Das Komplott - Grisham, John
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Bewertung von Havers

Wenn ich einen Roman von John Grisham in die Hand nehme, erwarte ich in erster Linie gut unterhalten zu werden, und dieses Versprechen löst der Autor auch mit seinem neuesten Buch …


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5 Kundenbewertungen

Wenn nichts ist, wie es scheint ...
Malcolm Bannister, in seinem früheren Leben Anwalt in Winchester, Virginia, sitzt wegen Geldwäsche zu Unrecht im Gefängnis. Die Hälfte der zehnjährigen Strafe hat er abgesessen, als sich das Blatt wendet. Ein Bundesrichter und seine Geliebte wurden ermordet aufgefunden. Es gibt weder Zeugen noch Spuren, und das FBI steht vor einem Rätsel - bis Bannister auf den Plan tritt. Als Anwalt mit Knasterfahrung kennt er viele Geheimnisse, darunter auch die Identität des Mörders. Dieses Wissen will er gegen seine Freiheit eintauschen.…mehr

Produktbeschreibung
Wenn nichts ist, wie es scheint ...

Malcolm Bannister, in seinem früheren Leben Anwalt in Winchester, Virginia, sitzt wegen Geldwäsche zu Unrecht im Gefängnis. Die Hälfte der zehnjährigen Strafe hat er abgesessen, als sich das Blatt wendet. Ein Bundesrichter und seine Geliebte wurden ermordet aufgefunden. Es gibt weder Zeugen noch Spuren, und das FBI steht vor einem Rätsel - bis Bannister auf den Plan tritt. Als Anwalt mit Knasterfahrung kennt er viele Geheimnisse, darunter auch die Identität des Mörders. Dieses Wissen will er gegen seine Freiheit eintauschen.
  • Produktdetails
  • Heyne Bücher Nr.41802
  • Verlag: Heyne
  • Seitenzahl: 464
  • Erscheinungstermin: 8. Dezember 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 128mm x 37mm
  • Gewicht: 374g
  • ISBN-13: 9783453418028
  • ISBN-10: 3453418026
  • Artikelnr.: 40790734
Autorenporträt
Grisham, John
John Grisham hat 30 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und fünf Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.
Rezensionen
"Ein klug konstruierter Thriller und eine gepfefferte Abrechnung mit dem US-Justizsystem. Der beste Grisham seit Langem." Focus
Besprechung von 20.08.2013
KRIMIKOLUMNE
Paranoid sein ist alles
John Grishams Schelmenroman „Das Komplott“
Eigentlich geht es ganz zivilisiert zu im Camp Frostburg, Maryland, es gibt „Therapeuten, Sozialarbeiter, Krankenschwestern, Sekretärinnen, Assistenten aller Art und Dutzende von Verwaltungsbeamten, die in Verlegenheit kämen, wenn sie wahrheitsgemäß erklären müssten, was sie acht Stunden am Tag tun . . . Auf dem Mitarbeiterparkplatz am Haupteingang stehen jede Menge gepflegte Autos und Pick-ups.“
  Camp Frostburg ist eine Strafanstalt mit minimaler Sicherheitsstufe, das heißt keine Mauern, keine Wachtürme, kein Stacheldraht, keine Ganggewalt im Innern. Vom Leben in einem solchen Camp berichtet ein Insider in diesem Buch, ein Insasse, Malcolm Bannister: „Was Gefängnisse angeht, ist ein Camp so etwas wie ein Urlaubshotel . . . In den Vereinigten Staaten geben wir pro Jahr vierzigtausend Dollar für die Inhaftierung eines Häftlings und achttausend Dollar für die Ausbildung eines Kindes an der Grundschule aus.“ Malcolm Bannister wird seinen eigenen Sohn wohl nie wieder sehen, wenige Monate nach seiner Verurteilung hat seine Frau die Scheidung eingereicht, inzwischen ist sie wieder verheiratet.
  Malcolm Bannister ist der einzige Schwarze im Camp. Wegen seiner Hautfarbe hat er deshalb nie die ganz große Karriere geschafft als Anwalt. Dann ist er ungeschickt in eine dumme Geschichte geraten, die, ohne sein Zutun, mit einer Geldwäsche endete – und zu zehn Jahren verurteilt worden. Fünf Jahre hat er abgesessen. Noch einmal fünf will er nicht im Camp bleiben. Die miserabilistischen Tupfer in Bannisters Erzählung täuschen niemand, dieser Mann ist entschlossen und resolut. Er sieht seine Chance, er hat einen Plan.
  Ein Richter ist ermordet worden mit seiner Geliebten, in seiner Hütte auf dem Land, und keiner weiß von wem und warum. Nur Bannister – er hat in den Anstalten, wo er einsaß, seine Mithäftlinge in Rechtsfragen beraten und dabei eine Menge merkwürdiger Informationen gesammelt. Er macht einen Deal mit den Behörden, Erlassung der Reststrafe, 150 000 Dollar Belohnung, Zeugenschutzprogramm, Gesichtsoperation, neue Identität. Aus Malcolm Bannister wird, in atemberaubendem Tempo und mit verblüffender Gradlinigkeit, Max Baldwin.
  Das Tempo, das die Geschichte entwickelt, macht irgendwann misstrauisch, ihr Schwung treibt weit über das gesteckte Ziel hinaus. Es gibt Andeutungen, dass es mit der wiedergewonnenen Freiheit nicht getan ist für Malcolm Bannister. Er will Entschädigung für die Demütigung, die die Gesellschaft ihm bescherte, er will Rache. Er treibt ein böses Spiel, auch die Leser müssen sich in Acht nehmen. Es passieren einige sehr ungewöhnliche Sachen. Das Zeugenschutzprogramm, auf das das FBI so stolz ist, erweist sich ausgerechnet in diesem Fall als porös. Max Baldwin gründet eine Filmproduktion und startet ein Projekt über dubiose Polizeipraktiken. Die Dialektik von Wahrheit und Lüge zeitigt groteske Wendungen, und ein von ihr Verblendeter landet in einem Gefängnis, das in so ziemlich allem das Gegenstück zu Frostburg ist – als einziger Weißer in einer Fünfzehn-Mann-Zelle in einem schmutzigen Gefängnis in Jamaika.
  John Grisham ist in seinen Romanen an Abläufen mehr interessiert als an dramatischen Spannungen. „Das Komplott“ ist ein klassischer Schelmenroman, über die Eigengesetzlichkeit, mit der das System sich am Ende selbst austrickst, wenn man ihm mal die richtigen Anstöße gegeben hat. In diesem Wirbel ist auch der Urheber, der Akteur, der Held nicht mehr sicher: „Paranoid sein ist alles. Ich lebe, als würde ich ständig beobachtet und belauscht, und versinke von Tag zu Tag tiefer in meiner eigenen Welt der Täuschung.“
FRITZ GÖTTLER
John Grisham: Das Komplott. Roman. Aus dem Amerikanischen von Bea Reiter und Imke Walsh-Araya. Heyne Verlag, München 2013. 447 Seiten, 22,99 Euro.
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