Tauchen während seiner College-Zeit hatte er das alte Nazi-U-Boot entdeckt. Inzwischen ist Dave Robicheaux Vietnamveteran, Ex-Cop und trockener Alkoholiker, und noch immer driftet das unheimliche Wrack über den Meeresgrund vor der Mündung des Mississippi. Als Robicheaux den Auftrag erhält, es zu lokalisieren, werden die bösen Geister darin geweckt. Eine Serie grausamer Ritualmorde im Drogenmilieu von New Orleans soll zunächst seinem Freund Batist in die Schuhe geschoben werden. Und während Robicheaux mit seinem alten Kollegen Clete Purcel den wahren Killer sucht, gerät seine Familie ins Visier eines Psychopathen, der seinen Opfern gerne zweifelhafte Liebesgrüße schickt. Eine schöne und sehr wütende schwarze Polizistin und ein korrupter Cop geben diesem literarischen Gumbo zusätzlichen Biss. In den USA ist dieser Roman unter dem Titel "Dixie City Jam" schon 1994 als siebter von 20 Robicheaux-Bänden erschienen. Burke hat darin ein breit angelegtes Panorama der Südstaaten geschaffen, atmosphärisch dicht und voll berauschender Landschafts- und Meeresszenen, in die das Böse gerade dann einbricht, wenn alles am schönsten zu sein scheint.

© BÜCHERmagazin, Ulrich Baron (ub)

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 12.04.2016

Ein Nazi-U-Boot vor New Orleans
„Mississippi Jam“, ein verstörender Dave-Robicheaux-Roman von James Lee Burke, endlich auf Deutsch
Es ist eine bizarre, unerbittliche Dreiecksgeschichte, die sich in diesem Buch entwickelt – Dave Robicheaux, Deputy Sheriff in der kleinen Stadt New Iberia, dazu auch Bootsverleiher mit anliegendem Anglershop, der vehemente Held einer Reihe Romane von James Lee Burke, seine Frau Bootsie, die robust sein kann, aber auch verletzlich, und der geheimnisvolle Will Buchalter, der Daves Dienste sich unbedingt versichern will und gemein in die Ehe eindringt. Mit diesem Roman treibt Burke den Surrealismus, der dem Noir-Krimi-Genre eingeboren ist, auf die Spitze. Ein deutsches U-Boot wird der Anlass für psychischen und physischen Terror. Das Boot liegt vor der Küste von New Orleans auf dem Meeresgrund, die Nazis hatten damit Jagd auf amerikanische Öltanker gemacht, um die Benzinlieferungen der Alliierten zu sabotieren. 1942 wurde es von den Amerikanern versenkt. Dave, heißt es, wisse den Lageort, er habe es schon zweimal zufällig beim Tauchen gesichtet.
  Die Stadt New Orleans ist der surreale Schauplatz par excellence, wo Schwüle herrscht und Regen- und Gewitterwolken schnell den Himmel überziehen. Und wo Menschen unterschiedlichster Länder und Rassen sich begegnen, zusammentun, attackieren, wo Ende des vorigen Jahrhunderts rücksichtsloser Drogenhandel grassiert, Verbrechen nicht nur aus eiskalter mafiöser Gangsterdisziplin durchgezogen werden, sondern auch in Erinnerung an okkulte einheimische Mysterien.
  „Mississippi Jam“ ist 1994 in Amerika erschienen, schaffte es damals nicht unter die bei uns herausgebrachten Robicheaux-Romane und kommt jetzt erstmals auf Deutsch heraus. Es ist ein Roman, der die Gewalt Mitte der Neunziger skizziert, die Konfusion, in der die Regierung von Ronald Wilson Reagan das Land hinterließ, ein Interregnum, bevor die Correctness die Gesellschaft in den Griff nahm. Der jüdische Geschäftsmann Hippo Bimstine will das U-Boot bergen, will ein morbides Casino daraus machen. Dave Buchalter hat ganz andere Pläne damit, er ist ein Rassist, ein Neonazi, ein Psychopath. Er bedrängt Daves Frau, überfällt in der Nacht das Ehepaar brutal, verstört sie durch seine bedrohliche, unsichtbare Präsenz bei nächtlichen Besuchen im Haus. Eine Transgression ungeheurer Art, die wirklich alle Grenzen zu überschreiten bereit ist. „Dave, du musst eins werden mit dem Schwert“, hat er eines Nachts quer über die Wand im Badezimmer mit Lippenstift geschrieben, „ich werde dich auf eine Art lieben, wie keine Frau es kann. WB.“
  New Orleans affiziert alle, auch Dave, der sich gern besonnen und väterlich gibt, wird immer wieder von emotionalen Gewaltschüben gepackt; so ergeht es auch seinem Ermittler-Freund Clete Purcel – sie sind meine Don Quijote und Sancho Pansa, hat Burke von den beiden gesagt. Bei aller Gewalt halten sie sich streng an den Verhaltens- und Treue-Code, der in der Stadt quer durch die Lager geht, Kriminelle und Cops zusammenschließt. Eine robust-sentimentale Beziehung entstehen lässt zu dem Iren Tommy Lonighan, dessen Aktionsrhythmus bestimmt wird durch den Krebs, der ihm nur noch wenig Zeit lässt. Und der sich empört über all jene, die aus seinem Code ein billiges Spektakel machen: „Widerlich“, schimpft er über den Film „Reservoir Dogs“: „Ein Haufen Mafiatypen schlägt einen Bullen zusammen und foltert ihn. Keine Typen aus der Mafia würden so was tun. Der Kerl, der das geschrieben hat, weiß einen Scheißdreck über das Verbrechen.“
  Die Perversion hat in diesem Roman manchmal eine erschreckende Aura von Normalität. Buchalter steht, als er zum ersten Mal sich in Daves Haus drängt und dessen Frau bedroht, fasziniert vor Daves Sammlung von Jazzplatten. Benny Goodman, 1933! Und mit aufdringlicher, kindlicher Subtilität: „Achten Sie auf meine Hände. Sehen Sie, ich berühre die Rillen nicht. Der Schweiß von Fingerabdrücken kann eine Schallplatte genauso beschädigen, wie er auf der Bläuung einer Schusswaffe Rost verursachen kann.“
FRITZ GÖTTLER
          
James Lee Burke:Mississippi Jam. Aus dem Englischen von Jürgen Bürger. Pendragon, Hamburg 2016. 588 Seiten, 17,99 Euro. E-Book 15,99 Euro.
Statement zu Tarantino: Der
Kerl weiß einen Scheißdreck
über das Verbrechen
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 13.06.2016

Deutsche U-Boote im Golf von Mexiko
Moralist vom Mississippi: Noch nie gab es so viel von James Lee Burke zu lesen

Die Launen der Leser und die Strategien der Verlage kommen oft nicht zusammen. Das lässt sich gut an dem Amerikaner James Lee Burke sehen. Dass in Deutschland nichts für ihn getan wurde, kann man nicht behaupten. In den neunziger Jahren wurde er erst bei Ullstein, dann bei Goldmann verlegt - offensichtlich aber nicht genug gelesen. Und so kommt es, dass derzeit gleich zwei Verlage sich erneut um den neunundsiebzigjährigen Autor kümmern. Ein großer, Heyne, und ein kleiner, Pendragon, wobei es für Letzteren die härtere Herausforderung ist, alle zwanzig Bände der Dave-Robicheaux-Serie teils noch einmal, teils zum ersten Mal auf Deutsch herauszubringen.

Robicheaux ist, was man gerne das Alter Ego seines Erfinders nennt, der auch gar kein Geheimnis aus den Parallelen macht. Beide Männer hatten lange mit dem Alkohol zu kämpfen, bevor sie trocken wurden, beide leben in New Iberia nicht weit von New Orleans, aber Robicheaux schreibt halt nicht, nur Berichte, wenn es ein Fall verlangt, den er als Deputy des Sheriffs bearbeitet. Aus dem Police Department in New Orleans ist er rausgeflogen, wegen des Alkohols, aber vor allem wegen seiner notorischen Abweichungen vom Dienstweg.

Er ist verheiratet, zum dritten Mal, was man verraten darf, auch wenn im gerade erschienenen Band "Mississippi Jam" (erstmals 1994) die zweite Ehefrau noch lebt und man demnächst in "Neonregen", dem Robicheaux-Debüt, die erste Ehefrau kennenlernen wird. Robicheaux ist um die fünfzig. Als fiktionale Gestalt darf er in dieser Altersklasse auch länger bleiben, als es die Biologie erlaubt. Er wohnt an einem Bayou und verdient sich mit Bootsverleih und Köderverkauf noch etwas dazu.

In "Mississippi Jam" geht es um einen Schatz, der in einem gesunkenen Nazi-U-Boot vor der Küste liegen soll, und um verschiedene Schatzjäger, darunter ein rechtsdrehender Psychopath und mafiose Figuren. Das klingt nach irrläufernder Phantasie und Kolportage, aber es sanken im Zweiten Weltkrieg tatsächlich deutsche U-Boote im Golf von Mexiko; im Übrigen hat James Lee Burke eine sehr präzise und zugleich poetische Technik, soziale Milieus, die faszinierende Landschaft Louisianas und die Menschen, die dort leben, anschaulich werden zu lassen. Manchmal ist das ausufernd, dann verzweigen sich die Geschichten wie das Delta des Mississippi, aber obwohl ein Robicheaux-Auftritt meist zwischen vier- und sechshundert Seiten lang ist, wird es nie langweilig.

Robicheaux ist ein Moralist, er spricht aus, was er denkt, egal, wen er vor sich hat, er ist stur und lässt nicht locker. Moderat wirkt er allerdings im Vergleich zu seinem besten Freund Cletus Purcel, auch er ein ehemaliger Polizist, der im "Big Sleazy", wie New Orleans abschätzig auch genannt wird, als Detektiv arbeitet und mitunter zu sehr rabiaten Lösungen neigt, wenn er sich etwa in "Mississippi Jam" eine Planierraupe schnappt und eine Schneise der Verwüstung durch den Garten eines Mafiosos zieht - "die Römer in Karthago konnten ihre Sache kaum besser und gründlicher gemacht haben".

Nicht ganz so leicht ist es, sich mit einem neuen Burke-Roman aus dem Jahr 2015 anzufreunden, den Heyne herausbringt. Der Titel "Fremdes Land" umschreibt auch die eigene Leseerfahrung. Weldon Avery Holland, der Protagonist, erlebt 1934 als Junge auf einer Farm in Texas, wie Bonnie und Clyde erschossen werden, er zieht als Soldat nach Europa in den Zweiten Weltkrieg, rettet seinen Sergeant und befreit die spanische Jüdin Rosita, die ein Lager überlebt hat. Er heiratet sie in Marseille, sie gehen zurück nach Texas und versuchen ihr Glück im Ölgeschäft. Die Erzählung wird hier dann doch etwas zu ausschweifend, Plot und Figurenkonstellation wirken zudem arg konstruiert. Es mag ja die Projektion des Lesers sein, aber es scheint, nur in Louisiana sei James Lee Burke ganz bei sich.

PETER KÖRTE

James Lee Burke:

"Mississippi Jam". Ein Dave-Robicheaux-Krimi.

Aus dem Amerikanischen von Jürgern Bürger. Pendragon Verlag, Bielefeld 2016. 588 S., br., 17,99 [Euro].

James Lee Burke: "Fremdes Land". Roman.

Aus dem Amerikanischen von Ulrich Thiele.

Heyne Verlag, München 2016. 576 S., br., 17,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Peter Körte liest James Lee Burkes unweit von New Orleans spielenden Roman von 1994 mit Gewinn. Den im Zentrum des Textes stehenden, mit moralischer Urteilskraft begabten, lässigen Deputy Robicheaux erkennt er unschwer als Alter Ego des Autors. Die Story um einen vor der Küste versunkenen Nazi-Schatz kann er getrost von dem Verdacht der Kolportage freisprechen. Dafür sorgt laut Körte Burkes genaue poetische Technik, soziale Milieus, Landschaft und Figuren anschaulich zu machen. Manchmal ufert das aus, räumt Körte ein, aber langweilig wird es nie.

© Perlentaucher Medien GmbH