Die Apothekerin
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Hella Moormann (Katja Riemann) - eine spröde, 30jährige Apothekerin - lebt allein. Bis sie den termperamentvollen Sportwagenfahrer Levin Graber (Jürgen Vogel) kennen- und liebenlernt. Die beiden heiraten, ziehen in eine Luxus-Villa und alles scheint ganz wunderbar. Doch das Glück der Beiden ist nur von kurzer Dauer. Hella entdeckt, dass Levin sie mit der Haushaltshilfe betrügt. Trösten lässt sie sich daraufhin von deren Ehemann Dieter. Das klappt, bis Hella schwanger wird und sich fragen muss, von wem. Zu allem Überfluss ist da schließlich auch noch ihr sympathischer Kunde Pawel. Eine Reihe…mehr

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Produktbeschreibung
Hella Moormann (Katja Riemann) - eine spröde, 30jährige Apothekerin - lebt allein. Bis sie den termperamentvollen Sportwagenfahrer Levin Graber (Jürgen Vogel) kennen- und liebenlernt. Die beiden heiraten, ziehen in eine Luxus-Villa und alles scheint ganz wunderbar. Doch das Glück der Beiden ist nur von kurzer Dauer. Hella entdeckt, dass Levin sie mit der Haushaltshilfe betrügt. Trösten lässt sie sich daraufhin von deren Ehemann Dieter. Das klappt, bis Hella schwanger wird und sich fragen muss, von wem. Zu allem Überfluss ist da schließlich auch noch ihr sympathischer Kunde Pawel. Eine Reihe mysteriöser Morde verringert den Männerüberschuss alsbald...

Bonusmaterial

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  • Produktdetails
  • Anzahl: 1 DVD
  • Hersteller: Universum Film
  • Gesamtlaufzeit: 104 Min.
  • Erscheinungstermin: 6. Dezember 2004
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 16:9 (anamorph codiert), PAL
  • Tonformat: Deutsch DD 5.1
  • EAN: 0828766094398
  • Artikelnr.: 20094095
Autorenporträt
Ingrid Noll, geb. 1935 in Shanghai, studierte in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist Mutter dreier inzwischen erwachsener Kinder. Nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie Kriminalgeschichten zu schreiben, die allesamt sofort zu Bestsellern wurden. 'Die Häupter meiner Lieben' wurde, wie andere ihrer Romane, erfolgreich verfilmt. Im September 2000 kam 'Kalt ist der Abendhauch' in die Kinos. 2005 erhielt Ingrid Noll den Friedrich-Glauser-Preis.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 01.10.1997

Aus seinem Herzen eine Mörsergrube machen
Glück kann man auch mixen: Ingrid Nolls Roman "Die Apothekerin", verfilmt von Rainer Kaufmann

Kann ein mißratener Roman im Kino Wunder wirken? Ingrid Nolls Bestseller "Die Apothekerin", die Lebensbeichte einer ebenso bürgerlichen wie von mörderischer Energie durchfurchten Seele, ist ein Buch, das Fallgruben aufreißen will - doch der Leser tappt durch lauter seichte Senken. Scheinbar arglos verhandelt die krude Geschichte das Ruchloseste: Giftanschlag und Fenstersturz, sexuelles Lotterleben, Erbschleicherei und Feuersbrunst mit Leichen. Der schwarze Humor aber, den Ingrid Noll sich zugute hält, während ihre Phantasie die Figuren zu Paaren treibt und zu immer verwegeneren Kapriolen zwingt, ist einzig ein ungerührter, erbarmungsloser Anfall guter Laune. Kein Satz, der auf Besinnung aus wäre, auf verräterisches Glimmen menschlicher Tücke. Jeder Satz nur gemacht, die Handlung voranzubringen, je unvorhersehbarer, desto vordergründiger. Und das in einer Sprache, in der dauernd "vorprogrammiert" wird, in der die Menschen "davon ausgehen, daß" - und was der gestanzten Leerformeln mehr sind.

Ingredienzen des Bösen zwar, die das Kino illuminieren könnten, finden sich in Fülle. Allein: wo ein Chabrol daraus über dem Bunsenbrenner giftiger Moralität ein Schelmenstück bürgerlicher Abgründigkeit hätte destillieren können, läßt es Rainer Kaufmann in seinem Film "Die Apothekerin" dabei bewenden, die Turbulenz mit Todesfolge artig zu illustrieren. Statt nächtens ihrer Bettnachbarin in der Heidelberger Frauenklinik vertraut Hella, die Titelfigur, nun dem Zuschauer ihre Geheimnisse an. Aus der vorgeblich verstohlenen Beichte wird im Kino eine coram publico. Doch der Applaus hält sich in Grenzen.

Diese Hella, die als Kind schuldlos schuldig wurde am Tod eines Mitschülers, ist eine Natur, die man am liebsten vor sich selber schützen möchte. Nach außen hin brav und angepaßt, wird sie insgeheim von allem angezogen, was verquer zum konventionellen Moralbegriff steht. Der Retter-und Mutterinstinkt, den sie sich anerzogen hat, ist wie ein Magnet für dubiose Typen, die Hella unverschämt ihrer Liebe versichern und sie schamlos ausnützen. Levin etwa, der Zahnmedizin studierende Schnösel mit dem Hang zu offenen Autos und einem weiten Herzen, was er sich beides kaum leisten kann. Oder Levins Freund Dieter, der nach seiner Haftentlassung gleichfalls bei Hella Unterschlupf und jene Nähe findet, die es der bald Schwangeren unmöglich macht, zu entscheiden, ob Levin oder Dieter der Vater des Ungeborenen ist.

"Wie fast alle Frauen", so sagt sie von sich im Rückblick, "hatte ich drei Wünsche: ein Haus, einen Mann, ein Kind - die Reihenfolge war mir egal." Den Mann sichert sie sich, weil Levins Großvater Hermann sie zur Erbin einsetzte, sollte sie Levin binnen Jahresfrist nach Hermanns Ableben ehelichen. Das Haus fällt ihr zu, weil der herzkranke Erblasser rascher starb, als er vermutet hätte. Ob Levin dabei nachhalf, indem er Gift aus Hellas Hausapotheke ins künstliche Gebiß seines Großvaters applizierte, läßt der Film offener als der Roman. Dafür ist ihre Beteiligung am Todessturz der ordinären Haushaltshilfe Margot, die mit Dieter verheiratet, aber mit Levin hitzig in der Hängematte zugange war, wenn Hella Nachtdienst hatte, keine Frage.

Die Drehbuchautoren Ralf Hertwig und Kathrin Richter folgen der Romanvorlage mit ihren heftigen Ausschlägen auf der nach unten offenen Empfindungsskala so treulich, daß man sie dafür bewundern könnte, wenn nicht die Mittel zum Zweck so durchsichtig wären. Gelegentlich wird eine Figur mit einer anderen verschmolzen, Hellas Chefin in der Apotheke zum Beispiel mit ihrer Freundin Dorit, gelegentlich werden ein paar Verschlingungen der Handlung gestrafft. Doch sonst ist der Film so kraus und banal, wie es im Buche steht. Psychologische, moralische oder cineastische Ambitionen hat dieses formal untadelige Unterhaltungskino so wenig wie der Roman literarische.

Kaufmann müht sich angestrengt, die morbide Atmosphäre, die er in das Buch hineingelesen hat, seinen Bildern aufzusprühen, doch die Anmutung einer bloß biederen Verruchtheit will kaum je verfliegen. Nicht daß manche streng auf Wirkung getrimmte Szenen diese verfehlten: Die Tischrunden des umtriebigen Trios, aus dem nach dem Einzug des dritten Mannes ein Quartett und mit dessen leise umnachteter Frau gar ein Quintett wird, haben etwas wunderbar Kleinbürgerlich-Monströses. Doch der Film, dem sorgsam typisierte Darsteller wie Jürgen Vogel und Richy Müller, August Zirner und Andrea Sawatzki Leben geben, will mehr: Gift und Galle. Das Gift aber ist homöopathisch dosiert, die Galle vom Bitterstoff befreit.

Einzig Katja Riemann, die wieder mit jener Strenge und Zucht ans Werk geht, die sie neuerdings ihren Rollen zumutet, läßt ahnen, wohin es den Film hätte treiben können, wenn er sich vom Nacherzählen des nur oberflächlich sarkastischen Romans zu lösen getraut hätte. Obwohl es fast unbewegt scheint, gibt Hellas Gesicht, wenn sie die Phiolen und Giftampullen mustert, die sie von ihrem Großvater geerbt hat, die dunklen Schattenwinkel ihrer Seele preis. Hinter dieser Stirn grollt und brodelt es bedrohlich. Und wer sieht, wie die Hella Katja Riemanns ihre Rache hegt, wenn sie sich wieder einmal betrogen weiß, wie sie Mord zum Unfall hinbiegt und für Augenblicke keine Scham kennt, wenn es um ihre Lust geht, der hüte sich, ihr zu nahe zu kommen. Katja Riemann wäre bei Chabrol gut aufgehoben gewesen. Bei Kaufmann muß sie stets nur einen Abgrund spielen, in den sie nicht fallen darf. HANS-DIETER SEIDEL

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