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Österreich im Mittelalter: In Eselsdorf taucht eines Tages ein fremder Junge auf, der über geheimnisvolle Kräfte verfügt. Er gibt sich den Jugendlichen des Dorfes als ein Neffe Satans zu erkennen, und mit seiner Ankunft häufen sich seltsame Ereignisse. Doch was er dem jungen Theodor, der zu seinem besten Freund wird, über die Welt und den Sinn des Lebens zu berichten hat, ist voller Tiefe und Weisheit.Erleben Sie die Abenteuer des jungen Satan in dieser ungekürzten Neuübersetzung von Mark Twains Klassiker "Der geheimnisvolle Fremde".…mehr

Produktbeschreibung
Österreich im Mittelalter: In Eselsdorf taucht eines Tages ein fremder Junge auf, der über geheimnisvolle Kräfte verfügt. Er gibt sich den Jugendlichen des Dorfes als ein Neffe Satans zu erkennen, und mit seiner Ankunft häufen sich seltsame Ereignisse. Doch was er dem jungen Theodor, der zu seinem besten Freund wird, über die Welt und den Sinn des Lebens zu berichten hat, ist voller Tiefe und Weisheit.Erleben Sie die Abenteuer des jungen Satan in dieser ungekürzten Neuübersetzung von Mark Twains Klassiker "Der geheimnisvolle Fremde".
  • Produktdetails
  • Verlag: Pandämonium / Pandämonium Verlag
  • Seitenzahl: 156
  • Erscheinungstermin: 14. November 2012
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 148mm x 11mm
  • Gewicht: 236g
  • ISBN-13: 9783981348255
  • ISBN-10: 3981348257
  • Artikelnr.: 36460589
Autorenporträt
Mark Twain, geboren am 30. November 1835 in Florida, Missouri, hieß mit bürgerlichem Namen Samuel Langhorne Clemens. Sein erstes Geld verdiente er sich als Schriftsetzer und Journalist; mit 20 Jahren wurde er Steuermann auf einem Mississippi-Dampfer. Seine ersten literarischen Erfolge feierte er als etwa 30-jähriger. Sein namhaftestes Werk - der legendäre "Huckleberry Finn" - erschien im Jahre 1884; es setzt sich, wie viele Werke Mark Twains, auf kritische Weise mit Heuchelei, Verlogenheit und Rassismus auseinander. Der Schriftsteller
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

Dieses Hörbuch als Download zu kaufen, wäre eine Schande - auch wenn der audiophile Inhalt über (fast) jeden Zweifel erhaben ist. "Fast" deshalb, weil mich der ablesende Erzähler und die zu sehr auf künstlerisch getrimmte "öffentlich-rechtliche Machart" gestört haben. Aber das ist Erbsenzählerei, denn dieses Gesamtkunstwerk gehört in jedes Hörbuchregal. Schon wegen Optik und Booklet: Inspiriert von den Illustrationen des Berliner Künstlers ATAK, hat das Team um Regisseur Kai Grehn samt Sprechern und Musikern eine beeindruckende akustische Landschaft geschaffen, die zwischen die Ohren geht und dort lange bleibt.

Österreich im Mittelalter: In Eseldorf taucht ein Fremder auf, der über geheimnisvolle Kräfte verfügt. Er schließt mit den Jugendlichen des Dorfes Freundschaft - und gibt sich ihnen als ein Neffe Satans zu erkennen. Während er den Jungen philosophisch und nie überheblich über den Sinn des Lebens und die Verblendung der Menschen berichtet, häufen sich seltsame Ereignisse. Schonungslos offenbaren sich die Abhängigkeiten zwischen Gut und Böse, und immer mehr Menschen zahlen für diese Erkenntnis mit Hab und Gut - und ihrem Leben?…

© BÜCHERmagazin, René Wagner (rw)
"Ein Jugendbuch? Nun, Jugendlichen wird die spannende Handlung gefallen, Erwachsene werden überwältigt sein von einem Buch, das in seiner Lebensweisheit der Bibel oder Bhagavad-gita nahekommt." ( Oliver Fehn - Übersetzer )

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 11.01.2013

Was man in Eseldorf lernt
ATAK illustriert Mark Twains Bekenntniserzählung "Der geheimnisvolle Fremde"

Die Geschichte hat kein Ende. Nicht die konkrete und auch nicht die der Menschen. Als Mark Twain 1910 starb, hinterließ er gleich drei Entwürfe für eine Erzählung, mit der er sich fast zwanzig Jahre lang beschäftigt hatte, eine, in der es um alles und alle geht. Mittelpunkt ist ein junger Mann namens Satan, Neffe des gefallenen Erzengels gleichen Namens. Dieser junge Satan ist ein Wesen ohne Moral - und gerade deshalb gut in einem außermoralischen Sinne, wie ihn die strenge Form des Utilitarismus beschreibt. Er wägt Leid ab und handelt danach, was zwangsläufig in Euthanasie mündet und in einen Erlösungsgedanken, der nichts Metaphysisches hat. Das war auch Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts noch radikal, und deshalb war Twain skrupulös bei diesem Thema. Eine der drei Versionen nutzt sogar seine beiden populärsten Figuren, Tom Sawyer und Huckleberry Finn, um das heikle Sujet an die Leser zu bringen.

Was dann 1916 aus dem Nachlass als "The Mysterious Stranger" (und seitdem auf verbesserten Textgrundlagen immer wieder neu) herausgegeben wurde, hat Twain so nie geschrieben. Alle bestehenden Ausgaben kombinieren verschiedene Textstufen, um das Geschehen abzurunden. Von Tom und Huck ist keine Spur mehr; Protagonisten sind nun neben Satan jr. drei Sechzehnjährige: der Ich-Erzähler Theodor Fischer und seine beiden Freunde Nikolaus Baumann und Seppi Wohlmeyer. Die Namen verraten bereits, dass das Ganze nicht am Mississippi angesiedelt ist, sondern im deutschen Sprachraum. Ort der Handlung ist ein österreichisches Dorf mit dem sprechenden Namen Eseldorf. Wir schreiben das Jahr 1590, die Aufklärung steht noch mehr als ein Jahrhundert lang aus. Es ist Winter. So weit der Rahmen, den Mark Twain setzt.

In diesen Rahmen aber setzt nun der Berliner Illustrator Georg Barber alias ATAK ganz neue Bilder. Winter? Nichts davon zu sehen. Eseldorf ist eher ein Garten Eden, ein Hortus conclusus, in dem die Flora überschwänglich gedeiht und die schönsten Tiere von Elch bis Eisvogel aufeinandertreffen. 1590? Die Figuren, die ATAK malt, tragen Biedermeierkleidung, ein paar auch Gewänder der Reformationszeit (in den Bildern, die als Cranach-Paraphrasen gestaltet sind). Österreich? Ja, Berge gibt es. Aber wenn ATAK auf einer spektakulären (der einzigen) Doppelseite Caspar David Friedrichs "Wanderer über dem Nebelmeer" zitiert, dann ist das eben Sächsische Schweiz oder Erz- statt Hochgebirge. Und Satan? Den erkennt man an zwei keck abstehenden Haarspitzen, ansonsten sieht er gut aus, ist tadellos frisiert, und das Glück ist ihm hold.

Was macht ATAK da? Er eignet sich Mark Twains Erzählung an, die er im ungefähr gleichen Alter, das Theodor, Nikolaus und Seppi haben, kennengelernt hat, als "Der geheimnisvolle Fremde" 1984 in der DDR erschien. Der agnostische Stoff passte ideologisch ins Konzept, aber er faszinierte auch den unkonventionellen jungen Georg Barber, der sich bald danach der Punkbewegung anschließen sollte. Und ließ ihn nicht mehr los, bis dieses Lebensbuch entstand.

Denn das ist es: ein Plädoyer fürs Leben, gegen die Hoffnung aufs Jenseits. Satan, von dem man anfangs meinen könnte, er werde in der Geschichte entlarvt, behält bei Twain recht und das letzte Wort: "Mir wurde bewusst", sagt Theodor zum Schluss auf der einzigen Doppelseite, die ATAK bilderlos gelassen hat, "dass alles, was er gesagt hatte, die Wahrheit war." Man spürt noch heute die Erschütterung, die dieses Bekenntnis auch für den Autor bedeutet hat. Und nun lässt sie den Zeichner bildlos.

Und weil es ein Lebensbuch ist, hat ATAK alles hineingepackt, was ihn fasziniert: Ensor, Munch, Max Ernst und Magritte als weitere künstlerische Inspiration, die Ikonen seiner Spielzeug- und Comicleidenschaft, den Spaß an Bilderbögen und bemalten Schießscheiben. Und die Liebe zum Ornament, die in den Schlussseiten der Kapitel dadurch zum Ausdruck kommt, dass ATAK da florale oder geometrische Farbexplosionen inszeniert, die in Analogie zum religiösen Bilderverbot für die Transfers zwischen Handlungsabschnitten, aber auch zwischen Denkmustern Platzhalter bieten, die das Strahlende der wachsenden Erkenntnis belegen. Dieses Illustrationsprojekt ist ATAKs "Confessiones".

Es entstand für den französischen Verlag Albin Michel - wieder einmal gilt der Illustrationsprophet im eigenen Lande nichts. Man merkt es aber nur noch an einer französischen Bildinschrift. Ansonsten hat Carlsen das Kunststück fertiggebracht, die Textmenge so mit den unkonventionell gestalteten mehr als 150 Illustrationen zu kombinieren, dass nur selten der unmittelbare Zusammenhang verlorengeht. Es ist ein herrliches Buch. Allerdings zugleich ein herrisches. Auch Toleranz ist ja ein Bestandteil jenes sittlichen Empfindens, das Satan und mit ihm Mark Twain abtut. Gerecht ist das harte Naturgesetz, und das, was wir menschlich nennen, ist für Satan jr. einfach ein Irrtum. Das ist auch heute noch eine Provokation.

ANDREAS PLATTHAUS

Mark Twain: "Der geheimnisvolle Fremde". Illustriert von ATAK.

Aus dem Amerikanischen von Ana Maria Brock. Carlsen Verlag, Hamburg 2012. 176 S., 156 Abb., br., 24,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 08.02.2013

Und plötzlich blitzt das Böse auf
Mark Twains „Der geheimnisvolle Fremde“ in einer von ATAK illustrierten Ausgabe
Österreich im Jahr 1590. Das Mittelalter dauert an, zumindest in dem verschlafenen, zwischen Wäldern und Hügeln gelegenen Dorf, in dem Theodor, Nikolaus und Seppi zu Hause sind. Eines Tages kommt ein Fremder auf die Halbwüchsigen zu: „Er hatte neue und gute Sachen an und war hübsch und hatte ein sympathisches Gesicht und eine angenehme Stimme und war ungezwungen und gewandt und sicher, nicht schlaksig und linkisch und schüchtern wie andere Jungen.“ Als die Freunde ihn neugierig fragen, wer er sei, sagt er: ein Engel. Schließlich verrät er auch seinen Namen: Satan.
Wie Mark Twain diese Figur in seiner Geschichte einführt – das zeigt den gewieften Erzähler. Nicht mit Blitz und Donner, nicht an einem schauervollen Ort tritt der Fürst der Finsternis auf; an einem schönen, friedlichen Tag kommt er einfach so daher geschlendert. Zunächst ist er auch alles andere als bedrohlich und verblüfft die drei Freunde nur mit allerlei Zauberkunststücken. Aus Lehm formt er kleine Männer und Frauen, erweckt sie zum Leben und lässt sie eine spielzeuggroße Burg errichten. Als zwei der Arbeiter in Streit geraten, zerquetscht er sie dann aber zwischen seinen Fingern; das Blut wischt er lässig mit einem Taschentuch ab. So blitzt das Böse plötzlich hinter der schönen Maske hervor – ein eindrucksvoller Moment.
  Aber Twain geht es nicht nur darum zu zeigen, welche Konsequenzen ein von jeglichen humanen Erwägungen befreites Handeln hat. Er will auch einen satirischen Traktat schreiben. Und so muss Satan viele Monologe halten: über die Wertlosigkeit dessen, was die Menschen „sittliches Empfinden“ nennen, und warum sie oft das Gegenteil von dem tun, was sie wollen, über die menschliche Geschichte als eine Kette von Blutbädern und über die Illusion des Fortschritts. Das ist nun leider alles nicht sehr originell und profund, sondern nur schlecht gelaunte Allerwelts-Kulturkritik. Vier Fassungen von „Der geheimnisvolle Fremde“ hat Twain verfasst, keine von ihnen wurde zu seinen Lebzeiten veröffentlicht – vielleicht nicht ganz zu Unrecht.
  Diese neue Ausgabe liest man dennoch gerne, da sie von dem deutschen Comic-Zeichner ATAK reich illustriert worden ist. Es gibt viele Zitate in seinen Bildern: Donald Duck und Robin, der Sidekick von Batman, sind zu erkennen, aber auch Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“, Manets „Frühstück im Grünen“ und Magrittes „Ceci n’est pas une pipe“. Das scheint manchmal völlig sinnfrei zu sein, manchmal ergeben sich aber auch geheime Bezüge zum Text. ATAK trägt die Farbe mit dicken Strichen auf und ignoriert immer wieder die perspektivischen Verhältnisse. Seine Bilder sind eine Pop-Version von Votivmalerei; das unheimliche Glühen, das bei Twain nur manchmal aufleuchtet, ist in ihnen durchgängig zu finden.
CHRISTOPH HAAS
Mark Twain: Der geheimnisvolle Fremde. Illustriert von ATAK. Aus dem Amerikanischen von Ana Maria Brock. Carlsen Verlag, Hamburg 2012. 176 Seiten, 24,90 Euro.
„Er hatte neue und gute Sachen an und war hübsch und hatte ein sympathisches Gesicht . . .“ – Mark Twains geheimnisvoller Fremder.
ABBILDUNG AUS DEM BESPR. BAND
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Nachdem im vergangenen Jahr Mark Twains erst nach seinem Tode veröffentlichte Erzählung "Der geheimnisvolle Fremde" neu erschienen ist, ist nun endlich auch eine Hörspiel-Bearbeitung erhältlich, freut sich Rezensentin Anja Hirsch. Die Geschichte um den jungen Theodor und seinen Freund "Satan", der die Menschen mit Zynismus und Arroganz belehrt, gefällt der Kritikerin in der Hörspiel-Version fast noch besser. Zum einen lobt sie Alexander Fehlings Lesung der im Buch doch recht zähen Monologe Satans. Vor allem aber ist Hirsch ganz hingerissen von der musikalischen Bearbeitung der Berliner Band "Tarwater": Die perfekt abgestimmte Klangkulisse, die Motive von Michael Nyman aufgreift, machen dieses Werk zu einem Hörereignis von "visionärer Strahlkraft", lobt die Rezensentin.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Unterlegt mit den immer leicht schwebenden Klängen der Berliner Band Tarwater, wird die sonderbare Geschichte zu einem visionären, zynischen Stück.", WDR 3, 30.01.2014